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Der Hase bist du selbst

Text


von modedroge

Papierbrauerei I

A: Gehst du gar nicht mit in die Kantine?
P: Nein, danke.
A: Warum denn nicht?
P: Weil meine Religionsgemeinschaft fastet.
B: Um diese Zeit?
P: Ja.
B: Wie lange dauert denn eure Fastenzeit?
P: Zwölf Monate im Jahr.
A: Was ist das bitte für eine Religion?
P: Die Gemeinschaft der … Bumbasi.
A: Ach. Und woran glaubt ihr?
P: An unseren … Gott.
B: Aha. Und was ist das für ein Gott?
P: Chucka-da-hoolah.
A: Und warum dürft ihr da tagsüber nie was essen?
P: Weil wir nachts so viel verzehren.
A: Hm. Und -
P: Kiloweise Fleisch. Von Menschen, die zu viele Fragen stellen.

*

Papierbrauerei II

A: Ich will dir nicht zu nahe treten, aber du starrst jetzt schon seit einer Viertelstunde apathisch auf deinen Bildschirm.
P: Chucka-da-hoolah, das ist der Bildschirm! Und ich habe es die ganze Zeit für eine defizitäre Lampe gehalten!
A: Also, manchmal bist du schon eine waschechte Nervensäge.
P: Und du fühlst dich sicher? Wie kannst du neben mir arbeiten?
A: Ich sag’s ja.
B: Na ja – manchen Leuten muss man halt etwas mehr Toleranz entgegenbringen als anderen.
P: Und den Locher, wenn’s leicht geht.
A: Wenn man anfängt, manchen Leuten Toleranz entgegenzubringen, toleriert man nur noch von früh bis spät und kommt zu nichts anderem mehr.
P: Ha! Der graue Locher geht nicht mehr. – Das merk ich mir.
B:  Wozu?
P: Als Überschrift für das letzte Kapitel meiner Autobiografie.
B: Echt? Du schreibst an einer Biografie?
P: Auto. Die Einsamkeit eines alten Bauwerks.
A: Du hast den Verstand verloren. Eindeutig.
P: Welchen Verstand?

*

Papierbrauerei III

A:  Was ist eigentlich aus dem Hans geworden?
B: Gar nichts.
A: Ich meine, was arbeitet der zurzeit?
B: Ja, nichts.
C: Bezieht wohl Hans IV. Haha.
B: Ja ja. Hans im Unglück.
A: Kein Wunder, dass der keine Arbeit kriegt. Mit seinen grantigen Zahnlücken.
B: Der schaut mir aus wie ein Nussknacker.
C: Ja, dem seine Nuss ist schon lang geknackt.
A: Hör bloß auf – der ist zäher als ein Hamster. Der überlebt den Winter auch mit einer Nuss.
B: Wer weiß, vielleicht hat er ja doch noch Karriere gemacht mit seiner Schlagertruppe.
A: Na, Hauptsache, er hat seinen Spaß.
C: Ha, Spaß! Wenn die Volksmusik ausgeht, dann gehen doch bei dem die Phantomschmerzen an!
A: Dabei passt das eigentlich gar nicht zu ihm, von der Richtung her. Er sollte mal was Neues ausprobieren.
C: Ja, was denn bitte? Ska?
P: Nussknacker-Ska. Das merk ich mir.
C: Ha – ein Millionengeschäft.
A: Pff. Millionen. Damit kann man heutzutage nicht mehr protzen.
C: Vor Kindern vielleicht. Mit einer Million Euro kannst du dir so viel Kaugummi kaufen, dass du dran erstickst.
P: Das kannst du aber mit 2 Euro auch. – Im Grunde könnte ich kündigen.
A: Und dann?
P: Koche ich mir jeden Tag kostenlos eine Papiersuppe aus den Briefen vom Amt.

*

Küche, Wohnzimmer

U: Wo bleibst du?
P: Moment! Ich fresse noch ein Herz, dann komm ich.
U: Wie war es heute? Hast du dich schon etwas eingewöhnt?
P: Ich glaube, ich weiß es nicht.
U: Betrachte es am besten als Übungsfeld.
P: Es ist auch eins. Man fühlt sich wie auf einem herbstlichen Friedhof, wo unaufhörlich die Blätter rascheln und fallen. Ab und zu geht der Phantomchef drohend durch die Reihen, aber man kann ihn nicht sehen, deshalb muss man sich die ganze Zeit zusammenreißen. Erst am Abend komme ich dazu, häppchenweise abzulachen. Jetzt muss ich deshalb auch noch meine Ernährung umstellen. Ich fresse bloß noch Würfelzucker, um meinem eigenen Lachproblem körperlich gewachsen zu sein. Davon blutet aber der Gaumen, und wenn man rote Kristalle hustet, schauen sie wieder blöd. Und diese Schminkpflicht: Ich sehe aus wie ein abgestochener alter Clown.
U: Aber nicht doch. Du siehst blutjung und bezaubernd aus, als wäre nichts passiert.
P: Blutjung, du bist gut! Bis Ostern trage ich einen Runzelschleier, wie verträgt sich das?
U: Du könntest dich als Lederküken ins Nest setzen. – Ist das Leben nicht einfach?
P: Doch.

*

Schlafzimmer

U: Dieser Wecker ist die reinste Pest von einer widerwärtigen Zonk-Tröte.
P: Selbst Sterben kann nicht so schlimm sein.
U: Hast du denn wenigstens gut geschlafen?
P: Tatsächlich! Ich habe von einem Mondbüro geträumt. Alle waren langsam, stumm und leicht. Ich selbst war eine Zimmerpflanze und habe meinen Würfelzucker aus der Gießkanne getrunken.
U: Willst du nicht aufstehen?
P: Nein. Es wird Zeit für etwas Neues.
U: Es gibt nichts Neues. Egal, was du tust und wohin du gehst: Es war immer schon einer vor dir dort. ‚Bin schon da!‘, sagt der Hase.
P: Nein, der Igel! Der Hase bist du selbst.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Regentrude (52) (31.03.2012)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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modedroge meinte dazu am 31.03.2012:
Freut mich sehr, danke.
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TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (31.03.2012)
Wenn du dein Leben lang auf der Suche warst, nach Gesprächen dieser Art, und hast sie nirgends gefunden, bist du wirklich nicht zu beneiden. Glückwunsch. LG TT
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modedroge antwortete darauf am 01.04.2012:
Gespräche sucht man nicht, die führt man! (Am besten mit sich selbst.) Danke für den Kommentar. )
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poena
Kommentar von poena (20.04.2012)
ich war auch schon mal da... aber jetzt gefällt mir der text noch besser. ich mag die sprechenden, sie sind "somehow weird". grinsige grüße, s
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MagunSimurgh
Kommentar von MagunSimurgh (22.04.2012)
So gut, dass es weh tut! Es erinnert mich an Dürrenmatt. (Und das ist ein großes, großes Kompliment.)

Standing Ovations. Wann wird das aufgeführt? : )

Liebe Grüße.
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modedroge
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Veröffentlicht am 31.03.2012, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 01.04.2012). Textlänge: 770 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.311 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 01.06.2020.
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