CONCERTO

Gedicht zum Thema Musik

von  harzgebirgler

Auf dem Plakat steht groß sein Name
ein Virtuose sagenhaft
oh holde Kunst! was doch Reklame
für unsterbliche Werke schafft...

Der Pianist haut in die Tasten,
das Publikum kriegt Gänsehaut,
Kadenzen purzeln aus dem Kasten,
daß kaum wer seinen Ohren traut.

Der Satz geht in die letzte Runde,
der Maestro wühlt am Pult wie wild,
die Streicher mit dem Holz im Bunde
haun rein, als wenns ihr Leben gilt.

Es ward gefidelt und geblasen,
es ward getastet und gepaukt
und selbst am Bühnenrand die Vasen
mit Flieder haben mitklamaukt.

Die Töne herrlich, nur die Leute
so unverkennbar zeigegeil
oh holde Kunst! nicht erst seit heute -
man hält viel Eitelkeiten feil.

...Herr Mozart, der die Noten setzte,
der kugelt sich im armen Grabe
vielleicht vor Lachen und denkt: Hättste
mir, Herr, versagt einst diese Gabe,
sie würden kaum etwas vermissen -
zu musiziern gibts ja en masse;
doch bleib ich, wo sie weichen müssen,
weshalb ich sie gern machen laß...

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Kommentare zu diesem Text

True-Poems (58)
(22.04.16)
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 harzgebirgler meinte dazu am 22.04.16:
HÄTT’ EINER NICHT DIE NOTEN URGEHOBEN / ES GÄBE INTERPRETEN KAUM ZU LOBEN! herzlichsten dank & glg
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