Diagnostischer Versuch

Gedicht zum Thema Gedanken

von  harzgebirgler

Was alles so geschrieben wird, ist schon ein wahres Wunder
& scheint, wenn man es recht besieht, zumeist nicht mehr als Plunder.
Die reinste Flut aus Sex & Crime & Selbstentblössungsschriften,
die Leserhirne weit & breit mit all dem Zeug vergiften,
das Menschen nur noch Menschen zeigt, fatal auf sich bezogen
& deshalb wirkt der ganze Kram auch abgrundtief verlogen.
Nicht, daß die Täuschung Absicht wär´ - sie ist der Geist der Zeit,
der doch, zuinnerst, gellend laut einzig nach Wahrheit schreit.

Die Fluchten, ach, sind überall, die Haken, die wir schlagen
im Dickicht all der Menschlichkeit - warum darüber klagen?!
Wenn alles sich so selbst gefällt in seinem Tun und Lassen,
wie sollte dann jemals ein Mensch wohl das ins Auge fassen,
was ihn in seinem Dasein trägt, auch wenn er´s nicht gewahrt,
weil´s ja vielleicht von sich aus schon mit der Bekundung spart?!
Es fehlt etwas - das ist gewiß & daran krankt die Welt,
die ungehemmter Menschlichkeit verstärkt zum Opfer fällt.

Wo zeigt sich noch ein Grenzstein, Maß, das Menschentun beschränket
& unser aller Suchersinn nicht bloß durch Menscheln kränket?
Wie sehnt sich alle Welt nach Glück & glaubt, es liegt im Leibe -
da ist´s weit besser, daß ein Sinn auf Dauer suchend bleibe!
Wenn Zwergenmutter sich dereinst mal nicht nur selbst begegnet,
mag sein, daß dann im Mondenschein es langsam Klarheit regnet.
Sie reinigt das gequälte Land des Geistes mit viel Güte
& unversehens steht die Welt in neuer schön´rer Blüte.

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