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ALTERSMILBE

Gedicht zum Thema Alter


von hermann8332

ALTERSMILBE

Ein Selbstgespräch
ich neulich im Traume
führte ,

das mich 
seltsam berührte,

so daß sich mir
-vom Traum erwacht
mitten in der tiefen Nacht-
verkrampft das Herz
in Reu und Schmerz :

Mein Alter Ego ,
welches das Patriarchenalter
so wie ich, schon überschritten
hatte ,offenbarte mir im Traum
in einem langen Gespräch
unter vier Augen,

indem es gegen die einen
und die anderen immer wieder
loswetterte und seine Schmäh-
tiraden hinausgeiferte,

es sei die große Schwäche
seines Lebens gewesen,
daß es zwar alle möglichen Gruppen
und Zustände verachtet und
beschimpft habe ,

aber niemals jemand
persönlich gehasst ,

obwohl
doch die Ressentiments
mit den Jahren nicht abnehmen,
sondern eher wachsen

Der Haß eines Vertrottelten
könne kaum vorstellbare
Ausmaße erreichen...

....seinen einstigen Zuneigungen
gegenüber ohne Gefühl,
stelle er alle seine Fähigkeiten
in den Dienst seiner Abneigungen,

die auf wundersame Weise gekräftigt
den Verfall seines Gedächtnisses,
ja sogar seines Verstandes überleben.

Da meinte ich zu mir,
es sei doch kein Fehler und
keine Schwäche gewesen,

wenn ich als genereller Misanthrop
ohne Individualhasser zu sein
niemanden persönlich gehaßt habe

und daß
meine Menschenfeindlichkeit
dadurch gemildert wird

was auch
zu Reue und Einsicht
führt

zu einer Gelassenheit

zu einer patriachalischen
gütigen Abgeklärtheit ....

Ich aber schrie zornentbrannt,
gerade darin bestünde die Gefahr
des Umgangs mit Greisen,

daß man ihnen eine solche
Abgeklärtheit unterstelle

und dabei übersehe,
wie weit sie von ihr entfernt sind,
wie unfähig ,sie zu erreichen ....

Ich möchte  kein
" abgeklärter Greis "
sein

Nein !

Kein Greis und nicht abgeklärt :

Das klinge wie " Klärschlamm " ,

wie morastiger Friedhofserde,
die man dünge, die man
mit seinem Leichnam odle,
wenn man ins Gras bisse
und  sterbe ...

Und deshalb
betrachte ich es auch als
meinen größten Fehler
und als Schwäche,

niemals jemanden
persönlich gehaßt
zu haben:

Der Haß hätte sich
verstärkt mit den Jahren

und jeder würde beim Umgang
mit mir bemerken, wie weit ich 
mich von jeder Abgeklärtheit
entferne ...

...einer Abgeklärheit,
die ich mir ärgerlicherweise
zugestünde ...

was ich despektierlich finde ,
mich als " abgeklärten Greis "
einzuordnen...

...als einen lieben Opa,
als einen netten Senior
und ähnliche Konsorten.

Schließlich sei ich ja
ein Misanthrop - Gottlob

Da lenkte ich ein
und meinte:

Lassen wir das Thema sein !

Besprechen wir es morgen
bei einem guten Glase Wein.

Das Beste würde sein:
Wir schlafen wieder ein.

Gesagt ,getan ....

und beide fingen wir
wieder zu schlafen an

und träumten recht
komisch:

wir wären noch " jung "

und wären " philanthropisch "

Gottverdammt :
ein seltsamer
und scheußlicher Albtraum,
uns vollkommen unbekannt !

Total abstrus und surreal

" jung "
  und
" philanthropisch  "  ?

Selbst wenn man an die
Auferstehung glaubt:

unsinnig und utopisch ....

Da wir beide einstimmig
der Meinung waren,
wie ekelhaft diese
Vorstellung sei ,

wachten wir
in aller Herrgottsfrühe
ohne jedes
Spaltungsirresein
und erholt wieder auf
und waren bestens drauf :

Keine Altersmilbe
als Altersmilde !

... besiedelt parasitär
unsere Ganglien,

macht uns zum Milbenkopf
zum milden, blöden, alten
Tropf ...

...und zur Klärschlammbirne
mit ihrer Abgeklärtheit ...

gelassen, gütig und gesetzt :

strotzend vor Altersblödheit

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