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Rezensionen von Punkbands

Rezension zum Thema Kunst/ Künstler/ Kitsch


von HarryStraight

Razzia – Menschen zu Wasser

Das Album geht los mit einem ziemlich guten Instrumentalstück, „In der Mentalkorrektur“ -, mit sehr originellem Klang, geschickten elektronischen Tönen, dann rockt es ordentlich. Alles passt gut zusammen, ich höre es gerne. Dann kommen Tracks mit etwas undeutlichem Gesang. Zum Glück gibt es ein Textheft! Die Lyrics von „Selbstgespräch unter vier Augen“ sind tiefgründig, weil alles so ist wie ich es kenne, nichts wird ausgelassen. Gefallen hat mir die Textzeile „Du wechselst Meinungen wie Wäsche“. Leider kommt im Refrain nur Frust und Ärger rüber. Ob es wohl eine Gelegenheit gibt, wo ich so ein Lied brauche? Dann kommt Sozialkritik „Stahlherz“ mit Hass und Gewalt, was ich ziemlich doof finde zB bei den Zeile: „Du schreibst jetzt 1000 Mal: Ich will nicht wiedergeboren werden.(…) Wer Freitagmorgens in der S-Bahn fährt, weiß warum wir aussterben müssen“. Finde ich ziemlich misantrophisch,wenn ich auch die Gefühle selbst schon mal hatte. Der Songtexter war sich dessen wohl bewusst und hat den Song deswegen Stahlherz genannt. In „Wenn sich was zersetzt“ wird eine miese Stimmung beschrieben, was ganz gut gelingt. „Glasmoor“ handelt über die Strapazen der Arbeit, das Gefühl ein Sklave der Kunden zu sein. Warum es jetzt „Glasmoor“ heißt weiß ich nicht. „Ultramarin“ ist ein Stück vermutlich über Selbstmord, wieder sehr triefgründig geschrieben. Gefallen hat mir die Zeile: „In meinem Schädel dröhnt der Lärm von tausend Motoren“ - das kann ich gut nachvollziehen, geht mir der Verkehrslärm ja auch so auf die Nerven. Jetzt kommt das Stück an das ich mich noch gut erinnere: „Den Fliegen lieb“. Das ist musikalisch der beste Song, aber der Text ist einfach nur makaber und abstoßend. Bei „Reise Reise“ geht es wieder weiter mit Negativität. Worum geht es hier eigentlich? Danach kommt noch ein ironisches Liebeslied mit schrägen Tönen. Puh, das letzte Lied („Krauts“)- da wird es sehr politisch! Man singt zB gegen Fremdenhass, für die Grünen, über Angriffe auf arbeitsscheue Menschen. Es wird erwähnt, dass die Arbeit nur durch Tabletten funktioniert und die Werbung das Alltagsbild bestimmt. Mein Fazit: Das Album ist interessant, die Refrains kommen gut rüber, die Musik ist echt originell, mit guter Gitarrenarbeit, und doch wird aber wohl kaum öfter bei mir laufen, denn es ist ja nur eine Beschreibung von negativen Dingen. Vielleicht will ich es ja mal jemandem mitteilen wie ich mich fühle und dann nehme ich es doch auf einen Sampler mit auf. Live hat Razzia auch ganz gut funktioniert, weil man sich dann vertreten fühlt in dem was einen so beschäftigt und öfter mal ärgert.


Lost Lyrics „Man spricht deutsch“

Hier gibt es 18 Lieder. Ich sehe einige Coversongs. Es geht direkt los mit bestem Rockgebrezel („Arsch der Welt“). Es kommt gute Laune rüber und Gleichgültigkeit über die missliebige Lage und Umgebung. Gefallen hat mir die Textzeile: „Wir lesen nur die Bibel und wir tun was uns gefällt.“ Es geht weiter mit „Allergie“. Hier wird zu sinnloser Sozialkritik aufgerufen gegen alles und jeden. Gegen was er nicht alles eine Allergie hat! „Ich hab eine Allergie gegen Züge auf Gleis 2, gegen Burger von MC Donalds und das Fenrseheinerlei“ setzt dem ganzen noch die Krone auf. Am Ende kommt er dann auch noch darauf, dass seine Allergie prima ist, obwohl er am Anfang sagte, dass er sogar die Gardien zuziehen muss, so sehr wie er leidet. „Für immer wild. (Punkrocks comming home)“ ist ein Mitgröhlsong. Hier wird die Liebe und Treue zum Punkrock ausgedrückt. Punkrock wird hier definiert als „Lauter Krach“. Dann kommt ein Schlager von Christian Anders: „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“. Hier singt Zimbl, der Sänger der Band „The Bates“, noch mit, der leider schon gestorben ist. Der Zug nach Nirgendwo ist wohl das Beziehungs-Aus. Der nächste Song ist für mich der Hit des Albums: Bei „Alle Ampeln steht auf grün“ kommt einfach nur viel Positivität rüber, das ist echt gelungen. „Das Lied über Politik“ geht über ein Attentat am damals amtierenden Bundeskanzler. Es kommt eher lustig rüber als ernst gemeint, doch man könnte natürlich auf dumme Gedanken kommen, daher schüttele ich hier mal mit dem Kopf. „Erste Wahl Part 2“ ist wohl hoffentlich ironisch gemeint. „Mit unsrer Fönfrisur und Armband ohne Uhr und unsren offen Hemden heizen wir euch richtig ein“, das ist schon lustig. „Goethestraße 4“ geht um ein beidseitiges kulturelles Gefälle. Das ist gut umgesetzt, aber irgendwo traurig, wenn ich recht bedenke. „Viele Bücher stehen an der Wand, der davor steht redet Stuss, und ich frag mich ob man Nietzsche echt gelesen haben muss“ zeigt die Ignoranz des Songsschreibers, sonst nichts. Am Ende fühlt er sich dann noch überlegen, weil er gerne Dosenbier statt Champagner trinkt. Nun folgt ein Cover von Ton Steine Scherben: „Ich will ich sein“, sehr gut und laut umgesetzt. „Ich will ich sein, anders kann ich nicht sein. Ich will nicht sein wie der und der – ich will sagen was ich denke“. Das gefällt mir und ist sehr positiv. Bei „Egal“ geht es um Gerüchte gegen eine Person und es wird klargestellt. „Ich hab keine 10 Kinder und bin dennoch auch nicht schwul“. Die Leute, bei denen die Gerüchte zutreffen, können den Song jetzt natürlich nicht hören. „Erzähl mir was“ ist ein supergelungener Song über eine Selbsthilfegruppe. Textauszug: „Diese Therapie die zieht dich rauf, und wenn gar nichts hilft, dann mal was auf“. Der Track „Vasco wohnt im Punkhaus“ handelt über eine Messiwohnung. Warum man das jetzt unbedingt als Punkhaus bezeichnen muss ist mir schleierhaft. Der Song ist jedoch wieder sehr melodiegeladen. Danach kommt „Freitag“, wieder über das Verlassenwerden und Hoffnungen, dass es wieder weiter geht. Das Lied rockt ordentlich, ein Megahit! Es folgt „Skibbereen“, ein altes irisches Traditional laut Textheft. Dabei sind Akkordion und Whistle. Die Bonus-EP „Days of Joy“ wartet mit ein paar englischen Texten auf. Die Stimme klingt leider etwas dünn. Auch diese Songs sind sehr lebendig. Ich will jetzt nicht im einzlenen darauf eingehen, weil die Texte nicht mit abgedruckt sind.Mein Fazit: Die Musik ist super, weil sehr melodiös und partytauglich, wie ich finde! Die paar punktypischen Songs kann man hier verschmerzen, weil es nicht so ernst rüberkommt, wie gesagt. Das macht einfach gute Laune!


Atemnot – 20 Jahre Punk

Ich mag die Musik von Atemnot total. Dieser Punkrock geht einfach super ab mit seinen Gitarren. Leider sind die Texte etwas negativ. „Es geht Berg auf“ schildert für mich persönlich den Aufbruch aus einer psychiatrischen Klinik, andere mögen es anders interpretieren. Es gibt für so einen Ausbruch Gründe, wie zB eingeschlossen zu werden, weil die Bürokratie Entlassungen am Sonntag nicht zulässt und ähnliches, ein Gefühl der Leere im Bezug auf die Klinik, weil die Tabletten das Gegenteil von dem bewirken, was sie eigentlich tun sollten. Da ist es besser, wenn man das alles zurücklässt und einen neuen eigenen Weg geht. Dennoch frisst das hier noch zusätzlich an meinen Nerven, vielleicht liegt es auch an der ollen Punkjacke, die auf dem Backcover abgedruckt ist. Der zweite Track ist „Der traurige Seemann (Teil 2). Auch hier wieder guter Punk, mit einer Frauenstimme als Hintergrundgesang. Der Text ist seltsam. Wie soll ein Seemann, der schon tot ist, noch ein Lied singen? Naja, vielleicht ist er im Jenseits. Lied 3 – „der kleine Eddie“ -, handelt über Edmund Stoiber, was ich ziemlich überflüssig finde. Der Hass der hier rüberkommt, kommt scheinbar auf den Sänger zurück, weil es einfach peinlich ist. „Ritchies Gang“ – hier geht’s über das Abahauen von zu Hause. Es klingt als würde der Sänger von Fucking Faces mitsingen. Das Lied ist mir inhaltlich zu punktypisch. Besser geht es weiter mit meinem Lieblingslied auf dieser CD: „Ein Feuer brennt in mir“, wieder mit Hintergrundgesang. Sehr melodiös kommt dieser Song über unbestimmte Gefühle rüber, so dass mans einfach mögen muss. „Das Salz in unseren Wunden“ ist ein Liedchen gegen Ungerechtigkeit und den Hass, der einem wiederfährt. Missfallen haben mir folgende Textzeilen: „Wir wir sollen Deutschland sein, oh wie wir uns grämen. Wir sind die, für die sich alle Deutschen schämen.“ Also ein bisschen gesunder Nationalstolz darf schon sein, finde ich. Und wenn man anderer Meinug ist braucht man auch nicht auf Fäkalausdrücke zurückgreifen: „Steckt euch euren Nationlstolz ganz tief hinten rein“…Also echt, das verletzt meine Gefühle. „Tommy“ ist ein Lied über einen Angriff auf einen Punk. Das stimmt mich betroffen, da ich selbst mal Punk war und ich weiß: Punks sind auch nur Menschen, keine Szeneroboter. Also lasst sie gefälligst am Leben! In diesem Lied stimmt musikalisch alles. Besonders mag ich die Chöre im Hintergrund. Es folgt ein Cover der Band „Hass“, eine Schilderung über einen Chauvinisten, den nur seine eigenen dicken Eier und sein langer Schwanz interessieren. So Leute gibt es leider und man kann sich nur dagegen abgrenzen. Dennoch höre ich mir sowas nicht gerne an, weils einfach schlechte Laune macht. Ich freue mich ja nicht noch über so Typen, also da bin ich übersättigt irgendwo. Vielleicht hätte Atemnot etwas anderes von Hass covern können, es gibt bessere Songs. „Winter in meinem Herz“ ist ein Song über Trauer. Das wird im Punkrock selten thematisiert und ich finde es gut, dass das mal passiert, schließlich werden wir früher oder später mit dem Tod konfrontiert. Danach kommt „Kein Fußbreit…“, ein recht einfältiger Song gegen Faschisten und ihre Diktaturen. An sich ein gutes Thema, deswegen will ich nicht rummeckern. Wenn man den einen Anti-Nazi-Song satt hat, kann man immer noch den anderen hören. Weiter geht es mit einem Cover von Zaunpfahl. Es leiht wieder eine Frau ihre Stimme dem Hintergrund. „Liebe ist tot“ wird hier gesungen, das kann schon mal passieren, hoffentlich nicht zu viel und in der Überdosis. Der Vorletzte Song ist „Tiere sind Lebewesen“, ein Thema dass Atemnot nicht los zu lassen scheint. Der Sänger erscheint vermummt im Labor und befreit die Tiere. Der Song kommt über Agit Prop nicht hinaus. „Feuer frei“ ist ein Song wo etwas gegen Gott vorkommt, deswegen stößt er mir etwas übel auf, das mag ich wirklich gar nicht. Ihr solltet bedenken, dass Gott in eurem Leben ist, ob ihr glaubt oder nicht glaubt. Mein Fazit: Es gibt zu wenig gute Lieder auf diesem Album und nichts, was mich so richtig umhaut, außer „Ein Feuer brennt in mir“ für das ich die CD überhaupt gekauft habe.


BRD Punkterror Vol. 1

Es geht dirket gut los mit N.O.E. und „Wir sind da“, was musiklaisch absolut begeistert. Textlich geht es um Chaostage, worüber man sich streiten kann. Warum muss denn unbedingt randaliert werden? Sind die Zustände wirklich alles so schlimm, oder ist es nur eine Illusion? Unterdrückt uns der Staat, oder ist es unsere psychische Krankheit? Lied zwei ist Popperklopper mit „Leben im KZ“. Musikalisch gefällt es außerordentlich mit Deutschpunk. Inhaltlich geht es um die schlimmen Zustände in den Lagern und über die Rache die dann die Natur nimmt, indem sie die Nazis dann auch irgendwann sterben lässt. Fucking Faces „Bosnien“ folgt dann über Krieg in Bosnien und den Tod von Kindern, die Unwichtigkeit vieler Beschwerden hier in D-Land. Das Lied ist sehr fröhlich gehalten, was die Aussage unterstützt, dass wir uns hier nicht zu beklagen haben. No Exit singt „Untergrund“ über das Einsparen einer Fahrkarte und das Erwischt werden damit. Was einem halt so passieren kann. Das Lied bietet rauen Rock´n Roll und ist sehr lustig und fröhlich. Danach gibt es ein Lied von Schleimkeim „Mit dem Knüppel in der Hand“. Hier geht es um die Einstellung eines Polizisten, der gegen Anarchisten zu Felde zieht und sich seiner „deutschen Härte“ brüstet. Da sagte ich nur: Ich bin auch gegen solche Polizisten. Deutschland ist nicht der deutsche Staat, das sollten wir schnallen und die anarchistische Revolution voranbringen. Ich habe es selber erlebt: Ich musste auf der Straße schlafen, weil ich es zu Hause nicht mehr ausgehalten habe und wurde sofort von den Bullen aufgescheucht und mehrmals pro Nacht des Platzes verwiesen. Das nervt! Nun kommt „Söldner“ von den Versauten Stiefkindern, eine drastische Schilderung des Krieges, ein bisschen zu drastisch für meinen Geschmack. Musikalisch gibt es guten Deutschpunk, einfach und roh. Ab und zu Einrufe im Hintergrund. Novotny TV mit „Deutschland braucht Deutschpunk“ ist musikalisch sehr punkig gehalten mit schrägem Gesang. Hier fordert Punk die Ausgleichung der sozialen Verhältnisse von Deutschland und Thailand. Allen soll es gut gehen, nicht nur den fetten Deutschen. In diesem Fall könnte man genauso von „Gerechtigkeit für geringe Verhältnisse“ als Punkdefinition geben. Nun kommt ein Lied, das mir immer noch gut gefällt: Ad Nauseam mit „5 nach 12“, ein Plädoyer für das Nachdenken. „Schau nicht um, nicht gradeaus, sperr endlich deine Augen auf“, hat mir Mut gemacht: Hier gibt es Leute, die auf dich zählen! Müllstation kommt mit dem Titel „Anarchie“ mit einem guten Text gegen Faschisten UND Kommunisten daher. Das finde ich auch sehr wichtig, dass auch die linke Seite als diktatorisch gesehen werden kann. Was die Mucke anbelangt ist es hier sehr einfach gehalten mit vier Akkorden, was mich aber nichts stört. Ich finds gut was die hier machen, man kann es mitsingen. Bei Supernichts, „Gut Holz“, wird gegen Langeweile gesungen. „Bleib ich bei euch oder krepier ich und sorg ich dafür, dass mal wieder was passiert.“ ist ne seltsame Textzeile, denn warum will er denn krepieren? Gibt es etwas wovor man Angst haben sollte, wenn man rausgehen will und für Stimmung sorgen? Abfallsozialprodukt sind im Track „Menschen-Ratten“ sehr paranoid. Wir sind laut diesem Lied alle nur Ratten in einem Versuchslabor und man will uns am Ende gar umbringen. Könnte sein, aber ist es wirklich so, oder bilden wir es uns ein? Jedenfalls gefällt mir die Nummer hier gut, es ist Deutschpunk mit einer ordentlichen Portion Härte und Gefühl für diesen Musikstil. Die Pissed Spitzels sind musikalisch auch gut. In „Bayern hat die Atombombe“ spielen sie eher poppigen Deutschpunk, der aber dennoch gut rüberkommt. Der Text, naja, geht mir zu sehr gegen die Bayern. Da ich selbst Bayer bin kann mir das nicht so gut gefallen. Dann kommt Combat Shock mit „Auf die Knie“. ich anaysiere das jetzt mal: Man will hier den Sozialdarwinismus irgendwie textlich darstellen. Leider ist das Ganze aus der Sicht des Sozialdarwinisten geschrieben, was für Verwirrung sorgt. zB wird gesungen: „Es sind nicht alle gleich!“ Das ist Ironisch, aber das ganze kommt dennoch komisch und verführt dazu das auch noch abzufeiern mit Textzeilen wie „Gehe auf die Knie“ usw…Nein!. Beton Combo liefern die Nummer „Hohle Schweine“, leider sind die Texte ab hier nicht mehr abgedruckt und der junge Mann singt sehr undeutlich. Ich verstehe bloß: Wenn ich nur deine Fresse se…“. Also irgendwas feindseliges gegen eine Person. Hm. Was hat dieser Mensch ihm nur angetan? Die Musik klingt schrammelig und nicht sehr fett aufgenommen. Es hat aber durchaus seinen Charme, ist kein Müll oder so. Ich klicke weiter auf Ichfunktion, zum Lied „Hobin Rood“ mit nem merkwürdigen Text über einen Antihelden, der von den Armen nimmt und den Reichen gibt. Der Schluß gefällt mir, da dann Robin Hood wieder auftaucht. Ich klicke weiter auf Kuschelweich mit „Azuboy“, einer Hänschenklein-Version mit einem Text über Auszubildende, die herumgehetzt werden. So, puh, noch zwei Lieder, jetzt kommen die B-Tracks. Einmal Möped Lads mit „Falkenpub“ und Schüssler Dü mit „bad girls“, zwei englischsprachige, auf die ich nicht näher eingehen werde. Es sind auf jeden Fall gute Nummern, die voll abgehen, aber es scheint eher trivialen Inhaltes zu sein. Mein Fazit: Eine runde Sache, dieser Sampler, mit sehr viel guter Musik! Kann man sich durchaus mal besorgen. Am besten gefallen tut mir „Müllstation“ mit „Anarchie“, ist aber eher etwas für jüngere, weil hier gesungen wird Eltern und Lehrer lachen dich aus. hahahahaha, du machst dir nichts draus.“ Für mich einfach nur von Erinnerungswert. Und hier noch ein Wort zum Titel der CD: Von Terror ist hier keine Rede, außer bei NOE mit „Wollt ihr (..) die letzte Schlacht gewinnen?“


Müllstation – Wir sind dabei

Müllstation spielen sehr rhythmischen klaren Punkrock mit minmalistischen Melodien und Betonungen durch Hintergrund-Einrufe. Das erste Lied „Schleimscheißer“ geht wie man schon hört gegen alle Schleimscheißer. Die gibt es noch viel zu viele in der Gesellschaft. In dieser Gesellschaft scheinen Schleimscheißer besser voranzukommen, es muss dafür irgendeinen Grund geben, vielleicht weil es immer so viel „Supervison“ gibt und die Leute mit einem „Du bist aber schüchtern“ abgespeist werden. Die Frage ist: Können wir das ertragen? Lustig geht es weiter mit „Eisleben“, einer beschwingten Nummer über die Eintönigkeit und Einsamkeit des Lebens hier in seiner Stadt. „Nuclear War“ geht gegen die Regierungen, die uns alle in ihren Kriegen irgendwann vernichten könnten: „Ausgebrannte Häuser weisen darauf hin: Sobald jemand die Macht hat macht alles keinen Sinn.“ So ist es nunmal: Regierungen machen Kriege, die heutzutage viel zu große Ausmaße annehmen, wenn man jetzt mal über Atomkraft spricht. Das ist alles mit nichts zu rechtfertigen, finde ich. „Nachgedacht“ ist ein guter Track über das Nachgrübeln bei Nacht. Ein ziemliches Luxusproblem. Wenigstens wird der Texter nicht wie ich von Verkehrslärm am Einschlafen gehindert – nein, er ist es selbst, der sich am Schlafen hindert. „Knaster“ ist eine eher rasante Nummer über Menschen, die oft in den Knast kommen. Vielleicht kennt der Autor Leute, denen das passiert ist… In „Rechte Rowdys“ geht es um Neonazis. Der Text ist leider nicht gegen Boneheads, sondern gegen alle Skinheads gerichtet, gegen Oi. Ich finde Oi-Musik nicht schlecht, daher stört mich das etwas. Dann ist der Text noch dagegen die Wände zu beschmieren. In „Anarchie“ (siehe BRD Punk Terror-Rezension) singen sie noch über das Beschmieren von Wänden mit Anacrhiezeichen und fanden es super. Aber naja, eigentlich haben sie recht, man macht sowas nicht. „Egal“ hat gute Textzeilen: „Deine Umwelt, die intressiert dich nicht. Nichts hat für dich Gesicht. Du sagst: Mir ist alles egal, hast du denn ein Herz aus Stahl?“. Ein Aufruf sich mal einzubringen und was aus sich und der Welt zu machen. Das heiße ich gut! Das ist nur positiv. Hier singt übrigens eine Frau mit, abwechselnd mit dem Sänger. Das kommt echt gut rüber. In „Überwachung“ geht es gegen das System, das uns verwaltet und knechtet bis zum Ende. Mir persönlich ist Überwachung sehr unheimlich, da sie zu Folterzwecken missbraucht werden kann, und ich bin auch gegen Machtausübung in Familien, Zwangsbeschulung und die Forderung des Arbeitsamtes, das Leute arbeiten MÜSSEN. Also ein gutes Lied! Jetzt kommt das Titellied: „Wir sind dabei!“, ein kleines Partylied. Für mich ist es das schwächste Lied des Albums, keine Ahnung warum, aber es spricht mich nicht an. Vielleicht weil ich das Beschriebene nicht miterlebt habe, in einem Auto überall hinzutuckern, auf jedes Konzert. „Der blanke Luxus“ ist ein großartiger Punkrockhit, musikalisch, aber zum Text muss ich anmerken, dass wir nur von Glück sagen können, dass wir hier in diesem Land staatliche Unterstützung erhalten. Natürlich ist es nicht gut, dass es einen großen Abstand gibt zwischen arm und reich, aber immerhin geht man hier nicht ganz verloren. Glaube ich zumindest. Ich frage mich natürlich schon, warum es dann Obdachlose auf den Straßen gibt, vielleicht wegen psychischen Krankheiten und der daraus resultierenden Unfähigkeit seine Papiere beim Amt auszufüllen. Keine Ahnung, belehrt mich und schreibt einen Leserbrief! „Alte Schweine – neuen Welt“ gefällt mir textlich schon mal gar nicht, weil Jesus hier gelästert wird. So was Dummes brauche ich nicht. Da sollten sie nicht stolz darauf sein. Weiter geht es mit einem Text zu sozialer Ungerechtigkeit im Lied „Free in Crowd“, hier auf Englisch. Das stimmt schon alles, aber es wird auch übertrieben. Man kann vielleicht konstatieren, dass das Geld am Existenzminimum zu wenig angesetzt wird. Es passieren ja auch Katastrophen wie z.B. der Kühlschrank geht kaputt und überschwemmt die Bude, das hab ich alles schon erlebt. Dann darf man sich ein neues Gerät kaufen, die Frage ist von welchem Geld. Dann steht man ohne Kühllagerung der Lebensmittel da und alles vergammelt. „Nichts für uns“ ist ein eher pubertärer Text gegen die ältere Generation und die Ablehnung ihrer Gewohnheiten, zB „Einmal im Jahr wird Urlaub gemacht“. Als wäre das so schlimm, seid ihr nicht auch glücklich, wenn es endlich mal in den Urlaub geht? Aber im Text heißt es: So wie sie will ich niemals sein.“ Wahrscheinlich weil es auch heißt: „Sie verstehen uns nicht“, also wenn man sich auch noch anderes vorstellen kann, dann wird man sozusagen geradegerückt, und da muss man erstmals mit umgehen können. Oh, schon wieder geht es um soziale Ungerechtigkeit! „Gold hatte ich nie, doch ich rackerte wie Vieh“, singt der Müllstation-Sänger in „Schwarz-Rot-Gold“, in dem die Farben der deutsche Flagge neu gedeutet werden. Man merkt, dass er sich deswegen so aufregt, weil er sich eben bemüht hat, es zu etwas zu bringen. In „Geld raubt dir die Vernunft“ geht es wieder um arm und reich, diesmal mit dem Fokus auf den hohlen Lebensstil der Reichen. In „Vollgefressen“ kommt dann die Rache des kleinen Mannes, der mal einen Penny plündert und sich vollstopft mit Lebensmitteln. Gibt es echt Leute die hier hungern, trotz Sozialstaat. Man sieht es zumindest auf den Straßen selbst, wenn Leute wieder im Mülleimer wühlen und ein Stück Pizza herausholen. Es folgen noch zwei Bonustracks: „Angst“ und „Pogo im VPKA“. Im ersten Lied geht es um Zukunftsängste. Das erste Lied ist im Vergleich sehr sehr ruhig und könnte auch neben Fliehenden Stürmen auf einem Sampler sein. Hier zeigt der Sänger mal Gefühle über die Lage, vielleicht sozial abzusteigen und zum Lohnsklaven zu werden, nachdem der Schutz im Elternhaus aufhört. Im zweiten Lied geht es um Punktanz im Polizeipräsidium der DDR, wohl ein kleiner Wunschtraum. Vielleicht sollten sich auch Polizisten mit Punk auseinandersetzen, wäre nicht unmöglich und brächte auch Vorteile mit sich. Mir hat das Rezensieren jedenfalls wieder Spaß gemacht. Mein Fazit ist, dass das hier immer noch eine flotte Scheibe ist mit einigen guten Nummern. Außerdem regt es mich zum Nachdenken an. Was ich zu sagen hatte, habe ich gesagt.


TOXIC WALLS „Der Herbst in deiner Seele“

Der Anfang der CD ist eine kleine anarchistische Rede. Dann kommt ein Lied über soziale Ungerechtigkeit im Land („Neues Land“). zur Musik: Das hier ist ein ausgefeilter eigener Stil, genial gespielt. Es kommen immer mal wieder Chöre vor. Textauszug: Große Geschäfte, größer der Betrug“. Der Refrain ist sehr positiv: „Wir warten auf die Freiheit, jeden Tag kommen wir ihr näher. Bewahr dir den Verstand, für unser neues Land.“ Dann wird’s wieder anarchistisch: „Leben ohne Schranken, das ist unser Ziel“ Dann geht es auf einmal gegen Zeitungen, gegen Journalisten. Ich weiß nicht genau, was sie wollen, vielleicht wollen sie sich nur über die Zustände beschweren im Sinne einer Liste. Ich glaube ja auch, dass es besser werden kann in jedem Bereich, und dass die Freiheit von heute auf morgen da sein könnte, wenn wir es wollen würden. Hm, mal weitersehen: In „du“ geht es eventuell um eine Frau, so stelle ich es mir zumindest vor, mit der der Sänger nicht klargekommen ist und die ihn abgestoßen hat. „Du zeigst mir niemals dein Gesicht. Mal bist du lieb, mal bist du kalt. Gestern warst du noch glücklich, und heute hast du mich abgeknallt.“ Er sagt, sie solle auch mal an andere denken. Dieses Thema zieht sich ohnehin durch das Werk der Toxic Walls. Das Lied gefällt mir gut, ein gutes Portrait. „Weg der Zeit“ ist ein großartiges Stück über das Schicksal. Gut nachvollziehen kann ich Textzeilen wie: „Zu lang geträumt und geglaubt an Wunder, die es gar nicht gibt“ und „Ich sperr mich ein in Illusion und Einsamkeit, die ist mein Lohn“, - , „denn noch bin ich nicht allein und ich mach das Beste draus.“ Jetzt kommt „Wir gehen los“ geht es um sozialen Zusammenhalt und darum soziale Ressourcen zu nutzen. Mir gefällt die Textzeile: „Und alles was man träumen kann, das fängt mal kurz zu leben an.“ – „Wir gehen los“ stimmt mich auch positiv. Im Lied „Alles Lüge“ geht es darum Freunden die Wahrheit zu sagen, mal wieder ein super Lied! Auch bei „Die Bombe tickt“ gibt es gute Textzeilen: „Wer kann dir schon erzählen, dass die Welt sich ewig dreht, dass das Gute immer gut ist und alles Böse einmal geht“. Die Musik ist weiterhin sehr schnell und facettenreich. Im Titel „Der Herbst in meiner Seele“ geht es um Depressionen, die ziemlich gut beschrieben werden: „Und dann zum letzten Mal, mir ist alles so egal.“ Dann kommt noch Alkohol ins Spiel. „Keine Sorgen“ ist ein schönes Lied mit viel Hoffnung innerhalb vieler Probleme. Der Sänger: „Ich mach mir einfach keine Sorgen!“. Weiter im Album:„Nur ein Gefühl / Auf den Berg“ kommt jetzt. Hier verstehe ich nicht ganz worauf der Sänger hinaus will. Es geht irgendwie durch die Macht anderer, wer weiß wen er meint. Er beklagt soziale Kälte. Wie dem auch sei, hervorheben will ich die Textzeilen: „Ich sprech nicht mit Worten die andere verletzen, ich sprech nicht mit Worten, die andere zersetzen; Ich sprech nicht mit Worten, darauf kommt es mir an, ich sprech nicht mit Worten, ich sprech niemanden an.“ Nun folgt „Schritt ins Leere“ Hier geht es ganz generell um das Land der Kleinkarierten und Bornierten, wo jeder Schrei verhallt. Er selber sieht sich als „abgedreht“, aus der Sicht der anderen gesprochen. Teilweise erinnert mich diese Band an die Gruppe Tagtraumm vor allem in dieser Nummer. Das Lied „Mörder der Gefühle“ ist wieder etwas eingängiger. Es ist die Rede vom „Äther dieser unrealen Welt“, als dubioses Mittel um Wärme zu kriegen, vom „TV-Volk“. das sich stumm verhält. Er beklagt die „Vernichter wahrer Liebe“. ich finde das alles gut formuliert und das Lied macht mir Freude. Jetzt folgt „Ohne Worte“ – ein Instrumentalstück, auch mal ganz entspannend, nach all dem Stöbern im Textheft. Die Texte sind ja allgemein nicht so gut zu verstehen bei dieser Band. So, im Lied „Verlorene Zeit“ geht es um eine Liebe, die den Sänger nicht glücklich macht. Das Lied ist auch sehr gut. Ich muss mich allerdings noch ein bisschen reinhören, um den Text quasi auswendig zu können. Zum letzten Lied: „Mittelklasse“. Hier zeigt sich nochmal die Kluft zwischen dem Textschreiber und der Welt, die ihn umgibt. Er kommt einfach nicht klar auf vieles. Der Text ist ein bisschen schwächer als die anderen und mir scheint, er klagt ein bisschen viel. Zum Beispiel geht es gegen das Fernsehen, als wäre das so schlimm, er kanns ja einfach ausschalten, wenn er nicht gucken will, oder die Frau verlassen, die immer laufen lässt. Mein Eindruck von dieser Band und diesem Album ist ein sehr sehr guter, alles in allem und trotz der Schnitzer. Die Beschäftigung damit hat mir sehr viel gebracht. Die Toxic Walls spielen wirklich gut, das ist astreine Musik, vom Feinsten.


Schlachtrufe BRD VI

Track 1 kommt von Schlusspunkt. Geboten wird fett produzierter Punk, mit elektronischem Einschlag. Es kommt ein Ruf nach Wahrheit daraus hervor. Angestrebt wird ein Leben im Hier und jetzt, nicht gestern und nicht morgen. Da mach ich mir Gedanken darüber. Was ist Punk? Leben im Hier und Jetzt vielleicht. Track 2 ist Fahnenflucht. Es gibt melodischen Punk. Textlich geht es um die Rekrutierung der neuen Nazis, die dann zusammen aufmarschieren. Sie bewerkstelligen, wie Fahnenflucht wohl erkennt, eine Imagekultur der rechten Szene durch ihre Lieder. „Dagegensein dient der Imagekorrektur“. Sehr interessant. Track 3, das ist Frustkiller, wieder fetter Punkrock, professionell. Text handelt von sozialer Ungerechtigkeit und deren Folge: Das Degradiert werden zu leblosen Statisten. Das Problem, das mir dazu einfällt ist das Ausgeschlossensein von Ausgehmöglichkeiten durch das geringe Einkommen. Track 4 ist das bekannte Untergangskommando, mit „Punk & Polizei“. Ein spaßiges Lied über das Verhältnis von Punk und Polizei. Punk wird hier definiert als „Untergang der Zivilisation“. Hört sich schlimm an, aber was wenn die Zivilisation uns zum Feind wird? Sollen wir dann nicht wenigstens einmal überdenken? Oder einfach nur dran festhalten? Gute Frage….Ich will nicht egozentrisch sein. Track 5 ist von Überflüssig „Tod dem Naziterror“. Hier wird auf Menschen gespuckt und die Faust rausgereckt, das finde ich nicht so gut – mit Gewalt kommen wir nicht weiter. Ich finde wir sollten uns eher zusammenrotten anstatt hier die Racheengel zu spielen. Und an uns selber arbeiten. Was sind unsere Argumente? Ist uns das überhaupt alles so klar? Wer sind die anderen, wer sind wir? Track 6 kommt von Popperklopper und heißt „Verhör“. Polizeimethoden werden hier ganz genau beschrieben. Da kriegt man ne Gänsehaut vor Schrecken. Da hätte ich aber mal keinen Bock drauf, vor allem da das Wort Folter darin vorkommt. Musikalisch ist das hier typisch Popperklopper, wie man es kennt: Geradliniger Punk mit viel Stärke darin. Gute Arbeit. Track 7 ist von Betontod und heißt „Angst“. Betontod empfielt hier, drauf zu hauen und sich zu verpissen, seltsam. Als wäre das so ungefährlich, es gibt immerhin Knäste aller Arten. Ich kann und ich will das nicht unterstützen. Man sollte Gewalt ohnehin überdenken und gucken, dass man irgendwie klarkommt mit allem, schließlich ist man auch am Leben. Track 8 ist von den Baffdecks, einer guten Band mit ganz eigenem Charme. Aber worum geht es hier eigentlich? Ich trage das mal zusammen: Verfolgung, Degradierung zum Tier, Nichtexistenz der Freiheit, Lügen (wohl von von Politikern), Isolation einer Nation vor der Außenwelt, Menschen in den sicheren Tod schicken (gemeint ist wohl Abschiebung), Illegalisierung, Entrechtung, Kriminalisierung, Hausdurchsuchungen, die Hölle. Da kommt so einiges zusammen und man weiß nicht worauf der Fokus liegt, was von dem jetzt stimmt und was nicht. Irgendwie nicht so gelungen, der Text. Track 9. ist Planlos mit „Nummer im System“. Klingt wie immer nach den Toten Hosen. Text: Irgendwas nimmt ihm die Lust zu leben. Was kann das nur sein? Er kann sich so schwer aufraffen. Warum? Die Antwort kommt in Strophe zwei: Korruption und Lauschangriff – letztendlich kriegt man Angst eine Nummer im System zu werden. Wie hängt denn das zusammen??? Also das ist mir nicht so ganz klar. Oh, ich hab keine Lust zu arbeiten, vielleicht weil Angela Merkel korrupt ist. Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Track 10 ist die Junge Union mit „Antifa“. Es ist ein gutes rockiges Lied gegen rechts, wo klar erkannt wird, dass die Bilder schlimmer sind als die Songs in der Rechtsrockszene: „Zu viele Hakenkreuze, zu viel schwarz-weiß-rot“. Sich selbst bezeichnen sie als „Demokraten“, was ich sehr gut finde. Wir sollten endlich den Mut bekommen für unsere Rechte in der Demokratie einzustehen. Tucholsky wird zitiert, mit „Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft“. Ein Verweis auf die Kultur ist immer gut. Track 11 sind die Räubertöchter mit einem Ska-Pop-Punk gegen die Arbeitsmoral in einem System wie diesem, in dem man immer nur buckeln und spuren muss. Leuchtet ein. Den Rundumschlag gegen alles politisch rechte könnten sie sich dann auch sparen, es muss doch nicht immer so ein Gesamtbild gezeichnet werden, dann endet es platt und parolenhaft. Lieber mal auf etwas konzentrieren und das eindeutig und übersichtlich schildern und auseinandernehmen. Wieder kommt, bei Track 12, das Untergangskommando mit „Hass und Gewalt“. Den Track finde ich nicht so gut, denn die Antwort ist „Liebe und Frieden“. Schließlich sind wir Menschen und zusammen sind wir stark. Wo wir hinwollen müssen wir selber herausfinden und dürfen uns nicht vom Zerstörungstrieb dahin leiten lassen, weil auf dem Weg dahin zu viel auf der Strecke bleibt. Man stelle sich mal zB eine gewaltsame Revolution vor, sollen die Menschen mit Behinderungen dann auch mitkämpfen? Nein, sie gehören zu einer friedlichen Gesellschaft, das ist wichtig. Wer anderer Meinung ist: Einen Leserbrief bitte! Track 13 ist Sprengsatz mit „grüne Pestilenz“. Hier wird wieder deutlich wie sehr die Bullen die Menschen nerven. Da finde ich Anarchie besser. Das Lied gefällt mir, außer dass Punk wieder undefiniert hier rumschwirrt – es sei denn: Sie meinen glaube ich Punk sei das Gegenteil von Polizei. Die Prügelknaben der Nation. So kann man sich nennen, denn die Polizei darf ja nicht emotional reagieren. Ich finde solche Punkdefinitionen wichtig, damit man weiß OB man Punk überhaupt will. Wir müssen da Sicherheit erlangen, dafür oder dagegen. Wenn dagegen, dann heißt es Neues ergründen, auf in neue Dimensionen. Das ist viel wert. Track 14 ist Thanheiser mit einem Erinnerungslied: „Unsere schönsten Jahre (verschwendete Zeit)“. Wird hier wirklich Andreas Bader idolisiert? ich muss kotzen. Das sowas dämliches auch immer wieder in der Szene kursiert…Die Rede ist hier von „Träumen“, die der Sänger leben will, jenseits von „Familie- und Karrierestreben“. Das kann er doch machen, oder nicht? Wer hält ihn denn davon ab. Wozu muss er denn zu Terrorismus greifen? Track 15. ist Morgentot mit „Stoppt den Hass“. Die Klänge sind hier etwas metallischer. Man wirft den Nazis vor kriegerisch zu sein und sich nur gleichschalten zu lassen, so dass Menschenskinder keiner Chance mehr haben. Gefallen tut mir die Textzeile „Stoppt den Hass!“ denn die Liebe und Empathie sind das Wichtigste. Übel aufstoßen tun mir Zeilen wie „Stoppt (…) jedes arische Blut.“ Als wäre arisches Blut schlechter als anderes Blut. Sollen die doch unter sich ficken wenn sie das wollen.Auch Zeilen wie „Die Zukunft funkelt morgenrot“, sind wir jetzt mal wieder plötzlich Kommunisten und gehen zurück in die DDR? Nicht mein Fall. In Track 16 kommen die Cadizier zum Zuge. Ausschweifender, atmender Punkrock. Aber leider ein Lied für Randale und Chaos stiften. Als wäre das die Lösung. Da bekommt man doch gleich auf den Deckel, das führt doch zu nichts. Was soll das außerdem ändern? Werden wir uns untereinander dann plötzlich besser verstehen, wollen wir dann nicht immer noch alle etwas anderes? Feind ist hier die Korruption. Track 17 stellen die Troopers mit „Mord und Totschlag“. Eigenständiger Punk-Rock mit gruseliger Stimme. Es geht hier um Gewalt jeder Art. „Mord und Totschlag ist die Kugel in der Brust.“ Das Lied kommt gut, so direkt nach den Cadiziern. Schandfleck stellen hier den 18. letzten Track. Die Musik ist etwas ruhiger, aber mit verzerrter Gitarre. Der Text ist keine Feindbildcollage, aber führt auch zu viele Missstände auf, nur um dann das Land als Irrenhaus zu bezeichnen. Trotzdem gefällt mir der Titel, weil es um eine Suche nach Gründen im Text geht, wenn er zB sagt: „Mir fällt einfach kein Grund mehr ein, hier auf dieses Land stolz zu sein.“ Da steht dann die Frage nach dem Nationalstolz im Vordergrund des Textes und bietet genug Substanz. Ich denke nur, man sollte beim Thema Nation trennen zwischen dem Staat BRD und dem Land, das wir einfach sind, da wir hier jeden Tag leben und aufgewachsen sind. Musikalisch ist alles stimmig ist und der Sänger kommt sympathisch rüber. Alles in allem finde ich die CD etwas mager, aber ein paar gute Lieder sind drauf. Popperklopper ist dabei der Gewinner.


Die Ärzte – Planet Punk

Das Album beginnt mit „Super Drei“, einem Lied mit gutem fett produzierten Punkrock. Es ist ein Lied über sich selbst, mit dem Image, das sie von sich kreieren (Als Punks? Na wegen „Planet Punk…“) Sie sind die beste Band der Welt, „lungern an Schulen rum und verkaufen kleinen Kindern Crack“ – was ist denn das für ein Schwachsinn? Wer denkt sich denn sowas aus? Ich bin schwer erschüttert von die Ärzte. „Schunder-Song“ handelt wie sicher jeder weiß um Gegengewalt an einem Schlägertypen. Das Schlagzeug bringt eine gute Action, und Bläser tun ihren Dienst. Ob das jetzt so toll ist jemanden einfach zusammenzuschlagen lasse ich mal offen. „Hurra“ handelt –wie auch bestimmt bekannt, da im Fernsehen oft gelaufen - von der angeblich so makellosen Gegenwart. Das ist natürlich ironisch gemeint. Die Zustände sind garantiert nicht gut, wie wir spätestens nach der Flüchtlingskrise (= Krise für Flüchtlinge) wissen. Musikalisch ist das hier poppiger Punk würde ich sagen. „Geh mit mir“ ist ein Text für Teenager und ihre Liebe. Musikalisch ist das wundervoller Rock. „Langweilig“ ist ein witzig aufbereiteter Text über jemaden, der auf einen anderen wartet. Die Musik ist typisch Ärzte Deutschrock. „Mein Freund Michael“ ist eine Verarsche von Michael Schuhmacher, sehr poppig. „Rod Loves You“ – das klingt noch poppiger, nach Discomusik. Ist total Parodie, nicht ernst gemeint. „Der Misantroph“ ist ein richtiger Punksong geworden. gegen das Vollgequatscht werden. Punk ist hier die Ablehnung der Gesellschaft in ihrer Art penetrant auf einen einzuwirken. Punk stößt sie ab. Vermissen, Baby ist atmosphärischer Punk-Rock mit einem Schuss Metal. Textlich wirkt es auf mich etwas ironisch. Es geht um einen Mann der verlassen wurde und jetzt meint, dass die Frau ihn vermissen würde. Das ganze kommt recht machomäßig und übertrieben rüber. Ist halt wieder die lustige Schiene. Nazareth ist ein hymnisches Lied über totalen Unsinn, einen Mann der sich von seinem eigenen Rotz ernährt wie es scheint und das dann auch noch dazu benutzen will, eine Hungersnot zu lindern. Ist das was dran? Können wir uns von Popeln ernähren? Das Lied hätten sie sich sparen können, genau wie „Mein Freund Michael“ und „Rod loves you“. Lustig dagegen kommt die „Meine Ex(plodierte Freundin)“ rüber, mit exotischer Musik und absurden Textzeilen über eine plötzliche Explosion eines Menschen. „Die Banane“ ist wieder etwas unsinnig – ein Lied über einen Mann der ein Date versaut, weil er es nicht aushalten kann wie die Frau eine Banane isst. Er denkt daran an Fellatio und fängt an zu sabbern. Musikalisch ist das aber besser, sehr ruhiger Rock, dann mit Streichern. „B.S.L.“ ist ein Lied über harte und schnelle Musik mit dem ausgedachten Genrenamen „BSL“. Den Hintergrund dieses Namens müsste man mal in Interviews nachschlagen. „Die traurige Ballade von Susi Spackowinski“ ist wieder ein langsames eher rockiges Stück, in dem es um ein Mädchen geht, das vergewaltigt wurde und das den Vater dann kastriert als Rache. Irgendwie spricht mich das Lied nicht an, weil Susi darin „Punker“ und „Abschaum“ genannt wird. Am Ende kommt sie dann auch noch in die Hölle, das ist dann kein Happy End. Gut gefällt mir dafür „Red mit mir“, ein schneller Abgehsong über die Lust am hemmungslosen Quatschen über alles unter Freunden, sich einfach total öffnen. Das liegt mir und das mag ich als Song dann auch. Textzeilen: „Du suchst doch Mr. Listen, er steht genau vor dir, lass mich dein Therapeut sein, bitte red mit mir!“ - „Trick 17 m-s“ ist ein Lied über den Plan, Selbstmord zu begehen mit allen Möglichkeiten und Gründen. Muss irgendwie nicht sein, da ich keine Lust habe mich umzubringen. „Opfer“, das letzte Stück,  beginnt mit einem Chor und wird dann zu einer schnellen Punknummer mit politischem Text. Es ist aus der Sicht eines Kapitalisten geschrieben, der auspackt darüber, was er wirklich denkt. Die Menschen sind ihm egal, er vernichtet die Welt und denkt nur an seinen Profit. Er sieht sich selbst nicht als schuldig an, sondern als Opfer des Kapitalismus. Sehr interessant. Fazit: Es sind immerhin 8 ganz gute Lieder drauf, das beste ist der Misantroph für die schlechte Laune, die man ja auch manchmal haben soll / hat!


