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Zeitreisende.InhaltsverzeichnisZungenschlag

Zeit und Raum. 2500 Jahre in Friedrich Rückerts "Chidher".

Essay zum Thema Zeitreise


von Dieter Wal

Chidher

Chidher, der ewig junge, sprach:
Ich fuhr an einer Stadt vorbei,
Ein Mann im Garten Früchte brach;
Ich fragte, seit wann die Stadt hier sei?
Er sprach, und pflückte die Früchte fort:
Die Stadt steht ewig an diesem Ort,
Und wird so stehen ewig fort.
Und aber nach fünfhundert Jahren
Kam ich desselbigen Weges gefahren.

Da fand ich keine Spur der Stadt;
Ein einsamer Schäfer blies die Schalmei,
Die Herde weidete Laub und Blatt;
Ich fragte: wie lang’ ist die Stadt vorbei?
Er sprach, und blies auf dem Rohre fort:
Das eine wächst, wenn das andere dorrt;
Das ist mein ewiger Weideort.
Und aber nach fünfhundert Jahren
Kam ich desselbigen Weges gefahren.

Da fand ich ein Meer, das Wellen schlug,
Ein Fischer warf die Netze frei
Und als er ruhte vom schweren Zug,
Fragt’ ich, seit wann das Meer hier sei?
Er sprach und lachte meinem Wort:
Solang’ als schäumen die Wellen dort,
Fischt man und fischt man in diesem Port.
Und aber nach fünfhundert Jahren
Kam ich desselbigen Weges gefahren.

Da fand ich einen waldigen Raum,
Und einen Mann in der Siedelei,
Er fällte mit der Axt den Baum;
Ich fragte, wie alt der Wald hier sei?
Er sprach: der Wald ist ein ewiger Hort;
Schon ewig wohn’ ich an diesem Ort.
Und ewig wachsen die Bäum’ hier fort.
Und aber nach fünfhundert Jahren
Kam ich desselbigen Weges gefahren.

Da fand ich eine Stadt, und laut
Erschallte der Markt vom Volksgeschrei.
Ich fragte: seit wann ist die Stadt erbaut?
Wohin ist Wald und Meer und Schalmei?
Sie schrien, und hörten nicht mein Wort:
So ging es ewig an diesem Ort,
Und wird so gehen ewig fort.
Und aber nach fünfhundert Jahren
Will ich desselbigen Weges fahren.


Friedrich Rückert: Sieben Bücher Morgenländischer Sagen und Geschichten. 1837



Das Gedicht beschreibt die vollkommene Veränderung eines Ortes in einen Zeitraum von 2500 Jahren. In Strophe 1 wird der zeitliche Rahmen festgelegt:  "Und aber nach fünfhundert Jahren/Kam ich desselbigen Weges gefahren." Damit stellt jede weitere Strophe historische, topographische wie soziale Entwicklungen ein und derselben Gegend nach 500 Jahren dar.
 
In jeder Strophe wird vom jeweiligen Bewohner die zeitlose Beständigkeit seiner Lebensweise vor Ort gepriesen.  Jedoch genau diese wird tief nachempfindbar für den Leser im Text nahezu restlos aufgehoben.

Strophe 1:

Eine Stadt mit Obstgarten.

Strophe 2:

Weideland.

Strophe 3:

Meer.

Strophe 4:

Wald.

Strophe 5:

2000 Jahre später schließlich wieder eine Stadt. Chidher will in 500 Jahren den Ort erneut besuchen. Die letzte Strophe bietet damit ein offenes Ende. Der Leser kann sich ausmalen, was Chidher dann erwartet, usw. .

Die Schlussstrophe fasst alle erwähnten Zustände des Ortes zusammen. Er fragt, als wäre seinen Gesprächspartnern bewusst, was er als Zeitreisender erfahren hat. Leidet Chidher in der fünften Strophe schließlich unter Realitätsverlust?

Die Marktleute schreien Chidher entgegen, was dem sich surreal-magisch steigernden Eindruck durch streng logischen zeitlich beschleunigenden Strophenaufbau einen zusätzlichen Kick Befremdung verleiht. Auch sie sind von der Beständigkeit ihrer Lebensweise überzeugt.

Der Leser wird Teilhaber von etwas Ungeheuerlichem. Der Ort war immer derselbe. Auch die Menschen scheinen sich in ihrer Mentalität kaum geändert zu haben. Nur der Leser, der sich unmerklich mit dem rätselhaften Chidher zu identifizieren beginnt, wird verwundert. Ein Hauch von Ewigkeit streift ihn in einer für ein Menschenleben ungewöhnlichen Zeitdehnung.

