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Koch-Tipps für anspruchslose Literaten

Gleichnis zum Thema Literatur


von AndreasG


1. Verkochtes gibt ne prima Füllung für Halbgares.
2. Verdorbenes kann durch Gepfeffertes nur gewinnen.
3. Vermeide das Bittere, mach es lieber säuerlich.
4. Verprelle die, die Dein Essen kritisieren, sonst meckern die anderen auch bald.
5. Gerät Dir die Suppe zu dünn, schleime sie ein.
6. Der gute Gast will immer das Gleiche vorgesetzt bekommen. (siehe auch 4.)
7. Nenn Durcheinander nicht Eintopf, nenn es Risotto-Surreale.
8. Wenn Dir das Salz in der Suppe fehlt: mach es süßlich.
9. Einheitsbrei schmeckt besser, wenn er schon etwas abgestanden ist.
10. Koste nie das Essen der Anderen.
11. Verbiete, dass eigener Senf mitgebracht wird.
12. Nur schnelle Küche ist gute Küche.
13. Finger weg von Rezepten und Koch-Tipps.


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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Angelika Dirksen (62) (21.05.2009)
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AndreasG meinte dazu am 23.05.2009:
Und? War es Chili oder Risotto Surreale?
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Mutter
Kommentar von Mutter (21.05.2009)
Das beißt in den Augen ...
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AndreasG antwortete darauf am 23.05.2009:
Zwiebeln hatte ich diesmal gar nicht dabei ... *nachschau*
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Kommentar von Klopfstock (60) (22.05.2009)
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AndreasG schrieb daraufhin am 23.05.2009:
Hallo Irene.

Leider neige ich nicht dazu, meine Texte zu erklären ... ich neige nämlich dazu, solche kurzen Sachen gleichzeitig in mehreren Richtungen zu interpretieren und zu meinen (darum mag ich ja Wortspiele).
Aber kurz:
zu 1: anstatt "Verkochtes" hätte ich auch "Übriggebliebenes" oder "Aufgewärmtes" nehmen können, doch schränkte mir das die Interpretationsmöglichkeiten zu sehr ein. Es sollte mehr sein als eine Kritik an diejenigen, die alte Textstellen recyceln und sie mit hastigen neuen Worten umrahmen.
zu 3: verbitterte Aussagen kommen nicht an, aber Aufreger (-> sauer), Ironie (-> süß-säuerlich) und leichte Selbstbemitleidung (-> säuerlich) haben ihre hungrige Kundschaft
zu 8: das Salz in der Suppe kann der Plot sein, aber auch Inhalt, Aussage, formale Perfektion, schöner Klang oder was auch immer. Und Süßliches wird gerne als Ersatz genommen ...
zu 9: verstehe ich selbst nicht ... wer stellt denn schon Altes auf den Tisch ...

Jetzt hoffe ich nur, dass ich niemanden eine Interpretation aufdränge.
Liebe Grüße,
Andreas
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Blutmond_Sangaluno äußerte darauf am 11.09.2009:
Danke für die Erklärung, Andreas und Klopfstock.
Sonst wäre mir mit Sicherheit das riesen Fragezeichen über meinem
Kopf auf selbigen gefallen.
War schon länger nicht mehr lyrisch unterwegs, da muss ich erst
wieder lernen, zu interpretieren... ach... na ja, selbst wenn,
ich hätte es trotzdem nicht hinbekommen.
Jetzt, verstandenerweise, sinnmachend, ist es lustig, kreativ (war es
schon vorher) und, ja, richtig gut

Gruß
Sanga
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Kommentar von Elvarryn (36) (22.05.2009)
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AndreasG ergänzte dazu am 23.05.2009:
"Nur Feiglinge und Nichtskönner schmecken ab." - "Gewürze müssen nach Gefühl eingestreut werden und passen darum immer perfekt." - Etwa in diese Richtung? Alles andere ist wohl schon in den Regeln (etwa bei 12.).
Die Grundmeinung zur Kunst - "nur die erste Fassung ist original und darum Kunst" - ist leider sehr weit verbreitet. Kunst kommt für viele Menschen spontan aus dem Bauch, darf nicht überarbeitet werden (könnte ja Arbeit sein und die kreative Idee zerstören) und kann sofort in Stein gemeißelt werden.
Beim Bild "Kochen und Küche" bleibt mir der Vergleich aus dem Bauch im Halse stecken und ergibt den mehrdeutigen Vergleich des Würgens. Ist Kunst, die mir hoch gekommen ist, dadurch meine hohe Kunst? - Aber das driftet vom Fach "anspruchsvolle Literaten" ins Gemüsefach ab ...
Liebe Grüße,
Andreas
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NachtSchwärmer (57) meinte dazu am 25.05.2009:
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Kommentar von Caterina (46) (23.05.2009)
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AndreasG meinte dazu am 23.05.2009:
Die umgekehrte Nummer 2? - Hmmm ... "Gepfeffertes kann durch Verdorbenes nur gewinnen" meinst Du wohl nicht (obwohl da auch etwas Wahres dran ist). Meinst Du "ausgesuchte Zutaten brauchen kein Gewürz-Schnick-Schnack" oder "ein gutes Gericht braucht keine scharfen Stellen"? Auch Schärfe im Sinne von scharfe Note oder scharfer Ton könnte hineininterpretiert werden ...
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Caterina (46) meinte dazu am 24.05.2009:
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Kommentar von Acain (39) (23.05.2009)
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Kommentar von The_black_Death (31) (26.05.2009)
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Kommentar von Naoko (23) (29.05.2009)
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thomas
Kommentar von thomas (15.06.2009)
das müßte auch auf startrekkisch funxen:

1. verlassen sie niemals das gravitationsfeld
2. standardeinstellung für handfeuerwaffen ist die taste: betören
3. pulverisieren darf nur der master of desaster
4. bitte die holodecke gelegentlich reinigen
5...

nur so aus aktuellem anlaß (keine bange, ich hab keinen neuen text geschrieben )
danke für die anregungen.
vg thomas
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Phantasie (93) meinte dazu am 16.06.2009:
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Bergmann
Kommentar von Bergmann (23.06.2009)
6, 8, 9 - das sind die häufigsten Zutaten, die rein intuitiv genommen werden...
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managarm
Kommentar von managarm (24.08.2009)
"Nenn Durcheinander nicht Eintopf, nenn es Risotto-Surreale"

Kochschule für Verkäufer und Werbestrategen
Alles gern gelesen!
Frank
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Kommentar von Samtpfote (26) (02.11.2009)
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Kommentar von leilah (48) (12.02.2010)
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Kommentar von mitternachtstraene (27) (20.09.2010)
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Dieter Wal
Kommentar von Dieter Wal (23.01.2015)
"9. Einheitsbrei schmeckt besser, wenn er schon etwas abgestanden ist."

Du bist ein böser Mensch!!! Das mag ich.
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AndreasG
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Veröffentlicht am 21.05.2009. Textlänge: 119 Wörter; dieser Text wurde bereits 3.149 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 25.01.2020.
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