The Annoyed – Propaganda und alte Werte

The Annoyed machen schnellen harten Knüppel-Deutschpunk mit Melodien. Die Lieder sind fast alle im gleichen Stil gehalten. „Verbrechen lohnt sich“ ist ein Lied über Kapitalisten, ganz gut umgesetzt. Da kann man nicht meckern, sowas gibt es leider wirklich. “Deutsche Traditionen“ ist ein Lied über Nationalismus. Ich finde es nicht so gelungen, weil die Quintessenz der Gegensprache nicht deutlich wird. Wie definiert er überhaupt Nationalismus? Es beleibt nur der dumpfe Vorwurf, es wäre nazimäßig, ausbeuterisch. Der Vorwurf, es sei kriegerisch wurde Deutschland ja in den letzten Jahren gerecht mit all den Operationen im Ausland. „Ich bin ich“ - hier wird es philosophisch „Ich bin ich und niemand anders und kein Mensch auf dieser Welt hat das Recht mir zu befehlen, denn ich mach was mir gefällt.“ Das Lied ist gelungen. (…) „Pass dich an, füg dich ein, denk nicht selbst das kannst du nicht. Wir können das viel besser und tun nur unsre Pflicht.“ Einfach gute Zeilen! Gut geht es weiter mit „Wer nicht kämpft“Ein sehr positiv gehaltener Text gegen die Gesellschaft, wo man sagt was man will und nicht was man nicht will. Man will sich zB unterscheiden, mutig sein, nie kapitulieren, dazu stehn wenn man was sagt, sich mit netten Leuten zusammentun ect… Ausfallend wird dann aber der Refrain mit dem „Wer nicht kämpft hat lange schon verloren“. Was meint er damit? Warum muss er kämpfen? Am Ende des Liedes wird es klar: Jedes Nazischwein kriegt einen Tritt. Ist das jetzt wirklich so gemeint wie es gesagt wurde? Will der Schreiber rausgehen und Leute verprügeln? Keine Ahnung, ich finde das Lied doch nicht so gut. Gewalttätig geht es weiter mit „Totgemacht“, wo es um eine Tat aus Eifersucht geht, wo der Sänger seine Freundin killt auf bestialische Art und Weise. Ist das nun eine Tat aus Liebe, wohl eher nicht mehr ganz, was den Autoren hier nicht cooler macht. In „Tapferschwein“ wird eine witzige Geschichte über ein Schwein erzählt, das sich gegen einen Metzger wehrt und flüchtet. „Tod & Co. KG“ ist ein eher paranoides Lied über die Macht in diesem Land, wo zum Beispiel behauptet wird es gäbe von Reichen organisierte Schlägertruppen, die ausschwärmen und Leute angreifen. Ich weiß nicht, ob ich mir solche Ansichten hier aufschwatzen lassen sollte. „Dagegen“ ist ein total überflüssiges Lied über alles wogegen er ist, super Feindbildbeladen und platt und leer. Dann zählt er auf wofür er alles ist und sagt auch noch: Für die Sünde. Dann plötzlich sagt er: „Keine leeren Worte mehr, es muss mal was geschehen.“ Sonderbar. „Wenn wir hier nichts ändern, ändert sich nichts“ mag ja stimmen, aber das Lied ist trotzdem zu…ich sage mal generell. „Aufgewacht“ ist ein Lied über die brutale Gesellschaft und ihren Helfer die öffentliche Meinung, in der Leute, die anders aussehen nicht gut abschneiden. „Wir schlagen zurück – setzen uns zur Wehr“ ist dann die Konsequenz daraus. Wehren muss man sich ja, wenn man angegriffen wird. „Im Namen der Ehre“ ist ein gutes Lied über das was Leute machen, wenn sie von mächtigen rekrutuiert werden dazu. „Geschickte Populisten waschen ihr Gehirn, machen sie zu Terroristen und gewaltbereiten Irren.“ - „Alles Lüge“ geht auf das Grundgesetz ein und nimmt es in seinen Grundzügen auseinander, es wird an der Wahrheit gemessen. Leute kriegen hier von Polizisten auf Demos auf Maul, Reiche gewinnen alle Prozesse gegen Arme, Naziparteien sind erlaubt. Das Lied ist teilweise etwas langsamer. In „Aufgewacht“ geht es um eine vermisste Nische im System. Ich weiß nicht was er damit meint: Einen guten Arbeitsplatz wahrscheinlich, der auch Spaß macht und wo man sich weiterentwickeln kann. Am Ende wird noch Jesus zitiert: Wenn wir den Splitter im Auge des Bruders erkennen“. Das finde ich interessant und gut. „F.K.S.S.“ ist ein Stück nur auf Gitarre über das Unglück verhasster Menschen, zB ein Bonze der mit seinem Mercedes in eine Autonomendemo fährt und dessen Wagen zerbeult wird. „Stolze Deutsche“, hier wird über Nationalisten gewettert. Ich möchte daran erinnern, dass diese einfach Andersdenkende sind und keine Rassisten sein müssen. Fäkalausdrücke wie „Ich scheiß auf euch“ müssen nicht verwendet werden, ihr Hitzköpfe! So erstickt ihr jede Debatte! Das Argument, dass die Kleider und andere Produkte aus verschiedenen Ländern kommen, finde ich gut, aber das sagt noch nichts über Nationalstolz aus. Man kann stolz auf Deutschland sein und trotzdem international denken, scheinbare Widersprüche vereinen, ja so groß und ausgefeilt kann ein Weltbild sein. Also handelt nicht übereilt. Es folgte noch das Stück „Leid“. Ich versteht den Text irgendwie nicht ganz, er ist auch nicht abgedruckt, weil es ein Bonustrack ist. Das letzte Lied ist „Wilhelm + Wilhelmine“, auch nicht ganz verständlich. Was sage ich als Fazit zu diesem Album? Die Beschäftigung damit hat Spaß gemacht, auch wenn ich nicht immer einer Meinung war. Ein paar richtig gute Lieder hat es zu bieten. Vor allem „Ich bin ich“ hat mich überzeugen können.


Schlachrufe BRD IV

Los geht’s mit Bums und „Unsre Liga“. Gespielt wird flotter Punkrock mit Melodie und Chören. Der Sänger singt ziemlich cool und der Text ist auch geil: „Komm in unsre Liga, steh auf, wir sind Brüder. Den Kampf schaffst du nicht allein“. Das ist doch sehr positiv. Solidarität unter Bunthaarigen. Auch gut finde ich die Textzeile: „Wir haben den Traum noch nicht getauscht, gegen Nadel und den Rausch, haben uns Brücken aufgebaut, auf die sich keiner so schnell traut.“ Auf der Zwei kommt Dritte Wahl mit ihrem Geschepper und ihrem eingängigen Refrain. Das Lied heißt „Auge um Auge“ und es geht: „Auge um Auge Zahn um Zahn, nur immer alles hinzunehmen, nein wir denken nicht daran.“ Ich finds jetzt nicht sooo gelungen. Auf der Drei kommt Rawside mit ihrer derben Nummer „Schlag zurück“: „Zur Anpassung sind wir niemals bereit, erheb deine Faust, es ist soweit“. Ich merke an, dass Anpassung auch nicht das Schlechteste ist, dass es im Eigeninteresse liegt sich auf die anderen Menschen einzulassen und ein Teil der Umwelt zu werden. Es geht hier wohl darum nicht ganz unterzugehen in einer Kultur, die einen ganz auffressen will, also auch das Nervenkostüm. Auf der Vier kommt Chaos Z mit „Vergiss es nicht“. Es wird geschriehen und mit der Stimme gestaltet. Die Musik ist einfach zu punkig, im Refrain wird’s interessant. Es entsteht ein Stimmungsbild vom Leben in dieser Gesellschaft und es wird aufgeführt, was man alles ertragen muss. Im Ref kommt das zentrale Thema, das des dummen Befehls, dem mans ich nicht fügen will. Dieser Befehl kann wohl auch von Vorgesetzten kommen, darum haben wir hier auch keine Anarchie, es sei denn wir bleiben zu Hause. Auf der Fünf kommt die Terrorgruppe mit „Wochenendticket“. Es ist ein frohes Lied über Party, die schon in der Bahn losgeht, typisch Punk eben – egal was das Umfeld sagt, wir feiern jetzt. Naja, auch nicht ganz rücksichtsvoll. Am Ende wird noch die Notbremse gezogen. Auf der Sechs kommt „S.I.K.“ mit „Gerechtigkeit“, ein ruhiges Punklied über die Korruption des Justizsystems, gekaufte Alibis und Zeugen. Der Sänger glaubt hier nicht mehr an die absolute Gerechtigkeit im Lande, dann auch aufgrund der Kriege, die geführt werden (und der Umweltverschmutzung). „Die Leute die dann sterben intressiert sie einen Scheiß – hauptsache das Geld auf ihren Konten bleibt steif“. Das sind wahre Worte, in Kriegen sterben Zivilisten, daher sind sie zu vermeiden. Stattdessen ist eine weltweite Solidarität unter den Menschen angesagt. Auf der Sieben kommt „Sluts´n“ mit einer merkwürdigen Ansage gegen Lichterketten. Es hat die Interpreten wohl einfach aufgeregt, dass die Leute zwar demonstrieren, aber nichts verstehen. Wo er das nun hernimmt weiß ich nicht. Ich klicke einfach weiter. Auf der Acht kommen die Ärzte mit „BGS“. Was hier geboten wird ist ein unglaublicher Scheiß. Als würde man hier in Deutschland eingesperrt wein, als müsse man zu Gewalt greifen. Am Ende heißt es kannibalistisch „Hängt die Bullen auf und röstet ihre Schwänze.“ Das ist einfach schlecht. Buh! Ekelhaft. Auf der Neun kommt Morgentot mit dem Lied „Fremdenhass“. Metallischer schneller Punk gegen rechtsradikale Brandstifter. Durchaus gelungen. Auf der zehn kommt Split Image mit „Kommerz“, einem ziemlich doofen Text über Skins und Punks, einfach überflüssig. Am Ende wird gesungen: „Oi, aber nicht für dich!“ Das muss man sich jetzt von dem Deppen auch nicht wegnehmen lassen, Vollpfosten! Schlechtestes Lied auf dem Sampler. Auf der Elf kommt Kapitulation Bonn mit „Schweine“. Gute Textzeile: „Schnell hast du gemerkt, dass du schon wieder spurst“. Interessant. Auf der Zwölf kommen Toxic Walls mit „Es ist Zeit“. Gut gespielter, mal ruhiger, mal lauter Punk gegen das Unrecht in den Dingen, die ablaufen. Textzeile: „Wenn dein Lächeln in deinem Gesicht erfriert, weil hier doch keiner was kapiert.“ Gut geschrieben. Auf der Dreizehn kommt Zusamm-Rottung mit „Großmaul“ mit einem kritischen Text gegen die einjährige Randale am 1. Mai in Kreuzberg. „Der eigene Kiez wird platt gemacht – Klassenkampf für eine Nacht.“ Das ist für mich ansprechend. Auch das nächste Lied überzeugt. Auf der Vierzehn kommt Härter bis Wolkig mit „Arbeit Leben Zukunft. „Leben heißt für euch zu buckeln…“ Gute Mucke und Text, aber der Sänger klingt leider etwas komisch, als wärs nicht ernst gemeint. Auf der Sechzehn kommt wieder Sluts´n, diesmal mit „Chaos Kanal Total“ über die Chaostage. Mit Spannung wird das Geschehen im Fernsehen verfolgt. Man sieht es einfach gerne, wenn die Steine fliegen, das ist eher primitiv. „Blut will der deutsche Spießer sehen“ – der deutsche Punk anscheinend auch. Auf der Sechzehn kommt wieder Chaos Z, mit „Duell der Letzten“. Er singt „Eure Ordnung ist verkehrt“ und meint damit das öde Treiben jeden Tag, dem wir „machtlos“ gegenüberstehen. Menschen werden hier im Lande als „Müll“ abgetan. Die Musik von Chaos Z ist sehr stimmungsvoll und rhythmisch, auch melodiös. Auf der Siebzehn kommt nochmal Kapitulation Bonn mit „Blut“ mit einem Text gegen Krieg. Musikalisch gefällts. Ganz am Schluss auf der Achtzehn kommen Dritte Wahl mit „Greif ein“. Einfach gespieltes Rockbrett mit rufendem Gesang. „Lass das Glotzen sein, greif ein“, wird hier über Demonstrationen gesungen. Es ist eine ganz coole Nummer. Mir gefällt es besser als das Lied, das wir am Anfang hatten. Alles in allem ist es ein ganz guter Punk-Sampler geworden mit ein paar ganz guten Songs. Ich kann es nur empfehlen! Toll!Warum der Sampler Schlachtrufe heißt weiß ich nicht genau, wozu in die Schlacht ziehen, wo das nur Blut kostet???


Ton Steine Scherben – keine Macht für Niemand

Musikalisch geht es super los mit Leadgitarren und langsamen R´n´Roll-Beat. Texte sind sozialkritisch und positiv-romantisch. Das erste Lied ( Wir müssen hier raus!“) ist aus Perspektive eines jungen Menschen geschrieben, der sich über seinen Vater aufregt und beengte Verhältnisse. Das ist für mich nicht interessant, da ich ein höheres Alter habe und auch schon alleine und mit Ehefrau zusammen gelebt habe. Jetzt bin ich sogar freiwillig wieder zurück bei meiner Mutter im Haus eingezogen, sehe das also ganz anders. Gut gefällt mir aber der Refrain: „Wir sind geboren, um frei zu sein. Wir sind Teil von Millionen – wir sind nicht allein!“ Das zweite Lied (Feierabend) hat ein Klavier in petto. Der Text nimmt kein Blatt vor den Mund, siehe „Du kannst dein Geld im Puff ausgeben“…Ist nicht so mein Fall, vielleicht auch weil ich nie viel gearbeitet habe und die Feierabend-Schmacht nie kennengelernt habe. Bordelle sind eh nicht so mein Fall, das sehe ich eher kritisch, wenn auch noch nie damit näher auseinandergesetzt. Das dritte Lied („Die letzte Schlacht gewinnen wir“). beginnt mit einem eingänigen Thema. Der Sänger singt hier über die anarchistische Revolution und ihren Häuserkampf. Sich die Häuser einfach zu nehmen, wenn man obdachlos ist ist einfach nur gut und gerecht. Das muss die Politik einsehen, und wir brauchen dann auch keinen „starken Mann“ der uns führt und uns die Häuser dann wieder wegnimmt. Allerdings muss man sich dessen bewusst sein, dass man etwas mit der Besetzung etwas Illegales tut und ob man den Staat wirklich provozieren will. Da hat man dann einen Weg eingeschlagen, der zu einem Kampf führen kann, der letztendlich gegen Menschen geführt wird, die in den Uniformen immer noch stecken. Das vierte Lied ist wieder etwas ordinär mit „Puppe, ich bin heute geil“. Es ist zwar ironisch, schlägt mir aber auf den Magen. Ich finde es auch nicht witzig. Es wird über ein spießiges bzw prolliges Leben hergezogen, es ist aber auch nicht so gelungen. Das fünfte Lied („Menschenjäger“) ist etwas anders, ziemlich funky und hat einen suuuper Text über die politischen Verbrecher dieses Landes. Gefallen hat mir die Textzeile: „Ich mein die Menschenjäger, Schreibtischtäter (…) die uns milionenfach ermordet haben“. Es wird Solidarität eingefordert. Etwas daneben ist dann aber die Aufzählung bestimmter Personen am Schluss, wie zB „Franz Josef“ da kann ich mich dann nicht mehr mit eigenen Erlebnissen eindenken – hätte gerne da wackler mit reingepackt. Wie gesagt, ich hör da was eigenes rein. Das sechste Lied, dass eher ruhig, aber sehr rhythmisch daher kommt („Allein machen sie dich ein“) ist über politische Repressalien. Wieder geht es um Solidarität, die alles besser macht. Leider wird nicht genau gesagt was für eine staatliche Repression überhaupt gemeint ist, daher kann ich nicht sagen, ob ich das jetzt genauso sehe, oder nicht. Auf jeden Fall ist von Knüppeln die Rede, aber nicht zu welchem Anlass diese eingesetzt werden. Das siebte Lied („Schritt für Schritt ins Paradies“) ist sehr schöne Musik, einfach nur toll, sehr romantisch. Textzeilen: „Wer wird die neue Welt bauen, wenn nicht du und ich?“ – „Wenn wir suchen, finden wir das neue Land. Uns trennt nichts vom Paradies, außer unsrer Angst.“ Sehr optimistisch wird es mit: „Ich bin aufgewacht uns habs gesehn, woher wir kommen, wohin wir gehen.“ Optimistisch wird es mit „Der lange Weg, der vor uns liegt, führt Schritt für Schritt ins Paradies.“ Gemeint ist wohl ein Paradies auf Erden. Das achte Lied („Der Traum ist aus“) geht um eine Vison von einer besseren Welt, in der Mensch sich gegenseitig verstehen. Interessant finde ich, dass er auch sagt, dass genauso die Tiere sich untereinander verstehen (und mit Menschen?) verstehen sollen. Gesungen wird über Frieden und wieder das Besiegen der Angst. Rio will sich dafür einsetzen, dass der Traum, der so nicht mehr (in seinem Leben?) besteht, Wirklichkeit wird. Das Lied hat ein langes Solo mit einer Flöte, was aber sehr gut klingt. Jetzt kommt ein lustiges Lied („Mensch Meier“). Im Refrain gibt es einen Chor. Thematisch geht es um das Fehlen einer Fahrkarte. Die anderen Fahrgäste solidarisieren sich und schützen den Schwarzfahrer unter der Androhung, die DVG niederzubrennen. Ich finde das etwas übertrieben, aber der Ansatz der Solidarität ist natürlich nicht schlecht. Ähnlich fröhlich klingt das Lied Nummer zehn („Rauch-Haus-Song“). Es geht wieder um die Besetzung eines Hauses. Gute Textzeilen sind: „Der Senator war stinksauer, die CDU war schwer empört, dass diese Typen sich jetzt nehmen, was ihnen sowieso gehört.“ Wieder geht es um Solidarität im gemeinsamen Kampf um das Behalten des Hauses. Überdenken sollte man, ob Gewalt angewendet werden sollte,siehe: „Ich hau den ersten Bullen, die da auftauchen ihre Kappe ein“. Gerecht wäre es wohl, geht es zumindest um ein schweres Schicksal in Obdachlosigkeit. Politik sollte für Menschen gemacht werden und nicht nur für die Reichen. Die Welt muss einfach gerecht gemacht werden, auch wenn die Reichen das sicher anders sehen mit Sprüchen wie: „Die sollen sich alle mal mehr anstrengen, ich will meine zehn Häuser behalten.“ Der elfte Song „Keine Macht für niemand“ werden Politiker als Diebe und Mörder bezeichnet. Es tauchen Wörter auf wie verbluten und verhungern, was in Deutschland recht selten vorkommen wird. Warum Politiker Mörder und Diebe sind erschließt sich aus dem Song auch nicht. Im Refrain wird über einen Parole an der Wand gesungen. Sollte man wirklich Graffitties überall sprühen, oder geht man damit den Leuten auf die Nerven, zB bei denkmalgeschützten oder privaten Gebäuden? Meistens sieht es auch ziemlich ätzend aus und kommt einer Gehirnwäsche gleich: So musst du denken! blablabla, Anarchiezeichen. Das zwölfte Lied „Schlaf bei mir“ ist das ruhigste Lied des Albums. Es ist ein emanzipiertes Liebeslied: „Ich bin nicht unter dir, ich bin nicht über dir, ich bin neben dir.“ Weitere Textzeile: „Ich hab Zeit, denn ich liebe didch, ich hab Kraft, denn ich liebe dich. Du machst mich stark, du gibst mir Kraft. Du machst mich groß. Jetzt erst weiß ich sicher, wofür ich geboren bin.“ Es kann so einiges passieren, schließlich ist es die Einladung beisammen zu schlafen. Ich mag das Stück echt gerne. Mein Fazit ist: Das beste Lied ist „Schlaf bei mir“. Aber auch „Schritt für Schritt“ und „Der Traum ist aus“ sind ganz gut gelungen. Der Rest ist mir zu…was soll ich sagen: Prollig, abstrakt, übertrieben, von sich selbst überzeugt. Aber das muss jeder selbst entscheiden. Ich halte die Band für sehr wichtig und empfehle das Album einfach mal trotzdem. Musikalisch ist hier alles gut und ich mag den positiven Einschlag im Album.


EA80 - Schauspiele

Es ertönt sehr athmosphärische Musik mit Schlagzeug,Gitarre, Bass. „200 m und danach“. hat einen persönlichen Text über den fehlenden Mut beim Flirten und die heimliche Liebe zu einer Person, die, wie ich mir vorstelle, eine Frau ist. Das Lied hat eine Wendung in eine andere Stimmung. Der Betroffene kommt nach Hause und findet dort seine Einsamkeit wieder. In einem dirtten Teil wird das Leben ihm zur Qual. Das zweite Lied („Gugging“) ist von beschwingter Melodie, handelt über ein „Haus der Künstler“, das, wie man erfährt, voll Idioten ist, die einen auf Familie machen und den ganzen Tag rauchen, um selbstbewusst zu werden. Hört sich nicht gut an. Keine Ahnung, was ich von diesem Lied halten soll, da ich Gugging nicht kenne. „Starr“ ist ein Lied über ein unbegreifliches Leiden, das einen erstarren und die Umgebung versteinern lässt. Ich mag es irgendwie wegen dem Gefühl sich losreißen zu wollen aus seinen Fängen. Weiter geht diese einmalige Musik voller Zauber mit einem Song, den ich sehr mag. „Keine Frage“ mit einer Sehnsucht zu einer anderen Person: „Es ist keine Frage des Ortes, keine Frage des Körpers, nur eine Frage von Zeit“, heißt es. Das nächste Lied „Kann nicht heilen“ handelt über das Leben als Erwachsener mit allen Unannehmlichkeiten. Er ertönt das Geraschel von Ketten. Am Schluss wird der Song wie die Lieder zu vor etwas lauter. Der Sänger schreit: „Kann nicht heilen was nicht mehr da ist.“ Das ist interessant. Es folgt ein Lied über die Funktionsweise des Kopfes und wie sich der Verstand zusammensetzt, wie man sich entwickelt und bildet. Am Schluss heißt es: „Vielleicht werd ich einst forschen, in fremde Länder reisen, Eindrücke sammeln, die mir keiner so schnell nimmt“. Das folgt dann wohl im Studium. Mir gefällt dieser Song, obwohl sehr eingängig und melodiös gespielt, nicht so gut, da Gott hier als Lüge bezeichnet wird. Dafür kritisiere ich Punk an jeder Stelle. Das Lied darauf („Wundkörper“) ist sehr hart von Musik und Text. Es geht um einen Alptraum, irgendwas mit Katzen. Der Gesang ist mit einem Effekt belegt. Bei „Kopperschmidt“ wird es philosophisch und politisch. Es heißt „Nicht der König sein zu wollen heißt noch nicht, dass Widerstände ruhen. Ich bin nicht bereit alles hinzunehmen, was man mir (…) aufdiktiert“ heißt es im Song. Der Sänger will nicht der Knecht eines anderen im Leben werden, nehme ich an. Das kann ich gut nachvollziehen. Unterdrückung gibt es in vielen Formen und der König ist der Archetyp von Herrschaft. In der Geschichte haben es sich Könige auch nicht gerade verdient gemacht uns zu beherrschen – warum sollte es neue geben? „Schlachtfest“ ist ein merkwürdiger Song über die „Lust in der Verzweiflung“, und Nachdenklichkeit. Es heißt im Text: „Gibt es eine Vergangenheit?“ und „Wo ist die Zukunft meiner Worte?“ Selbstkritisch heißt es in der Bridge: „So traure ich um das Gestern, ohne das heute zu sehn“. Das ist interessant. So muss es ja nicht sein! Die Kopflastigkeit ist gut beschrieben. Im nächsten Lied „Die Vorleserin“ (marschartiger Rhythmus) geht es um das Ende einer Geschichte, die den Tod herbeiführt. Der Sänger stellt sich vor wie die Geschichte des Lebens nur von einer Frau vorgelesen wird. Das ist im Prinzip eine krasse Idee. „Kleiner Schaupsielführer“ ist das punkigste Stück des Albums über die Zeit mit Punkrock, über die Fotos die übrigbleiben, neue Helden die kommen. Der Text ist leider sehr undeutlich. Ich kann nur sagen, dass es kein Happy End gibt. Im abwechslungsvollen Stück „Ableser“ macht sich der Schreiber viele Gedanken und tastet die Wirklichkeit ab. Er kommt zu Lösungen, die unterschiedlich musikalisch untermalt werden. Das ist gelungen. Alles in allem finde ich diese CD, bis auf die Kritik von Gott wirklich gut! Die Musiker haben sich viel Mühe gegeben, die Texte sind tiefgründig. Das hat einen ganz eigenen Reiz und ist somit wertvoll für den Hörer.


Die Ärzte – Le Frisur

LE FRISUR ist ein Konzeptalbum der Ärzte, in dem es nur um das Thema „Haare“ geht. Auch das will mal besungen werden, interessiert mich mit meiner Glatze aber heutzutage weniger. Dennoch höre ich mal rein, denn es ist musikalisch interessant. Es geht los mit einem Bunderswehr-Trainigs-Chor als Intro, dann kommt direkt der ausgekoppelte Song „Mein Baby war beim Frisör“. das sehr rockig abgeht. Der Text ist lustig und handelt von einer Frau, die zum Frisör geht und dann von ihrem Freund nicht mehr gemocht wird. Dem schließt sich der Song „Vokuhila Superstar“ an, wo ein bestimmter Typ von Frisurenträger veräppelt wird. Das intressiert mich weniger, auch wenn der Song einen musikalisch schönen Refrain hat. Fortgesetzt wird die CD mit einem weiteren Hit, der im Fernsehen lief und zwar: „3-Tage-Bart“. Auch hier wird jemand aufs Korn genommen und zwar Leute, die sich einen 3-Tage-Bart wachsen lassen. Ich finde sowas auch hier weniger interessant, lasse lieber allen Leuten die Freiheit sich den Bart stehenzulassen wie sie wollen, bevor ich mich in meinem Hass verliere. Was ihnen nicht alles vorgeworfen wird: „Wenn du in einen Spiegel blickst wird erstmals rücksichtslos gewichst“. Das ist mir zu ordinär. Musikalisch wirkt es auf mich retromäßig. Mir gefällt es nicht ganz so gut, weil es eher einfallslos ist. Da bin ich von den Ärzten besseres gewohnt. „No Future (ohne neuen Haarfrisur)“ ist wenigstens hart gespielt. Der Text ist lustig und aus der Perspektive von Personal Coaches und Personalleitern geschrieben. Es folgt „Look. Don´t touch“ mit einem lustigen Text über einen Mann, dessen Frisur die Freundin nicht anfassen darf. Es ist abwechslungsreich gespielt, hat Härte und Harmonie. Beim Hören über die Kopfhörer bemerke ich zum ersten mal, dass auch Blasinstrumente darin vorkommen. Der nächste Track „Straight Outta Bückeburg“ ist ein eher doofes Liedlein über jemanden, dem zum ersten mal ein Bart wächst. Das ist für Betroffene interessant, für mich aber nicht mehr. Es ist mir auch zu sehr wieder eine Veraschung einer Person. Musikalisch ist es gut, vor allem das Ende gefällt mir, wo etwas metalmäßiges reinkommt, und dann noch das Solo. Tja, leider nicht zu gebrauchen der Song. Es schließt sich das Lied  an „Medusa-Man (Serienmörder Ralf)“. Es ist ein ganz schönes, ruhiges Lied mit Akustikgitarre als Basis. Das mag ich ganz gerne, aber der Text geht gar nicht. Erneut geht es um einen Haartypen – diesmal muss jemand mit langen Haaren an den Pranger, ein „Hippie“. Das ist strunzlangweilig und doof. Dem Hippie wird vorgeworfen, dass er mit seinen Haaren Morde begeht, indem er die Opfer damit stranguliert. Es kommt nun ein elektronischer Song mit dem Titel „Haar“, der dann in einen harten Song mündet. Beide Parts sind aber zu simpel gehalten, nicht ausgefeilt, ohne Finten. Die Lyrics verraten mir, dass es um üppiges Haar geht. Mir nicht mehr wichtig, das bleibt anderen vorbehalten. Es folgt ein Metalsong, in dem Dauerwelle und Minipli gegeneinander antreten. Es erinnert an Novotny TV von den Stimmen her. Naja, es ist eher wieder so eine lustige Nummer, nichts Ernstes. „Der Afro von Paul Breitner“ ist wieder mit Akustikgitarre eingespielt und komisch klingenden Bläsern. Textauszug: “Hätt ich den Afro von Paul Breitner und das Hirn von Bela B. Wär ich der Freund von Heike Makatsch, dann wär ich echt okay. Dann geht’s ihm gut.“ Es soll  sagen, dass man auch ohne Berühmtheit glücklich sein kann wie man am Ende hört: „Aus mir ist leider nichts geworden, ich bin nur ein kleines Licht, und wenn du fragst ob mich das stört, nein das stört mich nicht.“ Auf den Hintergrund hätten sie wohl lieber ein gutes Liebeslied aufgenommen, was ich auf diesem Album sehr vermisse. In „Motherfucker 666“  gibt es einen Ska mit Retrorefrain. Es wird gesungen: „Nur eins ist wirklich wichtig – die Frisur“. Darum wohl das Konzeptalbum. Es gibt auf dem Album auch einen Klaviersong, wieder sehr oldie-like. Es wird über eine Frau mit starker Körperbehaarung hergezogen. Für die ist das Album also schon Mal verwährt. Textauszug: „Monika du bist stark behaart, ich seh´s an deinem Damenbart“. Nicht so mein Fall, man muss nicht über alles lachen. Was wirklich gelungen ist, ist der nächste Titel „Hair Today, Gone Tomorrow“ mit dem Rafrain: (Auszug) Wirst du mich noch lieben, wenn ich mal kahl bin?“ Die Mucke ist wirklich gut, poppiger Metal mit einem Schuss Punk, egal wie das jetzt klingt. Es macht wirklich Spaß, das zu hören und ich kann es als Anspieltipp empfehlen. Auch „Am Ende meines Körper“ kann begeistern. Der Text ist abstrus, aber gut. Man weiß nicht wirklich, was es soll. Textauszug: Am Ende meines Körpers von den Füßen ausgesehn wachsen Haare. Sie sind ein bisschen unheimlich und seltsam und Nachts machen sie oft Krach. Es gibt da ein Geheimnis, das ich eigentlich für mich allein verwahre: Ich schneid sie manchmal ab, jedoch sie wachsen von alleine wieder nach.“ Zum Abschluss kommt noch das Coverstück „Kaperfahrt“ über Männer mit Bärten. Chöre auf Akustikgitarre. Es ist nicht schlecht, aber auch nicht so der große Wurf. Ich frage mich nur, was es soll, warum sie es mit auf die CD nahmen. Fazit: Es ist nicht alles schlecht auf diesem Album. Wer Lust auf etwas Lustiges hat, der sollte die Ärzte hören. Füralle ernsten Gefühle im Leben ist es weniger geeignet. Vier Titel gehen in Ordnung, der Rest ist eher nicht so up to date für mich.


Deutschpunk Kampflieder

Der Titel spricht mal wieder Bände. Was soll hier  gekämpft werden? Ich weiß es nicht. Aber egal, zu den Bands: Den Anfang machen Slime mit zwei Tracks. Erst kommt „Deutschland muss sterben“ mit der textlichen Fortsetzung „… damit wir leben können“. Das wirkt auf mich sehr veraltet. Das böse böse Deutschland, so faschistisch und geldgeil. Und dann soll auch noch ganz Deutschland zusammen mit der Regierung untergehen, wird als Land pauschal verurteilt. Immerhin steckt im Liedtext ne Aussprache für den Umweltschutz drin, was im Punk auch ab und zu zu finden ist. Als nächstes kommt „Störtebecker“, ein Lied über einen Piraten. Musikalisch sind beide Lieder sehr eingängig und gut im Klang, sehr durchsichtig. Nach Slime kommt Notdurft. mit „Schlag zurück“. Es wird gesungen: Kämpf für dein Recht, sonst geht es dir schlecht.“ Hier ist die Rede von Gegenwehr. Betrachtet man dieses Lied so geht es auf diesem Sampler eher um Verteidigung als um Kampf. Das Lied ist kurz und einfach. Es wird gesagt, dass man nicht resignieren soll, das klingt positiv. Nach Nordurft kommen Daily Terror mit dem Lied „99 Stunden“. Gespielt wird durchsichtiger Punkrock, der einhergeht mit einem Text gegen Atomkraft. „Ich seh schon meinen Schatten an der Wand“ singt der Sänger.“Der Tag danach dauert 99 Stunden, und der Tod zieht noch immer seine Runden“. Ich weiß nur nicht was die Textzeile meint: „Kein Hiroshima im Deutschen Land, darauf gibt sich rechts und links die Hand“. Gemeint ist doch wohl hoffentlich die Atomkatastrophe, nicht die Anwesenheit von Leuten aus Hiroshima. Es folgen nach Daily Terror zwei Lieder von Toxoplasma „1981“ und „Teenagerfrust“. Das erste Lied ruft zum Aufbruch gegen den Staat und die Polizei auf. Was das mit „Noch bist du jung (…) noch bist du frei“ zu tun hat, das weiß ich nicht. Will er Beamter werden? Am Ende des Liedes explodiert  eine Bombe. Im zweiten Titel geht es um Eiterpickel, nicht sehr ansprechend. aber ein ernstes Problem für die Jüngeren. Im Anschluss an Toxoplasma kommen Canal Terror. (Seltsamer Name!) Es ist ein Song, typisch Pogopunk gegen das Versacken im Fernsehsessel. „Lege die Maschine lahm und mach dein eigenes Programm!“ heißt es. Wow, das mach ich, wenn meine Psychose ausgeheilt ist, ganz viel eigenes Programm jenseits vom TV-Gerät, auch wenn ab und zu ein Film ja auch mal nicht schlecht ist. Habe mich schon dran gewöhnt, das das zum Alltag gehört. Einen Track weiter – „Maximierung des Gewinns“ – gibt es wieder Deutschpunk. Es handelt um reiche Leute und ihre Firmen, denen es nur um den Profit geht, auf Kosten der Umwelt. Nach Canal Terror kommt Sluts mit zwei Liedern, einmal „2000 Jahre Scheiße“ und „Ficken“. Das erste Lied ist seltsam, man versteht den Text nicht ganz wegen der obskur verstellten Stimme. Der Refrain: „2000 Jahre Scheiße, 2000 Jahre das gleiche – 2000 Jahre Barbarei“. Da könnt ihr jetzt selber drüber nachdenken. Das zweite Lied geht um „Ficken im Gras, das macht Spaß“ und ist seltsam obercool: „Ey Baby, komm mal ran, ey Baby, an dir ist was dran“. Wer schreibt denn sowas und singt es auch noch ein? Nach diesen Sluts kommt wieder Toxoplasma (Lied „Weltverbessrer“) mit einem unsäglichen Text über (und gegen!) Anarchisten. Vielleicht soll es aus der Sicht von Gegnern geschrieben, oder aber es soll irgendwie cool punkrockmäßiig rüberkommen. Irgendwie trifft es nicht den Nerv. Es folgen wieder Toxoplasma, in dem alle möglichen Ideologien und Religionen abgeschossen werden. Das Lied macht mich rasend, ich klicke schnell weiter. Über die Musik sage ich nichts, ihr könnt ja selber nachhören. Erneut kommen Daily Terror mit „Todesschwadronen“ über staatlich engagierte Schläger und Killer. Dass es sowas in Deustchland gibt bezweifle ich, auch wenn ich es nach Sylvester 2015 in Klön nicht mehr für unmöglich halte. Von den Instrumenten her wird Ska bis Punk geboten, das ist nicht schlecht. Zu letzt noch zwei Stück von Slime: „Polizei“ und „Schweine“. Die Titel sind zensiert worden. Für Slime sind Polizisten Nazis. Die Frage ist, ob man immer mit der Nazikeule ausrücken sollte, mit der man jeden schell kleinkriegt. Es liegt nahe das zu vergleichen und war damals noch nicht so aufgebraucht. Heutztage kommt das einfach antiquiert rüber, auch wenn brauchbare Argumente ins Feld geführt werden wie Festnahmen auf Demos, Faschisten freien lauf lassen (Siehe NSU-Affäre) zB. Ob RAF Terroristen hingerichtet wurden weiß ich nicht; möglich ist´s natürlich. Im zweiten Lied geht es wieder um Polizisten. Gesungen wird über Festnahmen auf Demos durch Polizisten. Empfohlen wird „Gewalt“ durch „Bomben“, „Waffen“ und Molotov-Coctails, zu denen auch noch das Rezept gegeben wird. Ich finde diesen Song echt daneben. (Man verfeuert keine Menschen). Am Ende gröhlen die Leute noch: Macht sie tot, macht sie tot“, also in diese Reihe von Leuten will ich nicht gehören, das muss auch friedlicher gehen. Fazit: Canalterror sind für mich der Anspieltipp auf diesem Sampler. Es gibt leider wenige gute Lieder, und einige nerven wirklich recht stark. Ich kann ihn also nicht unbedingt weiterempfehlen, auch wenn es Klassiker des Punk sind.