Das Gedicht hat den Charme der Lyrik eines Zeitreisenden.

"Cidher" ist nicht wirklich ein spätromantischer Zeitreisender, den Prof. Dr. Friedrich Rückert für einen frühen SF-Roman entwickelte, sondern eine islamische Legendengestalt.

Wer den Wikipediaartikel über  al-Chidr aufmerksam liest, findet in "Cidher", dessen Charaktereigenschaften im Rückert-Gedicht nicht erwähnt werden, einen richtig netten, allzeit hilfsbereiten "Zeitreisenden" und sogar zeitweiligen "Katastrophentouristen".

al-Chidr könnte eine legendäre Variante Sir Peter Ustinovs sein, denn Ustinov tauchte mit Vorliebe immer dort auf, wenn irgendwo weltpolitisch die Luft vor Hitze flimmerte und schon bald sich eine historische Katastrophe ereignete. al-Chidr hilft nach islamischen Legenden immer da, wo Hilfe benötigt wird. So erhielt er die Funktion eines islamischen "Schutzheiligen".

Rückerts Gedicht ergreift, wen gelegentlich vor großen zeitlichen Zusammenhängen schaudert. Zeitreisende empfänden Demut und Befremden, würde es sie denn geben. Aber es gab nie Zeitreisende außer in H. G. Wells Roman "Die Zeitmaschine" oder moderneren Romanfiguren.

Das Sprachgenie Rückert kannte wohl das Phänomen, weil er in Gedanken Dinge unternahm, die für Normalsterbliche an Zauberei grenzen.

Rückert verfügte wie hoffentlich alle Schriftsteller über Fantasie und darüber hinaus über eine besondere Sprachfähigkeit, die bisher weltweit einmalig blieb. Aktiv beherrschte er 44 Sprachen. Passive Sprachkenntnisse dazugerechnet, sollen es 56 gewesen sein. Rückert schenkte durch seine unermüdliche lebenslange übersetzerische Tätigkeit dem Deutschen einen einmaligen Schatz Weltliteratur, der in dieser Vielfalt in keiner anderen Sprache auch nur annähernd vergleichbar vorhanden ist.

Rückert mag cool sein, obwohl er außer unter Orientalisten längst nicht mehr "in" ist und ihn nicht einmal Germanisten im Studium freiwillig lesen.

Warum diesen Essay? Wir Leser können uns ein Stück weit im Gedicht in den Zeitreisenden hineinversetzen.

Gute Reise!  تمنى لك رحلة سعيدة! תיהנה בטיול  Have a nice trip! Bon voyage! Καλό ταξίδι! God tur!  आपकी यात्रा मंगलमय हो Buon viaggio! Przyjemnej podróży! Yolun açık olsun! Ha en trevlig resa!  Hyvää matkaa! Ha en god tur! Приятно пътуване! Bonum cursum!

Falls Sie gerade aus der Zukunft kommen und zufällig in Berlin sind, bitte klingeln Sie bei mir durch und besuchen Sie mich.


Dieter Wallentin


 
 

Kommentare zu diesem Text


ViktorVanHynthersin
Kommentar von ViktorVanHynthersin (06.02.2013)
Vielen Dank für die aufklärende Interpretation. Gerne habe ich mich auf die Zeitreise eingelassen.
Herzliche Grüße
Viktor
diesen Kommentar melden
Dieter Wal meinte dazu am 06.02.2013:
Lieber Viktor,

danke. Wollte länger darüber schreiben. Das Gedicht ist von Rückert-Gedichten relativ bekannnt, wurde um die Jahrhundertwende mehrmals, aber wird seitdem lange nicht mehr für Anthologien ausgewählt. Zeit, dass sich das ändert. Im Fin du Ciècle wurde es öfter gedruckt, weil zur damaligen Weltuntergangsstimmung das als Kontrast sehr gut passte. Heute könnte die Zeitreisendenthematik, die gern in Romanen und Filmen aufgegriffen wird, ein Grund sein, es wiederzuentdecken.

