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Prosagedicht zum Thema Kultur


von Oggy

Ich gestehe.

Ich habe als Kind fröhlich "Fröhliche Weihnacht überall" gesungen. [1]

Ich habe damit Leute, die zur Weihnacht Weihnacht nicht feiern, empört.

Ich habe damit Leuten, die zur Weihnacht nicht fröhlich sind, die Stimmung endgültig vermiest.

Ich habe damit Leute, die speziell zur Weihnacht gar nicht fröhlich sein wollen, in tiefe Sinnkrisen gestürzt.

Ich habe damit Leute, die die Weihnacht abgrundtief hassen, an ihrem eigenen Glauben zweifeln lassen.

*

Ich gestehe weiter.

Ich habe mit großer Schadenfreude den diskriminierenden "Struwwelpeter" gelesen.

Ich habe die sexistische und frauenfeindliche "Struwwelliese" ohne den Hauch eines schlechten Gewissens förmlich verschlungen.

Ich habe das gewaltverherrlichende "Max und Moritz" in allen seinen blutrünstigen Details studiert.

Ich habe "Pipi Langstrumpf" wegen des "Negerkönigs" weder entsorgt noch verbrannt. [2]

Ich habe mit unverhohlener Häme rassistisches "Schwarzer Peter" gespielt.

WAS SONST, ALS DAS, WAS ICH BIN, HÄTTE AUS MIR WERDEN SOLLEN??


_______________
Anmerkungen
[1] 27.11.2019
"Aus Rücksicht gegenüber anderen Kulturen und Religionen" wurde u. a. das christliche Lied "Fröhliche Weihnacht überall" vom Adventsfeierkanon einer Schweizer Schule suspendiert, weil es die Geburt Jesu thematisiere.
Dies sei ein "Einzelfall", betonte die Präsidentin des Schweizer Lehrerverbands LCH.
https://www.blick.ch/news/schweiz/ostschweiz/die-christliche-kultur-ist-auch-an-wiler-schulen-die-leitkultur-praesidentin-entschuldigt-sich-fuer-weihnachtslied-verbot-id15634180.html

[2] Juli 2017
Ein renommierter schwedischer Fernsehjournalist kritisierte eine schwedische Gemeinde, weil sie entsprechende Bücher von Astrid Lindgren "aus ideologischen Gründen" auf die Müllkippe geworfen und durch sprachlich geglättete Exemplare ersetzt habe.
https://www.badische-zeitung.de/negerkoenig-gemeinde-verbrennt-pippi-buecher--139874110.html

 
 

Kommentare zu diesem Text


TassoTuwas
Kommentar von TassoTuwas (02.12.2019)
Ach, Oggy, mach doch nicht so was!
Die ganze Welt soll uns doch lieb haben
LG TT
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Oggy meinte dazu am 02.12.2019:
Hallo Tasso,

man muß den Geiern auch mal einen Brocken hinwerfen...

LG und danke für die Empfehlung ,
Oggy
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (02.12.2019)
Du übertreibst es aber nicht, ich meine die Selbstanklage?
LG
Ekki
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Oggy antwortete darauf am 02.12.2019:
Hallo Ekkehart,

ich schreibe im Jargon der eigentlichen Satire... ;)

Danke für die Empfehlung!

LG,
Oggy
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unangepasste
Kommentar von unangepasste (25.01.2020)
Meine Mutter hat in Dauerschleife die Geschichte vom Büblein (Friedrich Rückert) erzählt und gleichzeitig gespielt: http://www.zeno.org/Literatur/M/R%C3%BCckert,+Friedrich/Gedichte/Erz%C3%A4hlungen/F%C3%BCnf+M%C3%A4rlein+zum+Einschl%C3%A4fern+f%C3%BCr+mein+Schwesterlein/Vom+B%C3%BCblein,+das+%C3%BCberall+mitgenommen+hat+sein+wollen

An Weihnachten bekamen meine Neffen sie geschenkt, hörten meiner Mutter lachend und fröhlich zu, liebten das Pferd, das bis zur Baumkrone hochsprang, und mir fiel erst dann, als Erwachsene, auf, wie brutal der Inhalt für ein Kindergartenkind ist. Und da dachte ich gleich: Ist sie eigentlich auch umgeschrieben oder in staatlichen Einrichtungen verboten worden?
Das Einzige, was mich als Kind irritierte, war die Frage, warum das Büblein, an seinem eigenen Haar am Baum gehenkt, noch eine ganze Nacht dort bleiben musste ("Ist denn das Büblein gestorben? / Nein! es zappelt ja noch! / Morgen gehn wir 'naus und thun's 'runter). Da fand ich die Eltern dieses Bübleins nun doch etwas merkwürdig.
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Oggy schrieb daraufhin am 25.01.2020:
Zum Glück ist mir diese Geschichte völlig unbekannt...

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, daß wir in der Grundschule einen großen Bastelbogen zusammenklebten, in dem der Werdegang eines Mannes erzählt wird, der am Ende solange schuldlos an ein Holzkreuz genagelt wird, bis er tot ist.
Auf mich wirkte diese Schilderung extrem grausam, drastisch und völlig verstörend. Ich fragte mich damals, wie man kleinen Kindern so etwas zumuten konnte und was das für eine Erwachsenenwelt war, die so etwas zuließ.

LG,
Oggy
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Dieter Wal
Kommentar von Dieter Wal (26.01.2020)
Goldig. Geistreich. Ironisch. Gelehrt (Fußnoten! Wow!).

Meine Eltern hatten beide als Kinder bzw. Jugendliche NS erlebt. Papa 1928-2014. Mama 1936. Deshalb waren ihre offiziellen politischen Ansichten mehr wie bei Pipi Langstrumpf, was übrigens eine deutliche feministische Komponente aufweist. Dass sie jede Menge NS-Ideologie tankten, wurde indirekt durch ihr verhohlenes Entsetzen vermittelt, als ich ihnen ahnungslos meine südvietnamesische Freundin vorstellte. Sie waren beide freaky (Hochfunktionale Asperger-Autisten). Ich stellte ihnen daher eher keine Freundinnen vor. Unter dem schönen liberal-demokratischen Hochglanzlack schimmerten in ihren hässlicheren Momenten zerfledderte stinkende braune Uniformen hervor. Ein Phänomen, das nicht nur für NS allgemein-menschlich gilt. Ich mochte ihre zivilisierten Seiten, ihren Humor und ihre große Toleranz für viele Dinge. Ihre überwiegend verborgenen NS-Rudimente waren mir unangenehm, doch hey, es sind bzw. waren (Papa starb 2014) meine Eltern.

Ich bin ein Fan Wilhelm Buschs und halte ihn für einen begnadeten Karikaturisten und bedeutenden Poeten.

Kommentar geändert am 26.01.2020 um 03:04 Uhr
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Oggy äußerte darauf am 27.01.2020:
Nun ja, als Kind fand ich z. B. das Ende von Max und Moritz wie auch den Tod der Hühner unerträglich. Umgekehrt machte der Streich mit Lehrer Lämpel großen Spaß.
Es gibt einen ähnlichen “Streich“ mit Hühnern bei Till Eulenspiegel. Mein entsprechendes Kinderbuch konnte ich mehrmals nur bis zu der Seite, auf der die gequälten Hühner gezeichnet waren, lesen. Auf den Rest habe ich dann verzichtet.
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