DIE DEUTSCHE PUNKINVASION IV

Warum hier „Terror über alles“ als Layoutmotiv ausgewählt wurde weiß ich nicht, ich finde es scheiße, aber egal, hier zu den Bands, unter denen auch ein paar gute sein sollten. Wo ich es nicht extra angebe was musikalisch geboten wird, ist es gut gespielter Deutschpunk.
1. Zaunpfahl „Terrorist“ ist Deutschpunk zum Mitgröhlen. Das werde ich aber nicht tun, da der Text echt daneben ist. Der Songschreiber gibt an, dass er jetzt Terrorist wird als Berufswahl. Das ist doch echt peinlich für die Punkszene und hat mit politischem Anspruch nichts mehr zu tun.
2. Fahnenflucht „Hausbesetzer Lied“ analysiert gut das Problem der Hausbesetzer. Es gibt Häuser, die seit Jahren leer stehen und dabei gibt es Wohungslose. Das Vorgehen des Staates ist hier sogar gegen das Gesetz.
3. Betontod „Schrei es raus“.. Die Band glaubt anscheinend nicht an Gott. Das gefällt mir natürlich nicht so gut. Die Beziehung zu Gott ist wichtig für den Menschen. Keiner sollte sie zerstören.
4. Fehlstart „Amok“ Das Lied beginnt mit einem irren Lachen und genauso ist der Text. „Wenn ich will, dann lauf ich Amok!“. Begründet wird es damit, dass Gesetze uns negativ beeinflussen. „Wären Gesetze sinnvoll, dann ging es nicht so vielen Menschen schlecht“ ist eine interessante Textzeile, aber legitimiert es einen zum Amoklauf? Vielleicht sit es nicht ganz ernst gemeint und nur zum Gefühle abladen frei nach Freud. Dennoch mag ich diese Kombi aus Politik und sich gehen lassen nicht, entweder oder, sonst führt es zu Gewalt und wer weiß, vielleicht animiert es ja jemanden dazu, wirklich mal Amok zu laufen.
5. Anfall „Generation XXX“. Wieder ein Lied gegen das System der Unterdrückung. Beschworen wird eine „Genreation, die nicht mehr alles frisst“. Feindbild ist hier der „Filz“ und „Systeme, die nur nach außen funktionieren“. Was ist damit wohl gemeint, vielleicht, dass nur das Elend verwaltet wird, aber die Menschen nicht wirklich zum Glück geführt werden zB in der Sozialarbeit.
6. Kafkas „Lebensrezeptur“ ist ein verzweifeltes Lied über das Leben. Da steckt dann auch irgendwo Kritik über die Zustände drin, denn wer unglücklich ist, der hat viel dagegen einzuwenden, dass es ist wie es ist. Von den anderen sagt der Sänger, dass er nur lernen kann „wie man es nicht macht“. Das Lied berührt mich irgendwo, ich kann es nur empfehlen. Es hat eine schöne Melodie und geht gut ab; es ist nicht so ein Standart.
7. Aufbruch „Für Ulrike“ hat einen Text über die Terroristin „Ulrike Meinhoff“. Sie wird als Mensch mit ihren Beweggründen dargestellt. Es wird sehr auf die Tränendrüse gedrückt und das obwohl es hier um eine Terroristin geht. Ich habe kein Mitleid und Verständnis mit Ulrike! Eine leichte Ironie ist zu spüren („Sie dachte, sie sei die Schwester von Che“) und auch eine leichte Ablehnung („Sie dachte, da hilft nur noch Amok, Amok Tag und Nacht“).
8.               Zwangshaft „Zwiespalt“ ist ein musikalisch interessantes Lied über jemanden, der sich verstellt und daher eine „Maske“ auf dem Gesicht hat. Es hat etwas von Metal, aber auch etwas von Punk. „Das falsche bricht auf und es kommta ans Licht, das wahre Gesicht“. Ist ganz gut umgesetzt.
9.               Razzia – „Hilflose Kreaturen“. geht um die Darstellung von Leid im Fernsehen, zB wohl in Dokus. Ich kann es nicht ganz nachvollziehen, dass das deutsche Fernsehen sich wirklich am Leid anderer aufgeilen würde. Die Berichterstattung ist in Deutschland immer für die Betroffenen und sehr kritisch gehalten. Vielleicht sieht man das anders, wenn man selbst mal ins Fernsehen kam. Dann denkt man sich: Ganz so ist es wohl nicht.“
10.             Hausverbot „Ich verstehe schon“ ist ein ziemliches Gebolze. Das Lied ist trotzdem nicht schlecht. Der Text ist lustig, über Menschen, die mit ihrem Chef intim werden. „Du nennst deinen Chef jetzt Peter, ich verstehe schon“ – ein Eifersuchtsdrama.
11.               Hammerhai „Braune Ufos“ hat einen Verweis auf Brecht. Das kommt sehr belesen rüber, was ich normalerweise gut finde. Der Text ist lustig und gleichzeitig ernst. Es geht im Grunde um die Bodenbereitung für ein viertes Reich. Der Musikstil ist Skapunk.
12. Moiterei „Benzin“ gefällt mir musikalisch gut, aber textlich passt es mir nicht. „Wir löschen Feuer mit Benzin“ hat wieder so einen Gewaltcharakter. „Hämoriden für den Arsch“ ist wieder so ordinär. „Wir quatsche keine Opern“ hat was von Kulturbanauserei.
13. Räubertöchter „Ein kleines Mädchen“ ist etwas poppiger. Es ist ein ganz gutes Lied über Krieg, wo Kinder die Leidtragenden sind, Menschen sterben und der Tod der Sieger ist. In Kriegen heutzuztage geht nicht mehr Mann gegen Mann, sondern Soldat gegen Zivilisten. Das ist in jedem Fall zu vermeiden.
14. Nichts gelernt „Wird morgen wieder gestern sein“. Es ist ein sozialkritisches Lied über Nationalstolz. Fahnen werden hier gleichgesetzt mit Gewalt. Das ist mir etwas zu kurzgegriffen. So schnell driften wir nicht ab in ein viertes Reich, nur weil hier mal Fußball geguckt wird.
15. Abstieg „Besserer Zeit“ singen über Ungerechtigkeit in Sachen Geld. Es wird behauptet, dass in diesem Land Kinder verhungern. Stimmt das eigentlich? Beim hören von Punk kann man sich einbilden Deutschland wäre Afrika. Dann singen Abstieg auch noch, dass es keine Freiheit gäbe. Ich kann es bestätigen, aber ich habe ja auch Halluzinationen.
16. Schlusspunkt „Im Namen des Volkes“ handelt über ein Urteil „im Namen des Volkes“, wobei der Verfasser und Betroffene nicht sicher ist, ob es auch wirklich in Namen des Volkes ist. Er fragt das Volk, ob das stimmt. Das ist eine originelle Idee. Die Musik ist nicht sehr spannend, es plätschert so dahin, etwas schade, da hätte man mehr draus machen können…
17. Motorkopp „Schweinesystem“ behandelt thematisch den Kapitalismus und zB des Leerräumen von Wohnungen zB bei Schulden. Es wird mit dem Gedanken gespielt eine Bank auszurauben. Wieder so ein falscher Impuls für unsere jüngeren Hörer. Mit Punk fängt man ja bekanntlich früh an, so mit 13 ungefähr. Da sind solche Lieder doch nicht förderlich.
18. Eskalierende Vernunft „Kreuzigung“ ist ein strunzdoofer Text wo die Kreuze bei der Wahl gleichgesetzt werden mit Kreuzen in der Kirche. Ich gehe nicht weiter darauf ein.
Mein Fazit für diesen Sampler ist erschütternd. Es sind dann doch nur vier gute Lieder, da hätte ich mehr erwartet. Punk ist manchmal gar nicht so schlecht wie man an diesen vier Liedern erkennen kann. Ich mag das Ansprechen von Politik darin sehr gerne, da überwindet Punk sozusagen sich selbst. Was ich nicht mag ist dieses Ausrasten wie man am Artwork der CD erkennen kann: Ein Mann, der ein Ei auf Polizisten schmeißt…


SCHLACHTRUFE BRD II

1. V-Mann-Joe „Killerinstinkt“ ist geschickt gespielter Punkrock. Der Text ruft auf zum Klauen, was ist nicht besonders toll finde. Das macht man doch nicht! Aber vielleicht ist hier ja jemand am hungern, wer weiß. Ich traue es Deutschland zu zB das Jobcenter-Formular nicht geschafft auszufüllen oder nicht alle Unterlagen beisammen und dann auf der Straße gelandet. Das Lied erinnert aber eher an die Chaostage, wo ab und zu mal ein Supermarkt geplündert wird von Leuten, die nichts zu tun haben.
2. Fluchtpunk Terror „Deutschland Deutschland“ ist der musikalische Archetyp des Deutschpunk. Es geht gegen Nationalstolz, weil es zu Krieg und einem vierten Reich führen könnte. Etwas übertrieben. Ich kanns nicht mehr hören. Krieg haben wir, aber ob es am Nationalgefühl liegt wage ich zu bezweifeln, eher an der Obrichgkeitshörigkeit.
3. Molotow Soda „1000 Lügen“ hat einen schnellen Pogorhythmus und einen fetzigen Refrain. Thematisch gibt es nichts neues. Politiker Lügen, der Autor ist Skeptiker in Sachen Politik. Es gibt eine unsäglich dumme Textzeile über die DDR: Du kaufst ganz nebenher im Ausverkauf die DDR“….Ich sag dazu gar nix, die Leute waren doch alle froh, dass die Scheiße aufgehört hat.
4. WIZO „Kein Gerede“ (live) ist das zensierte Lied von WIZO, hier noch mit Text zu hören. Es ist verboten, also diese CD nicht besorgen. Ah, da sieht mans, ich wurde manipuliert, sonst hätte ich das eben nicht gesagt. Also ist Anarchie ne super Sache. Nur das Lied empfehle ich tatsächlich nicht, da stimme ich mit dem Staat überein, denn hier wird einfach nur zu Dummheiten aufgerufen wie zB das Strommastsägen. Ich stelle mir 20 kleine Kiddiepunks vor, die Nachts mit der Säge rausgehen, nachdem sie dieses Lied hörten.
5. Kapitulation Bonn  „Der Pazifist“ ist eine ruhige, traurige Nummer über das wollen und nicht können, irgendwie daran gehindert sein, sich zu beweisen und zu entfalten. Es gibt viele interessante Textzeilen wie „Du glaubst vielleicht, dass du so richtig anders bist, doch du hast viel zu viel von all dem in dir.“ Leider gibt es auch einen Bezug zu Gewalttaten, das ist im Punk ja ne Krankheit. Er singt: „Und manchmal möchte ich Bomben legen, weil ich blind bin vor lauter Ohnmacht und Wut“. Im Refrain wird das ganze jedoch mal kritisch beleuchtet: Er sagt, dass er eigentlich ein Pazifist sei und dass es für ihn nur schwer ist ein Mensch zu sein. Dann  gibt es noch einen markerschpütternden Schrei als Ausdruck seiner Frustration. Am Ende wird das Lied nochmal lauter, ist aber immer noch sehr ausgefeilt. Ich kann dennoch irgendwie nichts damit anfangen.
6. Die Skeptiker „Straßenkampf“ ist eine souverän gespielte und harte Punkrocknummer, textlich über den Straßenkampf gegen den Staat, der nur die gewalttätige braune Meute sei. Totale Schwarz-weiß-Malerei übelster Sorte. Punk fällt mir hier als dummes Hobby auf, indem man mit Absicht alle Dinge falsch darstellt. Hier gibt es doch keine KZs, Leute! Das ist alles so für den Fall der Fälle geschrieben. Es gibt auch keine Verfolgung politisch andersdenkender. Ich kann nur spekulieren:Räumung von besetzten Häusern könnte zu solch einer Wut führen. Es könnte aber auch schlicht Unmut über die Schulpflicht sein und ne Portion Langeweile.
7. V-mann Joe „Halte aus“ ist wieder für die Kriminalität und gegen die Polizei, mit Durchhalteparolen für „Kleine Gangster“. Ich kotze erstmals ab. Ich will nicht, dass bei mir wieder eingebrochen wird, also echt! Das hatte ich schon genug!
8. Fluchtpunkterror „Los, steht endlich auf“ ist sozusagen der Schlachtruf um den es auf diesem Sampler geht. Wir müssen demnach die Polizei angreifen, weil wir ja arbeitslos sind. Wir müssen den Staat da schlagen wo wir ihn treffen, nämlich bei den Polzisten, wie der Song sagt, weil die ja so leicht zu besiegen sind, oder doch nicht, denn die sind ja stärker, wie der Autor zugibt. Das passt vorne und hinten nicht zusammen. Am Ende begnügt man sich dann mit den Polizisten doch zu reden und sie davon zu überzeugen bei sich mitzumachen, ziemlich hippiemäßig. Dann doch kein Schlachtruf mehr…
9. Geistige Verunreinigung „Partisanen“ ist wieder ein Song gegen diesen „Bullenstaat“. Vermutlich weil wir alle überwacht werden…siehe Vorratsdatenspeicherung. Das ist ja schon ziemlich unheimlich. Aber wenn dem so ist, das wir überwacht werden, dann würde ich davon abraten uns „Partisanen“ zu nennen. Das wäre Übermut. Je größer der Druck der Regierung ist, desto friedlicher aber auch bestimmter müssen wir vorgehen. Da ist kein Platz für Militarismus, sondern für klare Positionen und Argumente.
10. Sluts „Blitzkrieg“ ist ein schnelles Liedchen gegen den Krieg. Es ist eher geschmacklos und der Musikstil passt nicht zum Inhalt, das kommt makaber und morbide. Redet man so über den Krieg und die schlimmen Schicksale, die damit verbunden sind?
11. Razzia „Fahnensong“ ist ein originell gespieltes Lied, mit viel Gitarrenaction und einem guten Refrain. Die Bedeutung der Strophen habe ich noch nie verstanden. Im Refrain heißt es:Schreibt es breit auf eure Fahnen, zieht die Stiefel wieder an. Euer Menschenbild erahnen jeder soll der sehen kann.“ Es geht vermutlich über Krieg.
12. V-Mann-Joe „Sachsen stürmt“ da geht es um die Mentalität der Leute in Deutschland, die nie nachdenken und einfach nur bei allem mitziehen. Aber machen sie wirklich das Falsche? Ist Fußball und die Deutschlandfalgge so schlimm? Muss man sich dagegen abgrenzen, kann man nicht mit den Leuten mal befreundet sein und sich dem Land öffnen, in dem man lebt? Ich finde auch nicht alle Leute gut und habe oft ein komisches Gefühl, aber ich habe es trotzdem nicht nötig gegen sie dann zu Felde zu ziehen.
13. Kapitulation Bonn „Gelobtes Land“ geht es darum wie schlecht Revolutionäre behandelt werden. Anstatt dass das Land stolz auf sie ist als Vordenker und Neuerer, so denke ich mir, stößt es sie ab. Man könnte jetzt sagen systematisch, aber man kann auch sagen, dass die Leute einfach persönlich mies drauf sind und von Revolution keine Ahnung haben.
14. Aufbruch „Abend in der Stadt“ ist ein Punkrockklassiker, allen Ortens mit der Akustikgitarre nachgespielt, ich kanns auch. Der Sänger wird in der Arbeitsstelle gekündigt, weil er frei seine Meinung gesagt hat. Er landet auf der Straße, weil die Eltern ihn nicht finanzieren können, die nur in der Fabrik arbeiten. Er besetzt mit seinen Freunden zusammen ein Haus und renoviert es. (Fragt sich von welchem Geld aber egal…) „Die Politiker vertreten die Spekulanten“, dann kommen die Polizisten und es gibt eine Straßenschlacht. Drauf kommt es bei Punksamplern oft zu sprechen und ich finde es sehr dramatisch und traurig um alle Opfer dieses Krieges.
15. Sluts „Der Kampf“ zieht mich gerade etwas runter weil er singt „Da ist keine Hoffnung…da ist nur noch Scheiße“. Soll mich das jetzt aufbauen in meiner schwierigen Lebenslage? Im Refrain soll ich noch anderer Leute Blut vergießen, nein danke.
16. Aufbruch „Die Rebellen sind nicht tot“ ist eine dichterische Version über das einschlägige Thema der gewaltsamen Revolution. „Die Nacht sie explodiert“ wird gesungen, „daher kommt das Morgenrot.“ Ist das eine Anleihe an den Sozialismus? Mich überzeugt dieser Song mal wieder nicht.
Mein Fazit: Punk hat auch eine schlechte Seite. Man will sich einfach nur aus den Lebensverhältnissen herauswinden und greift zu ungünstigen Mitteln, um dieses Ziel zu erreichen. Dabei gibt man zu wenig Auskunft über die Gründe, auch wenn man ständig mit politischen Phrasen hantiert.


Teenage Rebel….der Sampler

Wie man am Titel merkt, richtet sich der Sampler an Teenager. Also nichts für die älteren Semester. Mal sehen, ob ich es Jüngeren empfehlen kann. Es gibt ganze 30 Songs, könnte also etwas dauern. Die Bexxx Pistols machen den Einstieg mit „Pöbel und Gesocks“, einem guten Oi-Sound. Der Sänger singt aus der Wir-Perspektive. Er lässt sich zusammen mit anderen öffentlich gehen. Der Chor singt oioioi – es kommt eine neue Fröhlichkeit mit Saufen, sich unartig benehmen und umherziehen, feiern. Ich finde es gelungen, aber man sollte vielleicht bedenken, dass man mit so einem Verhalten nicht nur anecken, sondern auch andere stören kann. Es gilt also die Balance zu halten und es nicht zu übertreiben. In Liedern ist alles noch einfacher und überspitzt dargestellt. Ein bisschen Punk ist aber auch wichtig, um sich innerlich zu befreien. Auf der Nummer 2 ist man gegen Nazis: „Am Tag als Ian Stuart starb“ von den Ruhrpottkanaken geht um den Sänger von Screwdriver, den man froh ist los zu sein. Ich finde man sollte solchen Leuten nicht auch noch Songs widmen, aber naja. auf der 3 spielt die Terrorgruppe zum Tanze auf mit „Tresenlied“, einem Lied über das Ende einer Beziehung und die Art wie man damit umgeht. Es wird viel Alkohol konsumiert. Es heißt: „Jetzt bin ich wieder heiter, seht wie gut es mir geht. Morgen feier ich dann weiter, damit keiner sieht wie schlecht es mir geht.“ Die Melodie ist überragend, ein richtiger Hit! Das solltet ihr jedoch nicht nachmachen, denn es kann ja schnell zur Alkoholsucht führen. Ich hoffe beim Sänger war es nur eine Phase. Auf der 3 sinds die Public Toys mit „Die anderen“, mit einer kurzen Nummer über das Geldverdienen und Rock and Roll: „Zur Arbeit geh ich nur fürs Geld“ und „jetzt bin ich ein Punkrockstar“ wird gesungen. Die Melodie ist nicht verkehrt, aber warum das Stück so kurz? Gab es nicht mehr zu sagen? Die Lokalmatadore singen auf der 5 „Fußball-.Ficken-Alkohol“. Ich mag den Text wirklich überhaupt nicht. So redet man nicht über Beziehung und Sex mit anderen. „So langsam kriegste richtig Bock auf eine geile Sau“ singt der Frontmann. Es kommt die 6 mit Punk Lurex Ok und dem, ich vermute mal finnischen Song namens „Viisisataa Päivää“. Über den Text kann ich nichts sagen, aber die Musik ist okay. Die Sängerin kommt gut rüber. Auf der 7 hat Beam me up Scotty seinen Platz. „Know your name“ ist ein wunderschönes Lied, ich glaube über die Liebe. Es ist super melodiös und eingängig. Dann kommen, auf der 8 die Blitzkriegboys mit „It´s not my palce“. Die klingen wie die Ramones, also nichts dran auszusetzen. Der Refrain sagt: „Working in a factory. There´s no room for me“. Jetzt wird es wieder etwas teenagermäßig mit der 9: Jimmy Keith & shocky horrors und „Stay teenage“. Sie singen: „I just wanna stay teenage. (…) And my life will be a teenage one.“ Von dem Vorhaben kann ich abraten, denn es ist garnicht so schlecht älter zu werden, und wie kommt es rüber ewig Teenager zu sein?. Auf der 10 kommt Male mit „shit family“, einem sehr komischen Titel. Es ist auf jeden Fall sehr emotional gespielt, auch wenn ich nicht weiß was die Scheiße soll. Ich kann den Text auch  nicht ganz verstehen. Auf der 10 kommen die Kassierer mit „Weihnachtslied / U.F.O.“. Erst gibt es eine Abkanzelung von Weihnachtsgefühlen in einer schnellen Punknummer. Ich kann nichts damit anfangen, weil ich ganz gerne Weinnachten feiere. Dann kommt bayrische Volksmusik mit einem pornösen Text über Sex mit Außerirdischen. Es ist total daneben wie von den Kassierern ja bekannt. Was eine Scheiße, schnell wegklicken. Auf der 10 ist wieder die Terrorgruppe zu finden mit dem Titel „Linda“ über eine Fernsehmoderatorin. Diese Frau interessiert mich überhaupt nicht. Warum also sollte ich mir das anhören? „Barbypuppe oder Frau ich glaub ich weiß es nicht genau“ ist schon eine ganz lustige Textzeile, aber das kanns nicht sein, denn das Problem ist nicht die Frau, die nach Barby aussieht, sondern der Fokus auf nur diesen einen Typ Frau. Man sollte also niemanden hassen, der stark geschminkt ist und blondes Haare hat, sondern sich öffnen auch für Frauen, die nicht so sind´,um diese anzuerkennen. Auf der 13 kommen die Public Toys mit „Seid betroffen“, einem sehr guten Punkstück, der aber einen problematischen Text hat über Selbstjustiz gegen Nazis. Ich kann das einfach nicht unterstützen, man sollte Konflikte immer friedlich lösen. Wie weiß ich nicht, aber die Nazis einfach anzuzünden kann nicht die Lösung sein. „Wir wir fordern Widerstand eine starke Hand“- da passt doch eines nicht zum anderen. Man kann nicht einerseist Menschen schlagen und andererseits bei der Politik seine Zuflucht nehmen. Dann kommen – auf der 14. Pöbel und Gesocks mit „Leck mich am Arsch“. Die sind anscheinend die gleichen wie die Bexxx Pistols. Der Sänger erzählt, dass man ihn fragte, was er später mal werden will. Er konnte darauf nichts sagen und dachte nur „Leck mich“, dann ging er in die Lehre. Dort nahm er sich öfter eine Auszeit und dachte sich wieder, diesmal zum Chef „Leck mich!“ Später wurde er dann Fabrikarbeiter und zu jedem, der ihn dafür auslacht, dachte er „Leck mich!“ So kanns gehen im Leben. Die Frage ist, warum man das so ordinär formulieren muss. Die Lokalmatadore singen auf der 15 „Happy Weekend“ . Der Autor des Textes versucht Frauen aufzureißen, aber es klappt nicht. Ein Pornomagazin durchzublättern ist für ihn dann einfacher. Die Frage ist: Warum dieser Text? Pornos sind in dieser Gesellschaft tabu. Der Autor aber tut es offen kund. Er lässt sich einfach gehen, so weit, dass er dieses Tabu bricht. Die Frage ist, ob Pornos wirklich eine gute Idee sind. Es kann sein, dass sich das Frauenbild dadurch zum Negativen wendet, da man sie nur noch als Lustobjekte sieht. Wie will man mit Frauen dann noch umgehen - man verliert sie als Partner auf dieser Welt ein Stück weit. Auf der 16 kommt Male mit „Polizei“, einem unverständlichen Text in dem ich nur „Polizei Polizei“ heraushöre. Ist wohl kritisch gemeint. Auf der 17 kommen Bluttat mit „Wen stört´s?“ Die Sängerin singt: „Alle gehen weiter auf das gleiche Ziel, doch du bleibst stehen, denn das ist nicht dein Stil. Denn du weißt, dass der Krieg vor der Tür steht, denn du weißt: Dich kriegen sie nicht genormt“. Das ist ein guter Text, aber die Sängerin klingt sehr jung. Auf der 18 kommen die Kassierer mit „Anarchie und Alkohol“. Keine Ahnung was der komische Sänger mit Anarchie meint. Es hört sich an als ob er gerne gegen Gesetze verstößt. „Ich sprühe Sprüche an die Wand“ - „Ham mich dich Bullen mal erwischt, da hab ich sie ins Maul gepisst“. Das kann ich nicht empfehlen. So denkt man vielleicht als Teenager, aber im Nachhinein würde ich sagen: Lasst es! Man gerät in Konflikte und bringt auch niemandem etwas gutes damit. Das Sprühen verschandelt die Stadt und die Polizisten sind auch nur Menschen. Sie verlangen viel von uns, aber wir sollten ihnen deswegen das Mindestmaß nicht vorenthalten. Auf der 19 kommen Klamydia mit „Lauantaina“ mit etwas Schunkel-Oi. Geht in Ordnung, die Sprache hört sich schön an. Auf der 20 kommen Lamf mit „Ilonpilaaja, die ungefähr im gleichen Stil spielen. Auf der 21 kommen wieder die Lokalmatadore. Das Lied heißt „Ich trink dein Bier“. Die Musik bringt gute Laune, im Ref sind Chöre angebracht. Aber: Man nimmt doch  anderen nicht ihr Bier weg, wenn sie den Raum kurz verlassen. Ich denke die Band will so ein Verhalten nicht befördern, sondern einfach nur lustig sein, mit einer kleine Geschichte. Man hätte es auch in der dritten Person schreiben können mit „er“ trinkt sein Bier, dann könnte sich der Hörer eine eigene Meinung bilden über die Person um die es geht. Auf der 22 kommen die Cretins mit „Senile hop“ einem englischsprachlichen Song. Ich versteh nur: „The way they are kicking me“. Es hört sich auf jeden Fall nach Musik an, man kann gut mitsummen. Es folgen auf der 23 die Silly Encores, auch mit einem guten Track: „Hibernation“. Ist vielleicht ein bisschen langvirig geraten. Auf der 24 kommen Taktlos mit „Heldengedicht“, einem abwechslungsreichen Oi/Punk-Lied mit einem Lied gegen die Lüge und Unwahrheit, für Menschen, die man alles fragen kann, die zuhören. „Es sind keine alten Kriegsveteranen, Helden sind Freunde, die zu dir halten.“ Das finde ich gelungen! Auf der 25 rocken die Vandalen mit ihrem Lied „Soldat“. Es klingt strohtrocken im positiven Sinne. Es geht inhaltlich gegen Krieg. Der Soldat wird als kalt und berechnend hingestellt,.was er auch ist, wenn er sowas tut, zB auf Kinder schießen. Auf der 26 kommen Fleischlego mit „Bauernporno“, einem einfach dummen Text über das Aufgeilen an Quellekatalogen. Der Sänger lässt sich gehen und macht einfach das worauf er programmiert ist. Es bleibt nur zu fragen warum er uns das in Form von Musik erzählen muss. Ist er stolz darauf? Und wir? Warum hören wir uns das an? Man kann nur sagen das ist Punk, und jeder muss wissen was er da tut. Auf der 27 kommen wieder die Lokalmatadore mit „Schalke 04 – liebe im Revier“., einem Fußballsong, der ganz hitverdächtig rüberkommt. Es ist nur leider nicht mein Verein. Auf der 28 sind Artles zu finden. Sie geben „Donnerwetter“ zum Besten, ein Song mit geringer Soundqualität. Man kann aber den Gesang verstehen: Donnerwetter, Donnerwetter, alle Leute werden fetter“ singen die Jungs. Das Lied ist nicht sehr abwechslungsreich, es geht immer so weiter mit dem Text; aus dem Thema hätte man doch so viel rausholen können. So wirkt es wie eine Abwertung von Leuten die dick sind. Feine Deutsche Art. „Revoluition“ ist das nächste Musikstück, auf Platz 29. Es wird gesungen: „Wir brauchen neue Helden. Wir brauchen neue Zeiten. Wir brauchen Mut zur Zukunft. Wir müssen Vergangenes vergessen. Revolution – wir machen eine neue Zeit.“ Das klingt für mich sehr konstruktiv, positiv, aufgeschlossen und hoffnungserfüllt. Mir gefällt es sehr gut, auch die hymnenhafte Musik mit dem wirbeldnen Schlagzeug. Das sticht hervor aus der Masse von Punksongs. Auf der 30. kommen als letztes die Bullocks mit „Let me go“. Der Sänger klingt sehr jung, also ist es was für die Peergroup. Das Lied ist ein richtiger Punk-Schlager geworden, sehr eingängig. Mein Fazit für den Sampler? Es gibt mal wieder gute und schlechte Songs. Es ist sowohl für jüngere als auch für Ältere was dabei. Am besten gefallen mir Feine Deutsche Art.


Materialschlacht - Zensiert

Die Band Materialschlacht singt in „Wer nicht betteln will“ über ihre Erlebnisse in der Schule, sind wohl etwas jünger gewesen beim Texten. Es werden erstmals alle mögliche Leute beschimpft. Als ich noch zur Schule ging habe ich das auch gemacht, vielleicht sieht man das als Teenager so. Später wird einem dann klar, dass es das nicht bringt, und dass man lieber aufgeschlossenen ist. Dann schmeißt der Texter auch noch ein paar Scheiben im Klassenzimmer ein – die negative Art sich gehen zu lassen, gepaart mit einer Art Protest. Dann versucht der Sänger die Schule irgendwie positiv zu sehen. Im Refrain heißt es: Wer nicht betteln will muss lernen, denn du willst doch auch was werden, also reiß dich jetzt zusammen und hör auf hier rum zu gammeln. Man sieht warum er so negativ der Schule gegenüber eingestellt ist, weil die Angst vor der Obdachlosigkeit keine Motivation sein kann. Das ist zudem noch eine übertrieben Angst, die man uns damals eingebleut hat. Die Wahrheit ist, dass man staatlich unterstützt werden kann, sollte es mit der Karriere mal schief gehen und dass erst die Schulzeugnisse der späteren Jahre die Leute interessieren. Am Anfang muss man einfach nur versetzt werden, der Rest ist egal. Zur Musik bei Materialschlacht: Das ist gut inszenierter Punkrock mit fitten Instrumenten-bedienern. Vor allem die Gitarre hat es drauf. „Hamsterfußschweiß“ geht über die scheiß Gewohnheiten eines dummen Typen, der sich einen Hamser kauft, nur um ihn umzubringen. Auch nicht besonders intelligent der Text, da aus Perspekltieve des Trottels geschrieben. Der nächste Titel („Der Papst ist tot“)ist ein harter Punksong gegen den Papst. „Durch unsre Knüppel wurd er zum Krüppel“ – sehr tolerant, muss ich schon sagen. Dann folgt „Warsteiner-Song“ mit einer Anbetung von Bier als Gott. Total bescheuert, wenn ihr mich fragt. Nach dieser poppunkigen Nummer kommen eher rockigere Töne mit „Fishmac“ einem Lied über einen Drive-In und die Mentalität der Kunden dort. „Gib mir nen Fishmac, ich hau dich gleich weg“ heißt es da, und „ich will sofort nen Burger, sonst werd ich noch zum Würger“. Nun folgt die zensierte Form von „Egon Müller“, wo der Sänger über einen anderen Typen herzieht und ihm alles Mögliche androht. Das ist voll daneben, keine Ahnung wie der Text war als er noch nicht zensiert war. Dann kommt das Lied „der Tod“ mit Gedanken über den Tod. Gedanken über das Jenseits werden hier ausgeklammert, es wird nur beschrieben was wir wissen zB dem Tod kann man nicht wegrennen, der Tod kann zwei Herzen trennen“. „ich gehöre dir“ ist ein Lied über SM. Ich steh da nicht so drauf und kann das ehrlich gesagt auch nicht verstehen. In „Zu zu sein“ zeigt der Sänger wie egal ihm die Probleme anderer Leute sind. Seine Intention ist gut: Er will sie vom Saufen abbringen, was sie tun, um diese Probleme zu vergessen. Allerdings kann ich nur sagen, dass diese Probleme NICHT egal sind und dass der Sänger wohl solche „Kleinigkeiten“ einfach noch nicht erlebt hat, wie zB das Verlassenwerden von einer Frau. „Wir leben in einem FSKZ“ geht es um die Zensur von Horrorfilmen, wo die besten Szenen nachher fehlen. Ob das jetzt so tragisch ist ich weiß nicht. Ich persönlich schaue keine Horrorfilme und verstehe auch nicht die Leute, die sich sowas reinziehen, oder Jugendlichen zugänglich machen. Mit „Halt die Fresse“ kommt noch ein (zensiertes) Stück gegen den Papst. Textzeile: „Halt dein Maul du Katholikensau. (…) Leeres Geschwätz aus krankem Hirn. Hallelujah! (…) Ich höre sie wieder beten, die alten Säue“. Dieser Text ist total bescheuert, genau wie der andere Papst-Song. „Werde nie ein Spießer“ beschreibt das Leben als Spießer und kritisiert es in den ordinärsten Tönen zB: „Bumsen nur die selbe Fotze“ Am Schlimmsten ist für ihn das ewige Fernsehen. Ich frage nur: Was soll man denn sonst machen den ganzen Tag, ist doch völlig normal. Bei „Geräusche in der Nacht“ geht es in einem fröhlichen Soundgewand um alles was in der Nacht so passieren kann. Es ist eine originelle Songidee, aber der Sänger macht sich zu sehr lustig über andere Leute zB nennt er jemanden einen Penner. „Endstufe“ ist endlich mal was Sozialkritisches. Es geht um Umweltverschmutzung und den Anfang vom Ende als Folge davon. Das wird die Welt nochmal schwer bereuen. „Flatterschiß“ ist das schlechteste Lied des Albums, mit einer Art Gerappe mit halb Englisch halb deutschen Zeilen. „The streets are full with Kot and Dreck and I kotz in die nächste Eck.“ wird hier getextet. Nun kommt eine Vertonung der Vorliebe für Horrorfilme des Sängers. Es geht um einen Massenmörder mit Motorsäge, der in der Stadt unterwegs ist. Auch nicht mein Fall, da zu sehr schwelgend in Blut und Leid. „Zwei Promille“ geht um die Proberaumathmosphäre der Band, Spaß, um das Saufen und das Eintauchen in eine andere Welt bei den Proben. Der Refrain hat ne eingängige Melodie. „Paß bloß auf“ ist das punkigste Stück des Albums. Es hat einen anderen Sänger. Er regt sich über alle möglichen Leute auf. Textzeile. „Rempelt mich von hinten an und sagt mir kauf dir nen Kamm.“ Im Refrain heißt es: Das macht mich irre, pass bloß auf“. Da hätten wir schon wieder die Tendenz dazu auszurasten im Punkrock, das muss doch nicht sein. Der Sänger muss nur mal sich selbst überwinden, so habe ich den Eindruck, und er sollte zu einer klaren Einstellung gelangen und gleichzeitig Felder finden, in denen er sich wohlfühlen kann.
„Kack dich aus“ ist ein Lied darüber wie der Autor auf Toilette geht. Das muss ich mir jetzt auch nicht geben, also schalte ich weiter. Im Anschluss kommt wieder zwei mal das unsägliche Lied „Hamsterfußschweiß“ in verschiedenen Versionen. Die Fassungen, einmal ziemlich ähnlich wie die erste, dann als Karaoke. „Sehnsucht nach dir“ ist ein Liebeslied, das auf jeden Fall in Ordnung geht. Es handelt von der Sehnsucht in der Nacht, nachdem der Sänger sich auf einer Party in eine Frau verliebt hat. Er kann nicht schlafen und denkt an sie. Wir sind MS“ ist nochmal ein Pogosong über die Band selbst, auch ziemlich überflüssig und voller Gewalt. Textzeile: „Wir sind Materialschlacht und wir spielen bis es kracht. Und wenn hier einer lacht, wird er voll fertiggemacht. Bis der letzte Knochen kracht.“ Fazit: Ich bin enttäuscht von dieser Band was die Texte anbelangt, auch wenn die Musik inspiriert. Drei gute Lieder finden sich jedoch, der Beste ist „Sehnsucht nach dir“.


Rabauz – die Erste

1.Mai 87 – „Angst“ ist ein Lied über schreckliche Gefühle. Das Problem sind die Zustände in diesem Land, die diese Gefühle auslösen. Es ist unser Alltag, der uns zu schaffen macht, in dem wir so stark gefordert sind. Träume fallen in sich zusammen, und man muss sich täglich überwinden. Dabei will man sich doch nur selbst mal fühlen, leben, einfach glücklich sein. Man will dass dieses Glück, das man hat von anderen mal GESEHEN wird. Es wird einem einfach nicht zugetraut, dass man sich in seiner Welt gut auskennt.
Bei Silly Encores – „Freudlose Stunden“ geht es um das Abhängen in Kneipen. Man lacht über sich selbst und seine Stimmungen in einer „Piano Bar“, dass man alle Frauen anguckt und nur an früher denkt, wo man noch in einer Beziehung war. Am Ende wird es widerlich, denn er steigt über die nächstbeste Frau drüber, die man dann auch noch stöhnen hört.
Bash „Justicias Toy“ ist ein cooler Song, sehr eingängig, über die ungerechte Behandlung durch Polizei und Justiz. Textauszug: They put me in a car and drove away with me. No that´s no fun, that´s reality. Cant prove my innocence I got no alibi” Das kann ich gut nachvollziehen, da mir das auch schon passiert ist und einem Bekannten genauso. Da gab es sogar eine Gerichtsverhandlung, weil er angezeigt wurde. Dabei wurde ER von den Polizisten verprügelt und nicht andersherum. Er war dann der mit dem Widerstand gegen die Staatsgewalt.
Breshnev – „You speake with consumpion“ ist ein guter Song, der textlich mit ein paar Unsinnigkeiten aufwartet. Könnte Dada sein.Textauszug: „You could fertilize a desert, you´re a instant waterbed. yes you create an ocean on the spot where you just spet.”
99 Penny Worth – “Fucking gye” ist ein Eifersuchtsdrama auf Englisch: “Fucking gye, let her alone, do not follow my girl”. Recht simpler Song.
Fucking Faces – „Teenage Kicks“ – Ein junger Mann ist einsam und möchte eine neue Nachbarin kennenlernen. Er sieht sie auf der Straße laufen und findet, dass sie gut aussieht. Er will sie umarmen, es ist so hart für ihn an sie zu denken. Er will aufregendes mit ihr machen. Dafür muss er sie erstmals ansprechen. Er singt: „It will be the best I play with head.“ Das Lied ist ein Cover von den Untertones. Die Fucking Faces habens gut hingekriegt.
Cradle To The Grave – “Slow “: Der Sänger möchte nicht langsam werden. Das bedeutet entspannt, angepasst, resigniert (voller Sorgen) und einer von millionen Leuten. Er will die Dinge stattdessen kritisch sehen, subjektiv betrachten und Hoffnung wahren, in seinem Leben Träume zu leben. Seine Strategie bedeutet alles tun, was er will, in der Schule kann er das nicht, auf der Arbeit kann er es auch nicht. Das sind seine Probleme.
Amok – „Verödet“ – Das ist super prägnanter Deutschpunk, schon mal Daumen hoch für die Musik. Der Text erzählt von einem Mann, der mit niemandem sprechen kann, weil ihm sein Image im Weg steht. Er hat sich so viel aufgebaut und will es jetzt nicht riskieren, obwohl er innerlich fertig ist. Eigentlich müsste er auf seine Gefühle hören, aber er kann es nicht und spürt stattdessen nur wie ausgebrannt er ist. Das Leben ist ihm nicht mehr gut, obwohl er zum Psychiater geht, der ihm Pillen verabreicht. Die Versuchung sich umzubringen ist groß. Der Text gefällt mir, da das alles gut beschrieben ist..
NOE – „Keine Fragen“ ist ein gutes eigenständiges Lied über Menschen, die nur in einer künstlichen Welt leben wollen in totaler Ignoranz der Probleme auf der Welt und ihrer eigenen Gefühle. Alle Dinge sind so einfach für sie, die Probleme wie Aids, Krieg und Wohnungslosigkeit sind fern von ihnen, die Menschen sind für sie an allem selber schuld. Das ist mal wieder ein guter Text. Die Musik hat auch ein Keyboard drin, was es noch besser macht.
Bambix – „Explain it“ hat einen sehr schönen tiefen Klang, ich lausche gerne dem Schlagzeug. Es geht im Text um die Diskrepanz zwischen arm und reich. Textauszug: „Crying is forbidden for those who are in need. Can´t give in to sickness for there are mouths to feed.” Die Reichen ekeln sich vor der Sängerin, wenn sie sie sehen und das merkt sie. Dabei kann sie nichts für ihre Armut, denn das Leben ist wie eine Lotterie. Da wo ihr die Erfahrung fehlt, weil sie noch nie von hier weggegangen ist, will sie dass man es ihr mal erzählt. Daher der Titel.
Kalte Zeiten –„Leiche im Keller“. Die Musik ist mir zu krachig, da mit zwei unterschiedlichen Gitarren eingespielt, die sich nicht vertragen. Textlich geht es um Gefühle des Unglücks. Kritisiert wird die Mediengesellschaft an diesem Zustand schuld zu sein, in der niemand mehr etwas unternimmt, sondern alle nur Input kriegen. Weiter heißt es: „Jedem Mensch sein Therapeut, Depression als Normalzustand. Gesellschaftlicher Abgrund. Ordnung siegt über Verstand. (…) Nicht der Mensch, diese Gesellschaft ist krank.“ Bei der Gelegenheit will ich, mag das auch alles stimmen die Leute zur Überwindung der Angst aufrufen. Psychotherapie ist nichts Schlimmes, stellt euch dem anstatt immer nur von euch selbst fortzulaufen, wenn ihr Probleme habt. Wenn es läuft, dann läuft es so, die Therapeuten können euch helfen!
Germ Attack – „Friends“ gefällt mir gut. Ein Freund kommt zu ihm, um ihm seine Probleme zu erzählen, aber er will ihm nicht helfen, außer, dass er ihm sagt, dass alles in seinem Leben sich nur um sich selbst dreht, dass er sich nicht um die Meinung anderer scheren sollte. Das tut er deshalb, weil er von ihm bei Not auch keine Hilfe erhalten hat.
Carry The Day – „my familiy“. Die Sängerin hat dem Text zu Folge eine schwere Kindheit erlebt. Sowohl Vater als auch Mutter waren nicht gut zu ihr. Daher hat sie Gefühle der Wut aufgestaut. Textauszug: My dead father hope he´s in hell, sometimes I can hear him jell“.  So schlimm waren die psychischen Misshandlungen, dass sie sich sogar wünscht nie geboren worden zu sein. Ergreifend, könnte aber triggern.
Blumen des Bösen –„Kompass“. Der Text ist nicht so gut zu verstehen und ist auch nicht abgedruckt. Die Sängerin klingt gut, legt sich aber nicht ins Zeug. Es gibt eine Flöte, die nicht unbedingt passt, aber dennoch ne interessante Note verleiht.
Sexy Bacterias – „Niet“ ist ein ganz gutes einfaches Lied in zwei Sprachen, Jugoslawisch und Deutsch. Textauszug: „(…) I care about life, and I care about love. But most of all I care about all the people that care about me.” Am Ende wird das Lied nochmal kurz verdorben über ein paar Zeilen über das Klebstoffschnüffeln, die da gar nicht reinpassen. Anscheinend waren sie nicht zu Frieden mit der Aufnahme.
Novotny TV – „Deutschland braucht Deutschpunk“. (Siehe Rezension BRD Punkterror) Dies hier ist eine frühere Version des Songs, die noch nicht so gut klingt.
1. Mai 87. „Crackhead“ geht um den Verkauf von Crack am Automaten, was viele Menschen süchtig gemacht hat und um Dealer, die es verkaufen, die der Songwriter nicht leiden kann; sie „sollen selbst daran verrecken“. Es gibt ein sehr gutes Gitarrensolo in dem Lied.
Cradle To The Grave „The System we created“, hat wieder einen Englischen Text. Auszug: ”By the time you started thinking you were sick without a cure.“ Als du begannst zu denken wurdest du krank ohne Heilung.
Fucking Faces – „Sterbehilfe“ engagiert sich in Sachen aktive Sterbehilfe. „Wir sehn uns an und keiner sagt ein Wort – Ich würde ihm gerne helfen, doch das wäre Mord.“ – „Ein jeder Mann hat Recht auf Leben, warum nicht auch ein Recht auf Sterben?“ Das ist eine interessante Problematik. Die Kirche sagt nein dazu; soll man sein Leben aushalten bis zu letzt? Aber kann man anderen verwehren sich zu töten, wenn sie einfach nicht mehr wollen? Probleme können sehr schlimm und unerträglich werden. Ihre Entscheidungen im Bezug auf sich ihr Leben hat man bei anderen zu respektieren.
Amok – „Staatsbegräbnis“ Hier werden nur Parolen gedroschen und versucht einzuschüchtern. Alle Feindbilder werden aufgefahren, linke Klischees ausgeschlachtet. Einzig gute Textzeile: „Wir parieren nicht in Uniformen vor Spießern mit beschissenen Normen“.
Kalte Zeiten – „Ein alter Traum“. Textauszug: „Zu wenig Mut zur Offenheit. Zuviel P.C. zur falschen Zeit. Zu viel P.C. die oft nichts als Verlogenheit beweist.“ Das gefällt mir gut, ist es doch sehr aktuell. Der Nationalismus wird hier zu Gunsten eines Internationalismus hinterfragt. Es geht um eine innere Befreiung von Werten und Normen dieser Gesellschaft, wobei nicht gesagt wird welche es sind, die uns hier die Hoffnungen rauben. Es muss etwas mit dem Alltag zu tun haben, der uns „täglich einen neuen Grund“ gibt Widerstand zu leisten.
Beshnev -. „Apartmentservice“ ist ein guter Ska-Song, ganz unerwartete Klänge dieser Band. Der Text ist wieder ganz schön crazy. „Thsi palce is like a cripple woho cant afford a crutch, - each day that I stay here is an exactly one to much. The neighbours makle me crazy with their daily jungleyell – who´s gonna help me out of this hell?“
99 Pennyworth – “Suicide”. Der Sänger schimpft übner seine Freundin, die ihn krank macht. Er will nicht wegen ihr Selbstmord begehen. Simple Musik.
Novotny TV – „Moderne Musik“ ist ein cooles Lied über Punkrock und dessen Hörer. Beschrieben wird jemand, der nichts zu tun hat und deshalb die Musik laut dreht. Er steht nicht in Kommunikation mit anderen Menschen, da man sich gegenseitig ablehnt. Die Lebensverhältnisse sind nicht die besten. Disco ist keine Alternative, aber Punk ist auch moderne Musik – davon kann man ein Teil sein. Hier kann man sich selbst überwinden.
Die Blumen des Bösen – „Die Maschine lebt“. Es geht in diesem netten Stück darum wie die Maschinen beginnen zu leben und dann die Menschen, die ihnen zu fehlerhaft sind, abschaffen. „Die Maschine lebt und wir sind tot“…
Am Ende kommt nochmal Soundmüll produziert von Bash, das ist überflüssig.
Alles in allem finde ich, dass es hier einiges gibt, das man sich locker mal anhören kann. Es lohnt sich die CD einzulegen und dafür Geld hinzublättern. Zum beste Song küre ich NOE mit „keine Fragen“. Viel Spaß beim Hören!