Herzlich
Dieter
(Antwort korrigiert am 06.02.2013)
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loslosch
Kommentar von loslosch (06.02.2013)
das gedicht kannte ich grob - nach einer früheren recherche. rückert war ein sprachgenie, ja. zu den sprachgenies, zuerst heinrich schliemann (1821 - 1890):

"Am 20. Dezember traf er in Amsterdam ein, erhielt zu Jahresende eine Stellung als Kontorbote im Handelshaus Hoyack & Co. und begann, Fremdsprachen zu erlernen, was ihm anscheinend außerordentlich leichtfiel. Innerhalb eines Jahres lernte er Niederländisch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch." (wiki)

als teenie las ich ein buch von ihm. er sprach über die leichtigkeit der fremdsprache. erst habe er holländisch gelernt, dann englisch. das seien in dieser abfolge (!) doch gar keine fremden sprachen ...

und das schach- und sprachgenie kasparov: er behauptete im interview (spiegel), er lerne seitenweise texte fremder sprachen fotografisch. einzige bedingung: es müsse eine brücke zu bereits erlerntem geben. so schafft er leicht isländisch, schwedisch usw. alles indogermanische und slawische sowieso.

das war ein ausflug, angeregt durch diesen essay.

rückert konnte ironisch sein: "Unsinn ist der Erbauung am wenigsten hinderlich; wo sie nicht ergründet den Sinn, legt sie den tiefsten hinein." lo
(Kommentar korrigiert am 06.02.2013)
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Dieter Wal antwortete darauf am 06.02.2013:
Lieber lo,

vielen Dank für deine Gedankenspiele. Schliemann ist auch ne Nudel. Seine Grabungsberichte sind sehr schön geschrieben. Fand zufällig einen Band und genieße ihn. Bin überhaupt nicht sprachbegabt und brech mir immer einen ab, sobald ich Sprachen lerne. Aber ich machs wie Kasparov. Ohne "Aufhänger" würde Vokabellernen beinhart.

LG
Dieter
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Lluviagata
Kommentar von Lluviagata (06.02.2013)
Als allererstes kam mir Cidre in den Sinn, den ich noch nie trank, nach weiterem Hinschauen entdeckte ich ein wunderbares Gedicht, das mich in seiner Form irgendwie an eine Sestine erinnert, und dann erst sah ich, dass es von Friedrich Rückert stammt. Die Interpretation des Gedichtes ist sehr aufschlussreich, interessant sowieso und mit großer Achtung vor R. verfasst. Das Thema R.s erinnert mich wiederum an etwas, und zwar an die Turmreihe von S. King, in der Roland, der Wanderer zwischen den Welten, New York in verschiedenen Zeitebenen besucht.

Sehr wissenswert, sehr interessant für Leute wie z. B. mich, die sich, außer vielleicht ein wenig in der Schule, noch nie intensiv mit der Aufschlüsselung von Texten unserer Altvorderen befasst haben.

Liebe Grüße
Llu ♥
(Kommentar korrigiert am 06.02.2013)
(Kommentar korrigiert am 06.02.2013)
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Dieter Wal schrieb daraufhin am 06.02.2013:
Liebe Llu,

vielen Dank für deinen positiven Kommentar. Vielleicht find ich doch noch zu S. King. Bisher las ich sein Buch "Das Leben und Schreiben" mit Interesse. Sah einige TV-Interviews mit ihm und finde ihn als Mensch so sympathisch wie genial. Was die formale Struktur des Gedichtes angeht, warum nicht an Sestinen denken? Sie folgen zwar anderen Regeln, aber Regeln unbedingt. Muss mich mal tiefer mit Sestinen beschäftigen! Danke für deine Anregung dazu. Dass du meinen Respekt vor Rückerts Leistungen dem Essay entnehmen konntest, freut.

Herzlich
Dieter
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (06.02.2013)
Dieter, dein Essay ist eine gelungene Interpretation des Rückert-Gedichts. Dieses jedoch halte ich für eine relativ einfallslose Zeitreise, insofern es die Wiederkehr des Immergleichen darstellt.
Zeitreisen in der Tradition von H.G. Wells jedoch antizipierten neuere Entwicklungen.
LG
Ekki
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Dieter Wal äußerte darauf am 06.02.2013:
Lieber Ekki,

