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Sonett zum Thema Liebe und Vertrauen


von Dieter Wal


Dieser Text gehört zum Projekt Liebe in Lyrik und Prosa.

Weißt du es noch? Du wirktest sehr bedrückt,
weil dir die Liebe unbequem erschien,
weil sie die Blätter ohne alle Mühn
hervortrieb, und doch waren wir beglückt.

Es mag wohl sein, wie wenig es sich schickt,
dass dort die Blumen stets erneut erblühn,
dass aus der kalten Asche Flammen glühn,
sie wurden uns zum Glück erst spät geblickt.

Das ist jetzt schon so viele Jahre her.
Trollblumen schossen gelber hoch ins Kraut,
du gehst mir ach so tief unter die Haut.

Du nimmst es heute leicht, was früher schwer.
Die Sanddornfrüchte leuchten hell am Meer.
Gewachsenes Vertrauen, Sie und Er.

Anmerkung von Dieter Wal:

Für Sigune Schnabel


 
 

Kommentare zu diesem Text


Ganna
Kommentar von Ganna (31.10.2013)
...es ist manchmal das Leichte, das durch Schwere bricht, das mit misstrauischen Blicken empfangen wird...weil Vertrauen in den natürlichen Zustand des Glücks auf dem Weg verloren ging...

LG Ganna
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Dieter Wal meinte dazu am 31.10.2013:
Misstrauen sägt am Ast der Liebe. Othello sein vielleicht abgründigstes Drama. Vertrauen zu erwerben, ist ein langwieriger Prozess. Gibt es in festen Liebesbeziehungen letztlich blindes Vertrauen? Falls ja, wäre es wünschenswert?
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Ganna antwortete darauf am 01.11.2013:
..."blindes" Vertrauen...worauf gründet sich das? ...gibt es in einer Beziehung wirkliche Nähe, gibt es auch Vertrauen...
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (31.10.2013)
Vorschlag III,3 "du lebst verankert unter meiner Haut"

Am Anfang jeder Liebesbeziehung ist Vertrauen kein Thema.
Wenn es den Partnern wichtig wird, kann es wachsen, aber das verlangt "Liebesarbeit".

"Die Sanddornfrüchte leuchten hell am Meer."
Eine wunderschöne synästhetische Metapher.

LG
Ekki
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Dieter Wal schrieb daraufhin am 31.10.2013:
Oh, oooh! "untér" fehlbetont. Melde mich, sobald es repariert ist. Danke!!
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Dieter Wal äußerte darauf am 12.11.2013:
Lieber Ekki,

nach reiflicher Überlegung lehne ich sämtliche denkbaren Varianten mit folgender Begründung ab:

Das Sonett ist ein Liebesgedicht. Damit erfüllt es eine Funktion: Es soll Empfindungen wechselseitiger tiefer Liebe versprachlichen. Hier geht Liebe über Technik, nicht nur weil alle denkbaren Varianten es sprachlich ärmer erscheinen ließen, sondern vor allem, weil dadurch sein Zweck, Liebe zu versprachlichen, memorierbar zu machen und ihr in sprachlicher Vorwegnahme Gegenwart, Dauer und langfristige Zukunft zu verleihen, nicht erfüllt würde. Von der Geschlossenheit her oder auch emotional verlören sämtliche denkbare Versionen ihre Tragfähigkeit, die im gegenwärtigen Zustand des Sonetts gegeben ist. Es verlöre seine Überzeugungskraft. Dass es komplett ernst gemeint, keine Sonett-Fingerübung ist, darin liegt die Stärke des Sonetts. Der metrische Hänger ließe sich als "Schönheitsfleck" euphemisieren, dass in einem vollendeten Kunstwerk wenigstens etwas darin anders sein müsste, um sich von künstlerischer Glätte abzugrenzen, aber das ist Bullshit, den ich gern Politikern in Reden schreibe.

Ohne die Terzinen komplett umzuschreiben, wäre eine angemessene formale Glättung indiskutabel. Genau das möchte ich nicht.


Nochmal herzlichen Dank fürs so aufmerksame Lesen auch an deine Frau.

Gruß
Dieter
(Antwort korrigiert am 12.11.2013)
(Antwort korrigiert am 12.11.2013)
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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Buch Sigune.
Veröffentlicht am 29.10.2013, 17 mal überarbeitet (letzte Änderung am 23.11.2019). Textlänge: 93 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.483 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 03.12.2019.
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