Canalterror – Zu spät

Canalterror machen guten Deutschpunk mit Pogorhythmen. Die Stimme klingt angenehm. Die Texte sind kritisch und teilweise partymäßig.
Die Kirche wird im ersten Lied („Glaubensbekenntnis“) kritisiert dafür den Fortschritt abzuschmettern. Ist der Fortschritt immer gut? Ich weiß es nicht. Es wird in diesem Lied der Atheismus gepflegt: „Überlegen darf man nicht (Anmerkung: In der Kirche) Glauben heißt hier deine Pflicht.“ Ich denke, dass Gott aber das ist was Menschen erfüllt. Es gibt genug Gedanken, die man sich über Gott machen kann, mit dem Ziel stärker an ihn zu glauben, also denken mit einem positiven Ziel.
Die Rezension zu „TV“ siehe in der Rezi zum Sampler „Kampflieder“. Ich finde das Lied super.
In „Bonn-duell“ gibt es eine Panoramasicht auf die Leute in der damaligen Regierungsstadt Bonn. Die Leute kommen da nicht sehr gut weg. Ein anderer Mensch würde es ganz anders beschreiben. Eins hat mir gefallen: „Faschorocker stehen vor dir und du weißt jetzt bist du dran. Viele Leute stehn daneben, schauen dich nur spöttisch an.“ Warum der Track „Bonn-duell heißt“? Weil man hier „gemeinsam einsam“ ist und die Gemeinschaft kaputt ist.
Rezension zum Track „Abschuss“ siehe Rezi zum Sampler „Kampflieder“. Das Lied ging mir auf die Nerven, darum höre ich es nicht an.
In „100 Mann“ singen Canalterror über das Saufen. Der Track ist nicht besonders gut., also ich brauche ihn nicht.
„Hey“ ist ein Instrumentalstück mit gelegentlichen „Hey“-Einrufen. Warum nicht, machen doch Canalterror gute Musik.
Die Kritik zu „Multis“ siehe bei der Kritik im Sampler „Kampflieder“. Das Lied ist gut.
„Zu spät“ ist ein ziemlich depressiv klingender Song. Er will seinem Leben ein Ende bereiten. Die Gründe sind nicht einleuchtend, außer dass auf dem Bürgersteig das Leben nicht gerade so sprudelt. „Betonstadt aus Glas und Stein, hier kann ich nicht zu Hause sein“. Es fehlt also Heimat. Am Ende sagt er dann noch, dass es auch zu spät für den Hörer sei. Da soll er mich aber nicht mit reinziehen.
In „Staatsfeind“ geht es um Lügen der Politiker. Politik ist für den Textautor deshalb nur „fauler Trick“ von Bonzenschweinen. Es gibt für den Autor des Textes auch zu wenig direkte Demokratie, siehe „Startbahn-West“. Die Polizisten werden als brutale Knüppelschwinger gesehen, die jeden Widerstand im Keim ersticken. Die Herrschaft des deutschen Staates wird abgelehnt, da sie nur den Reichen nützt. Es müsste auch ohne eine Regierung gehen, so stellt man sich vor, vielleicht mit Zusammenhalt der Bevölkerung und Einmischung eines jeden statt gebanntem starren auf Gesetze, die es für uns regeln. Wir sind also angehalten etwas zu verändern, soweit das überhaupt möglich ist.
In „Kosmetikkind“ wird eine Frau kritisiert, die sich mit Kosmetik bedeckt und damit „starr“ wirkt. Er will sie lieber wie sie ist. Schminke ist sowieso nur „Umweltgift“. Irgendwo hat er recht. Textzeile: „Das Leben ist kein Maskenball, so wil ich dich auf keinen Fall“. Es ist halt die Meinung des Autors dieses Textes, soll wohl niemanden diskriminieren. Das sieht man darin, dass es nett ausgedrückt wurde, es ist keine Schimpftirade.
„Mallorca“ ist ein Song über Ferien auf „Mallorca“ wo nur die Bonzen hinfahren um dort sinnlosen Urlaub zu verbringen. Die „Ferien auf dem Balkon“ scheinen dem Autor des Textes aber auch nicht zu gefallen, denn hier hat er „Abgas pur“.
Was behandelt der Song „Persil“? Geht es ums Waschmittel? Nicht direkt. Es geht darum, dass alles so schön steril ist, ironisch gesagt.
Dann gibt es noch eine Version von „My bonnie“.
In „Treue Fans“ ist ein Hasslied auf Fußballfans, die dumm sind und dann auch noch Leute verprügeln. Man will sich einfach nur abgrenzen, ich finde das Lied nicht so gelungen, da es nicht gut analysiert ist. „Ihr seht euch alle Spiele an“ zB ist keine Kritik, sondern nur eine Beschreibung harmloser Dinge, die diese Fußballfans nun Mal tun.
„Saufbauch“ ist eine Kritik an dder Gesellschaft, in der alle nur ans Geld denken, anstatt aneinander. „Ohne Kohle kann man gar nichts machen“, so seine Bilanz. Eine Rente wird er nicht kriegen. Die Lösung für ihn ist das Saufen, denn dann wird er nicht zum Spießer. Das klingt nach nem hohlen Feiersong ohne ernsthaften Hintergrund.
Unterm Strich ist diese CD ganz gut gelungen. Es gibt viele anregende Gedanken, auch wenn ich nicht alles teile. Die Feiersongs gefallen mir weniger, da ich nicht zum Alkoholkonsum neige.


Abstürzende Brieftaube – Krieg und Spiele

Der Starter des Albums ist „Zuviel ist nicht genug“. Es ist rasanter Punkrock, nicht unbedingt Funpunk wie man es von der Band erwarten würde. Das hier erzeugt wirklich Wirkung. Worum geht es? bei diesem Lied in dessen Refrain gesungen wird: „Zu viel ist nicht genug, und weniger wäre Selbstbetrug“? Um Drogen. Es wird einfach beschrieben was mit Drogen passieren kann: „Langsam löst sein Hirn sich auf, das macht ihn nichts, da steht er drauf“. Das klingt kritisch. Trotzdem kommen DABT nicht mit erhobenem Zeigefinger. Die zweite Nummer ist „Krieg in den Städten“ mit schneller rhythmischer Musik. Die Beschreibung von Krieg ist gut gelungen. Es wird darauf verzichtet das Wort „Leichen“ dabei zu verwenden, eher beschreibt der Text die Hintergründe, was passiert beim Krieg: „Mord wird zum Sport, viele mussten dran glauben als Verlierer der Brutalität.“ Plötzlich, auf Track 3, gibt es Funpunk mit Ska-Einlagen. „Du da“ geht um Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Ohne Geld, ohne gute Kleidung ist man einfach nicht dabei bei der großen Party. „Der da ist hier nicht erwünscht, den da wolln wir hier nicht sehn…“ Auch ein eher lustiger Song ist „Was ist los“ mit einem Rätselm dessen Auflösung ich jetzt nicht verrate. Wer ist das? „Kein Mensch hat ihn bisher gesehn, die Bullen könnens nicht verstehn, denn keiner wird ihn jemals sehn, jemals wieder sehn…“ – Auch ein guter eher melodischer Pop-Punksong mit super Text ist „Allein“ über eine Frau, die zu Hause von ihrem Mann geschlagen wurde und die sich dann an ihm rächt. 2013  ist eine Zukunftsvision über eine Zeit, die wir längst überwunden haben. Angeblich sind 2013 die meisten Menschen tot. Stattdessen steigt die Weltbevölkerung an. Der Refrain sagt: „Zurück in die Vergangenheit, es ist bestimmt schon bald so weit. Seit 1000 Jahren nichts gelernt, vom Untergang nicht weit entfernt.“ – „Für immer“ ist ein Poppunksong mit einem Text über die Liebe. Am Ende versauen sie diese schöne Athmosphäre damit, dass es um Liebe zu einer alten Oma geht. Das regt mich bei vielen Punkbands auf, dass sie alles ins ironische verkehren. In „Paderborn“ ist ein schunkeldnes Sauflied über Liebeskatastrophen und Alkohol. Ab der zweiten Strophe kommt dann die schnellere Musik dazu. Dann kommt mal wieder ein Lied über „Amok“ wie so oft bei Punkbands. Spontan fallen mir drei ein: Ad Nauseam, Mono für alle, Fehlstart. Der Text ist nicht gerade distanziert zum schlimmen Thema Amoklauf. „Hippo“ ist ein völlig überflüssiges Lied für mich. Das ist vielleicht super für Kinder, für die würd ichs auf einen Sampler packen. Bei „Frank“ kommen Keyboardbeats zum Einsatz und es wird gerappt zu ein paar Gitarrenriffs. Dann kommt ein punkiger Refrain. Es geht um einen alten Bekannten, der zur Bundeswehr geht und sich dadurch nicht zu seinem Vorteil verändert. Es ist nicht wirklich gut gelungen, wenn ich auch den Mut zum Experiment schätze. „Fett und hässlich“ ist einfach nur übel, da hier über Menschen mit Körperfülle hergezogen wird. Wie konnten die Brieftauben nur so tief sinken? In „Geisterbahn“ geht es wiedermal um Lügen der Politiker, wobei auch an dieser Stelle auf nichts Konkretes Bezug genommen wird. Es geht danach dann um Krieg, also man kann es sich schon selbst denken, für was man die Politiker alles verachtet. Die Politik ist für den Autor des Textes nur eine Geisterbahn, voller Schrecken. Und was sagen die Leute dazu? „Augen, Mund und Ohren zu, wir spielen einfach blinde Kuh. Es wird gefeiert immer heiter, denn das Leben geht ja weiter.“ Das Lied ist nicht schlecht umgesetzt. Am Schluss kommt noch „Danke“, ein Instrumentalstück auf das eine Dankesliste gesprochen wurde. Das hätten sie mal lieber instrumental gelassen. Mein Fazit: Am Anfang ist die CD um längen besser als am Schluss. Die Liste wurde gut sortiert, dass es nicht so auffällt. Da kann man dann ab der Nummer 8 wegklicken. Alles in allem ist es das beste Album der Band. Da zeigen sie, dass sie auch ernste Lieder spielen können.


Tagtraum - Feuer gratis

„Los, auf, worauf wartet ihr noch?“ fragt das Intro. „Stück für Stück“ macht den Anfang. Geschickt gespielter auf einander angestimmter Sound mit vielen Pausen und Finten, hart wie einfühlsam. Der Textschreiber öffnet sich aufgrund seiner psychischen Schwierigkeiten der therapeutischen Hilfe. Er fühlt sich in Regeln befangen, welchen sagt er nicht. „Manchmal 10X“ ist ein Lied über das Zizenböh machen, andere abziehen, um sie dann auch noch auflaufen zu lassen. Am Schluss kommen noch resignative Worte: „Dann wird mir klar, dass es keine Wahrheit gibt - nur das Leben, das Leben das lügt“. - „Neuropa“ geht  um Normen, die im Weg stehen und irgendwas mit einem neuen Europa zu tun haben. Welche Normen das sind sagt er nicht, nur dass Mauern gebaut werden um den Kontinent. Da kann einem schon schwindelig werden, wenn man daran denkt. Kommen wirklich einst so viele Menschen, dass der Kontinent sie nicht mehr aufnehmen kann und die System einfach kollabieren, ohne das wir das Neue geschaffen haben? „Backe auf Beton“- Textzeile: „in meinen Augen kannst du lesen wie in einem offenen Buch, doch nur ein Zwischenzeilenleser wird dort finden was er sucht.“ Und sich die Zeit zu nehmen um den andren zu verstehn ist oft zu viel verlangt , denn die Zeit kostet das Leben.“ Das ist super getextet. Ich versuche zu verstehen worum es bei „schöne Welt“ geht. Die Dinge nehmen den Schreiber immer mehr mit. Trübsal wird kultiviert. Es liegt an der sozialen Kälte. Es will wahre Freunde haben, er will nicht, angepasst und ruhiggestellt sein. Er erahnt einen Sinn des Lebens, kann ihn aber nicht erreichen. Gut, weiter – mit „Lauf doch!“: Die Wirklichkeit macht den Schreiber / Sänger mal wieder fertig. Er wird von anderen nicht verstanden.  Daher gönnt er sich mal eine etwas längere Pause: „Ich bleib einfach stehn, könnt ja sowieso nicht gehen“. Nun analysiere ich „Buntstiftsüchtig“: Das hat einen merkwürdigen Text, in dem der Sänger mit einem Buntstift gegen die Menschheit zu Felde zieht, um seine Einsamkeit zu überwinden. Das nennt er sarkastisch. Er will dass die Phantasie über all das Grau siegt. Worum geht es in „Paläste“? Mal kurz im Textheft schmökern. Der Sänger tritt als Sohn in Erscheinung. Er muss sein Leben für sich selber leben, ohne die Weisung seiner Eltern, denn die alten Spuren machen keine Sinn. Gute Textzeile: „Die Narben, die ich trage bilden eine Karte von dem Weg den ich bis heute ging“. Worum geht es bei „Hoffnung?“ Es geht um den Sinn des Lebens, den man finden kann, aber manchmal ohne seine Einsamkeit dabei zu überwinden. Es geht um psychische Probleme: „Ich hab das Gleichgewicht verloren, ich taumele und fall. Glaub mir ich seh alles und ich bin überall“. Der Verfasser des Textes will diese Probleme natürlich nicht haben, sondern etwas von seiner Seele zeigen, tun was ihm gefällt.“ - „Hemd“ ist ein bisschen geradliniger und punkiger gespielt als die anderen Tracks. Der Schreiber verspottet einen Menschen, der ansonsten ein makelloses Image pflegt. Das ist nicht besonders nett, denn er hat ihn auch noch in einer misslichen Situation fortografiert und will ihn erpressen. Motivation dazu gibt Punk, siehe „punk sei dank gibt’s Polaroid“. Mit so einem Text kann man natürlich gut seine Wut auf den Zwang zur Makellosigkeit im Bewerbungsverfahren abladen. Man muss es nicht so ernst nehmen, nach dem Motto das macht man nicht. „Blaue Augen“ ist ein Ideal-Coverstück, das gut zu Tagtraum passt. Dadurch haben sie auch noch ein Liebeslied im Programm. Im vorletzten Song geht es um das Anderssein. Einerseits will der Sänger das Anderssein, anderseits will er es nicht, wenn es nämlich von außen kommt. Mit guten Freunden geht das Leben leichter. Dann wagt man den Schritt zum selber denken. Des letzten Stückes Name ist „Funke“. Es geht um einen Funken Hoffnung. Es ist allerdings ungeschickt ausgedrückt, dass dieser Funke den Verfasser des Textes in Brand setzen soll. Wer will den schon in Flammen stehen? Gut finde ich die Aussage, dass das Kiffen diese Hoffnung nicht bringen wird. Zeilen wie „Ich weiß nur eins und das mit ganz bestimmter Sicherheit, dass alles hier auf ewig scheiße bleibt“ gibt auch nicht gerade einen Funken Hoffnung. So wir sind am Ende angelangt. Was ziehe ich nun für einen Schluss aus all den Zeilen? Ich würde sagen die Band ist eine der Besten was die Musik betrifft. Textlich gibt es viele Denkanstöße, doch sie wirken etwas zusammengestückelt bzw Bruchstückhaft ausgeführt. Wenn man Lust hat ich mit seiner psychischen Krankheit auseinanderzusetzen, dann kann man hier viele Zeilen über die das Befinden und Konflikte mit der Umwelt finden. Wie geht es einem? Hier wird es angesprochen.


Vexation – Die Art zu leben

Vexation machen simpel gespielten, aber deswegen nicht weniger guten Oi-Punk. Erst kommt die „Chaos Crew 10“- Erste Nummer ist „Die Art zu leben“. Hier lässt man sich auf asoziale Art und Weise gehen, zB mit Chaos in der Wohnung.  Ich sage nur jedem das Seine, solange da niemand der Leidtragende ist und es wirklich nur die Art zu leben betrifft, also zB keine Vernachlässigung von Kindern mit sich bringt. Wir werden sehen was die Band noch so sagt. In „Schnauze zu“ geht es wieder ums Asozial sein. Ich merke schon, das ist das Lieblingsthema der Band. Man will bleiben wie man ist und seine eigene Welt wahren. Es folgt das Lied „Chaos Crew“, in dem Menschen gegen Polizisten anrennen, aufgrund ihrer Armut. Sie bezeichnen sich selbst als das Chaos, das ihnen wohl einen Sinn im Leben gibt. Es kommt das Lied „Gänsemarsch“. nun erfahren wir warum der Sänger das Chaos so sehr liebt. Er will nicht zum Bund gehen und ein Zinnsoldat werden. Auch sprachlich lässt sich der Sänger negativ gehen und sagt: „Schiebt euch die Gewehre ind en Arsch!“ Nun spielen Vexation „Das Letzte“. In diesem Stück geht es gegen die Mächtigen wie Angelika Merkel. Wenn die Politik Kontra gibt, dann gebraucht sie den Knüppel. Das kann man auf Demos selbst erleben. Die Polizei ist nicht sehr nett im Umgang mit den Demonstranten und pfeift selbst auf die Gesetze zB Auf das Recht am eigenen Bild, auf Demonstrationsplakate und Kleidungsstücke. Man wird angeschrien und beschimpft. Nun kommt der Hit des Albums: „ignoranz“. Man wird von den andern verurteilt, ohne dass sie einen kennen. Das ist super gespielt und gesungen. Textzeile: „Ignoranz beherrscht das Land. Eine Sünde ohne Verstand“. „Brandstifter & Bombenleger“ ist ein plattes Lied. Gemeint ist: Gegen Kommunismus und Faschismus, gesagt wird: Politisch denkende Menschen sind scheiße.  Gut finde ich jedoch die Zeile: „Brandstiften und Bombenlegen ist nicht unser Weg der Revolution.“-  Die Einstellung gegen den Staat, die zudem hier rüberkommt, ist in Ordnung. Da kann man sich Gedanken drüber machen. „Wenn du wüßtest“ sagt, dass man Amok laufen könnte, wenn man es wieder verschiebt, mit seiner Frau ins Kino zu gehen. Die Frau will aber nicht mehr mit dem Schreiberling ins Bett, daher geht er ins Bordell.  „Kein Geld für Bier“ handelt darüber, dass man sich das Bier manchmal nicht leisten kann. Das ist natürlich ein Problem. Vielleicht entdeckt man dann aber auch, dass man auch auf andere Weise Spaß haben kann. „Nach uns die Sintflut“ malt ein düsteres Bild von der Zukunft mit Umweltverschmutzung, Gehirnwäsche, Computergesteuerte Gedanken und KZ´s. Das will man schon jetzt verhindern. Als zweites kommt die „Tollschock 3“ mit dem Lied „Lügner“. Es geht um das Hobby des Lügens. Der Schreiber sagt, er lügt, weil er sich nichts aus den anderen macht, es ist nur ein Speil von ihm. Er erhofft sich seinen Vorteil daraus, dass er das Blaue vom Himmel verspricht, auch wenn er es nie einhält. Er glaubt am Ende selbst an seine eigenen Lügen. Es gibt noch die „Denn wir wissen nicht 7“ auf der CD. Das erste Lied ist „Denn wir wissen nicht“ mit den Textzeilen: „Der Staat muss verlieren, sonst werden wir randalieren“, „besser zu hassen als sich anzupassen“ – „Wir können auch anders, wir nehmen uns was uns nicht gehört“. Das sind sonderbare Aussagen. Das hätte man in der DDR wohl „negativ dekadent“ genannt. Randale ist nicht toll, Hass ist nicht toll, Diebstahl ist nicht toll, da wäre ich nicht stolz darauf. Vor allem dann die Aussage: „Uns ist nichts heilig“. Die Krone wird dem noch aufgesetzt mit „Wir haben kein Gewissen“. Ist das ganze ein Scherz? „Ich will jetzt ficken“ gibt der Sänger seiner Geilheit Ausdruck. Er will der Frau auch noch Geld dafür bezahlen. Das zeigt, dass er sie nur als Lustobjekt sieht. Ein richtiges Scheißlied. In „Jimmy Barschel“ singt der Sänger über die Arbeit, die ihn kaputtmacht. Er will „wie Jimmy Barschel in einer Badewanne sterben“. -  In „Illusion“ geht es mal wieder um Kontrollen und Platzverweise durch die Polizei. Es ist ganz gut formuliert. Hier versteht man worum es geht. Das ist besser als die Texte, die nur Hass und Gewalt gegen Polizei ausdrücken, denn es wird genau beschrieben, was die Polizisten getan haben, und dass der Verfasser nichts Böses im Sinn hatte.
Als Letztes ist „Die Art zu leben 7“ auf der CD vertreten. Im Lied die Art zu leben heißt es: „Leistungsdruck ist öde, wir sind lieber faul“. Ich würde sagen faul muss man auch nicht gerade sein, höchstens mal sich etwas im positiven Sinne gehen lassen, sich Zeit nehmen für sich selbst, Dinge geschehen lassen, Leben was in einem ist, sich finden. Bei „Nichts mehr los“ geht es um Arbeitslosigkeit und Wohnungslosigkeit. Geschlossen wird: Nichts mehr los. Den weiteren Text konnte ich akustisch nicht verstehen. Nun kommt nochmal das Lied „Ignoranz“. Dann naht das letzte Liedlein „Hasserfüllt“. Textzeile: Hass in deinen Augen. Hass, mehr siehst du nicht. Hass in meinen Augen.  Und der Hass entstellt mein Gesicht.“ Das ist sehr drastisch geschildert. Warum hasst er so viel? Wiedermal ist es die Staatsgewalt. Auch die Gesellschaft wird genannt. Vielleicht waren die Leute wiedermal ignorant mit ihm und haben ihn vorverurteilt, nur weil er irgendwie anders war. Sowas gibt es. Das habe ich erfahren als ich selbst als Jugendlicher etwas punkiger aussah, natürlich kunstvoll, nicht aus Nachlässigkeit. Dennoch wurde ich von den anderen gehasst. Da ist es normal, dass man auch mal Hass empfinden kann. Wichtig ist nur, dass man sich wieder findet und die Liebe wieder spüren kann.  Was ist nun mein Fazit aus dem Ganzen? Ich finde es interessant was Vexation über sich erzählen, auch wenn ich es selbst so nicht halte, mit all dem Chaos. Ab und zu ist mir die CD doch gar zu negativ bisweilen sexistisch. Ich finde, wenn ich mal darüber nachdenke kein wirklich gutes Lied, außer vielleicht den Hit „Ignoranz“.


Notausgang - Es ght uns gut

„Narrenfreiheit“ rockt ordentlich, da frage ich mich warum so eine Musik nicht mal berühmter geworden ist. Im Text geht es darum Dinge zu leben, die einen gar nicht ausmachen. Man sollte schauen, dass man sich selbst fühlen kann. „Kopflos“ geht um die Frage, ob man seinen konträren Lebensweg bereut. Die Antwort ist bereuen? Nein. Höchstens es in der Zukunft besser machen. Der Texter beklagt sich aber auch darüber wie man ihn damals behandelt hat. Textzeile: „Hab ich mich nur einmal umgesehn, was es alles gibt und wo ich steh. Auf der Suche nach der Wirklichkeit habt ihr mir gezeigt wies geht.“ Das mag richtig sein, doch vielleicht sollte der Sänger mehr Vertrauen in die Weisungen anderer erlangen, dann kann er über sich selbst hinauswachsen. „Genieße jeden Tag“ ist ein guter froher Song mit der Weisung sein Leben zu genießen. „Genieße jeden Tag, jede Sekunde jedes Jahr, das du erleben darfst. Jede Minute jede Stunde, in der Kneipe jede Runde, vom Größen Glück ein kleines Stück.“ (Zensiert: labyrinth) Es kommt ein Stück über eine Überladung von Feinden im Leben. Er droht damit diese Feinde zu erschießen, wie er zugibt deshalb, weil er nichts mehr verstehen kann. Ziemlich brutal, also geht gar nicht der Song. Was hat er denn für komische Gedanken? „Blauer Himmel weisser Schnee“ ist ein ruhiger Gitarrensong über die Zeit, in der man noch zusammenlebte. Textzeile: „Ich möchte diesen Tag nochmal erleben, schönes Wetter, blauer Himmel, weißer Schnee“. Doch die Gegenwart sagt: Er, der Verfasser, soll vergessen. Jetzt kommt „peace“, ein Lied das musiklaisch voll überzeugt. Der Text sagt, dass die Politik uns einschüchtern will. Was genau sie tut wird nicht gesagt, alles ist sehr allgemein gehalten. Wer gerade etwas erlebt hat dass ihn stört wird diesen Song gut finden. „Wiedergeburt“ ist ein interessanter Song über jemanden, der zum zweiten mal da ist. „Keiner versteht, was hier vor sich geht. Er hat sich gedreht, es war schon zu spät. Keine Zukunft gesehn, es ist viel zu schön, dass er hier wieder ist, denn ich hab ihn vermisst.“ (Textauszug). Das Lied hat viel Energie und ne tolle Melodie und Ausführung der Instrumente. Der Sinn des Textes ist der Aufruf bewusster mit der Welt umzugehen, so wie der Mann, der vom Tod zurückkam. „One of us“ (j. Osborn) ist ein Lied über Gott und Jesus. Sowas von einer Punkband ist selten. „Frosch“ ist ein Lied über das Glück, sehr schön anzuhören. Klingt ein bisschen nach WIZO. Dann kommt „Marihuana“, indem es nur heißt: „Marihuana, we get high“. Das Kiffen kann man mal ausprobieren, sollte es aber nicht zu oft tun, da man davon eine Psychose bekommen kann. Ich kann aus persönlichen Gründen nur abraten, denn vielleicht liegts bei mir am Kiffen. „Raubzug“ – hier geht es um die Schlechtigkeit der anderen Menschen, doch es gibt noch einen Traum von Liebe und Frieden, paradisische Zustände auf Erden. Der Verfasser des Textes ist dagegen, dass hier ein Raubzug durchgeführt wird, der anderen das Leben stiehlt. (Anmerkung: Vielleicht mit der Frage: Warum bist du so schüchtern?) „Alles ist cool“ handelt darüber, dass die Menschen so tun als wäre alles in Ordnung, um ihr wahres Gesicht nicht zu zeigen. Man hat ja immernoch die Chance das mit den anderen auszudiskutieren füge ich hinzu, dann kann man vielleicht sogar von den anderen profitieren. „m.t.w. (keine Gefahr)“ ist der Abschluss der CD an Liedern mit Texten. „Ich seh mir nur die Dinge an, die ich auch sehen will. Alles andere ist für mich tot, begraben endlos still“ höre ich heraus. Leider sind die Texte ja nicht abgedruckt. Es gibt noch ein Outro, instrumental,.eher ruhig. Fazit: Das ist wirklich mal ne nette CD, gute Musik. Total erfrischend. Das beste Lied darauf ist „Wiedergeburt“. Das ist einfach ne schöne Geschichte.


Die Ärzte – Runter mit den Spendierhosen, Unsichbarer

Es geht los mit „Wie es geht“, einem schönen Liebeslied. Der Protagonist kriegt kein Wort heraus vor seiner „Angebeteten“. Dann kommt ein Lied, dass ich nicht so gerne mag. Es geht gut los, aber dann kommt das Thema Geld ins Spiel. Der Song ist nicht so toll, zu krachig, mit nem zu einfachen Refrain: „Geld Geld Geld Geld, immer nur Geld“. Noch so ein krachiger Song, diesmal ohne jegliche Verzierung ist „gib mir Zeit.“ Die Härte passt nicht zum Songtext, es wäre besser ein Akustiksong geworden. Es geht darum sich neu zu verlieben, obwohl man gerade in einer Beziehung steckt. „Dir“ ist ein Felsenheimer-Song über das Begehren. Textauszug: „Nachts, wenn unsre Liebe salzig schmeckt, das Raubtier seine Krallen ausstreckt, alle Wege nur in eine Richtung führn, will ich dich für immer spürn.“ Der Text hat seine Schwächen, aber die Musik klingt anständig. „Mondo Bondage“ ist mal wieder ein Song über SM, was wie ich finde ein blödes Thema auch in der Musik ist. Der Song klingt schön, vielleicht hätte man den auch auf spanisch aufnehmen können, dann hätte ich nichts verstanden. „Onprangering“ hat einen ganz anderen Stil als die normalen Ärztelieder und ist mal wieder eines ihrer Experimente. Der Text ist sinnlos: „Irgendwer ist schuld daran, dass ich nicht mehr pinkeln kann und das prangere ich an.“ – Der Song „Leichenhalle“ klingt nach Gothic, endet aber mit dem Lied der Schlümpfe. Es ist wohl eher eine Verarschung dieses Genres, aber mit viel Liebe aufgenommen. „Der Optimist“ ist wohl ein eher schnell aufgenommener Song, irgendwie kunstlos. Wieder ein viel zu einfacher Ref mit mehrmals einer einzigen Zeile: Das ist schön!“ Da erwarte ich mir von Liedtexten mehr.Nun folgt ein Ska-Lied über zu einfachen Vorstellungen einer besseren Welt. Refrain. Wenn das mal alles so einfach wär, dann hätt ich keine Probleme mehr, die Polizei wäre arbeitslos, das wäre wirklich ganz groß.“ – „N 48.3“ ist ein schneller Song über einen Mann, der Frauen abschleppen will in der Disco, der aber immer die falschen Frauen aufgabelt. Es klingt sehr humoristisch. „Manchmal haben Frauen“ mag ich nicht so gerne, weil es den Refrain hat: „Manchmal (…) haben Frauen ein kleines bisschen Haue gern“. Es ist irgendwie ungeschickt angestellt. „Las Vegas“ ist ein Lied über -, wer sollte es ahnen - Las Vegas: „Oh Las Vergas, du Sündenpfuhl, oh Las Vegas, du bist so cool.“ Ich finde nicht, dass man über Las Vegas auch noch bewundernde Songs schreiben sollte, ist doch wirklich nur Sünde dort. „Yoko Ono“ ist nur 30 Sekunden lang und handelt über jemanden, der einen beschissenen Musikgeschmack hat. „Rock Rendezvous“ ist doch wieder mal ein lustiges Ärztelied, musikalisch sehr durchdacht, aufwendig und abwechslungsreich. Es geht um Sex unter Rockmusikern. Bela will mit Farin ficken, Farin nimmt dankend an und dann wollen sie sogar mit Rod ficken, der sich dagegen wehrt. Aber er fliegt leider aus der Band, wenn er nicht mitmacht. Er sagt:“ Wenn das so ist ruf ich sofort die Hosen an!“
„Baby“ ist viel zu langsam gespielt und hat einen abstrusen Text über Menschenfresserei. Kann man sich sparen. Es kommt noch ein gutes Liebeslied auf dem Album namens „Kann es sein?“ Rod stellt sich die Frage, ob es Wirklichkeit oder Schein ist, dass es da jemanden für ihn gibt. Er kommt zum Schluss: „Mach dir klar, sie ist wahr!“ – „Ein Sommer nur für mich“ ist ein Lied über den Sommer. Dann kommt Philosophie ins Spiel: „Scheint die Sonne auch für Nazis? Ich könnts nicht verstehen. Können Faschos auch verreisen - ich fänds ungerecht. Können Rassisten etwa auch den blauen Himmel sehen? Scheint die Sonne auch für Nazis? Wenns nach mir geht tut sie´s nicht. Ich will den Sommer nur für mich.“ Das ist lustig. „Rock an Roll“ Übermensch ist ein elektronischer Song auch mit sinnlosen Text. „Herrliche Jahre“. Rockiger geht es wieder weiter mit „Herrliche Jahre. Es hat den Refrain: „Das Leben ist ne Party, eine einzige Party. Das Leben ist ne Party, aber du hast keine Einladung gekriegt.“ Es sind mir zu viele Formulierungen wie „dich haben sie echt ins Knie gefickt“ darin enthalten. Es ist irgendwie zu sehr aus der Perspeketive von Reichen geschrieben, was man merkt. Und dann feiert man es auch noch ab. So, das wars. Es ist Zeit sich zu fragen, ob es eine gute CD war. Das beste Lied war schon mal „Rock´n´ß Roll-Rendezvous, aber die beiden Liebeslieder sind auch nicht schlecht, genau wie „Scheint die Sonne auch für Nazis“ so wie die zwei Tracks „Alles so einfach“, und „N 48.3“.


Morgentot – „…Denn sie wussten was sie taten“

Es folgt heftiger düsterer Punkrock, mit ausgefeilten Drums. Es geht scho in den Berech Metal hinein. Das Erste Lied „Aufstand“ ruft auf zum Riot gegen Neo-Nazis, denen vorgeworfen wird Fremde anzugreifen,  ihre Häuser abzubrennen. „Wer mit dem Feuer spielt“ geht es darum wie es ist seine Meinung zu sagen. Es geht um Bekenntnisse, Entschlossenheit und Ehrlichkeit. Textauszug: „Sprich es aus was du denkst, sie ehrlich zu dir selbst. Sei unbequem und schwierig, auch wenn du auf die Schnauze fällst.“ Das hat was von Durchsetzung gegen andere.„Henry – Portrait eines Serienmörders“ ist ein schnelles hartes Lied über einen Menschen, der als Kind missbraucht wurde und dann sich zu einem Serienmörder wandelt, als Resultat aus dieser Untat. In „Leben oder leiden“ macht der Protagonist sich Gedanken und kommt zum Schluss, dass man es selbst in der Hand hat: „Willst du leben oder leiden, du musst dich nur selbst entscheiden. Denn deine Tage sind gezählt, drum lass nicht zu, dass Kummer dich quält.“ Die zweite Strophe kommt mit einigen Phrasen wie zB „Glaube an dich, dann ist kein Weg zu weit.“ und „Erkenne die Wahrheit, du findest sie in dir“. Der Text ist irgendwie nicht ganz zusammenhängend. „Liebesritual“ – hier wird die Schattenseite der Liebe beschrieben. „Im Unerbewusstsein regieren die Triebe“ heißt es und „Falsche Versprechen von ewiger Liebe“. Es geht auch um körperliche Qualen, das ganze ist eher unklar. Apprupter Themawechsel – wieder bei Ausländerfeindlichkeit geht es weiter mit „Fremdenhass“. Hier wird aufgerufen zur Selbstjustiz gegen Neonazis. Das ist ein bisschen daneben. Die Nazis werden als Psychopathen hingestellt, was die Menschen mit Psychopathie in ein schlechtes Licht rückt. Dann kommt eine ruhige Nummer über einen Tag voller Verluste. „Ein schwarzer Tag“ heißt es und gefällt mir ganz gut. Textauszug: „Nun sitzt du hier im Dunkeln und leckst dir deine Wunden. Aus sonst so kurzen Minuten werden endlos lange Stunden.“- Auch ein sehr guter Track ist „Auge um Auge“ – ein guter Text über den Krieg. Auszug: „Auge um Auge, Kriege um ein Stückchen Land. Glaube gegen Glaube, zerbricht das, was euch einst verband“. Die Musik ist von Wohlklang. „So bin ich“ ist eine Art Profil, in dem der Sänger beschreibt wie er sich sieht. Er sagt: „Ich glaube an das, an das was ich sehe“. Er glaubt vermutlich nicht an Gott, höre ich da raus. „Zu gut“  geht um einen Mann der verlassen wurde, weil er immer nur Schindluder mit seiner Freundin getrieben hat, sein Wort brach und ihre Liebe ausnutzte. Er ging fremd und sie saß alleine zu Hause herum. „Auch wenn ihr Herz gebrochen war, hat sie begriffen was geschah und hat sich endlich frei gemacht von dir und deiner Niedertracht.“  Das sind gute Zeilen, die mich zum Nachdenken anregen UND mir ein gutes Bild von manchen Menschen liefern, wie die ich nicht werden will. „Euer Verderben“ handelt über den Mammon, an den viele Leute glauben. Es werden hier viele Missetaten aufgezählt: Seinen eigenen Vorteil nutzen, Gier, Neid, die Schwachen mit Füßen treten und Lügen. Sowas hätte doch keiner erwartet von einer Band wie Morgentot. Ich finde diese Überraschung super! „Bestraft“ beschreibt Untaten von Nazis und Neonazis. Er freut sich, wenn die Täter in den Knast kommen und äußert wiedermal den Wunsch nach Selbstjustiz und Rache. Rassisten werden hier übelst verflucht. Bisschen verrückt das Ganze und leicht übers Ziel hinausgeschossen. „HIV positiv“ trägt den Titel ohne Verweis darauf im Text. Es klingt wie eine Fortsetzung von „Ein schwarzer Tag“. Es werden psychische Leiden beschrieben; am Anfang ist das Lied ruhiger und düsterer, am Ende wird das Lied härter und schneller.  Textauszug: „Akzeptierst du mich wie ich bin, oder willst du, dass ich mir das Leben nehm? Man hat mich in die Ecke gestellt; ich will endlich leben wie es mir gefällt“. Das ist ganz gut geworden, finde ich. „Das Zimmer“ ist ein Lied über „Kindesmisshandlung“. Textauszug: „Ein Kind das nicht weiß was mit ihm passiert. Den Körper gepeinigt und den Geist verstört. Ein Unmensch, den nur seine Lust intressiert und hemmungslos eine Seele zerstört.“ Die Folgen des Missbrauchs finden sich noch in späteren Jahren als junge Frau. „Fragen ohne Antworten“ werden hier die Fragen gestellt auf die es im Leben keine Antworten gibt, zB: „Weißt du denn wirklich wer du bist?“, „Weißt du wohin dein Weg dich führt?“ , „Ist der Traum von einer besseren Welt wirklich eine Illusion?“,  „Gibt es etwas wofür du lebst?“ Das sind ganz gute Fragen finde ich. Das letzte Lied auf dem Album ist „Wunderbar“, wohl eine Fortsetzung von „Liebesritual“. Wieder geht es dem Typen nur um den Geschlechtsakt. Es ist widerlich, man hört ihn dann auch noch stöhnen. Ich muss dabei immer an den Serienmörder Henry denken, der als Kind missbraucht wurde und seit dem schwer gestört ist und Menschen umbringt. Damit identifiziere ich den Sänger. Zeit für eine Bilanz: Es steckt viel Gewalt in diesen Zeilen, das muss man erstmals verarbeiten. Die Lieder über seelisches Leid sind hier am besten gelungen: „Ein schwarzer Tag“ und „HIV-positiv“. Musikalisch ist das Album eine Wucht.


Slime – Yankees raus

Slime machen guten Rock´n´Roll-Deutschpunk. Die Frage ist nur was in ihren Texten abgeht. Das erste Lied dieser CD zB: „Yankees raus“ heißt es, genauso gut hätte man „Ausländer raus“ schreiben können. Total bescheuert. Erst kommen sie mit Momenten gegen den Staat USA, dann sind plötzlich die Amerikaner als Volk schuld. Das kann es doch nicht sein! Ab jetzt misstraue ich ihren politischen Texten. Naja, tun wir erstmals so als ob nichts wäre und hören ihre CD. „Kauf oder Stirb“ sagt: „Konsum gewonnen, Natur verloren“. Wahrscheinlich spielt der Sänger darauf an, dass die Produkte mit Chemikalien und Verpackung aus Plastik einhergehen. Die Produktion verbraucht auch viele Ressourcen.(Im Text wird genannt, dass Meere und Flüsse verschmutzt werden.) Menschen dieser Nation werden als Mutanten bezeichnet, deswegen entdecke ich an diesem Lied einen Makel. Ich klicke weiter. „Albtraum“ heißt das nächste Lied, sehr eingängig. Im Refrain heißt es: „Wir leben in einem Alptraum. Das Erwachen wird der Selbstmord sein. Nur der Tod reibt sich die Hände. Denn nur er alleine wird der Sieger sein.“ Das ist schon ziemlich traurig. Sowas kann man sich nicht jeden Tag geben. Sozialkritik hin oder her, ich muss deswegen nicht mein ganzes Leben in den Sand setzten, nur weil ich so viel Unrecht sehe. In „Pseudo“ singt der Sänger von Slime er sei kein Individualist. Das Gegenteil davon ist für ihn der Pseudo. Für mich wäre es eher der Kollektivist, deswegen nehme ich Anstoß am diesem Text. Und was soll das die ganze Zeit „Ich bin ein Pseudo“ als Refrain zu gröhlen `Das führt doch zu nix. „Wieder breit“ ist ein Lied über das Frustsaufen. Der Refrain besteht aus der gegröhlten Zeile „(Wir sind) wieder breit“. „Greensleves“ ist ein Instrumentalstück auf eine bekannte Melodie. Man merkt auch an der Musik , dass es Slime sind. „Bundeswehr“ wendet sich gegen einen Soldaten, der hier im Lied mit „Du“ angeredet wird. Er wird als komplett hirnlos und als Mörder dargestellt. Ich denke auch es müsste keine Soldaten geben, wenn wir uns alle am Riemen reißen würden und nicht zu Kriegen gehen würden, sondern zusammenhalten, weltweit. Aber was ist wenn wir es nicht tun, und wenn die anderen Staaten angreifen? Dann sind wir froh, wenn wir uns verteidigen können. In „Gerechtigkeit“ singt der Sänger: „Ich glaube eher an die Unschuld einer Hure, als an die Gerechtigkeit der deutschen Justiz.“ Das ist einprägsam, aber ich habe keine Lust ständig etwas über eine Hure zu hören. Es wird einfach zu oft wiederholt. „Gewinnen werden immer wir“ – hier geht es Niemand vs Polizist. Die Niemande schließen sich zusammen, es gibt eine Durchhalteparole und sie werden dann auch immer gewinnen, genau wie gesagt. „blockE“ ist ein Fußballlied. Die Musik ist ganz schön eindringlich. Es ist leider im Text auch die Rede vom sich prügeln („Einmal die Woche Kriegsgefühl“…)und Durchsaufen, das ist dann schon weniger mein Fall. In „Denken ist der Tod“ wird Vegetieren gegen Denken gehalten. Denken ist für den Sänger „der Tod“. Beides klingt vor dem Hintergrund nicht gut. „legal illegal scheißegal“ ist genau das was ich nicht leiden kann am Punk. Es ist diese Paranoia, dass hier gefoltert würde, das es Hunger gäbe und das man sich durch Ausrasten befreien müsste.  „Nichts“ ist eine Parodie auf die Band Nichts, die als kindisch hingestellt wird. In „Demokratie“ meint der Sänger, dass politisch rechts und politisch links beides staatliche Unterdrückung bedeuten kann. Er meint, dass wir auch in einer Demokratie in einer Diktatur leben würden, weil nur ein kleiner Teil das Sagen hätte. Ich frage mich ob er das ernst meint und ob er sich wirklich fühlt wie in einer Diktatur. „Wenn der Himmel brennt“ sagt, dass der Sänger wenn Gewalt eskalieren würde, sofort zur Stelle wäre, um alles umzustürzen. Als ob dann die Vernunft erwachen würde. Erstmal wird alles nur kaputt gemacht, das ist noch nicht gut. „Nazis raus“ von Betoncombo bezeichnet Nazis als Ratten und es wird zum Töten dieses Tieres aufgerufen. Das ist ganz schön krass, ist euch das bewusst??? Da kann ja jeder jeden einfach umnieten und sagen: Der ist Nazi. Nach einer zweiten Version von „Albtraum“(Das Selbstmordlied) und einer Version von „Demokratie“ (Der Diktatur-Vorwurf) und einer Version von „Gerechtigkeit“ (Das Lied mit der ewigen Hure). kommt das Lied „Polizei“. Es ist ein Song gegen das Saubermann-Image der Polizei, die ja angeblich niemals ihre Macht missbrauchen würde. Das Problem ist, so merke ich an, dass wir uns nicht selber helfen und die Polizei daher brauchen, denn sonst wären wir ganz allein. Bei Sylvester 2015 haben wir gesehen was passiert, wenn die Polizei nicht eingreift . Dann stehen alle hilflos da. Es gilt daher Zivilcourage unter dem Volk zu stärken und die Polizei nicht abzuschaffen, sondern ünerflüssig zu machen.Fazit: Slime ist für mich Prollmusik. Da fall ich nicht drauf rein.


