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Genre des Tages, 11.05.2021:
Essay
Eine über die Tagesaktualität hinausgehende, relativ freie Aufsatzform auf hohem, fast literarischem Niveau.
... und was wir daraus machen:

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von tastifix

Alles vergebens...


Damals versuchten meine Eltern, es mir beizubringen. Natürlich nuur in Maßen, aber...

Es nutzten keine Freundes- und Bekanntentreffen bei uns zuhause und auch nicht die Feste, zu denen ich sie begleiten durfte. Schließlich sahen sie deprimiert ein: Das würde nichts, ich lernte es nie.

"Kind, das ist nichts Schlimmes. Es gehört zum guten Stil, auch da einen Versuch zu starten."

Das Kind, also ich, hörte hin und gab mir verzweifelt Mühe, ihnen den Gefallen zu tun. Ich probierte und probierte. Prompt veränderte sich nach dem zweiten Mal meine Stimme. Ich hörte mich an wie ein piependes Vöglein. An Sich-normal-Unterhalten war nicht mehr zu denken. Die Worte quälten sich nur noch mühsam über meine Zunge.

Ich war sauer. Sauer auf den verdammten guten Stil, sauer auf meine Eltern, die mich dazu verleitet hatten und wütend darauf, dass ich es einfach nicht schaffte, da ihre Erwartungen zu erfüllen. Es ohne jegliche negative Begleiterscheinungen tun zu können, schien der Traum all Derjenigen zu sein, die sich überhaupt damit abgaben.

Ich setzte meine Bemühungen fort. Es wurde immer schlimmer. Jemand erzählte etwas total Trauriges und ich verspürte einen Lachreiz, den ich noch... einigermaßen unterdrücken konnte. Wie lange noch??

Das durfte einfach nicht sein. Das wäre blamabel und außerdem absolut ungehörig. Um Fassung ringend konzentrierte ich mich gedanklich auf etwas ganz entsetzlich Trauriges, noch Traurigeres als das, was da gerade zum Besten gegeben wurde. Ich erinnerte mich an meinen toten Patenonkel, denn ich so sehr gemocht hatte. Schade, dass er recht früh gestorben war.

Es war doch soo furchtbar traurig, so zum Weinen. Aber ich konnte nicht weinen, obwohl ich es mir fest vornahm. Aber vornehmen konnte ich mir erst recht nichts mehr. Zu spät!

Es folgte der Fauxpas des Abends:
Ich erwähnte meinen toten Onkel. Nein, war das traurig! Jedoch trauerte ich auf eine recht eigentümliche Weise: Erst kam ein ersticktes Glucksen, dann prustete ich lauthals los:
"Höart ´mal (kicher!), ich hab`da so`n toten Patenonkel,(glucks!), der hat imma..."

Weiter kam ich leider nicht. Es war vorbei. Ich schüttelte mich vor Lachen und fiel fast vom Stuhl. Gleichzeitig wollte ich mein unmögliches Benehmen doch noch irgendwie entschuldigen und hub an:
"Nein, nicht, dass ihr denkt, (prust!), ich wär`nicht traurig, (kicher!), dass er nicht mehr da ist... (brüll!!)".

Meine Eltern stierten mich fassungslos an und schämten sich wahrscheinlich meinetwegen zu Tode. Doch, was sie da noch zur Entschuldigung hätten anführen können, wussten sie ganz offensichtlich auch nicht.

Sie entschieden, mich sicherheitshalber schleunigst nach Hause ins Bett zu verfrachten, bevor ich noch weitere hochnotpeinliche Histörchen zum Besten gäbe.

Für sie zum Glück war ich trotz allem wenigstens fähig, meine  wackelnden Beine  langsam schlurfend eins vors andere zu setzen und mich so gerade eben noch aufrecht zu halten. Zum Abschied versicherte ich laut dröhnend den entgeisert starrenden Zurückbleibenden:

"I.Ich bin..übaahaupt nich beschwiapst. War doch nur..`nen winziger Schluck aus viar gaanz kleenen Gläsarn, hicks!"

Gut erzogen, wie ich es war, hielt ich die Hand vor den Mund, um den Hicks zu unterbinden. Zumindestens bildete ich mir ein, ich hätte sie vor meine da nicht mehr zu bremsende Plapperschnute gehalten.

Stattdessen presste die sich mit aller Kraft auf mein rechtes Ohr.

tastifix
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Veröffentlicht am 29.08.2006, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 29.08.2006). Textlänge: 526 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.299 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 05.05.2021.
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