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Ich hasse Chantal

Text zum Thema Allzu Menschliches


von Cassandra

Ich liebe Kinder. Zumindest meine eigenen und meinen Enkel. Aber mit zunehmenden Alter spüre ich eine sich rapide verbreitende Aversion gegen windelschleppende Gnome – insbesondere in Einkaufszentren.

„Schantaaal, noi, lass des liege.“ Chantal hört nicht. „Schantaaal, noi, lass des liege.“ Chantal ignoriert. „Schantaaal, des brauche mer net.“ Mamas Stimme säuselt, Chantal wird zunehmend bockiger und schleppt an, was die kleinen Ärmchen tragen können. „Schantaaal, mer brauchet koi Hundefutter, mer habbet doch gar koi Wauwau.“ Mama scheint Nerven wie breite Nudeln zu haben – meine liegen mittlerweile blank. Zumal die Dame jetzt eine Freundin erblickt hat. Natürlich auch mit einem Wonneproppen im Schlepptau. Jetzt klingt es so: „Schaaantal, nich nach de Jaschtin (Justin) treten.“ Justin tritt zurück, „Jaschtin, du bisch doch a lieber Bub, Schantal is doch a Mädle, da macht man net Aua.“  Alles klar. Und bei Jungs fährt man dann die „Gerade“ aus?!

Mittlerweile haben die beiden Süßen ein aktuelles Angebot entdeckt: Kuscheltiere zum Sonderpreis. Die Viecher sind für Chantal und Justin nicht erreich- aber sichtbar! „Mamaaa, will Määäh.“ Noi, Schätzle, Du hasch doch scho so viel Kuscheltierle.“ „Mamaaa, Määäh!!! Mamaaa Määäh!!!“ „Noi, Meisle, des gibst heit net.“ „Määäh!!!!!!!!!“ Chantal wälzt sich auf dem Boden und Justin zeigt sich solidarisch. „Mamaaa Elefant.“ Ich spüre Hitze in mir aufsteigen und muss einen Schluck aus meiner Sprudelflasche nehmen. „Mm..ä..ä..hhh!!!“ Die Mamas haben Mitleid mit mir. Mamas packen Määäh und Elefant ein und Ruhe herrscht.

Jetzt haben die beiden Nachkömmlinge bemerkt, dass noch andere Einkaufswägen herumstehen. Meinen natürlich auch. Ehe ich mich versehe, beinhaltet dieser nicht benötigten Joghurt, Chips, Spülmittel und diverse Zeitschriften. Also alles Artikel aus, für Zwerge, erreichbarer Höhe. Ich wage es, eine der Damen darauf anzusprechen und werde nur grimmig angeschaut. „Des sen Kinner, die meinet des net so.“ Ja, schon klar. Ich ordne die Gegenstände wieder ein und lasse meinen Wagen nicht mehr aus den Augen.

An der Kasse gibt es dann den letzten Akt. Jetzt sitzt Chantal im Einkaufswagen und lässt leger die kleinen, dicken Beinchen baumeln. Justin sitzt im Wagen vor ihr und die beiden führen einen Kleinkrieg miteinander aus. Chantal spuckt Justin an und Justin rotzt zurück. Die Spucke landet im Einkaufswagen auf dem frischen Salat. Chantal findet das irgendwie spaßig und bemerkt, dass sich in meinem Wagen ebenfalls Grünzeug befindet. Jetzt wird dieser  befeuchtet und mir dreht sich der Magen um.

Ich lade meinen Einkauf schnell aufs Band und werde unentwegt von den kleinen Sandalen (natürlich rosa) gestupst. Erst vorsichtig, dann kraftvoller. Ich schaue dem kleinen Wesen fest in die Augen, in der Hoffnung, mein Blick zeigt, was ich denke. Chantal steckt mir ihre kleine dicke Zunge entgegen und gibt pupsende Geräusche von sich – ihre Füße führen währenddessen weiterhin ihr Eigenleben und treten jetzt permanent gegen meine Unterschenkel. Man glaubt nicht, welche Kraft in so kleinen Tretern steckt. Ich versuche Blickkontakt mit der Mama aufzunehmen – vergeblich. Mir platzt der Kragen. „Horch zu, Schätzchen, lass das, okay?“ Mundwinkel verziehen sich, Augen quellen hervor und dann „Bääähh, Mamaaaaaaaaaa!“ Mama horcht auf und wendet sich mir zu, „Was hat die Kloi Ihne denn g`macht? Waret Se nie kloi? Schantaaal is a liebs Mädle, die tut niemande was!“ Alle Mamas schauen mich böse an und ich muss auf einmal, weiß der Geier warum, an den Rattenfänger von Hameln denken