Die Strafe – Strafe muss sein

Das Cover ist schaurig, thematisiert eine Folterung eines Mannes und einer Frau. Was für Menschen sind es, die solche Foltertaten begehen? Irgendwelche Leute, die angeblich nur ihren Job machen – in Wirklichkeit schwere Verbrecher, egal aus welchen Gründen sie es tun. Das Album beginnt mit schweren Drums und Gitarrenteppich, es wird melancholisch, dann melodiös. Das Lied heißt „Fremde“ und geht um die Einsamkeit vor allen anderen Menschen. „Irgendwann (…) addier ich sie auf, erkenne mit Schrecken: Ich war schon immer allein.“ Vielleicht sollte der Interpret mehr Vertrauen entwickeln und das Gute aus sich selbst holen, um auf andere zuzugehen. Das nächste Lied „klener Kampf“ hat einen anderen Sänger. Musikalisch ist es im Pogorythmus, klingt also völlig anders. Es hat einen ziemlichen Hitfaktor, wegen der eingängigen Gitarre und dem eingängigen Refrain. Textlich geht es um die Vergänglichkeit von Beziehungen.“Bilder verschwimmen, sind nicht mehr in mir. Verblasst ist die Erinnerung an unser kurzes Sein.“ Jetzt kommt auf einmal eine etwas härtere Nummer mit optimistischem Text darüber, dass das System irgendwann überwunden werden wird. „Ja, der große Tag kommt, und du bist nicht allein“, klingt für mich besser als „Wir werden kämpfen“. Dann wird auch noch gegen die Polizei angegangen mit der Begründung: „Und bist du nicht konform, ist die Stfae nicht weit“. Da kann man sich drüber streiten. “Der Weg“ – wieder mit Sänger A, ist ein poppig klingendes Punkstück über die „Freiheit der Gedanken“ und daraus resultierende Gefühl. Es ist ein Lied dagegen den Moment zu verpassen und dafür sich von anderen etwas zeigen zu lassen.
„Bald“, Sänger B ist eine Abrechnung mit einem und allen Vätern, die ihre Töchter missbrauchen. „Warte ab,d ie Strafe kommt bestimmt“ heißt es im Text. Bei „Gießen wird es wieder härter, mit einigen ruhigen Passagen zwischendurch. Es geht gegen den Karneval, der enthemmtes Verhalten und Staus auslöst. Auch „Die Erfinder“ ist hart gespielt, erinnert an EA 80. Es geht gegen Leute, die Dinge nur erfinden, und doch Einfluss nehmen wollen, statt sich auf die Realität mal einzulassen. Das wurde so noch nie thematisiert. Die Strafe blüht auf im nächsten Song namens „Angst“. Sängerwechsel. Es beginnt mit langer ruhiger Passage. Es wird gut Stimmung aufgebaut. Es geht um Gedanken, die einfach reinkommen und in einem machen was sie wollen. „Irgendwann wird ich schaffen sie zu besiegen und glücklich zu sein, nicht nur für ein paar Sekunden, nein, ein Leben lang!“ Ich kenne diese Problematik und kann den Wunsch nach innerer Ruhe gut nachvollziehen. Das nächste Lied ist eine spaßige Nummer, musikalisch sehr originell. Es handelt von strafenden Autoritäten. Schuld ist das Patriarchat. IN der letzten Strophe reihen sich die „Jungs“ von der Strafe ein und bestrafen ihre Fans damit, dass sie kein Geld zurückerstatten für ihr Konzert. „Die Welt ist sch…“ ist ein Gassenhauer und Mutmacher. Die Welt hat zwei Seiten, eine gute und eine schlechte. „(…) irgendwann wirst du auch die andern Seiten sehn“, beteuert der Sänger. „Warten“ klingt mit etwas mehr Lockerheit gespielt als die anderen Songs. Der Text ist einfacher, nicht so verschachtelt. Es geht um das Warten auf die Liebe einer Person, nur dass in diesem Fall so lange gewartet wird, bis der Angebetete schon tot ist. „G“, der Folgetrack, ist ein musikalisches Highlight und ein wunderschönes gelungenes Lied über die Liebe, wenn auch die Zeilen sehr einfach sind: „(…) dein Anblick ist Sonnenschein – bei dir möchte für immer ich sein“. Gar nicht so düster und schwarz wie das Artwork vermuten ließ. Das danach platzierte Lied – „Jungbrunnen“ -, hat einen märchenhaften Text über die Entscheidung einen Jungbrunnen zu nutzen, der das ewige Leben garantiert. Leider ist „alles was bleibt“ im Leben die „Einsamkeit“. Das erinnert an den ersten Track, wo es auch schon um Einsamkeit ging. Das scheint die Bandmitglieder sehr zu schaffen zu machen, und irgendwie fühlen sie sich auf der Welt nicht ganz wohl. Leider ist es ja auch tatsächlich so, dass wir auf der Welt keine enzige große Familie sind, da kann es schon mal vorkommen, dass man zeitweise alleine dasteht. Bei „Würmer“ wird das erste mal richtig crazy geschrien auf diesem Album. „Die Wissenschaft ist heilig, sag ich jedem der mich fragt. Doch vom Wahnsinn, der uns tötet hat uns keiner was gesagt.“ – „von fingerdicken Würmern hat uns keiner was gesagt.“ Ein sonderbarer Text. Macht nichts, daraufhin kommt ein Megahit: „Weiter“, ein Lied, das mal von Tocotronic gecovert wurde. Im Original gefällt es mir besser. Es ist rasant, eingängig und gefühlvoll. Es geht um das Ende eines Konzertes und das Versprechen morgen weiter zu spielen. Am Ende kommt eine längere Instrumantalpassage. Das Album schließt mit einem depressiv klingenden Stück über den „Herbst“ – in dem das neue Licht des Jahres auf sich warten lässt. Es ist gut arrangiert das Stück, sehr unterhaltsam und berührend.Mir gefällt es, auch wenn es nicht gerade viel Trost spendet. Der Trost liegt dann darin, dass es anderen genauso geht wie man hier sieht. Tja, was sage ich jetzt noch über dieses ohne Frage originell klingende, charmante und wertvolle Album? Was hat das erneute Anhören mir gebracht? „Angst“ ist für mich schon mal der beste Track, das ich richtig mitempfinden kann wie gesagt. Auch andere Lieder sind gut, man muss ich allerdings darauf einlassen können, und es ist nichts zum Nachdenken über eigene Probleme, eher erlaubt es eine Perspektive auf die Probleme der Band, zB in „Gießen“, „Die Erfinder“, „Der Weg“, „Kleiner Kampf“ usw usf.


BRD Punk Terror vol 2

Der Titel ist schon mal ziemlich daneben. Warum sollten Punks Terroristen sein? Das ist doch absurd! Mal sehen, was hier gespielt wird. Ich schicke voraus, dass es sich hier um tonnenweise super gespielten Deutschpunk handelt, was ich im Einzelnen nicht mehr hervorhebe.  Als erstes kommen Fucking Faces mit „Knechte des Klischees“, einer Nummer für gute Laune. Textlich geht es um die Musik, die die Band spielen will: Melodiös, mit Herz in den Lyrics, gegen Gewalt. Außerdem grenzt sich die Band gegen die 80er ab und will neue Wege gehen. Mit Musik wollen Fucking Faces etwas „bewirken“. Popperklopper liefern mit „Aufrechter Deutscher“ eine pubertäre Nummer mit Panik vor dem Erwachsenwerden und Mann werden. „Immer nach den Regeln spielen – denn du bist so wie alle sind. Du willst im Leben viel erzielen – du gehst immer mit dem Wind.“ Dann kommt eine Band mit dem beschissenen Namen Missbrauch. Das Lied heißt „Vater +  Sohn“ und geht um Drogenkonsum eines Teenagers und die Repressalien, die er von seinem Vater zu erwarten hat. Der Vater ist hier die verhasste Autorität. Jetzt kommen die Versauten Stiefkinder mit „Schlag zurück“. Hier wird die Lebensweisheit zum Besten gegeben: „wer sich nicht wehrt, ist tot geboren.“ Gemeint ist hier ein bewaffneter Aufstand. Was soll das für einen Sinn machen, wenn ein paar Leute einen großen Larry machen, nur um sich von einer Band Namens Versaute Stiefkinder nicht tot geboren nennen zu lassen?  Nun kommen Rasta Knast. Es wird zu einem flotten Punkbeat ein Komplott der Mächtigen dargestellt, die Revolution gegen das Volk zu lenken. „Was wollt ihr denn haben, eine Revolution. Eine Revolution gegen das Volk, das wäre dann der Lohn“. Wie auch immer das gemeint ist. Dann kommen „No Exit“. Hier will man die Mächtigen an die Wand stellen und abfeuern, auch nicht gerade so friedfertig. Als positives Ziel wird eine „Badewanne voller „Holstenbier" genannt  (so der Titel des Liedes)  – also hat man sich hier so gut wie keine Gedanken gemacht – ich sage nur Endstation Punk: Der Partymann und Alkoholiker. Bei Ad Nauseam und ihrem Titel „Anarchie“ wird zu illegalen Taten aufgerufen und dies als „Ein kleines bisschen Anarchie“, das in jedem steckt verharmlost. Ich denke auch, dass man nicht jedes beschissene Gesetz befolgen muss, aber deswegen schreibe ich noch lange nicht so einen Text. Der Autor ist ja geradezu scharf darauf mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten und das ist keine vorteilhafte Position im Leben. Also „Gangster“ will ich nicht sein. Wonderprick spielen ein englisches Lied („Commando Silent Night“) auf superrasanten Punkrock. „Comando Silent Night wanna fight.“ Auch hier ist man also militant bei der Sache. Leider ist der Text nicht abgedruckt, ich kann also für nichts garantieren. Supernichts warten auf mit einem misantrophischen Stück: „Menschen raus“. Das ist ganz schön dumm und übertrieben. Entsetzlich wird es mit Novotny TV in „Ich verliere“. Die Stimme ist ein einziges Gepiepse, klingt wie Comedy. Da können sich nur Menschem, die noch nicht im Stimmbruch sind, reinhören. Es folgen Müllstation mit „Kein Punk“ gegen Leute, die nur dumme Sprüche klopfen im „No Future-Wahn“ und einfach nur Penner sind, die alles zerstören, besoffen und bekifft. Was für ihn jetzt ein Punk stattdessen ist, verschweigt der Sänger uns leider, weshalb Punk jetzt nicht punkten kann bei mir. Dem Lied schließen sich N.O.E. an mit „Es ist fraglich“, einer unpugged-Nummer mit Mundharmonika und cleaner Gitarre. Textauszug: „Wieder mal Knoppers für Ruanda spenden – es ist fraglich, oder nicht?“. Nun wieder ein englischsprachiges Lied, von Scattergun: „I don´t care“. Endlich mal eine Frau am Gesang, der Song ist gut komponiert und geschrieben. Er handelt über Leute, die einen belabern wollen und hinter dem Rücken reden. Anfall bieten eine feuchtfröhliche Nummer mit „Bambule“. Aufstand wird hier als etwas Witziges beschrieben. Eine gewisse Enthemmung kommt hier rüber. Menschen werden zu Wilden nach dem Motto: Wir sind Punks, fangt uns doch! Mit einem Staubsauger oder ähnlichem musizieren Schleimkeim im Song: „Schwarz Weiß“. Der Text ist nicht zu verstehen, außer: „Wir wollen unser Recht. Gebt ihrs uns nicht, dann geht’s euch schlecht.“ Die Bevölkerung eines Landes ist hier der Herrscher über die Politiker. Sehr demokratisch, aber ganz so rüpelhaft wie das hier rüberkommt, sollte es natürlich nicht sein. Auch nicht gerade gut zu verstehen sind Wohlstandsmüll mit „Euro“, das wohl über Helmut Kohl und den Euro handelt. Ich verstehe nur: „Armut ist in“. D.S.E. spielen „Geld & Macht“ gegen die Macht des Geldes. Gelungen ist das Lied nicht. Textpassage: „Leider haben wirs vergessen, uns Geld kann man nicht essen“- ein Standartspruch vom Politaufkleber. Was geht nur in den Köpfen der Band WKZ, mit dem Song „Politessen verdreschen“ vor? Der Titel sagt alles. Ein echter Hardcorepunk verdrischt also auch (weibliche) Polizisten. Wenn das so ist, dann ist es nicht meine Szene. „The Bratbeaters“ auf der Nummer 19 liefern wieder etwas in Englisch. „Hey I´m just a useless Punk and maybe to often I´m drunk. (…) Its true, but it´s not fair: Lobe aint everywhere.”
Der Punk ist hier also ein nutzloser Alkoholiker. Mich frötelt´s. Auf der 20. (letzter Track) wieder No Exit mit „Verbieten ist verboten“. Alle Leute wollen etwas verbieten, man muss sich dagegen wehren., sich befreien.  Das Problem ist, dass auch hier ein Aufruf zur Gewalt drin steckt: „Jetzt holen wir uns Waffen, Geld und Munition“.Eine Frage sei erlaubt: Welchem erwachsenen Menschen wird denn heute noch irgendetwas verboten? Große Entwarnung, der hier beschriebene „Aufstand“ ist also überhaupt nicht notwendig. Alles in allem sage ich: Die CD hat kein eniziges wirklich gutes Lied zu bieten. Am besten sind immernoch Scattergun mit „I don´t care“. 


HASS – Zurück in die Zukunft

Hass spielen guten ruckigen Punkrock mit deutschen und deutlichen Texten.
„Apokalypse“: In diesem Lied geht es über Herrscher, die nur ungutes Bewirken. Auf die sollte kein Verlass sein und man sollte ihnen nicht sein ganzes Leben anvertrauen. „Latex Liebe“ ist ein Lied über Verhütung verquickt mit dem Thema Staat und Unterdrückung. „Der Gesundheitsminister sagt: Leute nehmt Kondome. Doch er und seine Bande, sie ficken uns ohne“. Was genau der Staat jetzt macht, dass uns so mit Aids gefährdet wird nicht gesagt. „Jusau“ geht um einen Lebenswandel von einem änderungswilligen Menschen zu einem angepassten. Ich lasse mich davon mal nicht korrumpieren, irgendwie muss man im Leben ja auch mal klarkommen, auch wenn der Sänger nun findet, dass ich für ihn tot bin. „Platzpatronen“ ist ein dummer Track, über jemanden der „echt“ ist. Echt bist du dem Lied nach zB wenn du nicht mit Platzpatronen schießt, sondern mit echten Patronen. Ist das nioch ironisch gemeint, oder schon ein schlechter Einfluss in allen Lebenslagen? „irgendwann“ ist ein Lied darüber, dass man mal vom Tod abgeholt wird. Ich glaube ja nicht an die Figur des Schnitters  und Sensenmannes. In „Halt still“ geht es um eine Vergewaltigung im Park. Im Gericht geilt sich alles auf und die Klage kommt nicht durch, weil die Frau den Täter angeblich aufgereizt hat. Ich höre mir das alles nicht gerne an, was soll mir das geben? „Das Siegerlied“ geht um ein Lied, das im Radio läuft und in dem jemand „Everybody is the winner“ singt. Die Wirklichkeit für den Textschreiber ist, dass er aber der letzte Dreck ist. Er will sich umbringen. Ist das nun Punk? Wenn ja, das habe ich überwunden. Da hör ich mir lieber den Popsong an. „Zu viele Augen“: Hier geht es um die Ignoranz der Leute gegenüber wichtigen Themen, um Kriege und den Hass, den das im Texter erzeugt.  „As solls“ – hier geht es gegen Selbstsucht der Leute, die sich niemals für oder gegen etwas engagieren. „Geld“ ist ein ganz guter Text über die negativen Folgen der Geldwirtschaft. „Geld macht uns zu Gegnern“ – „Und dann noch unsre Erde, sie stirbt für ein bisschen Geld.“ – „Was macht doofe mächtig? Geld!“ Der Text ist ausnahmsweise mal gelungen. „Wirklich Oder Traum“ ist ein Lied gegen Nazis, wo zu massiver Gewalt aufgerufen wird. „Wir müssen sie zertreten als hätt sie´s nie gegeben“. Es ist zwar Gegengewalt, wird aber seinerseits Gewalt erzeugen. „Ich brenn durch“ ist musikalisch etwas anders, mehr in Richtung Rock and Roll. Es könnte gecovert sein, ich glaube von „Born to lose“ von Jhonny Thunders. „Gute Nacht“ ist ein ruhiges Schlaflied, in dem aber ausgesagt wird, dass auf der Welt mit Nichten alles gut ist und zum ruhigen Einschlafen einläd. Ich finde das Lied nicht so toll, denn Einschlafen zu können, ist eine wichtige Sache, die man nicht der Sozialkritik und ihrer Rhetorik opfern sollte. Was ist mein Kommentar zu diesem Album? „Apocalypse“ und „Geld“ sind die rundesten Tracks des Albums, der Rest ist überflüssig bis schlecht.


Public Toys – Punk

Das Album hat den unoriginellen Namen „Punk“ und legt direkt mit einer der billigsten Definitionen von Punk los im Lied „Wir sind scheiße“. Punk ist hier „scheiße“ – das bedeutet „Panne“ und „peinlich“. Sie wollen nur ficken, gebem aber keine Liebe geschweigedenn Treue und nerven ganz allgemein mit ihrem prolligen Verhalten die anderen. Toll. Es folgt ein englischsprachiges Lied: „bloody romantic“ mit dem Rat „don´t be anybodys fool“. Die Gefahr am Ende wie ein Idiot dazustehen steckt gerade in romantischen Beziehungen. Hier wird guter Punk´N´Roll geliefert, den ich mir gerne gebe. Zum Text kann ich nur sagen, dass gerade ich darauf achten sollte mich nicht anderen total auszuliefern im Namen der Liebe. Deswegen muss ich noch lang nicht, wie im ersten Song gesagt „scheiße“ sein zu anderen. Nun folgt das Lied „Oi and Punkrock“. Es wird erstmals kräftig Oi im Chor gerufen wie eine Mannschaft, dann „and Punkrock“ geschrien als würde sich der Sänger gerade selber wegwerfen. Punk erfährt hier die Definition, dass die Idole nicht die Lehrer sind, sondern auf der Straße zu finden. Dann wird auch auf der Straße gemeinsam abgehangen und sich gezeigt. Es werden musikalische Helden genannt: The Rejects, The Upstarts und Cock Sparrer. Bad Religion kommt dagegen nicht so gut weg. Am Ende des Liedes übergibt sich noch jemand wie im Punk so oft praktiziert. „110 Freunde der Nacht“ ist ein Lied darüber wie die Band Pfandflaschen gesammelt haben und daraufhin von der Polizei festgenommen wurde. Obskurer Weise machte das der Band sehr viel Spaß und sie schrieben diese fröhliche Nummer. An mir geht es spurlos vorbei, auch musikalisch – klingt wie die Abstürzenden Brieftauben. „Jenny“ ist ein pubertärer peinlicher Song über jemanden, der sich selbst hässlich findet, glaubt, dass er nie Sex haben wird und sich daraufhin – es ist kein Scherz -, sich eine aufblasbare Puppe besorgt. Punk ist hier wohl das Pubertätsproblem sowie eine der Lebenspahse der Pubertät entsprechende Lösung. Ich hörs gar nicht gerne. Das Lied „Playmate“ – das über Pornografie handelt -, gefällt mir schon besser, weil hier das Thema Sex erntshaft  behandelt wird. Es heißt: „I´m living in a dream, im living on my own, I´m just to blind to see.” Der Sänger macht sich Gedanken und das finde ich super! „Ohne zu fragen“ ist ein Hit mit mitgegröhltem Refrain über eine lebenslange Freundschaft in einer Klicke. Punk bedeutet hier gemeinsam Scheiß zu bauen. „1ooo Jahre“ ist ein richtig peinlicher Text, indem des Teufels und er Hölle gehuldigt werden. Die Nummer hätten sie sich echt sparen können. Ein Schnitzer, der dem Ansehen des ganzen Albums schadet für mich. „Was hast du getan“ klingt nach den Toten Hosen finde ich. Der Text geht um jemanden, der sich selbst ermordet hat und es werden mögliche Gründe dafür gesucht. Verstehen kann der Sänger es nicht. „Hängt die Sau“ ist eine Zelebration der Gewalt. Der Kerl, der dem Texter die Frau weggenommen hat, soll an einem Baum aufgehangen wird. Danach wird ihm ein Bier weggetrunken in einer Kneipe und auch wegen so einer Nichtigkeit will er den anderen gleich erhängen. Das Lied ist echt sinnlos und peinlich. „Bezahlte Hooligans“ ist ein ganz passables Lied gegen die Polizei. Interessant fand ich die Behauptung, dass Polizisten die Norm verteidigen. Es stellt sich mir die Frage, was für eine Norm das sein soll. „Das lustige Partylied“ ist ein Lied übers Saufen und sich gesellen auf einem Konzert. „Disco 2000“ ist ein Cover von der Band Pulp. Die Public-Toys-Version hat was an sich. Als Letztes kommt „Siamo stronzi“ – die polnische Version von „Wir sind scheiße“. Nun küre ich das beste Lied – meines Erachtens ist es „Playmate“ – die anderen flachen etwas ab. „Bloody romantic“ ist auch okay. Mit Punk hat das nichts zu tun – hier hat sich einfach jemand Gedanken gemacht.


Aber der Kult lebt weiter Vol I.

Es handelt sich um einen Sampler von NC-Music und Rabauz-Records. Es geht los mit Rawside und „Die Ratten“, einer charmanten Punknummer mit prügelnden Schlagzeugbeats. Es ist Musik wie man sie zu einem Riot braucht gegen einen repressiven Staat, in dem Demokratie nur ein leeres Wort ist und in dem man sich am besten Gedanken macht um eine unabhängige Gegentheorie. Denn irgendwann kann esw so weit sein: „Wir sind die Ratten und leben in der Scheiße, wir sind die Ratten und Leben im Dreck!“ Rawside bieten Musik für diesen Extremfall. Dann spielen Atomic Dox zum Zappeln auf. Sie singen über das Ende eine Beziehung. Es folgt die geniale Punkband Persiflage mit dem Lied „Keine Kompromisse“. Es werden unterschiedliche Stimmungen aufgebaut und diese fügen sich zu einem wirklich nennenswerten Song. Auch der Text gefällt mir: „Der Tag wird kommen, glaube mir, an dem du dich entscheiden musst. Die Einsamkeit dein letzter Freund; sei du selbst, tu was du willst“. Wie eine Bombe setzen die Krombacher Kellerkinder ein. Mit Ska-Punk geht es hier thematisch um Leute, die ständig am Fenster hängen, um andere bei etwas zu erwischen. Sehr geil sind Bash mit „We do not worry“, das hat eine schöne Melodie. „Just fuck off and start to dance“ heißt es im Text. Ordentlich spielen auch  Rosenkrieger mit “Paß er auf”. Es wird geschildert wie der Sänger zusammengeschlagen wird, weil er eine Frau anmacht, die schon einen festen Freund hat. Der Song ist eingängig und einfach eine runde Sache. Ad Nauseam liefern mit „Pornostar“ einen 0815-Rumpelpunksong mit Pornotext. Der Sänger zählt auf mit welchen Pornostars er es schon hatte und dass er sich freut, damit noch Geld verdient hat. Es folgen die Daisies mit „Collector“.Der Song eignet sich gut als Hintergrundmusik, stört nicht. Daraufhin folgen die mir bis dato unbekannte Deutschpunkband Stacheldraht mit „Schmidt“, einem Lied gegen nervige Nachbarn. „Unterschriftensammlung, Anzeige beim Ordnungsamt, die Schmidts gehen uns auf den Sack…“ Weekly Caraouse mit „He plays – he lose“ haben einen miesen Sänger, der sich nicht traut laut und deutlich zu singen. Ich klicke weiter, weil ich nicht weiß was das soll. Schon besser – es kommen Popperklopper. Das Lied heißt „Deine Augen“ und ist ziemlich hart im Ohr. „Ich lieb dich nicht, wenn du jetzt ganz anders aussiehst“ heißt es im Text. Der Hit des Samplers ist Hirnriss mit „Achmed“ über die Beziehung zu einem türkischen Menschen. „Alle haben mich verlassen wegen einem Türkenfick“ ist vielleicht ganz so sensibel ausgedrückt. Die Musik ist auf jeden Fall gut und lustig, mit einem Keyboard, kann ich nur empfehlen. Zum zweiten mal gibt es Rawside, diesmal mit einem Lied über Krieg, „Hunde des Krieges“ – „Sie sind wieder frei. Hunde des Krieges, und alle stehn dabei.“ Die Frage ist, ob Kriege manchmal im Verteidigungsfall, oder Präventionsfall nicht nötig sind. Es darf jeden Fall nicht, wie derzeit zu erwarten, Zivilisten getötet werden, oder Frauen vergewaltigt. Dass Kriegt keine gute Sache ist ist klar, aber es stimmt auch, dass der Krieg zu uns kommt, ohne das wir ihn eingeladen haben und dann ist es besser, wir haben aufgerüstet, oder? Rückkopplung mit „Kriegspimmel“ ist ein eher plattes Lied über die Bundeswehr. Es sind alles Nazis für die Band. Dukes Of The Mist spielen „Guten Morgen“ und sind damit recht unrhythmisch. Der Gesang passt nicht zum Sound, es ist alles recht dilletantisch. Ist das Punk? Professionell dagegen wirken Untergangskommando. „Sie geben dir wirklich niemals eine Chance- Keine Welt für Verlierer, keine Welt für dich.“ heißt es im Text, ziemlich resignativ. Reapers Pogo mit „brake Your Heart“ klingen wie die Daisies. Der Refrain ist eher Popmusik: „IS this the end, gonna lose your hand?“ wird gesungen. Die Rüpelz mit gleichnamigem Lied spielen schrecklichen Ska-Punk mit Casu. Sie singen uninteressantes Zeug über sich selber. Bei längerem Hören nimmtz es mehr Gestalt an, reicht aber nicht auf meiner Favoritenliste der roginellen oder prägnanten Songs. Non Conform singen total peinlich und dumm über Geschlechtsverkehr unter Engeln. Mir gefällt es nicht. Diese Band war fprher mal besser, keine Ahnung was mit ihnen passiert ist! Eine neue Chance für Weakly Carouse. Der Song ist leider pure Langeweile. „She takes me away“ ist einfach nur Geplätscher, ein weiterer komischer Track auf diesem Sampler. Auch Rückkopplung dürfen zwei mal. „PC-Punk“ ist wieder eins der wilderen Punkstücke mit unverständlichem Text und viel zu schepperndem Schlagzeug. Gesungen wird über und gegen PC-Punks, wie langweilig – wen interessiert denn das??? Wohlstandskinder „Für immer und ewig“ ist ein Lied über eine Heirat im besoffenen Zustand. Die Stimme ist schön, die Melodie auch. Der Text ist lustig. „Und wenn du nur mal eine rauchen willst – nur wenn du vorher meine Triebe stillst. Es muss den Haushalt machen und zur Arbeit gehen. Er kann dieAlte einfach nicht mehr sehn. Als er eines Abends nicht mehr kann, denkst er sich alte jetzt bist du dran. Er zieht den Abzug von seinem Gewehr. Junge, die nervt dich niemals mehr.“ Rosenkrieger beweisen sich gleich zweimal als gute Band, mit einem supereingängigen und melodiösen Lied mit märchenhaftem Text. Die Daisies pogen ein zweites Mal auf die Bildfläche mit „Crash“. Viele Nananas kommen darin vor, den Text versteht man nicht. Es klingt etwas wie Green Day. Und wieder kommen die Krombacher Kellerkinder mit superlautem Gesang. Text ist dabei unverständlich und leider auch nicht abgedruckt. Irgendwie hat der Song was, es ist sehr emotional. Am Schluss warten noch Wahre Lügen mit „Schizophrene Liebe“, einem poppigen Abgehstück über eine eingebildete Frau. Klingt eher nach einem andersprachigem Song als nach Deutschpunk, ist aber auf Deutsch gesungen. „Alles lief wunderbar, bis zu jedem Tag als meine Freunde nach ihr fragten: WO ist sie?`Stell sie uns doch mal vor. Ja könnt ihr sie nicht sehen, sie sitzt doch neben euch? Schiozophrene Liebe.“ Mein Fazit: Es ist nicht alles schlecht auf diesem Sampler. Persiflage sind super, Stacheldraht, die Wohlstandskinder, Bash, Rosenkrieger, Wahre Lügen. Die kann man durchaus mal laufen lassen.


BRD PUNK TERROR IV

Es geht empörend los mit dem Song „Massenmenschenhaltung“ von The Annoyed. Hier wird doch tatsächlich behauptet, dass Menschen arm seien, nur weil ich selbst reich bin. und dann wird auch noch kritisiert, dass ich mir Essen schmecken lasse. Gemeint mit Massenmenschenhaltung ist die Unterbringung von Leuten in Asylantenheimen etc. Das Lied regt zum Nachdenken an, ist aber zu aggressiv auf den Lebensstil, den wir führen. Also ich will mich nicht klein und mickrig fühlen, nur weil es mir gut geht. Dafür bin ich aber auch dafür, dass Menschen nach Deutschland einwandern dürfen, um mit uns zu teilen. Die Leute bringen jede Menge Potential mit, warum also die Ausgrenzung, warum die „Massenmenschenhaltung“? Das Lied besteht aber nicht vor mir, da ein Textheft echt nötig war. Beim ersten Album ging das auch ohne und die Songs waren catchy. Scattergun sind die zweite Band auf dem Sampler, weiter geht es. Hier singt eine Frau und sie erfüllt ihre Rolle gut. „All I wanna be is a free living creature, just a wild, wild creature“ Es ght also darum frei zu sein. Feindbilder sind hier der Krieg, das Fernsehen. “The puppets on TV”. Der Kapitalismus „It´s a question how to survive“ und (leider) die Kirche. „We are divided from each other. The evil one is always another“. Ich kritsiere daran, dass man gut und schlecht in jedem Fall trennen sollte, vor allem im eigenen Handeln. Einfach nur wild zu sein reicht für das Menschsein nicht aus, man ist dann verführt, sich auch schlecht zu verhalten und merkt es gar nicht. Die Üblichen – da werden Samples eingespielt, die man nicht verstehen kann. Es folgt ein sozialkritischer Text, recht monoton vorgetragen. Es geht gegen Leute für die früher alles besser war. Das ist nicht sehr originell. Ich merke an, dass es Punks genauso gehen kann. Es wird so viel Schmarrn produziert, dass man sich wünschen könnte, dass es früher besser wird. Dennoch hier eine gute Zeile: „Ich hab sie schon seit Jahren nirgends mehr gesehn, denn sie sagen es wird niemals mehr, niemals mehr so schön wie früher.“ Wohlstandsmüll rufen in wilden Pogosound Partei nahmen ein, um dann zu rufen „keine überlebenden“ und dann einschüchternd zu schreien. Nicht mein Fall, denn was soll das? Wollen wir alle töten, oder was? Leistungsgruppe Maulich („Unten – drüber – frei“) hört sich stark nach EA 80 an, vom Sound, von der Stimme, vom Text. Auszug: „unten heißt drüber und drüber heißt fREI! UNTEN- DRÜBER – FREI!!! Seid ihr alle mit dabei?! FREI?! FREI“ Gemeint ist, man will „Ausbrechen“ und „Alles zerschmettern, alles zerstören“. Dann kommen „Frontkick“ mit einer englischsprachigen Nummer, die ich ausnahmsweise mal verstehe, deswegen will ich sie kurz analysieren und übersetzen: Statt immer über die Zukunft sich das Hirn zu zermartern, sollte man lieber öfter über die Vergangenheit nachdenken, wo man noch zusammen war und Party gemacht hat. man hat damals einfach von einander gelernt, es war das Beste. Leben ohne Kontrolle, sondern vereinigt. Das ist ein schöner Gedanke. Leider hapert es an einer guten musikalischen Umsetzung. Vielleicht hätten sie es als Akustikversion besser rüberbringen können. Es folgen die Kafkas mit „Kompass“. In diesem Lied präsentieren sie sich als sehr oirientierungslos. „Ich hab meinen Kompass längst verloren. Ich weiß nicht mehr wohin  (…) Mit jedem neuen Tag stirbt ein Stückchen meiner Hoffnung“. Das ist sehr traurig für den Sänger. Super gefallen tut mir, was jetzt kommt: Eine bayrische Volksmusikversion von Slimes „Deutschland muss sterben“. Polkahontas heißt diese super Band! Gerne gehört! Back Chats singen „Kartenhaus“ mit einer Prophezeiung an alle Leute, denen es besser geht und die ignorant reagieren, dass ihre Welt auch mal untergehen kann. „Bis das Kartenhaus – down down – bis das Kartenhaus fällt.“. Am Gesangt ist eine Frau – viel zu selten im Punk. The Bratbeaters gefallen mir musikalisch sehr gut, weil es harter rhythmischer Punk ist mit viel Spirit. Leider bietet der Inhalt Null Orientierung. Gesungen wird: Screwdriver is for stupid asses, but this ones FÜR THE PUNX.“ Wo liegt da der Unterschied, vom dummen Arsch zum Punk /Dreck ist es ja auch nicht mehr weit, oder wie Knochenfabrik mal sangen: „Denn so läufts normalerweise, aus dem Arschloch kommt die Scheiße..:“ Jetzt gehen die Band-Wiederholungen los: The Annoyed kommt wieder, diesmal mit „Ausgelebt“. Gesungen wird gegen Christen und „die auf Gott vertrauen“ und „Dem Herrn im Haus das Mahl bereiten.“ Sie werden als „tot“ bezeichnet. Die Bandmitglieder zum Unterschied wollen „leben und lieben“. Sie predigen eine neue Konfession und halten die herkömmlichen Christen für teuflisch. „Schönen Gruß an den Teufel, bleibt wo ihr seid!“ Für mich ist das ein völlig bescheuerter Text. Besser schneiden hier Hausvabot ab mit „Narrenland“, über Politiker, die lügen. „Wenn Narren Narren narren“. Das Publikum gibt die Verantwortung einfach an den Politiker ab. Dann wählen sie ihn wieder ab und sagen „wer lässt sich auch wählen“. Das ist gut beobachtet. Dann kommen wieder Rasta Knast mit einem resignativen Lied. „Ich seh nur Trümmer (…) Am Ende ist alles egal, Sogar die Hoffnung ist leer und mir bleibt keine Wahl“. Was sind das denn für scheiß Aussagen. Das braucht nicht mal jemand, dem es wirklich so geht. Meine Frage ist warum es dann trotzdem so gut klingt? Das Lied ist ein Hit, wenn auch nur dummer Punk / Dreck. APC hatten wir noch nicht. Hier singt jetzt schon zum dritten mal eine Frau, langsam kann man drauf verzichten das überhaupt zu erwähnen. „Onece upon a time you wanted revoluition. Once upon a time you fought in the streets. Once upon a time you fauoght against pollution. For equality and for love and peace. Now you are a fucking politicion. Now you tell us the same old lies.” So lehnen sich APC wohl gegen Leute wie Joschka Fischer auf. Das ganze klingt echt super und ich küre es mal zum bislang besten Lied auf diesem Sampler.Drittletztes Lied ist Wohlstandsmüll / "Ich hab kein Gehirn mehr.“ „Alle Menschen lieben mich, keiner ist so blöd wie ich. Du wirst es nicht glauben,. aber ich hab kein Gehirn. Ich war im Krankenhaus, man räumte mir den Schädel aus. Keiner merkt den Unterschied.(…)“  Das ist textlich höchst brisant für mich, weil ich mich mit dem Thema Psychiatrie herumschlage und man mir eine Elektro-Krampf-Therapie vorgeschlagen hat, oder wie das heißt. Man will mein Gehirn „neu starten“, so der Doktor. Musikalisch eher durchschnittlich, aber textlich gut kommen wieder Die Ueblichen mit dem Titel „Bücher“ daher.“Das sind scheinheilige Bücher mit einer scheinheiligen Wissenschaft. Welche Vollidioten haben diesen Mist verzapft?“ So habe ich mich beim Lesen des Buches „Risikogesellschaft“ von Ulrich Beck gefühlt in meinem Studium. Zum Schluss gibt’s noch ein bisschen Standart-Gehämmer („Tschüß“) von der Leistungsgruppe Maulich. „Zu viel geredet, zu viel erzählt, wenn dir die Scheiße die Zeit wegstehlt“ dichten sie unbeholfen. Was hat mir also dieser Wust an durchschnittlichen Punkliedern gebracht? Wie gesagt sind APC hier die besten, die machen sich wirklich Gedanken. Dann Polkahontas mit ihrem Humor. Der Rest muss nochmal ein bisschen üben.


Chaos Z – Dunkle Straßen (1981 – 1995 komplett)

Zum Anfang die Frage – warum ist auf dem Cover ein Mann abgebildet, der sich selber eine Knarre an den Kopf hält. Geht es inhaltlich vielleicht um Negativität und Selbstzerstörung? Wir werden es sehen. CD1: Das erste Lied dieser altehrwürdigen Band heißt „harte Zeiten“. Es wird viel negatives zusammengetragen. In die Revolution wird viel Hoffnung gesetzt und der Maistream abgelehnt. „Neuen deutsche Fröhlichkeit dazu gibt’s keinen Grund“. Wofür ist die Band nun? Für eine neue deutsche Traurigkeit, oder was? Direkt geht’s weiter mit „Abmarsch“. Getextet wird gegen eine mögliche, oder von der band für aktuell gehaltene Repression („Polizeistaat“, „Umweltskandalen“, „Bonzen“) Die Lösung dagegen ist laut Text die Gewalt :„Abmarsch jetzt in letzter Not, sonst schlagen wir euch alle tot“) Schulen werden obskurer Weise als „Bildungs-KZ´s bezeichnet. Oh Mann, so habe ich auch mal gedacht. Vielleicht vergisst man ja im Alter wie bitter es ist. „Zwang“ geht um Prostitution. „Leute nehmen dich beim Einkaufsbummel. (…) Auf der Suche nach Freiheit fandest du den Zwang.“ „Rational Mensch“ ist eine der vielen Verschwörungsliedern der ich nenne es mal  Punk-Tradition. „Manipulierung ferngesteuerter Sinn. Wir bauen ihnen ein Kästchen ein, das ändert sie total, das steigert die Intelligenz und bald kehrt Ruhe ein“. Starker Tobak, wovon singt er? „1981“ ist eine Zusammenfassung aller negativer Dinge und Misstände, nicht schlecht analysiert, aber auch nicht übersichtlich, sondern halt wieder so eine Ballung, von der man einfach nur wahnsinnig werden könnte. Was ght hier eigentlich ab in diesem land, möchte man sich fragen. Da kommt einem die Kotze hoch- „Alltagstrott, Altagstrott, wenn du nicht mehr kannst, dann kommst du zum Schrott.“ Man könnte auch sagen, da wird man geschont, aber die Band will es ja negativ sehen. „Krieg“ ist eine klare Absage gegen Krieg. „Zerstört die Waffen nicht die Menschen“ ist der Schluss, den man aus allem zieht. Alles andere sind Pläne verrückter brutaler Menschen, in die wir uns einspannen lassen. Es folgt eine weitere Version von Abmarsch, in der es: „Sonst schlagen wir (NOCH, Anmerkung) alle tot“ heißt, also in der es als mögliches Unglück passieren könnte. „Leben“ ist eine Geschichte eines Menschen, der in ein Erziehungsheim gesteckt wurde, weil er von zu Hause abgehauen ist und geklaut hat. „An leben kannst du nun nicht mal mehr denken“, so das Resummee.“Steckt die Köpfe in den Sand“ ist eine Übertreibung in Sachen undeutlicher Gesang. Ich habe bisher nicht gemeckert, aber jetzt klingt es echt als wäre der Sänger zu besoffen, um das Lied zu meistern. Also worum geht´s? Angesprochen werden hier Ideale aus der Werbung, der krasse Gegensatz dazu ist die aktuelle Politik mit ihrem Militär. Dann geht es noch irgendwie um die Herablassende Art wie die Reichen die Ärmeren („Arbeiter“) behandeln. Schlussssatz ist „Ihr da aus der Überschicht habt bestimmt den Überblick“. Jetzt kommt „alles Lüge“ ist ein Lied über Superman, der uns alle rettet, oder eben nicht. Der Sänger von Chaos Z will Superman samt den Autoren die Fresse polieren, damits sie wissen wie die Wirklichkeit ist – eine ganz originelle Songidee. In „Rocker Billy“ geht es um jemanden in einer Kneipe, wenn ich richtig verstehe. Es folgt „Isolation“ ist eine Art Anamnese psychischer Symptome. „Ich habe ein Gefühl als wär ich festgebunden (…)Alles dreht sich um mich herum, nur ich selber bleibe stumm“. Schön, wenn man auch mal über psychische Probleme reden kann, beim Punk findet es Gehör. „Zukunft“ ist ein Bild des Grauens, nach einem Atomkrieg. „Es bleibt keiner übrig die Toten zu begraben“, ja vielleicht ist es so und die Menschheit rottet sich selber aus. „Goldvieh“ geht es um exzessiven Alkoholkonsum. Es gibt Stress mit dem Vater und der Polizei, das erklärt auch den Hass auf Autoritäten seitens der Punks. Nochmal kommt das Lied „Zwang“, diesmal klingt es etwas gradliniger, aber noch immer ziemlich unverständlich. „Keine Antwort“ stellt die Frage was wirst du tun…wenn du a) deine Freunde b) deine Arbeit und c) deine Freundin und d) deine Unversehrtheit im Krieg verlierst. Unheimliche Fragerei mit hallendem Gesang. „Anders“ ist ein Lied gegen Schwule, oder es ist immerhin aus der Sicht eines Schwulenfeindes geschrieben. Am Schluss geht’s noch um Sadomaso. Mei oh Mei, was für ein bescheuerter Song, ne Schande für Chaos Z und ihrer schönen Sammlung an Songs, aber es muss eben alles drauf. „Polizeistaat“ ist mit Megaphon gesungen, als wäre es nicht undeutlich genug interpretiert. Textlich geht es um Ruhestörer gegen die society. Die Bullen wollen die Ruhestörer „ausrotten“, doch das gibt den Ruhestörern die „Kraft weiterzuleben“. Platter und bescheuerter geht es nicht. „Stuttgart über alles“ ist ein Lied über den Wahnsinn des Autors der Präsident von Stuttgart zu werden. Textlich wie musikalisch ist es ziemlich mies. „Alles ist grau“ stellt die Frage wie verrückt wohl Menschen sind, die sich NICHT umbringen. Ich stelle mal die Gegenfrage. Warum muss man sich denn umbringen, nur weil die Häuser hier so grau sind, Mann, dann bombt doch Grafitty, oder malt euer eigenes Haus gelb. „Zukunft“ ist redundant. „Fürs Vaterland“ ist mal wieder eine Kriegsvision, als hätten wir das noch nicht gehabt. Auch andere Bands fallen mir da reihenmweise ein, Müllstation, Abstürzende Brieftauben, Inkomlex, Tunnelangst etc pp. „immer noch keine Antwort“ ist die Neuversion von „keine Antwort“. Ich klicke direkt mal weiter. „Einsam“ ist ein zur Abwechslung mal gelungener Song über die Ablehnung durch andere, die einen misstrauisch begegnen. „Einsam bin ich dann, wenn ich eine Hand suche und nur auf Fäuste treffe“ heißt der ganze Text. Es wird gut mit dem Hall gespielt, der nur am Ende des Satzes eingefügt wird. Textlich erklärt es die Sichtweise des Sängers auf den restlichen Liedern, das Lied wirft ein anderes Licht auf das Album, zeigt, dass der Sänger auch nur ein Mensch ist. Ich hab e ähnliches erlebt, man sucht nach dem Beistand anderer, doch sie absorbieren einen. „Qual der Erinnerung“ klingt schon ansatzweise wie die späteren, ruhigeren und tiefsinnigeren Lieder der Band. Der Text passt auch gut: „Ich bin dir nicht würdig habe ich mir oft gedacht, viel zu spät habe ich erst gemerkt, dass das alles ein Fehler war.“ „Verflucht“ folgt daraufhin als Letztes. Der Fluch ist hier „ewiges Leben“ -. jaja, alles wird schlecht, da kann man sich nur noch umbringen. Wow, der Song ist ein Energie-Vampir. Fazit für die CD1 ist, dass „Keine Antwort“, „Einsam“ und Qual der Erinnerung“ die besten Tracks sind – die hätte man als Maxi-CD rausbringen können. Ist meine Meinung, sorry. Fortsetzung CD 2 folgt in Kürze.


Die Toten Hosen – in aller Stille


„Strom“ ist ein einfaches und lärmiges Lied. Die Gitarren schrubbern nur so. „Und alles steht unter Strom, vom ersten bis zum letzten Ton“ heißt es, und genau das ist es was ich an dem Song nervig finde - man wird nicht einmal losgelassen und der Beat ist dafür auch nicht besonders gut. Souveräner ist „Innen ist alles neu“, da entsteht ein richtiger Song. Im Lied geht es um die Nerverei anderer Leute über den persönlichen Zustand des Sängers. „Auch wenn niemand mir das glaubt – innen ist alles neu. Ich seh nur von außen scheiße aus, aber innen ist alles neu.“ Die Rede ist auch von einer Bibelstunde, in die er geht -, immerhin kommt die Bibel mal ins Spiel. Der dritte Song heißt „Disco“ und beschäftigt sich kritisch mit Tanzveranstaltungen. Es ist gut analysiert was in der Disco passiert und wie man sich fühlt, wenn man dort ist. „Während ich mir überlege, wie ich mich gut bewege. (…) So die Trinker trinken und die Spanner sich umsehen.“ Der Song ist gut arrangiert - ein vollwertiger Hosen-Song mit lauten und ruhigen Passagen. Für die Hoffnung steht der Weg offen: „Ich warte auf dich, wer du auch bist.“ Das nächste Lied heißt „Teil von mir“ und handelt über eine geplatzte Liebesbeziehung. „Ich bin Enttäuschung und Vergangenheit., all die nicht gelebten Träume, der Geruch auf deiner schönen Haut, den du nicht rauswaschen kannst, denn ein Teil von mir bleibt für immer in dir.“ Das sind starke Zeilen.Jetzt folgt ein ruhigeres, sehr interessant klingendes Stück. („Auflösen“) Der Sänger singt mit einer Frau im Duett. „Wenn wir uns jetzt auflösen, sind wir mehr als wir jemals warn. So wollen wir uns bleiben, nach diesem Tag.“ Ist das jetzt ein Schlussmach-Song? „Leben ist tödlich“ klingt wie ein Lied über Schizophrenie: „Wir kriechen durch den Schlamm der früheren Tage und suchen unsre Vergangenheit, getrieben von der einen Frage: Was haben wir bis jetzt erreicht?“ Ein super Text, bis auf den Refrain: „Schau dich an - willst du unsterblich sein?“ Probleme werden gewälzt: „Warum glaubst du überhaupt, dass du noch lebst?“ Sehr ermutigend, ich muss schon sagen. „Gott sei dank, leben ist tödlich“ heißt es dann noch. Mit einem Klavier beginnt „Ertrinken“ – wieder gut passend zu Schizophrenie. „Wo kommen all die Zweifel her, die uns ins Herz geschlichen sind?“ Das frage ich mich auch, aber vielleicht ist das ja gut so, dass wir an alten Sachen beginnen zu zweifeln, zB auch an Punk. „Alles was war“ ist ein Lied über das Wiedersehen eines getrennten oder geschiedenen Paares. „Als ob wir es nicht besser wüssten, spielen wir die Vermissten. (…) Sage mir wie war dein Leben ohne mich? Vielen Dank für alles was mal war.“ Mir gefällt der Song, weil er auch sehr melodisch und eingängig ist. „Pessimist“ ist mir wieder zu trashig, laut und ungehobelt. „Und wir schaun zum Fenster raus, fürchten uns schon vor der Tagesschau.“ Klingt wieder schizophren, hat aber was Interessantes. „Dann möchte ich glauben, dass es stimmt, dass alle Pessimisten Lügner sind“ schließt das Lied ab. Der nächste Track heißt „Wir bleiben stumm“ und ist ein ganz guter Rückblick auf verflossene Freundschaften. „Als hätten wir den selben Weg, als würd es ewig so weitergehn. Doch irgendwann verliert man sich und geht seinen eigenen Weg“ wird der Schluss gezogen. „Die letzte Schlacht“ besagt, dass wir uns wehren können, auch wenn wir nicht mehr in Szenen zusammenhängen und unseren eigenen Weg gehen. Es wird über eine Überwachung durch unseren Staat geschrieben, obwohl ich nicht weiß, ob es so massiv überhaupt stattfindet, oder ob es eine Schreckensvison ist. Mir gefällt in jedem Fall die Ernsthaftigkeit, die die Hosen jetzt an den Tag legen. Der vorletzte Song heißt „Tauschen gegen dich“ und handelt von der Liebe, die wertvoller ist als alles andere. Das erscheint einem jedenfalls so – der Schmerz sitzt tief. Der Song ist gelungen, auch wenn man sich wohl vernünftiger Weise um sein Leben kümmern sollte, das immer weitergeht. Jedenfalls mag ich dieses ruhige Stück mit seinen Streichern. Das letzte Stück heißt „Angst“ und geht über unangenehme Gefühle dabei in den Straßen rumzulaufen. So, meine Auswahl der besten Lieder und, mein Fazit: Bis auf den Opener finde ich überraschender Weise alle Lieder gut. keines hebt sich besonders hervor, aber sie sind alle wichtig und mit guten Textzeilen versehen. Interessant was die Hosen da aufgenommen haben. Nachdenklich, aber gerade darum sehr spannend und neu.


