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KeineGedanken

Was macht dir (keine) Gedanken?


Die Kolumne des Teams "keineGedanken"



Samstag, 16. Januar 2016, 00:04


Warum es gut ist, Mensch zu sein.

von BLACKHEART


So, so. Das "Unwort des Jahres" ist also "Gutmensch". Und das, obwohl es nur am dritthäufigsten eingereicht wurde. Damit hat die NPEGIDAfD-Fraktion einen kleinen Sieg errungen. Bravo. Sollen sie ruhig. Solange es nicht solche Siege wie in Polen und anderen osteuropäischen Ländern sind, kann ich damit (noch) leben.

Das Wort "Gutmensch" wird ja heutzutage hauptsächlich von o.g. Leuten benutzt, um all jene zu diffamieren, die in ihren Augen naiv und einfältig sind und alles glauben, was ihnen von der "Lügenpresse" (auch ein guter Kandidat als "Unwort des Jahres") vorgesetzt wird.

Das Wort "Unwort" ist meines Erachtens ebenfalls ein "Unwort", wieso aber gerade "Gutmensch" als "Unwort" deklariert wird, entzieht sich meiner Logik.

Zerlegt man das Wort "Gutmensch" in seine Bestandteile, erhält man die Worte "gut" und "Mensch".

Das Wort "gut" bezeichnet per Definition etwas Gutes, bzw. jemand Guten. Einen der Guten, also. Da dieses Wort jedoch von der NPEGIDAfD-Fraktion verwendet wird, und zwar in beleidigender Form, stempeln sich die Anhänger dieser automatisch als die Bösen, die Schlechten ab. Leider ist unsere Gesellschaft aber anscheinend schon so degeneriert, abgestumpft oder einfach nur verblödet, dass sie diesen simplen Zusammenhang gar nicht mehr realisiert.

Einen ähnlichen Fall gab es Anfang der 60er Jahre in den Marvel Comics. Magneto nannte seine Gruppierung die "Bruderschaft der bösen Mutanten". Damit zwang er Charles Xavier und seine X-Men automatisch in die Rolle der Guten, die sich an bestehende Regeln und Gesetze zu halten haben, während die Bösen alle Freiheiten haben, um ihre Ziele zu erreichen.

An diesem Punkt scheinen wir hier in Deutschland inzwischen auch angekommen zu sein. Wie sonst ist es zu erklären, das Rechtspopulisten wie Björn Höcke öffentlich ihre an den Haaren herbeigezogenen "Rassenthesen" herausposaunen dürfen, in Leipzig eine neue Reichskristallnacht stattfindet und sich Frauen in der Öffentlichkeit nicht mehr sicher fühlen können, sobald sich ihnen ein arabisch aussehender Mann auf weniger als eine Armlänge nähert.
Ja, es gibt verschiedene Gruppen von "Bösen". Sie spielen sich gegenseitig in die Karten und sind sich trotzdem nicht grün.
Eines haben sie aber alle gemeinsam: Sie sind Arschlöcher und haben nicht das Geringste mit dem zweiten Teil des Wortes "Gutmensch" zu tun. Dem "Mensch".

Herbert Grönemeyer sang vor einigen Jahren

"Und der Mensch heißt Mensch
Weil er irrt und weil er kämpft
Und weil er hofft und liebt
Und weil er mitfühlt und vergibt"


Ich muss mich korrigieren. Jene Arschlöcher aus dem vorigen Absatz haben doch etwas vom "Menschen" an sich: sie irren.
Der Mensch kämpft. Gegen Verfolgung und Unterdrückung.
Der Mensch hofft. Auf einen Platz, an dem er in Frieden und Freiheit leben kann.
Der Mensch liebt. Im Sinne der Brüderlichkeit, nicht dem des Sexualtriebes.
Der Mensch fühlt mit. Und hilft deshalb, engagiert sich.
Der Mensch vergibt. Weil es nicht Menschen sind, die Tod, Leid und Unheil bringen. Es sind Ideen.

Apropos "Idee": Mein Vorschlag für das "Unwort des Jahres 2015" wäre ja "Aber-Nazi".
Gemeint sind diejenigen, die Sätze raushauen wie "Ich bin ja kein Nazi, aber...". Solche Menschen beweisen, dass das braune Gift schon längst in der sog. "Mitte" der Bevölkerung angekommen ist und diese sukzessive weiter nach rechts rückt.

Ich rücke nicht.
Denn ich bin einer von den Guten.
Ein Mensch.
Ein guter Mensch.
Ein Gutmensch.
Und das ist auch gut so.

