April

Erzählung

von  minze

Es dauert vier Tage, bis wir das nächste Treffen schaffen, deine Frau ist auf Fortbildung und ich sehe von ihr nur Medikamente und viel Fachliteratur. Es liegt als ein Bereich in eurem Wohnzimmer, sowie der andere Bereich aus Snacks und Spielsachen der eures Kindes ist und dann bist du da, warm. Ich weiß, dass die anderen mit dir darüber sprechen, ob ihr ein zweites Kind wollt oder warum ihr euch unsicher seid, wie ihr es machen sollt in der Wohnung. Ich stelle mir auch die Frage, als Zoe noch in deinem Arm liegt und du ihr über das Pony gehst mit deinen Fingern.


Wir sprechen ein wenig über Zoe und wir reden sofort übers Essen und unsere Gewohnheiten: wann wir aufstehen und wann wir schlafen. Es ist vertraut, das auszutauschen, als Erstes. Wir kommen über das Schlafthema gleich zu dem Schlafthema unserer Partner, ich weiß nicht, wie es geschieht, aber es ist auch gleich etwas intim, wir streifen das Bett, und es ist eher auch so Thema, wie es das nicht ist, aber wie wir doch am Bett verhaftet bleiben. Zoe schleicht sich alleine in ihres und ich lege mich währenddessen ab, weil du doch noch hinter her schaust, danach, ich versuche zu verstehen, warum es mir gelingt, glücklich zu sein. Ich denke darüber nach, wer darüber entscheiden kann, wer wartet, wer es nicht kann, weil er sich falsch umgeben sieht, weil er vom Unglück umzingelt, begleitet ist. Wer sammelt Sorgen und pflegt sie, pflegt die kranken, die gesunden Sorgen.



Du kommst wieder und ich frage nach dem Tee. Weil wir uns in der Woche sehen, bringe ich Tee. Es ist Frühling und du weißt nicht so richtig mit Tee, wir lassen es, auch wenn ich die Beutel neben uns aufs Sofa lege, manchmal berührst du sie und einmal fragst du, du trinkst aber schon auch Kaffee? Ich trinke im Moment am Morgen eine, ich habe einige Zeit diese Tasse nicht mehr genossen, weil ich den Morgen als eine Vorwarnung gesehen habe. Eine bedrohliche Stimmung, eine Unsicherheit, was im Büro passiert, wer welche Fragen hat, wo die Krise ausbricht.


Ich habe dann erst die am mittleren Morgen gut gefunden, wenn ich über den Berg war, wenn ich absehen konnte, wie es klappt bis 14:00 Uhr, wenn die meisten Kollegen verschwunden sind. Die Tasse dann um Zwei oder auch die zu Hause, ist eine ganz gute Tasse.


Bei dir ist es enger getaktet, du trinkst aber auch den, der nicht schmeckt, wenn es so ist, denke ich immer, dass dann auch die Quantität zählt. Du bist, glaube ich, immer im Gespräch. Du bist da im Mittelpunkt der Gespräche, immer am Hinreichen der Tassen, auch an die anderen. Du spülst manchmal die der anderen und weißt, auch wenn die Maschine nicht gut ist, welche Pads zu kaufen sind.


Du wärst mein Typ für den Miracle Morning, brauchst es aber nicht, weil du Gleitzeit hast und dein Kind lange schläft, ich würde dich sonst so sehen: entgegen einer Bedrohung am Morgen, kommst du dieser zuvor, du stehst um 5:00 Uhr auf und machst Atemübungen. Während in der Stadt alles startet, langsam. Ich sehe bei dir da den Tee. Es wundert mich, warum nicht. Deine Ruhe kommt nicht vom frühen Aufstehen, vielleicht bei mir wieder, vielleicht wieder, allerdings wird es auch so schon gut. Es wird wieder so, dass ich doch auf den ersten Kaffee warte, als Verheißung. Ich glaube seinem Geschmack.



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