Die Ärzte – Das ist nicht die ganze Wahrheit

„Ohne dich“ ist die emotionale Abrechnung mit einem missliebigen Menschen. „Die Welt könnte so schön sein ohne dich“. Der Text ist so schlecht, dass mir die Musik darüber hinweg egal wird. „Baby ich tu´s“ ist ein Liebeslied mit der Darstellung des Sängers als ganzer Mann. „Sag welcher Mann tut was er kann? Sag welcher Mann tut das für dich?“ „Komm zurück“ ist ein Hit. Der Einsatz des Keyboards  ist super. Das ist Pop wie er sein sollte. Textlich geht es um den Wunsch wieder mit seiner Liebsten zusammen sein zu wollen: „Du bist weit weg und suchst dein Glück. Obwohl du mich nicht hören kannst, sag ich dir: Bitte komm zurück.“ – „Wilde Welt“ klingt nach einem Rock´Roll-Lifestyle: Partymachen, „Mädchen“, ein wildes Tier sein, nicht arbeiten gehen.“ Ich finde es schade, dass Arbeit hier entwertet wird, obwohl es doch etwas ist, dass wir alle anstreben. Naja, aber der Sänger ist ja reich. Und was soll die Glorifizierung eines „Discokriegs“. Ich habe den Verdacht, dass der Sänger nur einen auf cool tut und das alles nicht ernst meint. „Westerland“ ist der Hit der Ärzte über die Nordseeinsel Sylt. Da bin ich oft hingefahren und ich mag das Lied. Nur der Schluss ist doof: „Ich weiß jeder zweite hier ist genauso blöd wie ich.“ Warum sollen die Nordseetouristen blöd sein? Weil sie reich sind? Hm, komisch… „Ich will dich“ ist wieder so ein Macho-Stück. „Ich nicke viel und bin ganz Ohr und stell sie mir dabei schon im Nachthemd vor“. Tja, Männer sind Schweine. Jetzt kommt ein fieses Stück der Ärzte, in der sie sich über ein dickes Mädchen lustig machen. Das ist voll daneben. Das ist für mich Bedarfsmusik für den Fall, sich mal zu ärgern über ein dickes weibliches Wesen. Ich klicke lieber weiter, bevor es mich noch kürre macht. Jetzt kommt „Blumen“, ein Lied über Vegetarismus, halb ernst gemeint, halb eine Verballhornung. „Ich ess Blumen, Hallelujah“ klingt nicht nach einem überzeugten Vegetarier und Bela B., der Sänger  isst ja auch bekanntlich Fleisch. „Außerirdische“ ist eine rockige Nummer. Der Text handelt über eine Entführung durch Außerirdische. Der Sänger war mit seiner Frau im Wald, als kleine Grüne Männchen aus einem Ufo aussteigen und die Freundin mitnehmen. Noch ein weiteres Macho-Stück, „Siegerin“, hört denn das niemals auf. Was war damals mit den Ärzten los? „Du bist die Siegerin und ich bin dein Hauptgewinn. Ich bin der Herr der Herrlichkeit“. Naja, was sage ich, er will ja nur für sich werben. „Befriedigung ist garantiert“ heißt es weiter. Dann kommt „Bitte bitte“, einem elektronischen Song über Sadomaso. Die Melodie ist super, das Stück gut arrangiert. Aber für mich sind Masochisten nicht mehr klar bei Verstand. Also warum sollte ich es mir anhören. „Popstar“ handelt über die Leichtigkeit, mit der die Ärzte Popstars geworden sind. „Gitarrenriffe kann ich schon ein paar, ne Platte und ne Tour, und schon bin ich der ultimate Star, The King of Rock, the Mister Wunderbar.“ Das letzte Lied – „Gute Zeit“, ist ein Lied über das Partymachen. „(…) für eine gute Zeit, sind wir zu allem wir bereit. (…) Wir geben euren Ohren Zunder, drei Akkorde geben Wunder. Wenn der Ruf scheint 123, rocken wir die Welt zu Brei.“ Mein Fazit: „Komm zurück“ und „Westerland“ sind die Hits, der Rest ist mir zu eigenartig. Wie sind die Stücke überhaupt gemeint? Wer textet so einen Machokram und Partyunsinn??? ("Wir wolln lauter als die Hölle sein" etc...)



NIx Gut - Labelsampler

Mit einem Trommelschlag setzen die Opodeldox ein. Ihr Lied heißt „Feindbild“. Der Sound ist poppig. Im Text geht es um Vorurteile von anderen, die hinter dem Rücken lästern und Vorurteile in die Welt setzen. „Glaubt  doch was ihr wollt, das geht mir eh am Arsch vorbei und passt bloß auf, dass keiner merkt, dass ihr noch schlimmer seid.“ Die Vögel sagten mir einst: Sag nicht: Ach, du wünschst mir die Hölle – egal. da wollte ich eh grade hin. Track 2 haben sich E.G.A.L. gesichert und bieten ihren Song „Perfect Day“ an. Der Sound ist wundervoll, zwischen ruhig verträumt und punkig-rockig. Es geht im Text um einen Typen, der sich in eine Frau verliebt, sich aber nicht traut sie anzusprechen. Am Ende wird sie dann überraschend von einem Auto überfahren. Hätte er sie doch nur früher angesprochen, da hätte er sie noch kennengelernt und womöglich vor dem Umfall bewahrt. Wärters Schlechte haben den Titel „Der Alte Paul“ eingebracht.Gespielt wird stacheliger Punkrock. Es geht im Text um einen sozialen Abstieg. „Einst war er reich und mächtig, sehr angesehn und prächtig, doch dann gings mit ihm los.“ Das alles ist gut gestaltet, das Lied funktioniert. Der Dicke Polizist mit „Wenn der Sturm beginnt“ ist ein Ruf nach „Frieden und Freiheit“. Als Punker versucht er Dinge zu ändern. Die Grundstimmung ist resignativ und problematisch. Mit dem beschworenen  Sturm meinen sie vielleicht, dass Widerstand irgendwann in der Lift liegen wird. Dann kommen die Törtels mit „Lilasion“ – einem Lied über die Betrügerei der Werbung. „Das Leben ist nicht mehr wie es mal war, denn das Neue Ei das ist jetzt da.“ Das Lied versucht poppig zu sein, knüppelt aber an manchen Stellen zu hart rein. Daraufhin folgen Wärters Schlechte ,mit „Partyzeit“, die es am Samstag gibt, wo viel gesoffen wird, eben typisch Punk – eine kleine Eskapade, die in einer Sackgasse endet, weil man dann eh wieder schuften gehen muss. Der nächste Titel auf dem Sampler ist wieder der Dicke Polizist, diesmal mit „Lass uns leben“. Es beginnt mit Didgeridoo. Der Text ist lyrisch, es ght um Musik, Natur und Rausch – eben eine schöne Zeit. Komisch dabei ist der Aufruf zu Hass und Mord und Blutvergießen. „Lasst uns morden, lasst uns töten, ohne dabei zu erröten…“ Das geht gar nicht, was hat sich der Texter und Sänger nur dabei gedacht??? Sik mit „Endzeit“ warten mit schrägen Tönen auf. Darunter steckt irgendwo Deutschpunk. Es geht um Umweltsünden, mit Öl im Meer. Die Band fordert dazu auf, über Themen zu sprechen anstatt wie alle anderen zu schweigen, und hinzusehen bei Problemen. Das ist schon mal mehr als Meckerei. Wieder folgen die Oppodeldox – mit „Pik As“. Textzeile: „Der große Haufen Scheiße den ihr Sozialstaat nennt“. Unglaublich, da kriegt er Geld und schimpft noch. Musikalisch ist normaler Deutschpunk, leider ohne eigenen Charakter. Erneut gibt es die Törtels mit „Hoffnung“. Es geht wieder um das Schweigen und über das Gegenrezept sich mal zu regen, um gegen Dinge anzuarbeiten. „Verantwortung“ ist das große Wort. Miliarden menschen fragen sich zeitgleich, was sie gegen Missstände tun können. Das Lied ist musiklaisch schon besser als das vorherige. Nochmal geben sich E.G.A.L. die Klinke in die Hand mit „Allein“. Er hat Sehnsucht und begehrt eine Frau, aber sie ist ja nicht da bei ihm. Das Lied ist diesmal eher punkig gestaltet. Sik mit „Schadenfreude“ singen gegen den Westen Deutschlands. Das Lied finde ich problematisch, da ich die DDR nicht besser fand. Die Wiedervereinigung hat auf jeden Fall Sinn gemacht und war eine tolle friedliche Revolution. Ein drittes mal melden sich die Opodeldox mit „Punksong“. Gesungen wird durch ein Megaphon was sehr schlecht zu verstehen ist. Verherrlicht werden Gewalt, Diebstahl, Drogen und Verwahrlosung. Ich finds nicht so toll, das ist die Schattenseite von Punk. oder ist es immer so und ich bin nur zu blind das zu sehen. Weiter zu E.G.A.L. und „Just Ice“. Sie singen diesmal englisch und es ist schwer zu verstehen, Klingt sehr fröhlich und unbekümmert, aber auch ein wenig langweilig. Fällts stark ab gegen die anderen Songs dieser Band. Voreletzter Song ist von Wärters Schlechte und heißt „MPU“. Es geht darum den Führerschein abgenommen zu kriegen und in Maßnahmen gesteckt zu werden zur psychologischen Überprüfung. Die Musik ist super Deutschpunk, da kann man nicht meckern. Der Text ist aber ein bisschen assi. Zum guten Schluss kommt Der dicke Polizist mit „Mal ganz vulgär gesagt.“ In diesem Lied geht es um klare Worte und wahre Taten. Mein Fazit ist, dass es hier ganz gute Musik gibt. Hervorstechen tun E.G.A.L. mit ihren zwei deutschen Tracks, die Törtels mit den guten Texten und Wärters Schlechte mit „Der alte Paul“. Das wars dann schon.


Knochenfabrik - Ameisenstaat

Knochenfabrik spielen energiegeladenen Wahnsinns-Punkrock, der Horizonte öffnet. Die Melodien sind unerreicht. Das macht einfach Spaß unter den Kopfhörern.
1. Es geht los mir „Ameisenstaat“ – das ist ein interessantes Sample aus irgendeinem Film. Wer mir sagen kann welchem, der bekommt was gratis.
2. „Was ist bloß passiert?“ ist ein Lied gegen die Perfektheit der normalen Leute und der Aussetzer der Zielgruppe der Band. Was ist bloß passiert, dass du nicht die Bedürfnisse hast der normalen Leute nach Sauberkeit, Sportlichkeit und Kampfgeist.
3. „Grüne Haare“ geht über Punks. Das sind für Knochenfabrik Leute, die von der Gesellschaft krank werden könnten. Es sind auch Leute, die sich nicht verarschen lassen. Es geht um Leute, die Häuser besetzen und in Konflikte mit der Polizei geraten.
4. „Meine Revolution“ ist dagegen, dass nur die Wirtschaft blüht.Es geht gegen die Regierung, die Kirche, die Polizei, die Selektion, den Wettbewerb. Alles scheint eine Verschwörung zu sein. „Die Kirche grinst und tut dabei als hätt sie´s nicht gehört“ heißt es im Text. Für mich macht das keinen Sinn, denn hier wird nicht „gemordet“, oder doch?
5. „Der neugierige Nachbar“ ist ein lustiges Lied über Nachbarn, denen man kein Paket anvertrauen will, weil sie Nachforschungen anstellen wollen über den Inhalt.
6. „Glücklich“ ist ein Lied über das Schnorren. Die anderen haben alles und brauchen die Möglichkeit es zu kaufen auch um überhaupt glücklich zu sein. Die im Song beschriebene Person will sich auch etwas kaufen, hat aber nur 17 Mark. „Du merkst man braucht mehr Scheiße, um glücklich zu sein“ heißt es im Song. Der Text ist gelungen.
7. „Im Fadenkreuz“ - Ein paar Prominente werden aufgezählt als eine Liste Todeskandidaten. Gruselig, das ist nicht lustig.
8. „Filmriss“ ist ein  Saufsong ohne Hemmungen und Limits. Musikalisch mag ichs, aber ich trinke keine Alkohol und erst recht nicht exzessiv.
9. „Nie im Leben“ hat eine schöne Melodie. Es ist eine kleine Geschichte darüber, wie ein alter Mann einem plötzlich einen Cadillac schenkt, aus heiterem Himmel. Schön wärs, dnekt sich wohl der Sänger. Es hat zumindest einen netten Song ergeben.
10. „Die The Mig Joggers“ geht um jemanden, der ein Rockstar werden will und auf alles andere keinen Bock hat, sich asozial benimmt, den Staat bescheißt und alle Chancen verpasst,s ich mal zu zerstreuen.
11. „Obdachlos und trotzdem sexy“ handelt um einen Trend und einer Subventionierung von Sexappeal bei Obdachlosen. Interessante Idee.
12. „Der jüngste Tag“ ist eine Kritik am Christentum, welches von Älteren auf Jüngere übertragen wird. Diese sind aber „zu jung (..) um zu denken“. Ich halte es nicht für so problematisch wie dargestellt – jeder hat das Recht eine Kinder zu erziehen wie er will und manche erziehen sie eben zum Glauben hin.
13. „Knochenfabrik“ ist ein Lied über eine Art Konzentrationslager, wenn ich recht verstehe. „Keiner kommt hier lebend raus“ und „ich zähle grade Knochenhände“ weisen darauf hin. Das Lied ist eines der härteren, wie auch „Im Fadenkreuz“ es war.
14. „Frühstückspause“ ist wie „Meine Revolution“ eines der eher punktypischen Nummern ohne den speziellen Knochenfabrik-Charme. Es handelt um Attentate auf Gewerkschaftler. „Geld und Gewerkschaft sind gute Kollegen, und Mannie sein Tod der Beleg“.
15. „Dein Testament“ ist eine persönliche Abrechnung mit einem Menschen, der sehr gebildet ist, der aber nun im Sterben ist. Jetzt zeigt sich was die Bildung ihm bringt. Sowas verstehen wohl nur Schüler, mich lässt es kalt, weil ich mich gerne bilde und es auch noch tun würde, wenn die Welt bald untergehen würde.
16. „Es ist schade“ ist so wie man Knochenfabrik mag – hart und trotzdem melodisch, voller Power. Inhaltlich sind es letzte Worte an eine verflossene Liebe, der gegenüber man sich gefühllos zeigt. Für mich der beste Schlussmachsong.
17. „Notruf“ ist super Deutschpunk, über jemanden, der immer gleich alle bei der Polizei denunziert. Die Polizei steckt ihn irgendwann in die Klapse, weil sie es nicht mehr aushalten kann.
18. „Scheiß Zivildienst“ ist ein Lied aus der Sicht eines Bundeswehrsoldaten. „Wer Oma-Ärsche putz ist meistens schwul“ – „Auf Demos gegen Gewalt gehen und dann die ganze Zeit Ameisen tottrampeln – ihr seid sowas von inkonsequent“.
19. „Kleingeld“ ist ein Lied, in dem sich der Texter weigert Leuten Kleingeld zu geben, die einen beschimpfen und einfach aufhalten. „Dann hast du mich nochmal um Kleingeld angeschnorrt, und ich hab gesagt du bist Dreck“.
20. „Zurück an Land“ geht, enn man das Textheft zu Rate zieht, um Lücken im Lebenslauf. Die anderen versuchen einen auf die richtige Bahn zurück bringen, so auch die Band.
21. „Bring dich um“ ist ein Ratschlag an alle, die herummeckern, alle möglichen Leute als verschworen und schuldig zu sehen am eigenen Leid und sich sinnlos mit Ärzte quälen: Sie sollen sich einfach umbringen. Wow, und so eine CD hab ich auch noch gekauft in Folge dessen man sich gleich die Kugel gibt. Die Moral von der Geschichte ist: Anderen geht es auch schlecht, nicht nur einem selber, das hab ich schon verstanden, aber das Lied ist trotzdem fies.
22. „Ich hör dir nicht zu“, das poppigste Stück auf dem Album. Der Text sagt, warum der Sänger dem anderen nicht zuhören will. Ich wende ein, dass Zuhören eine anstrebenswerte Kunst ist, und dass wir einander noch viel zu selten zuhören. Also warum so ein Song? Manchmal muss so ein Kahlschlag wohl sein.
23. „Fickensaufenschalkeoi!“ ist nur eine Unsinnsnummer zum Schluss des Albums, die sogleich wieder vorbei ist, also nicht Wert es zu erwähnen.
Mein Fazit; Es gibt ein paar Knochenfabrik-Klassiker wie „Der neugierige Nachbar“, „Nie im leben“, „Es ist schade“ und „Notruf“, die dieses Album für eine CD-Sammlung empfehlenswert machen.


Punkrock - The next generation

Scheintot legen hart los mit „Mustermann 2038“. Die Melodie und die Kinder-Chöre formieren sich zu einem super poppigen und hittigen Punkrocksong. Es geht um Babies, die ohne Eltern von Ärzten im Reagenzglas geschaffen wurden. Vielleicht wird das 2028 mal wichtig. Textauszug; Ein neues Retortenbaby wurde mal wieder gemacht. Neues Leben wurde gezeugt. Sein Wille wurde gleich gebeugt.“ Danach kommen Projekt Schwarz Rot mit „Was“. Ich fühle mich als Feindbild angesprochen, wenn er sagt, dass ich ihm von den guten Seiten erzählen kann in diesem Land. Dafür bin ich dann auch beleidigt, wenn er mir sagt, dass meine Worte „kleben“. Und dann noch der dumme Spruch, der dann doch nicht passt: „Hast alles aufgehetzt“ – nur weil ich gut durchkomme heißt es nicht, dass ich keine Rücksicht nehmen würde und schuld wäre an seinem Leiden. Es folgen Bilharzia mit einem metallastigen Song mit coolem Gesang. Textauszug:“Niemand, der hier den Sinn versteht. Alles ist erlaubt“ – und genauso ist es dann auch: Den text verstehe wer will. Moped Lads sind nun an der Reihe. Es ist ein super-schöner melodischer, einfacher 77-Punk-Song. Es schließen sich an Anschiss mit „Das kann es nicht sein“. Nach einem langen Instrumentalteil kommt wütender 2-Leute-Gesang. Leider wird hier zur Gewalt aufgerufen. „Wir können es nicht länger ertragen. Wir werden jetzt die Nazis jagen. Wir werden ihre Glatzen einschlagen. Das muss es jetzt sein.“ Ich sage: Noch sind die nicht an der Regierung. Ruhig Blut, Leute. Wer sowas gerne hört, soll er es tun, aber ich denke die Zeit ist noch nicht reif dafür. Nun sind I.H.Ska dran mit dem Ska-Punk-Song „Hannibal Lecter trifft Fred R.“. Es geht doch tatsächlich über Kannibalismus. Nichts für meine Nerven: „Das war mein Nachbar Fred. Die Leber war besonders gut. Das war mein Nachbar Fred und köstlich auch das warme Blut“. Auf der 7. kommen die Boikottz mit „Lt us conquer the world“. Es klingt mittelmäßig und der Text ist nicht zu verstehen. Musikalisch besser sind Allein unter Menschen mit „Viel zu schnell“. Es handelt sich textlich um einen No-Future Song über die Angst ausgegrenzt zu werden, weil man ausgebrannt ist. Eine grauenhafte Vision. Ich hör mir sowas lieber gar nicht erst an, es wird alles gut!!! Tonnensturz machen einen Song über das Älterwerden. Man beginnt Sachen zu sagen, die man nicht denkt, nur um dem Anpassungsdruck gerecht zu werden, zB bei Kollegen. Textauszug: „Doch die Zukunft läuft weiter, man kommt nicht mehr mit. Von sich selbst kriegt man Blumen, von den anderen einen Tritt“. Und das stimmt auch, wir leben in einer rücksichtslosen Gesellschaft, sonst würden wir doch nicht mit seelischen Verletzungen herumlaufen, klaffenden Wunden in unserer Psyche. Das haben doch nicht wir selbst uns zugefügt, um aufzufallen, oder was? 40 Thieves ist der nächste Track mit „litte Ghost“und macht gute Laune. Textlich geht es um ein Mädchen??? Textauszug: „She´s a new shining star and I want her all around my loaf.”Scheintot melden sich wieder, diesmal mit “Postfach Erde”. Typisch Punk – erst regt man sich über Krieg und Umweltzerstörung auf und dann heißt es, dass man die Erde gleich in die Luft sprengen sollte. „OH Gott, die Qual wäre vorbei“ Projekt Schwarz Rot haben einen weiteren Song, er heißt „Unterdrücker“. Die Musik ist schön und langsam, der Text gut verständlich. Es geht nur leider wieder mal gegen Religion, so als wären wir gerade knapp der Inquisition entgangen: „Ihr lehrt uns die Moral aus Gottes guter Hand, ein Gott vor dem man kriechen muss zertrümmert den Verstand. (…) Die Menschen sind nicht schlecht, sie werden schlecht gemacht. Die meisten Schlafen noch, doch viele werden wach“.Als wäre da immer noch jemand, der uns lehrt unseren Verstand zu missachten! Als würde es uns nicht besser gehen mit Gott an unserer Seite! Wieder kommen Bilharzia, diesmal mit „Mein Tier“. Wieder Metal-Punk oder so. Der Text ist obskur: „Das Tier ist unser Gott und die, die es besitzen dürfen ihre Namen in unsre Häute ritzen“. Das ist reichlich verwirrt und verirrt. Noch eine Chance für Möped Lads. Textauszug: „Ich kann nicht raus, ich stecke drin. Ich muss schrein, kein Ort mit Sinn. Suche im Kopf, in meinem Verstand, doch da ist nichts, nur ein Ödland. Abhaun - EInzelhaft“. Das finde ich gut, aber leider ist es dermaßen genuschelt, dass der Song nur mit Blatt Papier in der Hand gut ist. Anschiss kommen wieder vor – diesmal etwas besser. „Niemals kommt was ganz genaues, immer nur vielleicht“ – so redet er gegen das „Vielleicht“ – so der Name de Songs. Ein bisschen Melodie hätte nicht geschadet. Der Sänger könnte auch kraftvoller rüberkommen sollen. Klingt eher wie ein alter Mann. Es wiederholen sich „I.H.SKA“ Sie spielen „Heimwerkerkönig“. Do It Yourselve wird hier ein Denkmal gesetzt. Auch hier habe ich an der Stimme etwas rum zu meckern, wo bleibt denn der Wohlklang. Schnattert hier ne Ente, ich hör wohl icht recht! Nochmal geht es um die Boikottz. Textlich geht es um das Ausgelacht werden. Das hat zur Folge, dass derjenige, der ausgelacht wird, dem anderen etwas antut. Musikalisch ist es nicht schlecht, nru der Gesang, der Gesang. Man könnte so viel draus machen, aber hier bewegt sich nichts, kein Ausdruck. Allein unter Menschen kommen durch die Drehtür rein und ich lasse sie direkt auf der anderen Seite wieder rauslaufen. Der Sänger findet negative Worte über sich selber: Sterbend, verlierend, und nichts mehr als eine „Fäkalienmaschine“. Wozu so ein Song? Soll das lustig sein im inne von Selbstironie? Richtet man mit sowas nicht Schaden in sich selbst an? Tonnensturz Nr2, diesmal mit einem Lied über den Tod. Langsamer Punk mit einem Gesang aus Perspektive des Sensenmannes. „Herzen hören auf zu schlagen, ich bin euer Gott, ich bin der Tod“. Typisch Punk und No Future. Ihr Gott ist der Sensenmann. Nicht mein Fall. Letztes Lied – wieder mit 40 Theves: „ I met an angel“.. Es ist ein religionskritisches Lied über einen Engel, der erscheint, um einem etwas Großes zu verkünden, das dann aber niemals eintritt: Dass der Sänger mit seiner Band viele Platten verkauft. Soll das lustig sein? „I think the angel was a liar“ singt er, ach mann, und dann auch noch „Fucking angel“. Reichlich entnervt forste ich nach einem Fazit:Was ist nun gut genug für diese Welt? Tonnensturz mit „Idiot“ ist nicht schlecht. Refrain: „Wenn man denkt, dass man kämpft und der Lohn ist der Tod, dann kommt man sich vor wie ein kleiner Idiot.“ Also ich finde diese Zeilen gelungen. Der Rest des Samplers ist für die Entrumpelung.


…aber der Kult lebt weiter V/A

Daily Teror rocken ab mit „Schmutzige Küsse“. Der Sänger hört sich recht jung an. Er sagt, er hat keinen Bock auf garnix. „Die Andern haben recht – ich habe frei“. Dann irgendwas mit „Schmutzige Küsse, kahle Küsse“. Ein Hit ist es irgendwie nicht. Vielleicht wird es besser mit S.I.K. und „Chaostage“. Das Fazit aus den Chaostagen: „Ja wir schaden nur uns selber und freun uns noch dabei“. Der Witz der Chaostage ist, dass hinterher die Gesetze noch verschärft werden. Gar nicht so schlecht diese Botschaft, aber der Song greift irgendwie nicht. „Stilles Deutschland“ von Persiflage: Hier beginnt es mit Ska und Nanana. Dann wird es punkig und den Sänger kann ich nur loben. Er will, dass wir nicht schlafen gehen, sondern protestieren. Wir werden mit Bildern der Freiheit abgespeist. Stimmt das? Nein, ich schaue freiwillig Fernsehen, weil ich weiß, dass ansonsten nicht viel passiert. Dann kommt „I want you“ von Poison Ivvy. Da ich den Text nicht verstehe sage ich nur kurz: Es hört sich an wie ein Lied auf einem alten OX-Sampler, in der Zeit als diese noch gut waren und coolen Punk’n,Roll gespielt haben. Es folgen „E.G.A.L.“ mit nur geträumt. Es handelt sich hier um einen netten Song über eine Liebe, die sich niemals erfüllt. „Tanzende Kadaver“ „Und sie kamen zu mir“ über satanische Geräusche aus dem Ofenrohr, die der Sänger nachts hört. Am Ende kommen die Satanisten dann an der Tür klingel, wie unheimlich. Eine kleine Geschichte, nicht schlecht! GAU singen in „Wer hätt gedacht?“ In diesem Lied passiert absolut null. Textlich geht es um Entwicklung. Wenn man darauf verzichtet hat sich umzubringen, dann wird man die neue Welt erfahren. Bisschen knackiger geht es mit Schimmelbrot weiter, einem meiner Lieblingstracks im politischen Punk überhaupt: „Tierversuche“- Es wird gefordert: Freiheit für ein edles Tier!“ In die Kritik gelangen die Ärzte, die Versuche an Tieren machen und die Tiere werden befreit. „Lasst uns diesen Scheiß verhindern, oder wenigstens vermindern. Daws kann aber nur gelingen, wenn wir in die Labore eindringen!“ Topy Turvives machen den Nachfolgetrack mit langweiligem scheuerndem Gossen-Ska und unverständlichen englischen Texten. Das Lied heißt „Warhead“, aber egal. Die Pocken kommen mit ihrem Geschrubber hinterher und platten Textzeilen: „Volksmusik, ja Volksmusik ist der größte Scheiß!“. Ich find Volsmusik super und kann dieses Lied hier daher gar nicht leiden. Senseles mit „By the way“ ist ein undankbarer Titel. Die Musik geht in Ordnung, klingt wie Deutschpunk auf Englisch. Richtig cool finde ich „Platz zum Leben“ von Toxoplasma. „Was ich suche findet man nicht überall: Ein Platz zum Leben. wird es ihn geben. Wo kann ich leben, hier in diesem scheiß Leben? (…) Wenn ich jemand treff, der weiß es ganz genau: Mach dies mach das, wir meinen es doch gut, blablabla.“ Ich würde allerdings nie mein eigenes Leben leichtfertig als Scheiße bezeichnen, immerhin ist es mein LEBEN! Die Opodeldox  - „Fressen“ -, hat einen Text über die Gefährlichkeit dieser Welt, zB kann man hier gefressen werden. Deswegen soll man sich zusammenreißen. Es gibt noch andere Weisheiten: Schon dumm, dass es Verbote gibt etwas zu klauen. Saufen macht fit. Zusammengeschlagen werden macht nichts aus. Das Lied isdt recht einfallslos, darum schließe ich für die Bestenliste aus. Es folgt „Armes Deutschland“ von Rauschangriff. Der Text geht folgendermaßen los: „Hass auf alles was ihr fremd ist, davor lebt die braune Brut. Und das Volk von Stammtischbrüdern findet diese Haltung gut. Alle Macht den rechten Deutschen, arisch sein ist wieder in. Ohne diese Stammtischsprüche hat das Leben keinen Sinn.“ Der Text gefällt mir. E.G.A.L. „Perfect day“ – dabei handelt es sich um ein schönes Liebeslied. Es geht allerdings um jüngere Leute, die sich Jungen und Mädchen nennen, anstatt Männer und Frauen. Damit habe ich das Lied ausgeschlossen. Es folgen die Dödelsäcke mit „Blau“, einem überflüssigen Zappelpunk über die Vorliebe des Sängers für die Farbe blau. Das Banjo, oder was es ist, kommt ganz gut in den Zwischenparts. Danach kommen Fabsi & der Peanutsclub mit „Mörder“. Es geht um einen Mord, den keiner sah. Im Ref. schreit der Sänger einfach nur das Wort „Mörder“ und klingt dabei wie ein alter Mann. The Poisen Ivy kommen schon wieder mit dem Lied „I´ve got nothing, nothing for you.“ Hier wird wenigstens eine ganze Zeile im Refrain gesungen,aber es langt auch nicht, um es zu den Faves zu sortieren. So, es versuchen noch Low Audience mit „I not from you“ mit einer wütenden, aber auch zu chaotischen, nicht gerade tanzbaren Nummer. GAU treten nochmal an mit ihrem Song „Wahnsinn“, und der ist echt gut und vielseitig anwendbar. „Im Namen des Wahnsinns, du bist verhaftet, du hast gelacht, und das hat dir auch noch Spaß gemacht“. Das passt auch auf den Wahnsinn an sich, es müssen keine realistischen Szenarien sein. Es ist in jedem Fall ein richtig guter Punksong geworden. Nanu, jetzt kommt eine Band, die noch nicht auf dem Sampler war: The Lubbers“. „Time to die“ ist nichts besonderes, einer von hunderten schlechten englischsprachigen Nummern. Wie furchtbar muss es sein nicht in Deutschland zu wohnen, da klingt Punk überall viel gewöhnlicher. Es kommen nun Der dicke Polizist mit „Brüderlein schlaf“. Inhalt: Mitmenschen werden von Neonazis angegriffen. Die Folgen sind nicht so leicht zu überwinden und das „schlaf!“ wirkt traurig – als wäre da an Schlaf zu denken. Das Lied ist echt gut geworden, toll! Der nächste Titel ist Rancid-ähnlicher Ska-Punk und geht voll ab! Triple J. mit „Downtown“ Inhlatlich würd ichs gerne besser verstehen. Naja, ich bin nur für den Deustchpunk zuständig. Refrain: „Have a nice time in downtown“. Soviel dazu. Als nächstes sind Schandfleck mit „Ich und du“ an der Reihe. Es ist eine grottenschlechte Aufnahme. Der Text ist voller Gewalt. „Ich Kriege dich, dann töt ich dich“. Was für ein hässlicher Song. Mit eigenem Deutschpunk melden sich Persiflage zurück. Der Sänger regt sich über Überwachung durch eine Person auf. Am Ende outet er sich als Mörder an betreffender Person. Dabei steht doch in der Bibel „du sollst nicht töten“. Mit Lalala-Musik kommen die Terrorgruppe mit „der blöde Chef“. Non Conform sind vertreten mit einem kunstvoll untermaltem Gedicht über einen Mann in einem Bunker, der als letzter überlebender sich die Frage stellt, ob es nicht vielleicht klüger gewesen wäre mit der Masse zu sterben. Was ist mein Fazit für diesen Sampler? Die guten Lieder sind von Schimmelbrot, Toxoplasma, Rauschangriff und Triple J.


Die Ärzte –Die Bestie in Menschengestalt

Nach einem kurzen intro („Inntro“) kommt der Hit „Schrei nach Liebe“, ein Lied gegen und über Neonazis. Es werden die menschlichen Seiten des Neonazis herausgearbeitet aber es wird auch gesagt, dass diese den Betroffenen nicht daran hindern ein „Arschloch“ zu sein. Textauszug: „Deine  Gewalt ist nur ein stummer Schrei nach Liebe. Deine Springerstiefel sehen sich nach Zärtlichkeit. Du hast nie gelernt dich zu artikulieren und deine Freundin, die hat niemals für dich Zeit.“ Das trifft auch auf Punks zu. Es folgt das Lied „Schopenhauer“. . Textauszug: Kein Wort von Sex oder Gewalt, diese Zeiten sind vorbei“. Am Ende hat das Lied noch mal einen Verweis auf das Leid „Geschwisterliebe“, das nicht ganz korrekte Textzeilen beinhaltete. Gefallen tut mir der nächste Song: „Für uns“. Das ist Belas bester Song überhaupt. Allerdings ist es nur etwas für jüngere Menschen, da von Mädchen statt von Frau die Rede ist. Hey Huh (In Scheiben) verherrlicht so kurz nach „Schopenhauer“ wieder Gewalt. „Jetzt nimm die Säge, nimm die Axt, zerhack dich selbst bis Zehn. und mach ich meine Augen auf, will ich dich in Scheiben sehn“. Die Blasmusik im Hintergrund passt super gut, aber was soll das Stück? Dann kommt auch noch Gerappe. Die Rede ist vom Lied „Fafafa“. Nein danke, das ist mir selbst als Parodie nicht genehm. „Deutschrockgirl“ ist eigentlich ne Punknummer, aber im Text geht es um „Krautrock“ bzw Deutschrock. Mit „alleine in der Nacht“ bringen die Ärzte sich selbst als Kraut/ Deutschrock mit ein. Die Zielgruppe in diesem Lied sind jüngere Leute, denn angesprochen wird das kleine „Deutschrockgirl“. Es folgt ein Lied, das bei mir punkten kann: „Mach die Augen zu.“ Es gibt kein schöneres Lied zum Thema Schlussmachen in einem Zustand, in dem es noch nicht ganz getrennt ist. Mit einem letzten Kuss erst wird es beendet. Die Musik ist wundervoll ruhig, romantisch, einfach nur klasse! Auf dieser CD ist viel Kasperei dabei, die vor und nach den Liedern als Effekte eingebaut wird. Bei „Ghirnstürm“ ist sogar ein Kabarettist (Heinz Strunk) am Reden. Der Track ist teils elektronisch. Während dem Lied ruft einer durch ein Ofenrohr. Textauszug: „Man soll nicht meinem wie viel Zeit der Mensch darauf verwendet, möglichst Dinge zu tun, die die Existenz beenden, die Evolution ins Knie der Zeit gefickt, yo das ist verrück.“  Es geht im Lied um jemanden, der sich Gedanken macht über die Armutszeugnisse dieser Zeit. Beim nächsten Lied gibt es ein Hubschraubergeräusch und einen Nachrichtensprecher als Intro. Es folgen schöne Gitarrenakkorde und eine nette Melodie. Es wird eine Geschichte erzählt von jemandem, der möchte, aber nicht gelassen wird – ausgebotet von der Gesellschaft übt er Rache und marschiert bewaffnet nach Polen. Frauen- und Männerchöre begleiten den Refrain. Eine eher knapp bemessene Nummer ist „Claudia (Teil 95).“ – es wird nur Claudias Tod verkündet. Die „Allerschürfste“ ist eine Frechheit gegenüber Frauen. Musikalisch geht weit in bis dato von einer Punkband erforschten Gefielde, ich fühle mich wie in einer Zigeunersiedlung. Textauszug: „Du denkst du bist wirklich unwiderstehlich, bist du aber eben grade nicht“. Mit der nackten Kanone beginnt der nächste Track: „Friedenspanzer“. Melodischer Punkrock mit einem einfallsreichen Text: „Das was mir dazu einfällt, für die Rettung dieser Welt: Friedenspanzer. Er schießt Liebe in dein Herz, bringt den Frieden ohne Schmerz: Friedenspanzer“. - „Quark“ ist eine punkrockige Abrechnung mit einer Freundin bzw Frau, die zu viel redet. Wieder nicht nett, aber vielleicht braucht man ja genau das mal, schließlich werden die Frauen auch immer schlimmer. „Du redest Quark, den ganzen Tag“ wird dann vielleicht brauchbar. Ein Track mit viel musikalischem Tiefgang und wunderbar rockigen Arrangement ist die spanische Nummer „Dow Corazones“. Am Gesang ist Rod, der damals neue Musiker. „Kopfüber in die Hölle“ hat ein paar spanische Elemente in der Musik, dann wird es härter und geht direkt los mit Zeilen über eine Revolution. „Revolution, weniger wollten wir nicht. Wir haben geträumt von einer besseren Welt. Wir ham sie uns so einfach vorgestellt. Wir haben geträumt, es war ne lange Nacht. ich wünschte wir wärn niemals aufgewacht.“ Das Problem ist hier, dass es gegen das System geht, ohne zu berücksichtigen, dass unser System nur deshalb so hohl ist, weil wir uns nach ihm ausrichten. Würden wir Menschen andere Wege gehen, alles selber in die Hand nehmen und tragen, dann müssten wir auch nicht mehr auf jemanden vertrauen, der Null für uns tut. Wozu also das Geheule und Gejammere? „Omaboy“ ist dann auch nicht mein Fall, wo Bela sich sexuelle Gedanken über alte Frauen macht. Soll ich das jetzt gesellschaftskritisch sehen gegen den Jugendwahn dieser Zeit? „Denn in dieser unseren Welt, wo Schönheit und Jugend nur zählt bin ich auf die Liebe greiser Frauen versessen.“ Das Wort „Flachlegen“ dass man in Schopenhauer vermeiden wollte, wird ihr doch noch eingesetzt. Dass „Lieber Tee“ am Ende angebracht wird, kann ich nachvollziehen, ist es doch recht sperrig. Textlich ist ein Lied gegen Drogen. „Neulich rief mich Harry an und sagte, dass er fliegen kann. Ich sprach, das ist doch glatt gelogen. Dann flog er los, er flog ein Stück und dann brach er sich das Genick und das kommt nur von diesen Drogen. Ich sag euch nenene, da trink ich doch lieber Tee.“ Auf der letzten Ziffer kommt „Wenn es Abend wird“, einem Volksmusikstück mit perversem ekelhaftem Text. Da ichz aus Bayern komme, sage ich buh dazu. Was bleibt nun als Ausbeute für dieses Album? Ich würde sagen „Mach die Augen zu“, „Gehirnstürm“, „Quark“ und eventuell noch „Dos Corazones“, obwohl ich mir letzteres noch übersetzen lassen muss. Das wäre dann der Part von meiner Schwester, die in Spanien lebt.


The Pig Must Die- die Zeit ist gekommen

Am Anfang kommt eine Collage an Liedern und Radiogeräuschen. Dann geht endlich das erste Lied los, „Unsere Revolution“. Statt auf die Liebe wird hier auf die Waffen gesetzt und auf Schreie. „Renn einfach los, du kannst tun was dir gefällt“. Das klingt nicht gut, muss ich sagen. Wenn wir wenige sind verläuft das übel für uns, sobald wir genug sind, haben wir es nicht mehr nötig. Was sagt die Musik? Die kommt hier glaube ich von Herzen. Eine kompakte Sache, mit Melodie und sehr poppig. Das nächste Lied „Für immer Feinde“ ist eine sehr traurige Geschichte, über Leute, die sich einfach nicht verstehen. Textauszug: „Ich wart schon auf den nächsten Streit (…) Halt endlich dein Maul, sonst kriegst du das nächste Ding verpasst“. „Zeitbanditen“ gefällt mir textlich besser. Es geht darum seine Zeit mit Dingen füllen zu dürfen, wie es einem selbst gefällt. „Wir sind die Zeitbanditen und wir lieben die Gefahr. (…) Die Zeit ist reif rennt dir davon. Komm fang sie für dich ein. Wie ein Bandit, der sie braucht zum Glücklichsein“. Jetzt kommt eine Geige zum Einsatz. „Tritt mich“ ist ein Lied über Sadomaso aus Liebe. „Du kannst mir gar nicht wehtun, dafür lieb ich dich zu sehr. (…)“ Musikalisch sackt es seit Lied 2 etwas ab und erholt sich auch nicht bis jetzt. Nr 5. ist „kennst du die Angst?“ Textauszug: „Dir stellt sich jemand vor und das ist die Angst.“ Es werden verschiedene Arten von Ängsten beschrieben, dann hauen die Musiker wieder ab. Jetzt kommt noch ein halbgares Lied über Drogen: „Komm reich mir deine Hand und flieg mit mir ins Märchenland (…) Du kannst als Zauberer durch Türen gehen,
oder im Alptraum die Hölle sehn.“ – „Nur noch Sekunden“ ist ein Lied über einen Atombombenangriff: „Nur noch Sekunden und es ist so weit. Mit einem Schlag: Alles Vergangenheit!“ Die Musik passt, wenn es auch etwas härter gespielt werden könnte, schließlich ist der Inhalt sehr emotional. „Schöne neue Welt“ hat einen guten Text, dessen Refrain ich mal ganz aufschreibe: „Sei willkommen in der schönen neuen Welt. Dein Platz ist reserviert und die Karten sind bestellt. Du hast keine Chance zu fliehen. Komm stell dich hinten an. Ab heut wirst du mit uns Richtung Zukunft fahrn.“ Das Lied handelt über den Sozialzwang mit Leuten zusammenarbeiten zu müssen, die man gar nicht leiden kann. Die Wirtschaft ist schuld, aber hier deutet man das Problem Anarchos gegen Moralisten. Die Musik ist so lalala, langsam nervt mich dieser Punk-Pop, der nie wirklich abgeht. Vor allem dieses seiernde Schlagzeug. Bei „Querdenker“ geht es wieder in Ordnung, der Song ist nämlich einfach gestrickt du der Text ist der Hammer. „Ich hab genug davon, nimm gar nichts mehr hin. Ich bin so froh, dass ich ein Querdenker bin“. Die Gewaltbereitschaft steigert sich im Lied „Terrorspezialist“, wo beschrieben wird, wie man gnadenlos einen Politiker ermordet und aus dem Weg räumt. „Ich wird nicht mehr diskutieren gehen, ab heute schlag ich drauf“…Das Problem ist für den Sänger der Staat, der Demonstranten prügelt. Das kann schon wütend machen, aber die gegenseitige Gewalt ist ein Kreislauf. „Sexy Sadie“ ist schon wieder ein Lied über SM. Ein komischer Mix aus privater und politischer Gewalt hier auf diesem Album. Beim Lied „Siebenschläfer“ steigert sich die Band, wird rhythmischer und damit besser. Es gibt verschiedene Tempi. Die Melodie macht Sinn und ist nicht einfach so ein Hin und Her. Textlich wird eine extreme Stimmung und psychische Krankheit beschrieben. Der Sänger braucht echt Hilfe. „Ja, ich suche den Verstand“ singt er. So, das wars, was nehme ich mit von diesem Album? Ist hier alles Gewalt? „Querdenker“ geht klar und auch „Zeitbanditen“. Der Rest ist mir zu sehr runtergenudelt und nicht nachgedacht. Diese obercoolen Posen als Waffenbruder sind echt daneben.