vielen dank für deinen Anstoß! Wenn Nietzsches Trunknes Lied im Zarathustra das Streben menschlicher Lust nach Dauer thematisiert, handelt Chidher weniger von der Wiederkehr des Immergleichen. Du beschreibst die Textstruktur, die in formaler Hinsicht streng logischen Regeln folgt. Wie hier Logik im Gedicht gestalterisch wirkte, find ich persönlich anziehend. Gedichte, deren Poesie unter rel. hohen formaler Strukturen entsteht, gibt es auch z. B. in germanischer oder keltischer Lyrik. Der Chidher-Aufbau ist formallogisch wie ein Konzertflügel funktional durchdacht und durchgetaktet. Insofern ist dieses Gedicht wie sehr viele weitere Rückerts der Klassik nah, was sie für Komponisten interessant machte. Ein gutes Rückert-Gedicht kennt keine "Aussetzer". Ungewöhnliche Gedankensprünge, künsterische Freiheit durch Originalität im Sinne von Nietzsche-Lyrik, in der Hafis als "Phönix, Berg und Maus" angesprochen werden kann ("An Hafis"), sind Rückert-Lyrik fremd, es sei denn, er dichtete Lyrik anderer Kulturen nach. Der Gott des Wahnsinns und der Ekstase Dionysos passt wahrhaft zu Nietzsche. Da ist Nietzsche wohl mehr Romantiker. Rückert war nicht von Dionysos angezogen. Der Zeitreisende Chidher, jemand, der ungehindert einen Ort in einem Zeitraum von 2500 Jahren in 500-jährigen Intervallen aufsucht, war eher Rückerts Ding. Zeitsprünge ja, Gedankensprünge nein! Rückert schrieb aus innerem Erleben selten als Ekstatiker. Am ehesten vielleicht noch als Liebender im Streben, sich auf das geliebte Du auszudehnen und es damit zu befruchten. Chidher, der fast gänzlich ohne eine persönliche Note gezeichnet wird, dafür als Wanderer durch die Zeit sich frei bewegt, ist eine typische Figur des Rückert-Universums. Rückert als Wanderer durch Raum und Zeit in Form des absoluten polyglotten Sprachgenies, der nur einmal kurz Italien besuchte, ansonsten kaum die deutsche Grenze überschritt, war selbst Chidher. Er kannte sie alle und war dort. Im Geist. Chidher macht nach meinem Verständnis die Befremdung des Lesers erfahrbar, folgt er Chidher durch die Zeit, in der alles bis zur Unkenntlichkeit an einen Ort gewandelt wird. Nicht die Widerkehr des Immergleichen lese ich, sondern zyklische Weltenwandlung. Erbte und studierte die geologischen Bücher meines mütterlichen Großvaters. Mir brachte in unserem Zusammenhang die "Geologische Karte von Bayern 1:500000" das Aha-Erlebnis! In ihr wird das heutige Bayern durch sämtliche Erdzeitalter anschaulich dargestellt. In Kartenform durch farbige Markierungen und genaueste geologische Beschreibungen. Rückerts Chidher wirkt davon auf mich wie ein winziges Stenogramm. Immerhin ist es ein solches. In meisterlicher lyrischer Form obendrein. Auf die Karte wies mich der Altgoldhändler Oskar Manfred Levermann aus Fürth hin, ein Mann, der fast nur antike Historiker während seiner Geschäftszeit liest. Die Kurzgeschichte "Beim Barte des Propheten" ist ihm gewidmet. Rückerts Gedicht ist wie Verlaines "la bonne chanson". Der Geist der Klassik hat in ihm weitere Gedichte in Goethes Tradition gesungen, weshalb Goethe Rückert zugetan war und sein Werk anerkennend kommentierte, soweit sich ihre Wege zeitlich kreuzten. Nimmt man vergleichend Rückerts "Kehr ein bei mir" ("Du bist die Ruh,/der Friede mild,/Die Sehnsucht du/Und was sie stillt ... ") zur Hand, werden wieder fünf Strophen gesungen. Kein Wort weist poetisch über sie hinaus. Reine Sprachmusik eines Verliebten. Chidher ist dagegen mehr ein Gedankengedicht. Folgt aber vergleichbaren klassizistischen Strukturen. Es beschreibt keine Verwunderung oder Befremden, es löst sie im Leser aus.

Gruß
Dieter
(Antwort korrigiert am 06.02.2013)
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Kommentar von MelodieDesWindes (36) (06.02.2013)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Dieter Wal ergänzte dazu am 06.02.2013:
Das freut. Deine Literatur erinnert mich in vieler Hinsicht an Rückerts. Glaub auch, dass er als Mensch komplex war. War mit einem seiner Nachfahren, dem Tierpräparator Uwe Rückert, als Kind in Coburg befreundet. Gewisse Ähnlichkeit immer noch unverkennbar. Finde das Gedicht außergewöhnlich.
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Zeitreisende.InhaltsverzeichnisZungenschlag
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Veröffentlicht am 06.02.2013, 14 mal überarbeitet (letzte Änderung am 24.02.2013). Textlänge: 864 Wörter; dieser Text wurde bereits 2.703 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 31.03.2020.
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