In diesem Sinne:

Macht euch (keine) Gedanken!


euer guter BLACKHEART


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


Graeculus
Kommentar von Graeculus (16.01.2016)
Es kommt ja nicht nur darauf an, welchen Sinn ein Wort 'an sich' hat (Gutmensch = ein guter Mensch), sondern auch darauf, in welchem Sinne es gebraucht wird - und der ist nunmal verächtlich.
Es kommt noch hinzu, daß manche Menschen ihr eigenes Gutsein sehr in den Vordergrund stellen und sich betont von anderen, 'nicht so guten' abgrenzen.
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Kommentar von niemand (16.01.2016)
@ Blackheart
Du kriegst ganz bestimmt einen Heiligenschein, so wie Du Dich hier darstellst. Ach, was, ich gebe Dir gleich zwei, reicht für längere Zeit. LG niemand
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Kommentar von SchorschD (16.01.2016)
Diese Kolumne ist mir aus der Seele gesprochen. Prima, Blackheart!
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Kommentar von niemand (17.01.2016)
@ Blackheart
... und da Du so ein guter und rückschtsvoller Mensche bist und hier über andere so herziehen kannst, gehörst Du ganz sicher auch zu denen, die auf ihren PKW verzichten und zu Fuß gehen,oder mit dem Rad fahren, um der weltfortschreitenden Umweltverschmutzung entgegenzuwirken, welche an den Naturkatastrophen nachweislich schuldig ist, an welchen andere zugrunde gehen. Und natürlich fliegst Du niemals in den Urlaub, weil für einmal Fliegen, ein PKW-Fahrer ein ganzes Jahr seinen Wagen durch die Gegend motorisieren kann. Und natürlich grillst Du auch kein Billigfleisch aus den Tier-KZ'ts, in welchen die arme Kreatur geschunden wird und die Art diese Tiere zu halten nicht nur ein Verbrechen an der tierischen Kreatur ist, sondern auch eines an der Dritten Welt, welche ihr Getreide billig an uns verkauft und zwar als Tierfutter. Wenn Du auf all dies verzichtest
und nicht nur ein wenig über Leute herziehst, welche nicht mit Dir konform gehen in ihrer politischen Meinung, dann ziehe ich meinen Hut, so aber nicht. LG niemand
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BLACKHEART
Kommentar von BLACKHEART (17.01.2016)
Da niemand es mir vorlebt...
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Kommentar von niemand (17.01.2016)
@ Blackheart
ich lebe es seit Jahren, einiges sogar schon seit Jahrzehnten
und wäre dennoch niemals auf die Idee gekommen mit als einen guten Menschen zu bezeichnen. Aber heute reicht es schon über Menschen herzuziehen, welche Bedenken äußern zu den momentanen Machenschaften unserer Politiker und schon gibt man sich selbst den Stempel: Ich bin ein guter Mensch!
Lippenbekenntnisse bei denen man seinen Lebensstil nicht
ändern muss. LG niemand
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toltten_plag
Kommentar von toltten_plag (24.04.2017)
Gut und lesbar geschrieben.
Aber man müsste schon mal nachforschen, seit wann der Terminus "Gut-Mensch" im Schwange ist. Ich vermute, er wurde irgendwann in den Achtzigern geprägt und ist dann lange Zeit für die Politisch-Korrekten, die mehr oder weniger GRÜNEN Gutbürger gebraucht worden. Immer schon vor allem auf der rechten Seite des Spektrums, aber zum Beispiel durchaus auch von der FAZ oder in der Jungen Union. Es richtete sich gegen eine soziale und Bildungs-Schicht, die sich ihre ökologischen, multikulturellen und genermäßigen Toleranz- und Schutzgedanken wunderbar leisten konnte, weil sie sich eben mehr oder weniger ganztägig in einem Milieu aufhielt, wo man überhaupt nie in Konflikte kam, wie sie zum Beispiel dem Unterschichten-Rechten ständig begegneten. (Das geht auch noch in die Zeit vor der Vereinigung zurück, seitdem eine Besser-Wessi-Seite hinzugekommen ist.) Wenn man Kindergärtnerin in einem Kinderhort in Berlin-Charlottenburg ist oder Geschichtslehrer an einem Gymnasium in Heidelberg oder Pädagogik-Professor in Tübingen, kann man sich wunderbar für die Ausweisung aller möglicher Naturschutzgebiete, für Großprojekte-Bauverbote, für 10 Prozent Entwicklunghilfe, für Minarette in deutschen Gewerbegebieten, für ungedeckelter Zuzug von Kriegsflüchtigen aussprechen. Es kommt einem selbst in der Wohnstraße, im Öko-Markt und im Griechenlandselbsterfanrungsseminar eh nie unter. Nicht real. Wie es zum Beispiel jedem unterkäme der regelmäßig in den Schlangen beim Jobcenter anstehen muss. Aber diese Gutmenschen mussten das eben niemals.