Wohlstandskinder  - Poppxapank

Am Anfang der CD wird ein Kind von einem Auto überfahren und der Autofahrer sagt unberührt „huch“. Dann geht der flockige Rock der WSK los. Es geht um Robbenfang. Zu dem Thema haben WSK etwas zu sagen, nämlich dass er angenervt ist von der Existenz der Menschheit, die wohl nur ein Irrtum Gottes sein kann. IN diesem Rahmen greift der Sänger auch zur Gewalt: „Ich spuck dir ins Gesicht!“ Interessant was aus Mitleid mit den Tieren so alles an Musik entstehen kann. Dennoch nervt mich die Attitüde doch stark. Die Wege des Herren sind unergründlich, verliert nicht euer Gefühl für das Menschsein nur wegen so ein paar Traditionalisten, die es nicht lassen können. „Revolutionen in Stereo“ heißt es: „Wenn es so weitergeht wie jetzt, dann wird bald nichts mehr weitergehn“. Aber was ist es genau, was er nicht mag? Vielleicht der Tierschutz wieder? Nein, es geht um Krieg, wie wir später erfahren. Aber es fängt schon bei Normen an, wie der Liedtext berichtet, Normen, die gesprengt werden müssen. „Wir gehen über Leichen“ ist ein Lied über Familienbande, die alles unter sich regeln, Geld horten und andere für ihren Profit aus dem Weg räumen, vielleicht in Form einer Firma, die global operiert  und Lebensräume zerstört, Menschen ausbeutet und Monopole schafft. Nun, nach etwas Punk und Rock kommt eine eingängige Ska-Nummer: „Das Grau unserer Zeit“. „Lasst uns trinken, auf dass das Grau in unserer Zeit nicht eskaliert“. Das Tier tritt an gegen die Bürokratie, ein seltsamer Gedanke. „Lasst uns ficken auf die Bürokratie, die uns regiert.“ Jetzt kommt „Einsam“. Textauszug: „Zu viele Menschen, die ich täglich seh schmelzen dahin wie gerade gefallener Schnee. Tausend Gesichter, hundert Stimmen um mich herum in einem Strom, der mitreißt, bis zur Ernüchterung“. Diese Zeilen sind nicht schlecht. Nun kommt „Roter Luftballon“ mit kraftvollem Ska-Punk eigener Schule. Der Text ist eine Obskurität. Ein Mädchen hat einen roten Luftballon und wird dafür geliebt. Weil ein anderer Mann kommt, wirft er Handgranaten auf ihr Haus, wie es ein HC-Punk nunmal so macht. Andere Szenen andere Sitten. Spaß. Im nächsten Song „Kartenhaus“ wird kräftig philosophiert. Aufgrund des Umfanges der Strophen plustert sich die Musik total auf. Der Refrain ist dann ganz nett: „Es ist nicht leicht ein Kartenhaus zu baun, das sich zur Spitze hin verbreitert und dann an der absichtslosen Willkür des Windes scheitert.“ Ein einfacherer Song ist „Ein kleines Märchen“, in dem es jeder in der Hofgemeinschaft mit der Prinzessin treiben will und an ihrem Zimmer steht. Das Lied gibt mir jetzt nicht so viel. „Die Gedanken sind frei“ ist musikalisch überzeugend, doch der sperrige Text wird darin notdürftig untergebracht, so dass die Architektur des Liedes nahe zu am Bersten ist. Hängen bleibt: „Ihr könnt mich foltern, könnt mich quälen, könnt mir meine Seele rauben, aber die Gedanken sind frei.“ Die Texte von WSk sind ein bisschen prall,so auch in „Im letzten Augenblick“, wo der größte Quatsch über Selbstmord erzählt wird, was ich jetzt gar nicht im einzelnen wiedergeben will. Die Grundidee ist gut, vielleicht hätte man den Song anders zusammenbasteln können. Es geht auf jeden Fall darum, dass die Leute sehr schaulustig sind bei einem Selbstmord und die Frage, ob man diesen Freizeitspaß den Leuten gönnen sollte, auf sein eigenes Leben zu verzichten für diese Barbaren. Am Ende hört man wie jemand springt und aufschlägt, das ist widerlich. „Ein andres Wort“ ist sehr nachdenklich, es geht um Sprache und darum ein anderes Wort zu finden. Die Melodie ist ganz schön, das Lied sitzt. Etwas punkiger, oder wie soll ich sagen – bombiger, kommt „Klick“ rüber, ein Lied über Selbstmord und die vorauseilende Krise. Textauszug: „Wer nimmt sich das Recht, die Leute tanzen zu lassen wie er will?“ Das ist also der Ursprung dieser Krise, das harte böse Arbeitsleben, wo Sturköpfe über uns herrschen. Lehrjahre sind keine Herrenjahre Als Anfänger bist du ein Niemand, usw… „Das Grab“ ist ein ausgefallener ruhiger Song mit Streichern eingespielt. Der Autor macht sich Gedanken darüber, wie es sich wohl in einem Grab anfühlt. „Ich bin kein anderer Mensche, auch wenn ich schon Jahre völlig allein unter der Erde lieg“. Das ist harter Stoff, macht mich gerade etwas fertig, also weiter, zum Lied „genug“. „Alles geht den Bach hinunter“ kommt hier der Befund. Es ist die Rede von einer gewissen Unrast und Wut auf verschiedene linke Ansätze. Mir als Linken gefallen diese Hasstiraden nicht. Da rettet auch das üppige Lalala am Schluss des Liedes auch nichts raus. So, jetzt kommt die größte Peinlichkeit auf diesem Album: „Bettina“ – hier singt ein 13jahre altes Mädchen übers Reitengehen. Da sieht an welche Zielgruppe das hier ist. Auch das Lied macht mich fertig wenn auch durch das Gegenextrem. Gut, dass man einen gewissen Ironiefaktor raushören kann. Der Hit des Albums kommt endlich. Er heißt „Vergangene Tage“ Es geht über die glückliche vergangene Zeit und die Frage was heute aus einem wird, wo all getrennt sind. Textauszug: „Ich dreh mich nicht mehr um, will nichts durchs Vergessene schreiten“. Die Musik ist zwischen Pop und Punk angelegt, also melodiös und laut. In „Tag der deutschen Einheit“ beschwert sich der Textverfasser über die Unfreiheit in diesem Land und über Gesetze, die kein normaler Mensch wollen kann, welche das sind bleibt offen. Dafür ist der Sänger aber schon so weit zur Gewalt aufzurufen. An die Wende glaubt er auf jeden Fall nicht, sondern hat lieber Angst vor dem großen Bruder, der immer mächtiger wird. Das gibt Stoff zum Nachdenken, aber nicht zum Mitfeiern, daher Daumen nach unten für diesen Song. Am Ende kommt „Der Staat ist nett“, ein Lied zur Akustikgitarre über den Arbeitsalltag eines Polizisten (Demonstranten schlagen, Drogen heimlich selber rauchen, etc) Das mit den Drogen zeigt doch klar worum es im Punk mal wieder geht, wenn über Repression die Rede ist. So, toll, wir sind schon durch. Nein doch nicht, es kommt auch noch ein Witz über die Sesamstraße. Zumindest den Scheiß könnte man mal aufhören zu gucken, haben sich die Musiker wohl gedacht und gewagt, es zu kritisieren.Was sage ich also über dieses Album. Ich rette einen Song raus, nämlich „Vergangene Tage“, eventuell ach noch „Einsam“. Viel Spaß zur neuen Maxi-CD.


Mohnotn - Analog

Beginnen tut das Album mit einem englischsprachigen Track „surplus of authority“ Dann kommt endlich was deutsches, nämlich „Jetzt sind wir da“. Klingt wütend, stürmisch und frisch. „Wir machen das was uns gefällt, keiner redet uns rein, sind unsre eignen Idole, wir sind nicht allein. Wir werden immer an uns glauben, lassen uns nicht unterkriegen, ihr könnt machen was ihr wollt, man kann uns nicht besiegen.“ Das gibt mir zu denken. Ich will auch mehr an mich selber glauben ´, mich nicht unterkriegen lassen und einfach tun was ich will. „Mehr tot als lebendig“ ist ein Aufschrei in tiefstem Leid, der Sänger tut mir echt leid für das was er da von sich gibt und erlebt hat. „ich bin ein Wrack im Fluss der Zeit. Ich bin vor langem Leck geschlagen, im Licht der Dunkelheit“. Den Rest erspare ich dem Leser. Nun kommt „gut und böse“. Die Musik gefällt mir schon mal. Ah es geht los. Es geht um alte Freundschaften, die man heutzutage nicht mehr so oft sieht und nicht mehr als zusammengehörig mit sich empfindet. Ich mag den Song. Textauszug: „Freundschaft, das bedeutet sich zu opfern, Zeit ineinander investiern. Mit durch gut und böse, nie aneinander verlieren.“ „Lila´s Song“ ist englisch, das überspringe ich mal, ich widme mich hier nur dem Deutschpunk. „Handkrampf“, ist ein wütender Song gegen alle, die sich der Punkszene abgewandt haben. „Unsre Wahrheit verrottet, wenn du dich verstellst / recht behältst“. “Alltag“ ist ein trauriger Song über das Arbeitsleben, in dem man sich gefangen fühlt. „Es ist ein ganz normaler Alltag, den wir nicht ändern können. Denn Freiheit uns Spaß am Leben, den will uns keiner gönnen.“ Das sagt es für mich einfach aus. So ist es. Die Leute benehmen sich wie das Letzte und davon wird man krank. Das ist die Repression des Alltags, der „Alten schlechten Witze“ und der (geistigen) „Armut“ der Leute. Wo kommt die nur her? Nun folgt „Abgrund“ mit einem transzendenten und gleichzeitig realistischen Song über den Tod – wir werden komplett ausgelöscht, aber es ist unser Triumph. ich sehe das anders, ich glaube die Seele wird überleben und das Leben geht weiter. „Schöne neue Welt“ ist ein noch viel wütenderer Song. Diesmal geht es um alle Menschen, die den Sänger umgeben. Er kann sie alle nicht mehr sehen und beschimpft sie als „Erbärmliche Primaten“. Ihre Welt, ihre Worte, ihre Aggression ist was ihn so stört. Immer noch und trotz allem sucht er den wahren Sinn des Lebens. Gut, dass er nicht aufgibt, selbst wenn er es so verkorkst sieht. „Eure unbegrenzte Dummheit, eure Hirne faulen schon.“und andere Übertreibungen. „Tu was du willst“ gefällt mir sehr gut. Es ist ein Lied über den Schmerz der Trennung. „Du trampelst auf meinen Gefühlen, verletzt mich wo du nur kannst. ich wusste, dass es mal so kommen wird, das war schon immer meine Angst.“ Noch einen englischen Song überfliegen, dann zum letzten Track des Albums „Denkt an euer Leben“. Hier geht es um Umweltzerstörung und die Folge davon, dass wir an Lebensraum verlieren. Das Lied ist gut gelungen, eine runde Sache. Es kommt zu den Nennenswerten. Dazu wähle ich, wie gesagt „jetzt sind wir da“, „Gut und böse“, „Handkrampf“ und „Tu was du willst“.


Recharge - Menschen, Hass, Vernichtung

Die Reise beginnt im Mutterleib. Man hört Geräusche, aber sie sind nicht friedlich  man hört Waffen abfeuern und Schreie. Alle sind fanatisch. Dann geht es in voller Härte los mit Hardcore-Punk-Musik. Ob sie einem gut tut? Oder soll sie einfach nur wachrütteln, weil wir alte Penntüten sind? Und sind wir es nicht mehr, brauchen wir dann so eine Musik? Textlich geht es um Krieg, blinde Massen und eine ungewisse Zukunft. Der Tod ist immer ein Option. Im zweiten Lied „Isolation“ geht es um Missstände. („Der Nachbar stirbt allein“) Die Regierung ist schuld an allem (auch dass die Alten in Altenheime kommen), aber wieso denn der Staat? Liegt es nicht an uns Menschen? „Eigenes Denken ist Hochverrat“ – davon merke ich auch nichts. Im Lied heißt es auch „Einsamkeit ist Programm“ – dazu kann ich nur sagen: Geselligkeit sollte dezidiert auf dem Programm stehen, vielleicht im Rahmen einer ne3uen Partei, die das Ziel hat alle Leute in ihrerer Vielfalt zusammenzubringen. Es bedarf an Begenungszentren und Gelegenheiten sich kennenzulernen. Alleine eine Bank am Straßenrand mehr schafft eine bessere Athmosphäre in der Stadt, da die Leute hier ausruhen können. In „Gesicht des Betrugs“ geht es um die Fernsehnachrichten und Shows, in denen uns geschminkte Leute entgegengrinsen. Sie stellen eine „Wohlstandslüge“ dar, obwohl dem Sänger längst klar ist, dass neue Ghetthos entstehen werden. Davon ahnen wir Nromalsterblichen noch nichts. Genauso hart geht es weiter mit „Feiges Schwein“. Der Text ist zu sperrig für das Arrangement und wird – egal wie—einfach draufgepackt, so habe ich das Gefühl. Es gibt auch Ungereimtheiten. Warum werden „Sinti und Roma von ´ner Bombe zerfetzt“? Ist in Rumänien neuerdings Bürgerkrieg? „Das Ende“ handelt von Ohnmahtsgefühlen in der Großstadt. Alles ist voller Leere, dann endlich: Der Zusammenbruch. „Ein Leben gibt’s nicht mehr“,.so endet der Song erschütternder Weise. Vielleicht deswegen diese dringenden harten Töne voller Leid. „Falscher Feind“ ist gegen Leute, die in der eigenen Szene Feinde suchen, „Kein Menschenleben bleibt erhalten durch politische Korrektheit. und wirgendwo schlagen sie einen von uns tot.“ Ich muss unwillkürlich an eigene Erlebnisse denken in einem Autonomen Zentrum, wo ich fast zusammengeschlagen wurde durch irgend so einen Heinz-Fritz, der sich als Nazijäger aufgespielt hat und ausgerechnet mich als Nazi angefeindet hat. „Terrortours“ behauptet, dass einige Bundesbürger, weil es in ihrer Heimat so leer und sinnlos ist- zu Terroristen im Ausland werden. Es geht um Wilderei und auch Schaulustigkeit durch das Fotoschießen. Die Musik ist total hoffnungsleer, konfrontiert einem mit der Ignoranz der Leute. Weiter sozialkritisch ist „Unterhaltung“, wo angemerkt wird, dass der Krieg in den Nachrichten dazu gemacht wurde, um Menschen im Westen ein Feierabendglück zu bescheren. Kann das wirklich sein? So ist es doch auch wieder nicht! Soll man denn gar nicht mehr Nachrichten gucken, wie dumm ist das denn? „Stay Punk“ wiederholt nur immer wieder die Parole „Stay Punk!“. Warum das jetzt so wichtig ist, weiß ich nicht und erfahre ich hier auch nicht, das muss jeder selber wissen. „ „Stundenlohn 2 Mark“ handelt um die Ausbeutung im Niedriglohnsektor „Im Schatten des Wohlstands“. Gut ist die Zeile: „Arbeitssklaverei für ein Almosen vom Staat“. Ich selber habe auch schon ganz ohne Lohn arbeiten müssen, sonst hätte man mir die Stütze gestrichen. Jaja, so läuft das… „Krieg auf den Straßen“ geht darum, dass die Leute Wut anstauen. Im Rahmen von Hoffnungslosigkeit wird die Wut an anderen ausgelassen. „An jeder Ecke lauert der Tod“. Das spürt man auch, wenn man in der Großstadt lebt, das kann ich bestätigen. Ein bisschen überzogen für die heutige Zeit ist „Schrottbaracke neben Wohlstandstraum (…) Ein neues Ghetto ohne Zukunft.“ So kann man es auch ausdrücken, aber sehen wir es positiv, wir sind hier nicht in Amerika (Ghettos) oder Afrika (Schrottbaracken). Je länger ich dieses CD rezensiere, desto weniger macht es mir Spaß. Eigentlich ist das hier einfach nur stumpf, mei o mei. „Wo wart ich?“ geht mit dem gleichen Geplärre wie immer um Bands, die weg waren und dann im Namen des Kommerz wieder auftauchen. Schon dumm und peinlich. „Große Lüge“ nimmt die Lügenpresse“ der Pegida vorweg. „Krieg und Unterhaltung auf einem Niveau“ – hier wird es mal deutlich gesagt. Etwas seelenvoller kommt das Lied „Dein eigenes Leben“. Hier sind die Emotionen gut ausgedrückt, durch Abwechslung, prägnante Zeilen, die zur Mucke passen und Hintergrundgesang. Textauszug: Lass dir nichts nehmen, dein eigenes Leben. Auch du hast Fäuste, drum setz sie ein zum Überleben.“ Interessant fand ich auch: Fast unmöglich im Dunkeln zu stehn“. Das Lied „Schattenseite der Normalität“ geht um Gewalt und Vegewaltigung in Familien. Die Textzeile „Wichst in der Kirche“ hätte man sich sparen können. Ich küre es zur dümmsten Textzeile die je ein Autor getextet hat. „Zum Elend gemacht“ hat zur Abwechslung mal eine wirklich hitverdächtige Musik und einen super Text über Junkietum. Auszug: „Ein bewegungsloser Körper, angeschlagen, vom Versuch der Ignoranz und lähmender Drogen (…) Ein Haufen Elend, abgesunken. Mit Füßen getreten, missbraucht und weggeworfen. Es nagt dich an und frisst dich auf.“ Sozialkritik wird plastisch für mich im nächsten Song: „Was ist dein Beitrag?“ Hier geht es um Menschen mit Behinderungen, die von den anderen, gesunden Menschen ferngehalten werden. Die Menschen fragen sich, was ihr Beitrag zum Wohl der Gesellschaft ist und sehen da nur Defizite. Das ist gut erfasst. Textauszug: „Kein Nutzen für die Arbeit, kein Nutzen für den Krieg. Es reicht nur noch dich abzuschieben. Aus dem Weg, aus den Köpfen“. – „Bombe“ ist ein super-gewaltverherrlichender Text, in dem sich der Sänger eine Bombe wünscht, durch die er die reichen Leute aufs Niveau der Armen bomben will. Wahrscheinlich freut er sich sogar wenn IS-Terroristen Bomben ablassen, hauptsache irgendjemandem wird geschadet. Man spürt den Neid auf andere Leute deutlich in diesem Song. Der harte Sound giert nach Rache. Alles in allem kann ich nur sagen, dass dieses Album ziemlich herzlos daherkommt. Es gibt wenige gute Lieder, außer „Dein eigenes Leben“, „Zum Elend gemacht“. und „Was ist dein Beitrag?“ Immerhin drei Lieder. Strittig finde ich „Stundenlohn 2 Mark“ mit der Textzeile: „Du hast die Wahl: Malochen oder Verrecken“. Ist das das was kommen wird, oder ist es schon deutsche Realität. Warum übertreiben Punkbands immer so? Sehe ich das einfach nicht??? Bin ich so ignorant???


Terrorgruppe - Melodien für Milliarden

Mit dem schnittigen Song „Opa“ fangen die Melodien für Milliarden an. „Opa, halts Maul, ich scheiß auf Hitlers Feldzug“ wird getextet, dann heißt es provokant „Gib mir Geld für Stoff“, also gemeint sind Drogen. Das Lied ist wohl mehr so ein Witz. Der Texter/Sänger kann es nicht ernst meinen. „Gestorben auf dem Weg zur Arbeit“ ist ein mitleidloser Song über Leute, die aufgrund der Hektik des Berufslebens und des Straßenverkehrs, der damit zusammenhängt, an einem Herzleiden sterben. Selber schuld, muss man ja nicht arbeiten gehen. Oder anders gesagt: Der Sänger hat Skepsis, ob sein Leben dann nicht so enden würde wie in der beschriebenen Geschichte. Ja, soweit so nett. Nun folgt „Wieso ist sie mir abgehaun?“ Wieder eine kleine Story: Ein Mann behandelts eine Frau schlecht und nennt sie ein „seltendoofes Schrottmodell, dann wird er verlassen und lernt daraus: Er ist sleber ein „seltendoofes Schrottmodell.“ Tja, so kann es gehen. „Der Rhein ist tot“ geht doch tatsächlich über die Band die Kelly Family. Das kann heutzutage keiner mehr verstehen, also weg damit, hin zu „Schäfchenliebe“. Wieder wird fabuliert: eine Frau wird Nonne („Ein Gottes Pinguin“) – „Den Körper bekam Jesus“. Allerdings wird sie dann von einem Mönche vergewaltigt. Das ist doch irgendwie schlimm, warum macht da jemand so ein mitleidloses sensationslustiges Schabernack-Stück draus. Nur damit er dann sagen kann: Drum denk ist ist der Vatikan der größte Puff der Welt.“ Ein Plus für den Punkrock gibt es im Song „Wochenendticket“ wo das Lebensgefühl des gemeinsamen Rumreisens auf sich aufmerksam machens und mit den Bullen rumärgern beschrieben wird, das den Punk auch für mich immer ausgemacht hat. Wo ist das alles hin? Textauszug: „Mit uns im Abteil nur Abschaum dabei, Musik, Gejohle und Geschrei“. Hier ist Punk sich vor anderen Menschen daneben benehmen und dumm aufführen. „Schützenkönig“ ist ein Reaggae-Stück über einen Amokläufer. Musikalisch ist das ganze gut gelöst weil frei nachempfunden, nicht kopiert. „Russen-Hitler“: Der Präsident Russlands spielt an den Knöpfen zur Atombombe herum, stockbesoffen. Ähnlich wie bei  „Wieso ist sie mir abgehaun?“ klingt das Lied „Sabine“ – über eine Frau, die als Koksschlampe bezeichnet wird und dann abhaut. Am Schluss heißt es:“ Ganz alleine sitz ich hier, sitze hier und vegetier, vegetiere hier so vor mich hin, wo ist nur Sabine hin?“ Philosophisch wird es bei „Der kleine Weltverbesserer“, der die Leute ändern möchte und eigentlich nur an Macht interessiert ist. „Tante Gerda hat Krebs“ –das Lied ist einfach nur schamlos. Über (Krebs-)Krankheit, Alter und Tod redet man so nicht. Textauszug: „Ich freu mich schon auf Tantes Erbe, dann besauf ich mich ganz derbe“. Als Refrain nur ein "Tante Gerda hat Krebs“, soll mich sowas jetzt fröhlich stimmen? Was ne Scheiße! „Personenkult“ ist ein musikalisch etwas einfallsloses Lied über einen Typen, der sich fühlt wie Kurt Cobain. „Doch plötzlich ach du Schreck – das Glücksgefühl ist weg. Die Rettung das Gewehr, ich blas mir meine Birne weg!“ Richtig schlecht ist der Song „Hunde wollt ihr ewig leben? Es werden ohne Melodie ein paar Hunderassen aufgelistet mit der Anmerkung: Macht sie alle weg!“ Im Refrain heißt es, dass der Bernhardiner der einzige gute Hund ist, da er ein „Fässchen voll mit Brantwein“ hat. Soll wohl ein Saufsong sein. Wozu einen Bier nicht alles verleiten kann – jede Menge schlechte Songs. „Namen vergessen“ ist ganz lustig. Textauszug; „Die Nacht war toll, dich ich hab leider, deinen Namen vergessen“. Peinlich. Aber jeder hat so seine Schwächen und Schwächen zuzugeben ist Punk. (So definier ich das jetzt mal eigenmächtig – auf diese Weise passt es besser ins System). „Ich schlafe mit mir selbst“ ist eine Geschichte über jemanden, der von Frauen abgelehnt wird und daher Pornos ansieht und es sich selber macht. Das ist doch mal eine gute Songidee. Sehr ehrlich und sympatisch. Ein Poppunk-Hit ist „Tresenlied“ über jemanden der verlassen wurde und auf Partys so tut als wäre alles in Ordnung. „Ich brauche keinen Doktor und keine Therapie, bleibe lieber hier am Tresen denke nur an sie.“ Vielleicht. – „Disco 96“ ist ein Discopunk-Song wie er von den Ärzten nicht besser hätte kommen können.  Refrain: „Hilf der Polizei und schlag dich selbst. Hau feste rein, hilf der Polizei.“ Das ist Sozialkritik ohne erhobenen Zeigefinger, hier wird einfach nur die Realität beschrieben, dass nicht immer alles ganz normal abläuft, von wegen dein Freund und Helfer. „Drivel“ ist ein Lied über einen gemeinen unguten Menschen. Es ist furchtbar was darin beschrieben wird, dass er zB einen Hund tritt, oder einen alten Mann mit seinem Rollstuhl die Klippe runterstürzt. Ich verstehe den Sinn eines solchen Liedes beim besten Willen nicht. Er ist wohl beeinflusst durch die Medien, am Ende benutzt er die Zeitung als Klopapier. Wie hängt das jetzt zusammen? Egal, hier wieder ein deutscher Song: „Abels trauriges Weihnachtsfest“. Abel feiert ein Weihnachten ohne alles, ohne Geschenke, ohne Braten und überhaupt – er feiert eigentlich gar nicht. Der Grund: Die Familie ist eh kaputt. Und damit wären wir wieder beim ersten Track, wo es hieß: „Opa halts Maul“! und bei „Tante Gerda“, wo die Tante als schlechter Mensche gebrandmarkt wird. Das ist alles sehr traurig. Was wirft dieses Album dennoch an Lieder ab, die man mal hören könnte. ich zähle auf: „Wieso ist sie mir abgehaun?“, „Wochenendticket“, „Namen vergessen“, „Schützenkönig“, „Sabine“, „Ich schlafe mit mir selbst“, „Tresenlied“, „Disco 96“, also ganze acht Songs. Ein Rekord!


Schuppendails N´8 - Sei Still

Fröhlicher aber unprofessionell abgemischter Poppunk erschallt mit „Revolution“ aus meinen Boxen. Es wird sich gegen Lügen und Bevormundung aufgelehnt. Werden wir wirklich so belogen (Politiker) und bevormundet (Papst)? Das reicht zur Revolution, so einfach ist das. Im Song höre ich ein Zitat von Müllstation raus. „Ich scheiß auf euch“ geht gegen Spießer und Schlägertypen und die Nazipartei DVU.
Es geht los mit einem Zitat von den Ramones.  „Ich bin reich“ besingen die Musikanten ihren Reichtum. „Und wenn sich jemand mal beschwert, dann kriegt er Geld, dann ist er sofort still“ Auch die Polizei wird bestochen, damit sie die Zuhälterei weiter duldet. Der Sound erinnert an Wohlstandskinder, gemischt mit Abstürzende Brieftauben, ohne an die Qualität ranzukommen. „Zeit des Glücks“ klingt nach Planlos. Man merkt, dass viel Punk gehört wurde. Textauszug: „Das Schicksal es verfolgt uns und hat uns bald erwischt. und eh man sich versieht, werden alle Karten neu gemischt.“ – „Meinungslos“ erinnert an Bash. „Du stellst keine Fragen, immer nur tun was all die andern sagen. Du bist ein armer kleiner Wicht.“ – „Dass dieser Staat nur rafft hast du noch nicht bemerkt, doch ich sage dir, du denkst verkehrt“.  „Sei still“ geht gegen Angeberei. Die geht mir persönlich auch sehr auf den Wecker. Das Lied ist nicht schlecht, wäre der Sänger etwas musikalischer und wären nur die Chöre nicht so laut. Dennoch der Textauszug: „Du erzählst so viel, dass du vergisst, was Lüge und was Wahrheit ist.“ – „Arschloch“ erzählt die Geschichte einer an der Zeit gescheiterten Freundschaft. Es werden persöhnliche Meinungen wiedergegeben, die nicht besonders interessieren. Wer das Lied abfeierrn will, soll es tun - mir kommt darin zu oft das Wort „Arschloch“ vor. „Pipi“ ist der Song von Pipi Langstrumpf interpretiert als „Punkstrumpf“. Den Song hätten sie sich sparen können. Zum Schluss gibt’s den Song „Aldi Vergessenen“. Hier werden wieder harte Worte gefunden: „Hast du jemals über irgendetwas nachgedacht, ich glaube nicht. Denn dein Denken und Handeln ist ziemlich oberflächlich“. Alles in allem hat diese Band viel zu sagen, aber es hapert leider an etwas wichtigem – der guten Musik. Dennoch würde ich das nicht wegwerfen, die Ansätze sind nicht schlecht. Nur einen Hitz auszukoppeln fällt mir halt schwer. Vielleicht „Sei still“ über die nervigen Angeber, aber ich ändere meine Meinung auch gerne nächste Woche.


Backstreet Noise - Taktgefühl...!?

Es ertönt ein Sample vom „Kleenen Punker“. Dann das Lied „Ein kleiner Teil“. Der Sänger klingt als hätte er sehr viel geraucht. Der Autor der Texte grenzt sich gegen die Gesellschaft auf, zB darum vor der Tür des Nachbarn zu kehren, „damit die Ordnung nicht zusammenfällt.“ Bei manchen Argumenten, zB das sich alle abfinden, frage ich mich, ob andere ihn noch interessieren, die es schaffen. Aber gemeint ist wohl etwas anderes, nämlich der Starrsinn der Spießer, dass es so geht und nicht anders. Ich denke, der Verheißung, dass ein kleiner Teil von mir bei ihm (dem Sänger)  bleibt, kann eingelöst werden. „The first day“ ist auf Englisch und leider mir nicht ganz verständlich. Es folgt der Song „Keine Tränen“. Es geht um das ernste Thema Kindesmisshandlung .missbrauch und –verwahrlosung. Das Mädchen hat vor lauter Leid keine Tränen mehr. Musikalisch ist es hörbar, aber es ist nichts besonderes. Ich meine ein Keyboard rauszuhören, aber es kommt nicht ganz durch. „Ich weiss es nicht“ hat einen guten Text. „Schau mich bitte nicht so an. Was gibst denn da noch zu verstehn – ich bin so wie ich bin und ich werde meinen eigenen Weg gehen“. Das gefällt mir! Die Botschaft ist: Du, Punker, bist nicht alleine und es gibt noch jede Menge Zeit zu träumen. Über den Schmerz sagt er, man müsse ihn spüren, um ihn zu verstehen. „Dont wanna live your life“ geht gegen ein Leben voller Ordnung und Zeitverschwendung.“ Der Bedarf an Abgrenzung schneit groß zu sein. Der Sänger schreit „So fuck you, fuck you, fuck you“. Der Spießer als ganzer Mensch wird an den Pranger gestellt. Ich weiß nicht, ob man das so formulieren muss. „Na, operativ entfernt“ ist ein Lied über das Dasein als Punk. Definiert wird Punk als die Angewohnheit sich jeden morgen Aspirin isn Wiskeyglas zu schütten. Das Lied ist eher peinlich. „Langeweile tötet“ klingt eher infantil, ja Mensch, wenn dir so langweilig ist, dann such dir doch einfach eine Beschäftigung! So will ich es dem Sänger sagen. „Grund genug um zu hassen“. Es ist eine ruhige Nummer gegen Spießer. Spießer ist für den Autor jemand, der alles glaubt, die Flagge hisst und dabei nur heuchelt. Natürlich kann man da eine persönliche Abneigung entwickeln. „Ich scheiß auf eure Moral“ ist aber ganz klar ein Fehlgriff. Die Moral ist es ja nicht schuld, sie wird nur benutzt, von Leuten, die ich auch gerne die „Saubermänner“ nenne. „Die Away“ ist ein Cover von Lenny Craviz, mit verändertem Text. Au Mann, wer nicht singen kann, der sollte es lassen. Mein Fazit für diese CD: Richtige Hits sind nicht dabei, aber ein paar ganz annehmbare Songs, die da heißen: „Ein kleiner Teil“, „Keine Tränen“, „Ich weiß es nicht“ Gute Molodien, Power und Eingängigkeit sucht man hier jedoch vergebens.


Wohlstandskinder - Für Recht und Ordnung

Nach einem jazzigen Intro kommt „Chaoskinderwelt“. Ich gehöre da nicht der Zielgruppe an, aber wenn Kinder ein bisschen Chaos einbrechen lassen in ihre Welt, dann will ich das nicht verurteilen, es fördert das Bewusstsein. Musikalisch sind die Wohlstandskinder Meister im Gebiet des Poppunk. Das hier ist etwas eigenes, von nirgendwo kopiert. „Kleines Luder“, das zwiete Lied, ist dann für Jugendliche, auch nicht meine Peer. Es wird gekifft, gesoffen, Melancholie betrieben. Es wird jetzt gelebt und die Trauer auf morgen verschoben. Dann ist die Rede von Sex: „In deinen feuchten Schenkeln fühl ich mich befreit vom Denken“. und „Du kleines Luder, gibst mir was ich will, spreiz deine Beine, machs mir und sei still“. Das Lied beschreibt so ziemlich das Lebensgefühl der Punks in den 90ern (siehe „Die Wände versifft, alles ist wie immer“, nur am Ende kommt leider eine pädophile Note ins Spiel, was ich nicht so ganz begreife. Da heißt es: „Du bist so jung, so jung und unschuldig“ – der Sänger klingt schadenfroh.
Peinlich berührt klicke ich weiter: „Ich will dich, ich krieg dich, du willst mich doch auch.“ Der Sänger akzeptiert die rauen Gefühle seiner Angebeteten. Genau wie sie ihn gehasst hat, so soll sie ihn lieben. Er bietet an sein Verhalten zu ändern und sich knechten zu lassen. „Ich rutsch auf Knien, lass mich behandeln wie ein Tier“ – wenn er sie damit mal nicht verschreckt. „Wenn“ ist plötzlich ganz schlecht abgemischt, aber egal. Der Titel sagt alles. Wenn es wenn nicht gäb, dann wäre alles viel besser und die sozialen Misstände gäbe es nicht, zB das Scheißelabern des Papstes. „Was Freiheit ist“ spielt mit Ska-Elementen, dann kommen die verzerrten Gitarren. Der Sänger will eine Welt voller Spaß und nicht jeden Tag das selbe machen. Die arbeitenden Menschen vergessen schnell was Freiheit ist, das ist wahr. „Nur eine Lösung“ zeigt deutlich, dass Unterdrückung schon längst unser Umgangston geworden ist, vielleicht durch die vielen Diktaturen, die Spuren hinterlassen haben in unseren Seelen. Die Lösung ist die Medizin „Anarchie“, oder wie es im Lied heißt: „Zerstört die Hierarchie“. Wenn man in die Betriebe schaut, dann wird man da nicht vom Staat unterdrückt, aber es gibt eine klare Hierarchie zwischen Chef und Angestellten. Diese ist zu starr, vor allem auf menschlicher Ebene. Der Song plädiert auch für mehr Demokratie: „Jeder einzelne soll entscheiden, jeder einzelne wird angehört.“ – „Außenseiter“ ist ein Song über und bewusst nicht gegen Außenseiter-Diskriminierung. Vielleicht ist der Sänger selbst jemand, der andere zu Außenseitern gestempelt hat und gibt’s es jetzt zu. Vielleicht ist er als Punk aber auch selber Außenseiter gewesen. „Choleriker“ ist trashigere als die anderen Songs, härter, wüster, ungepflegter. Als Choleriker rastet er gerne mal aus und begeht so manche Schandtat, wie zB Leute mit dem Auto zu überfahren. „Immer und Ewig“ ist ein lustiges Lied über eine ungewollte Heirat gegen die nur noch ein Schuaa aus dem Gewehr hilft. „Er sieht den Trauschein und es packt ihn der Graus. Junge, hier kommst du nie mehr raus.“ – „Sex im Ameisenhaufen“ ist ein Kunstwerk. Man muss diesen Song einfach draußen mit dem Handy abspielen und auf die Reaktion der Leute warten. In „Arbeitslosengeld“ wird „Oi“ gerufen, warum nur. Wir sind doch keine Skinheads! Egal: „Es lebt sich so schön vom Arbeitslosengeld“ ist ein bisschen zu sehr darauf fixiert, nie wieder zu arbeiten. Ich sage wer weiß, vielleicht klappt es ja doch mal mit dem spaßigen und gut bezahlten Job, mit den tollen Kollegen. „Gegenüber“ ist aus der Sicht der Nachbarn eines etwas verwahrlosten Kindes geschrieben: „Gegenüber wohnt der Abschaum unsrer Straße. Gegenüber wohnt der Feind von unsrem Land. Gegenüber wohnen doch nur Autonome und die gehören doch echt an die Wand.“ Verkannt wird in ihrer Sicht, dass Punk zu sein auch Freiheit bedeutet, alles zu tun, was man will. Außerdem geben Punks nichts darauf, was Spießer über sie denken. Aber nun zum Lied: Es richtet sich an Kinder („Gegenüber da wohnst du“); von soher habe ich es auch nicht in meiner Playliste. „Doof“ ist ein doofes Lied, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. „Mein bester Freund“ ist ein Skapunk-Song mit Melodie, über jemanden, den der Sänger als „richtig fieses Arschloch“ bezeichnet. Textauszug: „Hast du denn die Zeit gehabt mit anderen zu reden, anstatt sie nur dazu auszunutzen, sie nur aufs Kreuz zu legen. (…)“. Das klingt gut, jedoch wird in dem Song zu oft das Wort „Arschloch“ verwendet, was ich für mich ablehne. Mit Beschimpfungen ist niemandem geholfen. Vor allem, wenn man dem anderen noch dazu den Tod wünscht. „Konservativ“ geht um jemandem, der sein Leben nicht lebt und sich dann auch noch zeitlich dem Ende nähert. „Du hast Angst vor neuen Dingen, weil du das Fremde nicht kapierst. Gibst dich weise und erfahren, obwohl du gar nichts tolerierst.“ Wie bei anderen Liedern der Band richtet es sich für mich zu sehr an Jüngere („Ich hab ja noch Zeit und werd es besser tun als du“). „Als du am Boden langst“ ist ein Lied über eine miese Stimmung und Lebenslage. Mich zieht er Song irgendwie total runter, weil ich nicht weiß wrauf der Sänger sich bezieht. Was macht ihn denn so krank? Das wird nicht gesagt, nur: „Tief in dir drin spürst du wie du versagst…“ Der Hammer (im negativen Sinne) ist noch der Schluss: „Jetzt bist du tot, schlalalalalalala“. Sowas feiert man doch nicht. Nun kommt ein Song gegen Spießer („Vorstadt“). Die Rede ist von Leuten, bei denen sich alle Klischees erfüllen bis hin zur Warnung vor dem Hund, obwohl man selber gar keinen hat. Textauszug: „Zum Ficken wird das Licht rechtzeitig ausgemacht – so braucht keiner zu fürchten, dass der andre lacht.“ Die Spießer empfindet der Autor als jetzt bereits schon tot. Wie sie politisch agieren, das nimmt er nicht ins Visier, nur dass sie mit ihrer Haltung alles verpassen, selber schuld. „Bisschen traurig“ ist ein Text voller schwarzem Humor. Es geht um zwei Liebspartner -  oder sollte man sagen Hassespartner -, die sich das Leben gegenseitig zur Hölle machen. Am Ende gibt es noch einen Mord. „Ich hoffe du leidest so schmerzvoll wie noch nie“ geht gegen meine christliche Einstellung, durch die ich meinen Feinden das Beste wünsche. Das Outro ist ein kurzer Schrei des Namens „Satan“, was auch immer das soll, vielleicht sind sie ja ein bisschen weich in der Birne. Die Frage ist jetzt was bleibt von diesem Album? „Immer & Ewig“ ist ganz lustig, „Was Freiheit ist“ und „Nur eine Lösung“ ganz interessant. Der Rest ist zu infantil, wenn auch die Musik noch so sehr stimmt. Leute, die des deutschen nicht mächtig sind, werden Spaß haben mit jedem einzelnen Lied.


1.Mai 87 - Viecher im Leib

„Crackhead“ ist ein Lied gegen Dealer und auch gegen akzeptierende Drogenpolitik „Crack vom Automaten, die Todeszahl stieg prompt.“ Musikalisch ist das knackiger gewandter Punkrock (super Leadgitarre!). Die Stimme hat viel Biss. „Kirschbaumkuchen“ sackt dafür musikalisch wie textlich wie auch von der Stimme stark ab, als wärs ne andere Band. Schlimm, dieser Dada, Pendelrock, Comedy-Scheiß. Es schimmert auch Religionskritik durch, macht aber voll keinen Sinn. „Max Moral“ ist wohl von Wilhelm Busch geklaut und auch nicht wirklich gut umgesetzt. Es klingt auch sehr ironisch, was mir auf den Zeiger geht. „Hepatitis B“ hat interessante Momente, ist aber alles im Allem dann auch ziemlicher Quatsch und Käse. Textauszug: „Die Hundeleiche aus dem Korridor fliegt raus.“ Wieder guter Punk wie in Lied 1 ist „Voll auf Deutschland“, ein Lied über Neonazis, die Leute liquidieren werden, wenn sie an die Macht kommen. „Don der Schotte“ ist ein Lied über Don Quichotte und seine Gültigkeit hier und heute. Ist nicht schlecht geworden, aber auch nicht gut, da der Text untergeht und harte Akkorde alles zersägen, wie unpassend! „Ich sehe euch (auf Wiedersehn)“ macht für mich auch nicht besonders viel Sinn. Dann kommt „Voll Proll“ – juhu wieder ein Lied mit Sinn. Es geht gegen prollige Punks, die nur saufen, sich keilen, randalieren und ansonsten ein paar Parolen dreschen und Lieder auswendig wissen. Textauszug: „Hast du nicht was mehr im Kopf als den Hasss auf Polizei. Es gibt wirklich mehr zu reden, ja wirklich mehr zu sehn, doch du bist schon wieder auf dem Wege nichts mehr zu verstehn.“ Das Lied ist ruhig, wartet mit Ska-Elementen auf, hat sogar Blasmusik in petto. Das gefällt mir gut! „Dummy“ ist ein Lied über jemanden, der von Beruf eine „Frontalaufpralltestperson“ bei „Daimler Benz“ ist. Heimlich hasst er seinen Chef, klagt aber nicht über schlechte Bezahlung und dass Hirnzellen auf der Strecke bleiben kümmert ihn auch nicht. „Propulsive Komponente“ handelt über Kleinstwesen im Darm, wen´s interessiert…  Klingt auch nicht so kompakt wie es klingen sollte. Wieder etwas musik-ähnlicher ist „Angst“; das ist flotter Punkrock. Thema ist die Angst. Das ist gut formuliert, vermittelt aber nichts an Mut. im Ref wird einfach nur „Angst!!!“ geschriehen. „Angst!!!. Angst!!!“ Ich weiß nicht.  „Indian Paintings“ ist dann wieder originell. Es geht um Tätowierungen, wenn ich richtig verstehe. Es wird der Indianische Weg erklärt. In Wirklichkeit – also ohne Textheft“ – hört man nur ein Gelaber auf harte Musik. Da haben sie sich keine Mühe gemacht, so kann man es auch sehen. Es folgt ein kleiner Witz: „Wunsch ist Wunsch“. Eine gute Fee fragt nach den drei Wünschen, der befragte Mann will es mit der Fee treiben. Sie will nicht, muss aber. „Mord bleibt Mord“ ist ein Punksong gegen Leute, die Pelz tragen. Ich merke an. dass dass Problem nicht das Pelztragen, sondern das Pelzkaufen ist. „Sie marschieren wieder“  ist wieder ein Song gegen Nazis. Der ist noch besser als der erste, denn hier gibt es am Schluss coole Parolen: „Wir sind gegen Nazis, gegen Nazis, gegen Nazis in diesem Land“. Doof nur, dass es dann heißt „Nazis an die Wand“. Wollen wir wirklich Menschen hinrichten? Sind wir dann besser als die Neonazis im ersten Song, die Leute hinrichten. Ich hab es einfach satt, dass in den Medien immer von „Linker Gewalt“ die Rede ist, das ist doch mehr eine Schande als eine Ehre. „Peu-Ge-ot“ macht sich über den Lebensstil ein paar Leute lustig. Ich finds überflüssig, man kann ja einfach anders leben. „Sie strafen dich lügen“ ist ein poppiges Punkstück über das Zubauen von Grünflächen, dem Verschwinden der Natur. Am Ende heißt es: „ES ist schade, ja schade, dass Beton nicht brennt“. Woher nur diese kriminelle Energie? „Hass Hass Hass“ ist ein hammerhartes Livestück – wer sollte es ahnen -, über den Hass. „Wir haben euch etwas mitgebracht: Hass Hass Hass“ ist so ziemlich das einzige was man textlich versteht. So, endlich vorbei der Scheiß. Im Netz habe ich „Voll auf Deutschland“, „Voll Proll“, und „Dummy“.



