Der Tag der Mütter

Text zum Thema Familie

von  diestelzie

Muttertag und Radlersonntag fallen immer auf denselben Tag. Was Muttertag ist, weiß jedes Kind und am Radlersonntag sind auf den Straßen im Mülsengrund ausschließlich Radfahrer unterwegs. Auf sämtlichen Festwiesen, Feuerwehrplätzen, Gemeindeamtsvorgärten und wo sonst noch ein Grillstand, ein Bierzelt und ein Kinderkarussell hinpassen, trifft man sich bei Livemusik mit Gleichgesinnten.

Man muss Menschen schon mögen, um die Atmosphäre genießen zu können. Ich mag Menschen und ich mag mein Fahrrad. Außerdem gefällt mir der Umstand, dass der Radlersonntag am Muttertag stattfindet.


Selbstverständlich liebe ich meine Eltern und bin sehr froh, dass ich sie noch habe. Viele Freunde meines Alters besuchen ihre Eltern bereits auf dem Friedhof.

Was ich nicht mag, sind Tage an denen mir vorgeschrieben wird, dass ich meiner Mutter einen Blumenstrauß schenken muss.


Den Radlersonntag verbrachten wir mit Kindern und Enkelkindern und ohne Blumenschenkerei. Es gab allerdings ein selbstgemaltes Bild meines ältesten Enkels. Ihm ist inzwischen klar, dass eine Oma auch eine Mama ist. Die kleineren Kinder schauen immer noch etwas ungläubig, wenn ich ihnen erzähle, dass ihre Mama mein Kind ist.


Es gab auch einige lustige und nachdenklich stimmende Whatsapp Bildchen. Wie zum Beispiel:

"Das Leben ist hart. Wenigstens hast du keine hässlichen Kinder." oder "Mother of the fucking year".

Alles ist möglich im Zeitalter des Smartphones.

"Der Ursprung der menschlichen Liebe ist die Mutter", lässt mich allerdings ein wenig grübeln. Sind es nicht unsere Kinder, die uns eine Art der Liebe schenken, die mit nichts vergleichbar ist? Sie ist ehrlich und bedingungslos. Um Mutter sein zu können, braucht es eben diese Liebe, die wir ungefiltert wieder zurückgeben an dieses Wunder, das wir "Kind" nennen. Es ist sozusagen eine lebenslange Win-Win-Situation. Allerdings nur, wenn wir als Mütter diese nicht versauen.




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Kommentare zu diesem Text


 Regina (15.05.23, 14:24)
Der letzte Satz versaut mir den ansonsten hervorragenden Text. Aber muss denn da immer eine Leistungsanforderung, eine Warnung an die Mutter ausgegeben werden, ja nichts zu verderben? Sicherlich ist Mutterschaft eine verantwortliche Aufgabe, aber ist der Perfektionsanspruch wirklich berechtigt? Dann schauen wir uns doch einmal die Arbeitsbedingungen an, denen Mütter ausgesetzt sind? Würde man so auch mit einem Priester, einem Arzt, einem Rechtsanwalt oder einem Fließbandarbeiter vorgehen?

 diestelzie meinte dazu am 16.05.23 um 07:40:
Guten Morgen Regina,

der letzte Satz erscheint mir heute auch ein bisschen hart. Ich könnte ihn streichen. Dann ist aber der gesamte Text ein anderer, finde ich.
Es ist meine Sicht auf die Dinge, mein Perfektionismus, was das Muttersein anbelangt. Mit allem was du dazu schreibst, hast du Recht.
Wichtig ist, immer mit seinen Kindern im Gespräch zu bleiben. Das kann von Zeit zu Zeit sehr schwierig sein, aber hier lohnt sich die Mühe.

Danke für deinen Kommentar und auch für die Empfehlung.

Liebe Grüße
Kerstin

 Dieter_Rotmund (15.05.23, 15:25)
"Der Ursprung der menschlichen Liebe ist die Mutter." lässt mich allerdings ein wenig grübeln.
->
"Der Ursprung der menschlichen Liebe ist die Mutter", lässt mich allerdings ein wenig grübeln.

 diestelzie antwortete darauf am 16.05.23 um 07:28:
Danke :)

 GastIltis (16.05.23, 14:04)
Hallo Kerstin,

der Muttertag ist ja eigentlich noch gar nicht so alt, wenn man mal von Verehrungen der Muttergottheiten im Altertum und bei Naturvölkern absieht. Letztens habe ich im Radio gehört, und konnte es im Internet nachlesen, dass er, wie auch z.B. Halloween aus Amerika zu uns herüber geschwappt ist, als ihn nämlich eine Methodistin auf den ersten Sonntag im Mai gelegt hatte (1907). Dass sich später der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber (1922/1923) stark gemacht hat, ist schon bemerkenswert!
Dass der sogenannte „Radlersonntag“ etwas mit dem Muttertag zu tun hat, halte ich persönlich eher für eine territoriale Ausnahmeerscheinung. Viel mehr wurde und wird, da kann ich mich sogar noch an meine Jugendzeit erinnern, zu Himmelfahrt die zusätzliche Freizeit genutzt, um sich zu bewegen. Die vielen neu gebauten Radwanderwege und dazu die Erleichterungen durch die E-Bikes tun ein Übriges.
Dein Beitrag ist sehr interessant. Und der Mülsengrund steht für den Radlersonntag sogar im Internet!
Zur Mutterliebe erinnere ich mich an einen Satz, den ich mal in einem Poesie-Album gelesen habe, den ich nur sinngemäß wiedergeben kann: Die Mutterliebe ist unverdient. Im Gegensatz wohl zur Liebe, die ansonsten verschenkt wird.
Viele Grüße von Gil.

Kommentar geändert am 16.05.2023 um 14:04 Uhr

 diestelzie schrieb daraufhin am 17.05.23 um 05:11:
Danke für deine Worte und natürlich auch für die Empfehlung lieber Gil. Ich glaube auch nicht, dass eine Absicht dahinter steckt, dass der Sonntag der Mütter gleichzeitig Radlersonntag ist. Ich finde es nur schön und so oft es mein Job zuließ, war ich in den letzten Jahren dabei.
Du hast sogar Onkel Google befragt 🙂. Super!

Liebe Grüße in den Mittwoch. 
Kerstin ☀️
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