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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Miss_May_B. (45) (23.09.2010)
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Cassandra meinte dazu am 25.09.2010:
Meine Töchter haben auch gequengelt und gemotzt, aber ich hab sie, z.B. unter Androhung von Entzug der "Sendung mit der Maus" wieder zur Raison gebracht. Teilweise hat auch ein Lolli gereicht und die kleinen Kröten waren ruhig.

Ne echt, auch heute wieder beim Lidl. Entweder, ich geh zur falschen Zeit einkaufen, oder ich bin bösartig veranlagt.. ;)

LG
Cassandra
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Kommentar von Alegra (41) (23.09.2010)
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Cassandra antwortete darauf am 25.09.2010:
Ich bin in D`dorf aufgewachsen und wohne seit vielen Jahren in BaWü. Der Dialekt ist mir immer noch suspekt. Die Sache mit den Nachnamen ist dann natürlich auch noch witzig. Chantal Häberle klingt genauso blöd wie Justin Wirtle...;)

Und dann die Doppelnamen, welche an vielen Heckfenstern angebracht werden:

Lisa-Chira oder Kevin-Marcel - das tut doch weh, oder???

Meine Kids haben auch gemotzt, aber nicht gespuckt, getreten oder andere Einkäufer belästigt...

Naja, wir werden es überleben, denke ich...

LG
Cassandra
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princess
Kommentar von princess (24.09.2010)
Sehr sehr cool!
Ich bin dafür, dass wir beide eine Selbsthilfegruppe gründen, uns ab sofort nur noch zu zweit ins Einkaufsgetümmel stürzen und den Salat von Chantals Mutter kräftig wässern! *Gugget Sie ned so bes, Sie werdet auch amoi alt*

Lieber Gruß, Ira
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Cassandra schrieb daraufhin am 25.09.2010:
Bin sofort dabei. Und wenn ich irgendwann, ich hoffe es geschieht nie, unter Blasenschwäche leiden sollte, werde ich Bioläden aufsuchen. Dort schlappen Mütter mit Birkenstockschuhen samt Kids in Brusttüchern rum - dene gebs ich dann...

Liebe Grüße
Ute
(Antwort korrigiert am 25.09.2010)
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Kommentar von thammü (22) (26.09.2010)
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Cassandra äußerte darauf am 27.09.2010:
Danke!

Hab schon befürchtet, ich würde mir jetzt den Hass aller Mütter zuziehen. Mich erstaunt die nette Resonanz... ;)

Demächst schreibe ich was Liebes über die Kleinen.

LG
Cassandra
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thammü (22) ergänzte dazu am 28.09.2010:
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Cassandra meinte dazu am 29.09.2010:
Ich glaub, dass liegt mir auch eher... ;)

LG
Cassandra
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Kommentar von Menschenkind (27) (27.07.2011)
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Cassandra meinte dazu am 29.07.2011:
ich auch... ;)
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Kommentar von C.S.Steinberg (43) (27.07.2011)
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Cassandra meinte dazu am 29.07.2011:
Mitarbeiterinnen jeglicher Großfilialen haben, unabhängig von diesen kleinen Teppichmaden (für Leser, welche sich jetzt aufregen wollen, ich habe selber 2 davon), jeden Tag meine tiefste Anteilnahme...
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Kommentar von Jack (33) (14.01.2015)
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Cassandra
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Veröffentlicht am 23.09.2010. Textlänge: 539 Wörter; dieser Text wurde bereits 2.058 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.09.2021.
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