Mittlerweile ist dieser Kampfbegriff, der ursprünglich also eher einer der FDP-Rechten und Jung-CDU-ler war, eindeutig vom Rechtspopulismus unter den Nagel gerissen worden. (toltec-head hat ihn hier auf kV beispielsweise schon x-fach gegen das von ihm verachtete Alterssozialdemokraten_Lehrermilieu verwendet und meines Wissens jedes Mal ganz unwidersprochen.) So wie dieser Rechtspopulismus auch den Begriff "Lügenpresse" annektiert hat, der ganz eindeutig aus dem Wortschatz der Nazis von vor 1933 stammt! Eine neue Bewegung klaubt und klaut sich eben ihre Begriffe zusammen. Und dadurch, dass sie dann angeeignet sind, verschiebt sich auch der Bedeutungsgehalt, das sieht Graeculus ganz richtig. Was immer Gutmensch mal war, seit es ein AfD-Kampfwort ist, ist es etwas anderes geworden.

Ich befinde mich auch hier offenbar wieder in einer kV-Kolumne, die im Grunde eingeschlafen ist. Da es seit Januar 2016 keine neuen Beiträge gegeben hat.

Ich möchte aber heute, einen Tag nach dem Parteitag-Wochenende der AfD in Köln doch noch mal schriftlich festhalten, dass man gutmenschlich-links-humanitär, wie man sich vorkommen mag, eigentlich immer weiter an der Gegeseite vorbei argumentieren und sich Mords was drauf einbilden kann. So argumentiert hier einer mit dem Begriff "Nazi", den die Gegenseite aber derart strikt von sich weist, dass man, verwendet man ihn weiter mit Bezug auf sie, im Grunde schon beschlossen hat, dass man nur noch für sich und seinesgleichen und eben nicht mehr MIT der Gegenseite zu sprechen versucht.

Für den 22. und 23. April 2017 hatte die AfD-Parteivorsitzende, für die es unwahrscheinlich war, dass sie die alleinige Spitzenkandidatur ihrer Partei zur Bundestagswahl erringen könnte, einerseits einen Verzicht auf diesen Listenplatz, andererseits eine Programmabstimmung angekündigt, mit welcher die AfD ausdrücken sollte, dass man eine Regierungsverantwortung zusammen mit der CDU anstrebe - und keine Totalopposition von einer rechten Ecke, mit der niemand sonst im Parlament koalieren könnte.

Der Parteitag zog vor, darüber gar nicht abzustimmen. Petry, die vorher den Parteigründer aus dem Boot gedrängelt hatte, steht nun selbst zur Disposition. Die Sieger stehen rechts in der AfD und heíßen weiterhin Höcke, Gauland und Meuthen.

Genau von ihnen war aber am heutigen Tag zu hören, die AfD müsse sich doch überhaupt nicht vom "Rassismus" distanzieren (welcher ihnen der hiesige Kolumnist oben unterstellt), da sie doch schon x-fach die Unverletztlichkeit des Grundgesetzes samt aller Grundrechte, die EU-Verträge und die geschlossenen politischen Verträge mit Nachbarstaaten anerkannt habe. Es sei dieses aber ja nicht möglich, wäre man Antisemit oder Rassist. Folglich sei man das einfach nicht.

Gleichzeitig wurde allerdings für die Wahl als Forderungen verabschiedet, dass man ein Minuswachstum von Ausländern in Deutschland möchte. Also die monatliche Abschiebung bestimmter sich momentan hier befindender Kontingente. Dass man das Asylrecht ändern möchte. Dass man den Flüchtlingen aus den IS-Gebieten im Mittleren Osten die Möglichkeit zur Nachholung ihrer Familienmitglieder langfristig nehmen will.

Es dürfte zutreffen, dass dies, je nachdem, wie man es auslegt, vom Grundgesetz gedeckt werden kann. Oder den EU-Verträgen. Und das es daher kein Rassismus ist.

Dann aber kann man den Rassismus auch nicht behaupten, dann muss man es differenzierter schreiben.
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Graeculus
Kommentar von Graeculus (07.08.2017)
Wer sieht schon noch einen Sinn darin, toltec-head zu widersprechen?
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Graeculus
Kommentar von Graeculus (08.08.2017)
Gibt es diese Kolumne überhaupt noch? Ist hier noch jemand aktiv?
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Kommentar von BLACKHEART (0) (09.08.2017)
Zur Zeit ist diese Kolumne eher inaktiv. Ich werde mal schauen, ob ich sie nach der Sommerpause wieder etwas reanimieren kann.
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