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Achtung, Anerkennung, Respekt und WertInhaltsverzeichnisKI als Gärtner im Menschenpark?

Der Tod der Anerkennung

Kurzprosa zum Thema Menschenverachtung


von Terminator

Das klassische Schicksal des negativen Charakters (in der traditionellen und modernen Erzählung) ist scheinbar der Tod des männlichen Fieslings oder zumindest Verlust der Freiheit bzw. die öffentliche Beschämung des weiblichen Widerlings (beim Übertritt der weiblichen Genderrolle ebenso Freiheitsentzug oder Tod). Dies gilt jedoch nur, wenn es um Leben und Tod gespielt wird (der physische Tod der Frau ist aufgrund traditioneller Genderassymetrie unnötig und unnötig grausam - die Höchststrafe ist in der Regel der soziale Tod). Das Entscheidende ist, dass bestimmte Spielregeln eingehalten werden: der Gewalttäter wird durch Gewalt bezwungen, der Betrüger fliegt auf, die Intrigantin fällt einer Intrige zum Opfer. Es ist alles ein Gesellschaftsspiel und nichts persönlich.

"Ich nehme es leider persönlich", sagt Liam Neesons Charakter im Film "Taken" (2009), und zeigt damit die Besonderheit des postmodernen Erzählung: sie spielt sich nicht auf der glatten Oberfläche der sozialen Rollen ab, sondern unter der Oberfläche; die postmodernen Antagonisten spiegeln einander nicht, sie zerbrechen den Spiegel, hinter dem die Person des Antagonisten steht. Die Spielregel ist, dass es keine Spielregeln gibt; es existiert keine Symmetrie von Schuld und Sühne mehr, aber auch kein Vergrößerungsglas der Rache, die ein Hundertfaches des erlittenen Schadens fordert, - der positive Charakter repräsentiert nicht mehr die Gerechtigkeit, sondern spielt sein eigenes Spiel, und will dem negativen Charakter weder eine Lehre erteilen noch ihn bestrafen oder Rache nehmen. Die stillschweigend vorausgesetze und durch das klassische Rollenparadigma gewährleistete gegenseitige Anerkennung der Gegner findet nicht mehr statt. Es gibt weder gute noch böse Menschen in der postmodernen Erzählung, vielmehr sind sowohl positive als auch negative Charaktere nur schlechte Menschen; sie sind sozial nackte Personen, die zufällig in bestimmte Rollen hineingeraten, mit denen sie sich aber nicht zwingend identifizieren.

Der postitive Charakter im Film "There Will Be Blood" (2007) ist ein noch schlechterer Mensch als der negative Charakter; der Schluss dieses Films ist ein paradigmatisches Meisterstück: nachdem der Protagonist das Spiel nach allen Regeln und nach allen Regeln der Kunst gewonnen, den Antagonisten vollkommen gedemütigt und nach klassischem Verständnis besiegt hat, tötet er ihn auch noch scheinbar zu allem Überfluss - warum? Weil der Sieg nach den Spielregeln wertlos ist: die Spielregeln sind als Regeln eines Spiels erkannt und der nackte Ernst tut sich hinter dem Spiel auf; der Protagonist handelt nicht als soziales, sondern als individuelles Individuum, die einsame Person in einer Robinsonade mitten unter Menschen.

Das Ende des Films verstört und erfreut zugleich: es gibt sie, diese Teufel, die gegen jede gerechte Bestrafung innerlich immun sind, weil sie das Rollenspiel, das sie in der Gesellschaft spielen, als Spiel durchschaut haben (Hegel nimmt dieses moralisch-praktisch nihilistische Bewusstsein im §140 f), Grundlinien der Philosophie des Rechts, bereits vorweg; in der Postmoderne kommt noch dazu, dass die individuellen sozialen Konstrukte erkennen, dass sie soziale Konstrukte sind: es gibt gar keine Persönlichkeit, es gibt nur dieses menschliche Etwas, dieses nackte freche Fleisch, diese humanoide Kakerlake, mit der, wie mit Teufeln und Terroristen, nicht verhandelt werden kann). Noch mehr als der Mord verstört, dass der Ermordete dem Zuschauer mitnichten leid tut, vielmehr empfindet dieser eine tiefe Befriedigung, wie sehr er die Tat des Protagonisten auch logisch nicht verstehen und moralisch nicht gutheißen kann, - dennoch empfindet er innerlich ein tiefes "JA!", das nicht mit dem Hass auf den Antagonisten - im Grunde ein weniger schlechter Mensch als der Protagonist - zu verwechseln ist.

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