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Genre des Tages, 27.05.2020:
Volksbuch
Das Volksbuch ist ein in Prosa gehaltenes Literaturwerk, vorwiegend aus dem 15. und 16. Jahrhundert und aus der... weiterlesen
... und was wir daraus machen:

Ziemlich neu:  Kein Kürbis von LotharAtzert (10.05.20)
Recht lang:  Schiller oder Locke - ein paar Takte aus dem Jenseits von LotharAtzert (1390 Worte)
Wenig kommentiert:  Heitere Geschichten von RomanTikker (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Erst endet das Leben, dann die Nacht und dann, ja dann, sammelt man die Scherben der Weinflaschen am Boden auf, damit man nicht 'rein tritt, denn das tut verdammt weh von Lucifer_Yellow (nur 20 Aufrufe)
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Was ist los mit dir?

Kurzgeschichte zum Thema Unverständnis


von Seelensprache

Du fragst, was mit mir los sei.  Flüsterton.  „Was ist los mit dir?“ Worte, die sich in mir verfangen und einnisten. Ich kann nicht denken. Du legst deinen Kopf an meine Brust und ich spüre, wie sich mein Herz nervös bis an deine Wangen drückt, als wollte es ausreißen und davonrennen, flüchten und bei dir Schutz suchen. Ich erstarre. "Was ist los?" Du richtest dich auf. Kniest auf der weichen Matratze und bist nun auf einer Höhe mit mir. Deine Augen versuchen in mich einzudringen, sich durchzuwinden und ein Schlupfloch zu finden in der Mauer meines Schweigens. Ich weiche deinem Blick und schaue zu Boden. Ich ertrage deine Nähe nicht. Ich spüre deine Finger, wie sie an meiner Hand entlang streicheln, wie Fingerkuppen sich aneinanderdrücken und sich dabei zu einem Kartenhaus aneinander hochstemmen. Das Licht ist gedämpft. Nur die kleine Lampe wirft einen rötlichen Schimmer auf dein Gesicht. Mir ist warm und ich öffne das Fenster einen Spalt weit. Ich lege meine Hand an deinen Hals und du schmiegst dich daran. Mit dem Daumen berühre ich deine Wangen und verharre einen Moment an deinen Lippen, diesen zarten, honigsüßen Halbmonden. Du drückst einen Kuss darauf. "Was ist los? Was ist los? Was ist los?" Worte vernebeln, zerfasern und sickern hinab in das trübe Sumpfland meiner Gedanken. Hilfe, ich ertrinke. Du siehst die tiefen Gräben, die sich in meine Stirn geschlagen haben, diese Zeugen meiner Furcht. Du umfasst mein Gesicht mit beiden Händen. Streichelst durch mein Haar und nur einen Moment später spüre ich, wie deine Nase, diese kleine Erhebung zwischen deinem Mund und deinen Augen, sich daran schmiegt, wie ein Windstoß, der das Laub von den Straßen trägt. Dies ist der Anfang von unserem Ende.

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