Insel der Nacht

Gedicht zum Thema Worte

von  Georg Maria Wilke

Weit in den Tag
      erstreckt sich
            die Insel der Nacht.

Weit an das Ufer
      schlagen die Traumwellen,
            noch hörbar –

weit entfernt
ist meine Seele,
wenn sie zwischen
Tag und Nacht
den Wellen lauscht.

Ich höre keine Stimmen,
      keine Worte
            sind in mir.

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Kommentare zu diesem Text


 Irma (29.08.11)
Das Gedicht hat einerseits etwas Trauriges, Wehmütiges. Das Dunkel der Nacht, das bis weit in den Tag hinein reicht. Völlige Abgeschiedenheit auf einer Insel. Die Seele entrückt, in einer Art Schwebe- oder Dämmerzustand. Das Wellenrauschen wird vernommen, aber kein menschlicher Laut vermag es, zum Gehör vorzudringen. Und innen sind auch keine Worte. Keine Kommunikation mehr, keine Verständigung.

Dennoch scheint dieser Zustand vom LyrIch nicht unbedingt als etwas Bedrohliches wahrgenommen zu werden. Die Traumwellen wirken eher sanft als alptraumhaft. Eine angenehme Ruhe und dunkle Leere. Ein Zu-sich-selbst-Finden in der unendlichen Weite, vielleicht wie bei einer Meditation. Spüren und fühlen, ohne zu denken. Sich Besinnen, sich entspannen. Alles fließen lassen. So wie dieses wellenförmige Bild der Wörter! Wunderschön!
LG BirmchenIrmchen

 Georg Maria Wilke meinte dazu am 29.08.11:
Vor dem Wort beginnt das Wort - eine tiefe Meditation. Deine Kommentare sollte "man" abdrucken. Danke für deine Worte.
Liebe Grüße Georg und natürlich für den Sternesammler( da ich ja auch noch Astrologe bin), das *chen.
(Antwort korrigiert am 29.08.2011)

 AZU20 (30.08.11)
Das klingt nach Einsamkeit.Gut geschrieben. LG
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