Nichts – Tango 2000

Das Jahr 2000 ist seit sechs Jahren um, dennoch macht diese Musik noch sehr viel Spaß. „Tango 2000“ klingt wie elektronische Musik, die aber durch Instrumente ersetzt wurde. Der Bass steht im Vordergrund anstatt nur zu untermalen.Es geht um das Tanzen in der Disco: „Schaut mich an, ich bin die Schönste. Schaut mich an, ich tanz am besten. (…) Ewig hier, keiner kann mit mir“… „Ein deutsches Lied“ ist mein Lieblingslied auf dieser CD. Nationalstolz ist hier mal nicht gleichbedeutend mit Rassismus. Die Stimme der Sängerin kommt hier gut raus. „Schwarze Gedanken“ fällt etwas ab, ist textlich auch nicht so originell, heißt es im Ref nur: „Gedanken, schwarze Gedanken, Gedanken schwarze Gedanken“… „Gitarrero Adee“ ist die Geschichte einer Bekanntschaft mit einem Gitarrenspieler. „Du sprachst von Liebe und ich glaubte jedes Wort. Ich wache auf und du warst lange fort“… „Weisse Wände“ hat kratzige Gitarren. Es geht um einen Unfall an den man sich nicht erinnern kann und das Erwachen im Krankenhaus. „Nachts“ hat ein zurückhaltendes Schlagzeug, was eine gute Abwechlung bietet. Die Gitarren spielen wie verrückt herum. Es geht um einen Besuch mitten in der Nacht, wenn es regnet.  Die Bekanntschaft ist aber nicht zu Hause. „Ich bereue nichts“ ist wieder etwas gitarrenlastiger. Im Text heißt es: „Ich hab es geschafft, ich schwimme gegen den Strom. Ich stelle mich gegen die Zeichen der Zeit“. Schön melodisch wird dann die Textstelle: „Ich bereue nichts“ usw… „Licht aus“ – da geht es um einen Mann, der seine Freundin (Die Sängerin) gewohnheits- und routinemäßig „haben“ will beim Sexl, ihr Wesen aber übergeht, sie nicht wiedererkennt. Sie fühlt sich austauschbar und hat das Gefühl, sie kann ihren Freund nicht persönlich erreichen. Sex wie er also nicht sein sollte. „Ich such im dunkeln dein Gesicht“ ist eine sehr eindringliche Textzeile, die bei mir hängengeblieben ist.  „Lieber Anonym“ – Textzeile: „“Oh wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstielzchen heiß“. Kommt das jemandem bekannt vor? Nein, es geht hier noch nicht um die Anonymusbewegung, die gab es damals noch nicht. In „Freitag der 13.“ meiner musikalisch bewegenden Nummer handelt es um den Pechtag. „Wer hat Angst vor Freitag den 13.? Er kommt einfach zu dir, dann geht’s dir so wie mir.“ Es geht hier auch um viel größeres Pech, durch das man auf die schiefe Bahn gerät in seinem Leben und um die Geduld mit Menschen, die so etwas erleben mussten. („Als die Ereignisse aufeinanderprallten…“) „Ein stiller Gruß“ ist ein Instrumentalstück. Dann kommt, zum Schluss, „Nichts live“? Denkste, es ist nur eine Verarsche. Es wird ein Mann auf die Bühne geholt, und aufgefordert zum Singen. Natürlich weiß er nicht, was er singen soll. Damit endet die CD. Die besten Eindrücke hatte ich von den Liedern „Tango 2000“, „Ein deutsches Lied“ , „Weiße Wände“, „Licht aus“ (für die Frauen), der Rest ist (gutes) Mittelmaß.


Untergangskommando – Tatort Aldi

Untergangskommando, das bedeutet treibender Deutschpunk mit donnerndem Schlagzeug und guten Melodien. „Tatort Aldi“ – Textauszug: „Ob Türke oder Deutscher, hier kannst du jeden sehn, wenn sie mit Kind und Kegel in der Schlange stehn. (…) Und draußen liegt ein Penner, dem das Geld nicht reicht. Das ist der Tatort Aldi“. - „Atemlos“ handelt über das Alleinsein in einer gnadenlosen Welt mit Ereignissen, die einem die Kehle zuschnüren. „Die gute Fee war leider gespielt, doch du hast sie geliebt. Sie hält alles von dir in ihrer Hand, die es plötzlich nicht mehr gibt“. Ein super Text!!! „Geheime Wünsche“ handelt über eine Ehe, in der sich beide heimlich wo anders umschauen, aber mit dem zu Frieden sind, was sie aneinander haben. „Er bleibt bei ihr weil er sicher ist, dass ihn keine andere nimmt“. Das ist echt bitter, so sollte es nicht laufen. In „Bullenstaat“ zeigt sich der Sänger offen für neue Impulse und verlacht die alten „Bullenstaat“-Rufe auf Demos. „Hast du schon mal nachgedacht, oder ist das alles nachgesagt, oder machts dir einfach Spaß ein kleiner Rebell zu sein? Ich weiß nicht, ich weiß nicht (…) weißt du wie´s weitergeht?“ – „Himmel“ geht um jemanden, der besonders berufen (was auch immer das bei ihm heißt), aber auch besonders grausam ist. „Ich erteile Menschen die letzte Salbung und bring sie dann ins Grab.  (…) Ich bin der Bote aus de Ewigkeit, ich bin vom Tod gesandt.“ Es geht hier um einen falschen Messias: „Ich spreche Pornovideos selig und fahr Soldaten in den Irak…“ Hoffentlich eifern wir ihm nicht nach! „Noch einmal 18 sein“ handelt von eine Rückbesinnung auf alte Tage: „Mitten in der Nacht holt dich alles ein, dann möchtest du so gerne noch einmal, einmal 18 sein“. Das Stück klingt ein bisschen nach den Toten Hosen. Es folgt „Bill Gates´ Datenautobahn“ über den reichsten Mann der Welt. Der Autor versetzt sich in die Lage von Bill Gates und beschreibt sein Leben. „Leuchtturm“ ist ein Nena-Cover, zusammen gesungen, oder eher gebrüllt, mit dem Sänger von Daily Terror. Der gröhlige Gesang, den die beiden abliefern, passt rein gar nicht zu diesem schönen Stück. Aber die Grundidee, das zwei Männer im Duett  singen ist ganz nett. „Zelle 17 / 34“ ist ein Lied über einen Knastaufenthalt. „Sein Wunsch nach Sebstmord geht mit ihm einher, also ob´s sein Zwillingsbruder wär.“ Musikalisch ist es super Deutschpunk mit Melodie. Ich merke jedoch immer mehr, dass Pop nicht der Feind der Punkmusik ist, sondern fleißig betrieben wird. Das bedeutet auch, dass einige Texte nicht besonders in die Tiefe gehen, wie in diesem Stück (bis auf meinem Zitat natürlich). Es bleibt eigentlich nur beim Thema, das dann ein bisschen ausgeschmückt wird. Er geht in der Zelle auf und ab etdc pp, was man halt so macht wenn man eingesperrt ist. „Das verlorne Paradies“  geht um jemanden, der in seiner inneren Welt ein Paradies vorfindet (Sowas kann einem kein anderer Mensch auf der Welt bieten). Wenn man den Schluss hört, dann könnte es auch um einen Junky gehen, weil er dann ja stirbt., aber das bleibt offen. „Freunde aus Irgendwo“ ist ein Lied mit Geige, das auf diesem Silberling eine Ausnahme darstellt.. Es handelt über eine Freundschaft mit Menschen aus einem anderen Land. Die Freunde werden dann von den Nazis einfach entrissen und umgebracht. Die BRD wird dann von der Band  leider auf eine Stufe gesetzt mit dem Naziregime, was mich einfach nur fassungslos stimmt. „Reality TV“ geht um die Qual die Tagesschau gucken zu müssen, bei all den Katastrophen. „Du sitzt in der ersten Reihe, Rality TV. Die neuesten Katastrophen - schrecklich wie noch nie“. Sehr kritisch, aber ohne Zeigefinger vorgetragen—von so her erträglich.  Es ist nur so ein Gedanke und ein bisschen so ist es wohl. „Emanuelle“ handelt über einen Pornostar. Geliebt wird „Ihr schönes Haar“. Das Lied ist nichts für mich, das hören sich nur Pubertierende an. Danach finde ich noch „Anarchie im Neanderthal“. Hier geht es um die Urzeit, aber auch um Punks von „heute“ - zur Zeit der 90er. „Ficken fressen Vögeln, alles scheißegal - so warn sie schon damals im schönen Neanderthal. Anarchie wird hier gleichgesetzt mit „Punk“ und Punk mit „Ficken“ , das ist schon leicht platt. Wer nennt seine Sexualität bitte Dreck? Und überhaupt: Ist Anarchie nicht mehr als ein Durcheinander und bunter Haufen? Das letzte Lied, das ruhigste des ganzen Albums – „Tränen im Nebel“, ist sehr traurig und auch persönlich. Textauszug: „Sei locker, nett und höflich, dass die Fassade glänzt, während in dir drin dein ganzes Herz verbrennt.“ Es geht um ein Familienidyll, das in Wahrheit ganz anders ist. Die Gewinner dieser Rezension sind diesmal die Lieder „Atemnot“, „Bullenstaat“, „Das verlorne Paradies“ und „Tränen im nebel“ – ganz schön viel!


Toxic Walls – Deutschland dunkel ists in dir

Von dieser Band wird tabuloser abgehtauglicher Punk mit ernsten Texten und Passagen zelebriert. Ich nehme es mal genauer unter die Lupe: Der erste Songtext beweist, dass die Band von der rechten Szene keine Ahnung hat. „Freiheit, das ist wohl das Wort, das dich enttarnt“ – dabei weiß der Autor nicht, dass Freiheit das am meist gebrauchte Wort im Rechtsrock ist. Ein bisschen Recherche tut Not, bevor mans ich politisch äußert, oder habt ihr Angst euch zu infizieren? Kritisieren würde ich auch nicht Phrasendrescherei, sondern Vorbehalte gegen andere Leute. Seelen als „Stinkend Braunen Kot“ zu bezeichnen hilft uns auch nicht weiter, so spricht dieses Lied für mich nur von Ignoranz. „Invasion im Paradies“ – hier geht es um den Einzug der Kultur in die Natur mit dem Folge der Zerstörung der Natur und der an sie angepasste Sozialisation. Das Fatale: Es gibt keine Rückkehr – irgendwann ist die Natur so weit, dass sie sich nicht mehr regeneriert.  Die Frage ist: Ist es denn schon soweit, oder können wir noch was machen. Typisch Punk wird hier alles schwarz gesehen und als wäre das Ende schon vor den Füßen. „Depressionen“ findet klare Worte, mir, der ich nicht an Depression leide, viel zu deutlich. Es passt nicht auf mich und mein Leben, daher empfehle ich es auch nicht weiter. Den Song müssen andere beurteilen. Hier nur ein Textzeile: „Ich bin gerad erst aufgestanden: Scheiße, ich leb immer noch“. Leitartikelnd heißt es dann „Oh, Depression- Jeder dritte Deutsche hat sie schon“. Im Lied „Ratten“ wird über Menschen erzählt als wären es Ratten, Das ist ungeschickt. Direkt mal weiter. „Weit gekommen“ entfaltet einen ganz eigenen Charme der Toxic Walls. Solche Lieder wünsche ich mir öfter von ihnen.  Warum ist es jetzt „dunkel“ in Deutschland. Antwort: Wegen der Waffenexporte! Die Chöre singen dann schön ein Heimatlied: „Deutschland dunkel ist´s in dir und deine Sonne geht nie auf – und alles was man spürt ist der Sturm der in dir braust.“ Nach diesem Aufruf politisch etwas zu verändern, hier ein paar kritische Worte zu selbsternannten PunkrockerInnen. Punk sollte nicht als Lebensform gesehen werden, sollte nicht als das einzig wahre intolerant gegen andere durchgesetzt werden? Und dabei ist den Punks ja doch nur alles scheißegal? Das sind für mich alles nur Phrasen!. Die Szene wurde schlecht analysiert. Auch die folgenden Beschimfungen helfen nicht weiter. Kritisch finde ich beim Punks vor allem die Angst vor allem was heile Welt verspricht. Wörter wie Glaube, Sitte und Heimat sind ihnen fremd. Sie kennen keine Werte. Bitte nicht Menschen als „scheißegal“ bezeichnen, denen es so geht wie den Punks. „Um die ganze Welt“ ist textlich ganz erfrischend. Ein Lied über das Reisen um die ganze Welt, total positiv. Der Refrain ist sehr schön mit dem Zählen: „Ich möchte einmal, zweimal, dreimal, viermal, um die ganze Welt“. Am Schluss wird erschreckender Weise alles ins ironische gezogen, es war alles nur eine Lüge. Überall werden nur Missstände gesehen. Vielleich ist es so, aber darf man sich auch mal des Lebens freuen??? Wie soll man ihnen sonst sagen: „Wacht auf ihr Menschen im Osten im Westen, im Süden im Norden, stoppt das Völkermorden!“? „Kalter Stein“ gefällt mir besser als „Depressionen“, da hier mit einem Bild gearbeitet wird. Da können sich auch Leute ohne Diagnose reinversetzen. „Ich fühl mich leblos wie ein kalter Stein. Du kannst mich treten…“ Das Gitarrensolo ist super gelungen! „Es geht weiter“ ist ein Text über soziale Missgefühle und Erlebnisse, über Einsamkeit und Rebellion. Textauszug: Ich wünsch mir oft ich wäre tot, wenn ich in kalte Augen seh. Dann denk ich mir, das kann nicht sein, ich schließ mich in mir selber ein“. Schön getextet, wenn auch eine schlimme Sache. Gelernt hat der Sänger, dass es immer weiter geht, ganz egal was einem auch passiert, zB dass man eine Strafe kriegt oder ähnliches. „Alptraum“ handlet über deutsches Wetter und soziales Klima hierzulande,, das auch „Kalt“ ist. Textauszug: „Bitte bitte bitte hol  mich hier raus! Befrei meinen Geist!“ Interessant. „Keine Angst vor Deutschland“ hat einen guten Titel, aber es fehlt die Annäherung an Deutschland und Besetzung mit einem eigenen Sinn. Stattdessen begnügt man sich hier mal wieder mit Schimpfworten, Verfluchungen, Schwarzmalerei, dem Schrei nach Vernunft und dem Aufruf zum Zurückschlagen. Das ist nicht originell, aber im richtigen Kontext gesehen auch nicht falsch. Nur hätte ich mehr erwartet. „Nur Idioten brauchen Führer“ , singt der Frontmann, ich würde sagen, das kommt auf den Führer an, - der muss ja nicht immer ein politischer sein. „Weil das alles stimmt“ hält die Sozialkritik für bare Münze. Und so fühlt sich der Sänger dann auch. Tja, sage ich, selber schuld. Und damit endet das Album, Klappe zu Affe tot. So, was kann ich noch retten für meinen Sampler? Verdient hätten es „Weit gekommen“, „Um die ganze Welt“ und „Kalter Stein“ – nur drei Songs. Wow, da hätte ich gedacht, dass mehr drin ist. Das warten dann die tollen Toxic Walls.



Tut das Not – Fremdwelt

Das erste Lied („1984“) klingt sehr feurig, einfach unglaublich. Jedes Instrument dringt durch, alles ist stimmig. Es werden Samples eingespielt. Der Text behandelt das Thema Überwachung. Das Lied baut eine Stimmung auf, ohne das Problem groß zu analysieren. Es heißt zur Analyse nur: „Ängste werden erzeugt, Vorurteile forciert. Überwachung wird verschärft und als Sicherheit deklariert. (…) Kontrolle von oben mit Repressalien durchgesetzt, Sicherheit als Grund, die Wahrheit ersetzt.“Das nächste Lied „(k)ein Leben lang“ benutzt Ska-Elemente. Es ist die Rede von Repression, als Beispiel wird der Kindergarten genannt. Das ist natürlich lange her. Plötzlich ist man dann beim „Blut von Millionen“ – dem Schicksal von Menschen in anderen fernen Länder. Was hat das mit „gefangen in meinem Bau zu tun“? Wer hält ihn, den Autor, nur so gefangen? Wer tut ihm das an? Er sagt sogar: „Träume, zerschlagen und zensiert“. Wer zensiert denn bitte Träume? Es gibt eine Menge schlecht gesinnter Menschen, die einen behindern, das kann ich wohl nachvollziegen, aber das alles ist nicht gesetzlich geregelt. Angela Merkel hats nicht verordnet, dass Bewerbungen immer mit „Sehr verehrte Damen und Herren“ beginnen müssen. Das sind alles abstruse Normen und nur da, weil sich alle wie die Verrückten danach richten. Der Song „Auferstehung“ ist nicht ganz so musikalisch und die veschiedenen Teile passen nicht zusammen. Der Text ist leider unverständlich. Irgendwas von : „Eines Tage werden sie kommen die Grenzen zu überwinden zwischen arm und reich – und die Hüter der Moral werden rufen: Schießt sie nieder, das ist unser Reich! WO stehn dann wir?“. Eine mysteriöse Passage. Also der Zuzug von Migranten bewirkt die klassenlose Gesellschaft? Hm… Das Lied „Niemals“ ist eingängig. Es ist für mich jedoch ein Relikt aus alten Tagen, wo noch nicht so viele Menschen in unser Land von Außerhalb kamen. Da schien es noch rassistisch Leute abzuschieben, aber was ist, wenn so viele kommen, dass der Staat es nicht mehr schafft mit seiner Arbeit hinterherzukommen, wenn die Kriminalität grassiert und die Terorrgefahr zunimmt? Man hackt hier all zu sehr auf dem Bürgertum rum, das ist nicht nett. Im Lied „Hass“ wird der Hass gepredigt.  Es geht wieder um Rassismus. Leute mit Kravatten sind schuld an den Bränden, die gelegt werden. Aha. Gesungen wird durch ein Megaphon; ich kann das alles hier nicht leiden.  „Arbeitereinheitsfront“ – das Lied hab ich doch schon von anderen Bands gehört, Härter bis Wolkig zum Beispiel. Was ist denn bitte eine Einheitsfront? Das klingt ätztend und ich will mich da nicht einreihen. „Herrschaft stürzt“ benutzt einen Tangorythmus, dann wird’s Rock´ a´Billy, dann Geschrammel, dann Rock. Das Lied klingt unausgegoren. Warum sind wir jetzt ein „Unrechtssystem“ – wegen „Zwängen“? – Welchen Zwängen??? „Vogel fliegt“ ist wieder ein musikalisches Stück, wo die Teile ein Ganzes ergeben. Die Vogel-Metapher gefällt mir aus persönlichen Gründen nicht so gut. Traurig ist die Textzeile: „Ich glaube irgendwann wird ich nur noch funktionierern“. Das bedeutet wohl Dinge zu tun,die man nicht tun will. „Gruende“ hat keine Melodie und einen unverständlichen Text. „Skagarag“ wurde wohl auch bewusst am Ende der CD platziert, weil das nur noch so dudelt. Endlich ist die CD dabei. Das erste Lied ist das einzige Lied, das gerade bei mir passt und in den Mediaplayer auf einen Sampler findet. Die CD gabs damals umsonst, deswegen meckere ich nicht rum.


Wishmopper – 9 mm vor dem Abgrund

Ist das hier eine CD über den Selbstmord? Wir werden sehen. Der erste Track ist„Halts Maul“. Klingt nach einer spontanen Jamsession. Auf einen Text wartet man vergebens. Dann folgt „sind sie zu stark, bist du zu doof“ Punkrock mit Ecken und Kanten. Es geht tatsächlich um Selbstmord. Die Gründe dafür sind „wahre Anarchie von den Augen aus direkt in deinen Kopf“. Das Gefühl ist: „Sind sie zu stark, dann bist du zu doof. Das trifft auf fast alles zu in diesem Land“. Es geht dann auch um Amoklauf. Die Pistole wird kurzer Hand umgedreht. Wishmopper verwenden interessante Rhythmen, so auch in „Geballte Verblödung“, einen Track über das Fernsehen. Der Sänger macht sich gut.  Textauszug: „Wie willenlose Marionetten, so zappt ihr euch durch jeden Tag. Immer nur ohne Sinn und ohne Verstand. Konsum total bis in den Sarg. (…) Vorhang auf für die totale Verblödung“ – „Alle wie alle, ohne euch“ist ein nachdenkliches Lied über die psychische Verfassung.  Mir ist dieser Text leicht unangenehm. Textauszug: „Warum diese grauen Leichen so viel Eiter fressen und wir haun einfach drauf, bis wir vergessen“. Das sind alles so Sachen, die ich ungerne höre. Die anderen Menschen sind keine Leichen! Mir gefällt allerdings die überraschende Wendung am Schluss, wenn die Töne härter werden. Da kommt dann auch was rüber. „Auf der Suche“ klingt wie spontan gedichtet. Die Zeilen machen nicht wirklich Sinn: „Als ich nicht mehr suchte hab ichs gefunden. Hab ichs gefunden?“Es geht immer so hin und her, von Selbstzweifeln durchdrungen. „Wald“ trifft auch keine feste Aussage. Mal „Mit Schmerz“ mal „Ohne Schmerz“, wer kennt sich da noch aus? „Grau vs Gelb“ enthält auch Ungereimntheiten, zB es war „gestern“, dann aber plötzlich „vor einem halben Jahr“. Die sozialkritsichen Töne, die plötzlich durchkommen, sind gut, da macht das Lied auf einmal Sinn: „Sie zerreißen sich ihr Maul, wissen überhaupt nichts genau, sehn nicht die Scheiße in der sie stecken. Ich krieg sie nicht los, werden in ihr verecken!“ Grau gegen Gelb –da ist  wohl schlechtes und gutes Wetter gemeint, nehme ich an. Im Song geht es auch um das Verlassenwerden – „das Kissen riecht immer noch so gut nach dir.“ - „Letzter Teil“ ist eine Ansprache an eine verflossene Liebe. „Keine Gedanken mehr verschwenden, nur noch gute Erinnerung“. Das Lied kommt ohne Schlagzeug aus und gefällt mir damit sehr gut. Nun kommt der eingängigste groovigste Song: „Null-Linie“. Textauszug:  „Ich hab dich an der Stelle, wo ich dich haben will: Mein Denken ist dein Denken und du selbst bist endlich still.“ Das Führerprinzip? Manipulation? „Nur einen Tag voraus“. schleppt sich so dahin, auch textlich passiert kaum was. Textauszug: „Ich hab keinen Plan in dieser beschissenen Zeit.“ Das sagt alles.  Wieder ein textliches Durcheinander ist „Sag mir dich was dich quält“. Hängengeblieben ist die Textzeile: „Ich habe das Gefühl ich bin ganz allein. Doch alles ist besser als gefangen zu sein.“ – „Generation Nix“ geht gegen die Generation des Texters, die ihm zu wider ist, weil sie nur Geschlechtsverkehr und Drogen kennen. „Es intressiert mich nicht wie sie reden, was sie hörn und es sind auch nicht ihre Mützen, die mich störn. Nur ihre starre Ignoranz die find ich so brutal. Es geht alles kaputt und das ist ihnen scheißegal“. Das musste mal gesagt werden! „Wenn schreien nicht mehr hilft“ ist ein Lied über das große Gemecker der Leute, da wo es unnütz ist. Keiner geht auf die Straße, alle labern nur rum. Mir geht das Lied irgendwie auf den Senkel. Denkt der Sänger, dass wir uns auf den Straßen einiger sind als im privaten Bereich? Seh ich die Demos auf den Straßen habe ich meine eigenen Ansichten dazu und schere nicht in die Reihen mit ein. „Jede Nacht“ ist ein Lied über einen früheren Missbrauch. Es ist gut getextet und komponiert. Textpassage: „(Er) wurde bewundert und geliebt. (…) Doch wie er wirklich war und was er mit dir tat, das hat keiner, ja keiner (…) auch nur annähernd geahnt.“ – „Nicht zu definieren“ ist ein missgünstiges Lied an jemanden, der alles besser weiß und kennt als man selbst. Es werden auch noch schlimmere Dinge aufgelistet, gegen die er ist. Er kommt zum Schluss: „Ich denke ich bin ein friedlicher Mensch, doch Arschlöcher wie euch kann ich nicht vergessen. Dann kommt er wieder dieser einsame Wunsch, meine Faust in euren Fressen.“ Wie steh ich zu diesem Album? Was finde ich gut genug? Ich wähle „Geballte Verblödung“, „Generation Nix“, „Letzter Teil“ und„Jede Nacht“. Die CD hat so ganz gute Momente, sie enthält aber auch viel Zeitverschwendung.


Supernichts - Personennahverkehr

Gespielt wird Punk mit plötzlich einsetzendem Verzerr-Pedal, unterschiedlichen Gitarren-Anschlägen und Hintergrundchören. Das erste Lied („Schlechte Nachrichten“) hat einen beschisssenen Text, wo ein Mensch einem anderen alles Schlechte wünscht. „Bitte sag es geht dir schlecht, das will ich hörn.“ Wegen solchen Leuten sieht die Welt so übel aus, voller Schwierigkeiten und Verwirrung.  „Im Tage-Bau“ wird der Alltag mit einem Tagebau verglichen. „Ich sitze hier und bau und wird daraus nicht schlau.“ – „Bahnfahren macht hässlich“ bezieht sich auf den Titel des Albums: „So wird ich immer hässlicher im Personennahverkehr“. Hauptsache, man kann wieder rumnörgeln. Vielleicht gibt es ja eine bessere Welt, wo man nicht so viel Bahnfahren muss. Die „Express“ wird ironischer Weise gut gefunden, und der Sänger träumt davon, dass mal einer die Zeitung für ihn in der Bahn liegenlässt, anstatt sie wegzuwerfen. Die Chöre singen mit verstellten Stimmen, um die Ironie zu unterstreichen. „Die nächste Runde“ handelt über das Biertrinken mit Freunden, wobei die Freunde nicht ganz so gut wegkommen. Er bezeichnet sie als „Untertan“ und „Abschaum“, nimmt Geld für sein Bier, bringt kein Interesse auf für sie und ist froh, wenn sie wieder weg sind. Ist das jetzt menschlich, dass er sich trotzdem mit ihnen abgibt? Oder ist es Punk. dass er mit niemandem klarkomm,t, der nicht er selbst ist? Im „Kreuzworträtselsong“ gibt es eine kratzige Hintergrundstimme. Es geht um eine Familie, in der exzessiv Kreuzworträtsel ausgefüllt werden. Keine Ahnung, ob das jetzt kritisch sein soll, oder wie der Texter das meint. „Wir haben uns total toll verstanden“ geht um die Ungeduld, den Geschlechstsakt zu vollziehen mit allen Strapazen einer Brautwerbung. Gezeigt werden die Hintergedanken des Mannes, der die Frau endlich rumkriegen will.“Ja, die neue Hose sieht ganz toll aus, da steigst du hoffentlich schon sehr bald drauf“.  „Du“ ist wieder ein missgünstiger Mensch über einen anderen Mensch. „die Welt lacht über dich. (…) du machst dich lächerlich und merkst es selber nicht. Erklär mir nicht, du kennst das Leben (…) du bist nicht anders als die andern und dazu noch arrogant.“ Wer braucht denn so einen Song, um sein Ego aufzupolieren gegenüber anderen. Vielleicht wurde dem Autor das ja selber mal gesagt und er gibt es jetzt weiter, das wäre eine mögliche Erklärung. „Trümmerhaufen“ ist ein Akkustikstück, das musikalisch sehr gut gelungen ist. Der Text ist persönlich, totaler Herzschmerz. „Was soll ich sein so ganz allein? (…)Werd ich bald groß und reif zu verlieren?“ stellt der Autor die Frage. „Deine Freunde mag ich nicht spiegel das ADHS-Punk-Syndrom in der Hippiegesellschaft wieder. „Deine Freunde mag ich nicht und ihre Parties, die mag ich auch nicht, Diskussion bei Kerzenlicht.“ Der Sänger beschreibt, wie er die Musik aufdreht, sich versucht zu besaufen, obwohl nur wenig Bier da ist. Er findet, dass die anderen nur Müll daherreden. „Alles was du willst“ geht um Telefonsex, was als wohltuend einfach beschrieben wird. „Sie macht alles was du willst und sie stellt keine Fragen. Für zwei Minuten gehört sie dir ganz allein. Einfach alles was du willst und keine blöden Fragen. So einfach müsst es immer sein.“ Mit einer Trompete kommt „Reden ist silber“ daher. Der Autor  ermahnt sich selber, dass er mehr die Klappe halten sollte, oder einfach mal verduften. Wahrscheinlich hat er recht. „Kalte Kriegs-Kinder“ ist ein Lied bei dem ich mich wundere, was er überhaupt meint. Durch den großen Bruder hätten die Kinder immer klar gesehen, jetzt sehen sie ihn als Feindbild an,aber nur, um sich an ihm wieder zu orientieren, oder so. Merkwürdig.  Der Song passt nichts aufs Album. „Groschengrab“ ist der beste Song auf dem Album. Das Leben eines Buchhalters wird beschrieben, der immer  versucht ordentlich zu sein. Er macht nie im Leben einen Fehler und wundert sich dann, dass er nicht glücklich ist. Geraten wird: „Komm endlich aus dir raus und reiß dir die Kleider vom Leib.“ Verbaschiedet wird der Buchhalter mit einem „Mutterficker!“ Das alles ist sehr Hitverdächtig arrangiert. „Für diene Szene bin ich Punk“.- in diesem Lied wird der Texter überall als Spießer bezeichnet und gerade deswegen (weil er „Stinknormal“ ist) fühlt er sich gerade als Punk. Das Ende ist dann sehr ironisch auf Punk gemotzt. „Scheiß Post“ enthält geschriebene Gesangspassagen“. Die Post wird einfach nur schlecht geredet, sie würde alles falsch machen. Nach ein paar urwitzigen Live-Passagen mit Gequatsche mit den Fans kommt „Sonntag morgen“ , das letzte Lied von „Personennahverkehr“. Es handelt über Familien , die ins Grüne fahren, Pärchen, die in die Kirche fahren. Der Sänger ist irritiert, liebäugelt aber damit, da auch mal mitzumachen und teilzunehmen. Das Lied ist gut, wird aufgenommen in meine Hall of Fame. Was noch, um gleich mal ein Fazit zu bringen. Ja, „Trümmerhaufen“ ist ganz gut, „Groschengrab“  und auch „Scheiß Post“, weil es so lustig ist.


Ackerbau & Viehzucht – Guten Morgen Deutschland

Es beginnt etwas leise abgemischter, aber durchaus hörbarer trickreicher Punk-Rock. Das erste Lied „Im Namen des Volkes“ hat verschiedene Facetten. Es geht um Politiker, die nichts von ihrem Volk halten und es sich stattdessen gut gehen lassen. Leider ist es aus der Perspektive der Politiker geschrieben und das „Ich scheiß auf die Moral“ kommt rüber, als würde es der Sänger auch so meinen. Das zweite Lied - „die Antwort“ -, klingt sehr funky. Es handelt von der Waffenindustrie und wie durch sie alles kaputt geht. Das Lied ist gelungen. „Doch dann“ ist ein poetischer Song mit vielen Bruchstücken. Der Refrain ist dann klarer: „Die Vernunft appellierte an die Sinne, doch dann versagte die Stimme“. Bei guten Morgend Deutschland tippe ich mal den ganzen Text ab, weil er so gut und auch so aktuell ist:“Schwarze und weiße Hände schaffen kräftig an der Wende. Schweiß und Blut schleppen Steine, bauen Häuser, deins und meins, sammeln unseren stinkenden Müll, bauen Autos, die jeder will. Darum ist es auch an dir, jetzt und hier. Ref.: (Ich will eine Antwort auf all meine Fragen. Wenn ich mich hier umschau, dann werde ich krank. Der Hass auf alles Fremde hat das sagen. Es ist keine Zeit mehr zu warten. Deutschland schlaf nicht zu lang!) Mach dein Maul auf, wenn die netten Kollegen der Ausländerhetze ihren Segen geben. Viele von ihnen bezahlen Steuern wie du und ich. Bauen Waffen mit denen Landsleute ermordet werden. Viele kämpfen um ihr blankes Leben, wir wollen ihnen Schutz und Liebe geben. Ref.: (…)“ Der Song ist auch noch super umgesetzt. „Ich habe einen Traum“ ergibt für mich wenig Sinn, da der Text sehr widersprüchlich ist. Erst will er, dass Religionen die Leute fressen, dann ist er gegen sie. Es gibt dann den üblichen antichristlichen Schmarrn. Gott lebe angeblich in Saus und Braus, statt den Leuten zu helfen. Nicht berücksichtigt hat der Text, dass Gott immer zu unserer Verfügung steht und wir zu ihm beten dürfen - dann wird alles besser in unserer Haltung zu den Dingen. Gesungen ist es auch nicht gut, es ist keine Plus-Stimme und das merkt man hier. „Aasfresser“ ist eventuell  von nem Kinderlied abgeguckt. irgendwas son einer Raupe, die eine Ameise frisst. Das „Radiolied“ richtet sich gegen den Konsum. Dass dieser die Leute erfreut ist dem Texter egal - er pfeift auf die Vorlieben seiner Mitmenschen. Anscheinend hat er selber noch nie etwa gekauft. „Wir leben „ gefällt mir vom Text sehr gut, die Ausführung ist zu undeutlich. Was sagt das Textheft: „Kalte graue Mauern lassen uns versauern. Sehen aus dem Fenster, sehen kalte graue Panzer. (….) Wir wollen alleine sein, ohne Spionage sein, keine grauen Flugzeugträger, keine grauen Minenleger“.  Das ist gut getextet. „Troops Of Tomorrow“ ist ein Lied von den Vibrators. Der Sänger passt irgendwie nicht auf die Musik, er hat keine Farbe, kein Charisma, keine Strahlkraft. Von den Westdeutschen Christen gecovert ist „Lass mich nicht allein“. Textauszug: „Viele tote Menschen im kalten Neonland. Ich denke an den Alten an meiner Hand Grelle graue Schreie – Waschmittelsprüche. Ich glaub ich hab Hunger, Kebapgerüche. Muss das jetzt sein, frag ich mich dumm. ich schaue den Alten an, doch er bleibt stumm. Die Straße macht nen Bogen, genau beim Heim. Und ein alter Mann schreit, lass mich nicht allein“ –„Nur für dich“ -Der Text ist unausgegoren. In den Strophen ist es zerfahren, Im Refrain bekommt es ein Thema: „Nein bitte – bitte schlag mich nicht. Ich tu doch alles nur für dich.“ – „Der Teufel verlässt die Hölle“ liebäugelt mit Satan und der Hölle. Wir sind mitten im Elend und A&V fordern: „Bringt uns den Wahnsinn wieder“. Was immer sie auch mit „wieder“ meinen.  Auf welchen Wahnsinn sie sich wohl beziehen? „Gerade Hausnummer“ – ist ein gelungenes Musikstück mit einer Aufzählung von Dingen, die dem Texter hängengeblieben sind, negative („Versklavung des Geistes“)wie positive („Triumph der Einheit“). Im Refrain heißt es: „Ist das alles, alles nur für mich?“ – „Kiss on Fire“ ist auf englisch, undeutlich gesungen und nicht abgedruckt, weshalb ich es unbehandlet lasse. Was bleibt unterm Strich noch übrig? Viel: „Die Antwort“, „Guten Morgen Deutschland“, „Wir leben“, „Lass mich nicht allein“ und „Nur für dich“ sind ganz gut gelungen. Zur Musik kann ich nur sagen, dass die Songs besser abgemischt sein könnten. Schlagzeug und Sänger kommen nicht so gut rüber, gehen manchmal sogar regelrecht unter. Etwas Schade.


Razzia – Tag ohne Schatten

Razzia machen zu diesem früheren Zeitpunkt harten rumpelnden, aber athmosphärischen Punk. „Schatten über Geroldshofen“ handelt von einer Wiedergeburt in einer Stadt, wo man einstmals umgebracht wurde. Textauszug: „Diesen Ort, ich will ihn sterben sehen“. – „Halbes Schwein“geht um eine Person, der man nicht vertrauen kann. „Und du wirst bald verstehen, ich bin ein halbes Schwein“. Deutschpunk kehrt mit „Kriegszustand“ ein. Plötzlich wird der Kriegszustand erklärt. Textauszug: „Verriegel Türen und Fenster. Kriegszustand. Und warte auf das Ende. Kriegszustand. (…) Als Zivilbürger hast du keine Rechte mehr. Die Verfassung, die Gesetze, sie schützen keinen mehr, sie existieren nicht mehr“.  Das sind doch mal kritische Töne. Die Musik gefällt. Durchgefallen ist bei mir „Neo-Nazi“ , wo man kein Wort verstehen kann, außer immer das Wort „Neo-Nazi“. Also so gut gefällt mir dieses Wort auch nicht, als dass ich das jetzt in Endlosschleife hören wollte. Der Song „Nacht im Ghetto“ hat was. Ich erinnere mich, dass es mir auch live sehr gut gefallen hat. Die Unsicherheitsgefühle haben hier ihr Ventil. „BRD-&Co.KG“ ist ein fröhlich klingender Song, der ganz anders rüberkommt als „Schatten über Geroldshofen“.So wird Darkpunk zu Funpunk. „Am nächsten Tag“ klingt einfach nur frustriert. „Freiheit gegen Flaschen – ein guter Tausch. (…) Am nächsten Tag ist die Großstadt nicht mehr grau. Am nächsten Tag hast du Freunde hast du Frau.“ Das Lied ist eine gelungene Absage an den Alkohol bzw an die Lebensumstände, die das Saufen provozieren. „That´s Ya Guilt“ ist wie man hört auf Englisch und sehr undeutlich gesungen. Ich sag nur es klingt gut, wie alle anderen Razziasongs. Danach gibt’s noch ein Lied mit Arabischem Titel. Danach kommt „Das letzte Stadion“ kann ich akustisch nicht verstehen bei aller Liebe. Dann kommt „Gift“ ist ein experimenteller Punksong mit paranoidem Text: „Die Behörden sind korrupt. (…) Gift, sie geben uns Gift“.  „Barriere / Karriere“ ist ein Reaggaelied gegen das „Nach oben buckeln, nach unten treten“ vieler menschen im Job. „Auch beim schlechtesten Scherz artig lachen. Schleimen, kriechen, Karriere machen. (…) Ein individueller Lebensstil. Nie zu wenig, lieber viel zu viel. ich will den Luxus, ich will das Geld. ich will den Luxus und ich will das Geld. (…) Opportunisten kommen voran voran.  Individuell ist dann im Endeffekt, wie jeder Kriecher Speichel leckt.“ Das ist immerhin interessant für alle die Soziologie als Fach hatten. Warum es jetzt „Barriere (…) heißt weiß ich nicht. „Pro Future“ ist gegen die Polizei gerichtet. Ihr wird unterstellt Menschen zu töten - Eltern, Freunde, kleine Kinder  seien ihre Feinde. Ich weiß ja nicht, wieviel haben Razzia gesoffen, so einen Track aufzunehmen? „Southern Commend“ ist ein eher billig wirkender Punksong. Würde ich nur dieses Lied kennen, dann wären Razzia nicht mein Ding. „GG Art 5.“ ist gegen den Springerverlag, Verlag der BILD-Zeitung. Dem Verlag wird Rassenhass vorgeworfen. Keine Ahnung, ich les diese Zeitung gar nicht erst.Textauszug:  „Boykottiert die Springerpresse, schlagt in ihre Lügenfresse“ Heutzutage haben den Begriff der „Lügenpresse“ sich die rechten unter den Nagel gerissen. Drei Lieder noch: „Arsch im Sarge“ klingt sehr sehr eigenständig. Textlich ist es gegen Tabletteneinnahme. Da kann ich nur sagen: „Was soll ich denn machen, wenn ich eine psychische Krankheit habe, da brauche ich ich medikamentöse Behandlung. Das ist doch kein Gift, was man da kriegt! Immer dieses Misstrauen in die ärtzliche Kunst. „B-Alarm“ ist wieder über Krieg. Die Musik ist hart. Im Refrain wird nur kurz „B-Alarm“ geschriehen. Au Wacka. Meine Liste an Songs, die ich hier vor dem Mittelmaß retten kann: „Schatten über Geroldshofen“, „Kriegszustand“, „Nacht im Ghetto“, „Am nächsten Tag“, „Barriere / Karriere“. Immerhin fünf Stück. So kann und sollte Deutschpunk klingen. An der Experimentierfreude und Gestaltungskraft von Razzia können sich andere Punkbands mal ein Beispiel nehmen.


Millenium Madness Vol.2

Ich bespreche zunächst die CD Nummer eins, der Rest kommt später. Das erste Lied „Manifest“ von Senga hat einen viel zu tiefen knurrenden Gesang, so dass der Text nicht ganz deutlich wird. Er sing, so weit ich verstehen kann, um Liebe und Träume, die man hat, wenn Liebe auseinandergeht. Gelbe Säcke singen in „Unschuldige Kinder“ über Grausamkeiten, die an Kindern begangen werden. Das alles ist verpackt in treibenden melodischen Punk, der sich hören lassen kann. Textauszug: „(…) es ist einfach nicht normal, was täglich in der Welt geschieht. Wie kann es dazu kommen, dass es solche Menschen gibt. Egal ob Mann ob Frau sowas darf es nicht geben, dann würden viel mehr Kinder in Frieden leben.“ Die Gelben Säcke kann ich wirklich nur empfehlen. Die Instrumente werden beherrscht, vor allem der Bass hat es mir angetan. Danach kommen Thenheiser mit „Narbenherz“. Mein bester Freund kann dieses Lied nicht leiden, aber ich weiß nicht was daran so schlecht sein soll. Es klingt ein bisschen wie die Ärzte, aber dennoch ganz eigen. Die Bridge ist vielleicht ein bisschen zu mythologisch / biblisch. „Du bist der See, der ewiges Leben schenkt und der Sturm, der darin die Schiffe versenkt. bist mein Berg im tiefen Tal und mein letztes Abendmahl.“ Nunja, nicht jedermann Sache. Die Part Time Punx mit „Was ist geschehn?“ klingen grauselich nach der Bravo-Punk-Band Die Frisöre. Die hätten sich lieber die Pseudo-Punx genannt. In diesem Liebesgesusel verbirgt sich auch noch eine Gewalttat an dieser Liebsten.  Soll ich diese Ironie auch noch anrechnen? Nein.. So, als nächstes hätten wir Masons Arms. Die spielen super Ska-Musik, die gefällt. Der Text ist leider das totale Gejammer, der mir gerade echt widerstrebt. „Warum will keiner bei mir sein, ich fühl mich doch total allein“, blabla. Es geht darum seit langer Zeit allein zu sein. Beneidet werden die ganzen Menschen, die in Paaren zusammenleben. Danach der Aufruf an alle Frauen: „Nun stellt euch nicht so blöde an, lasst mich doch einfach an euch ran!“ Wie man merkt geht’s auf einmal um Sex statt um Liebe. Ich klicke weiter, zu Punker Lewis und ihrem Song „Abgesang“. Wieder Ska, etwas rumpeliger und einfacher. Der Text ist grausig: „Mama, mach mich nicht an, weil ich nichts bin, weil ich nichts kann“ und „Pfarrer“ wird dann auch noch kritisiert: „Lall mich nicht voll“.  Der Sänger hat einfach das Defizit, dass er andere Menschen nicht verstehen kann  Alle, die es besser können als er sind für ihn „Lebende Leichen“. Selbst Gott ist für ihn einfach nur „profitversessen“. Das ganze kommt kindisch rüber. Nun geht es zu den „kleinen Göttern“ und „Sonnenarsch“. Oh, auch hier spielt Ska eine Rolle. Die Musiker wirken bei jedem der vorangegangenen Bands sehr jung. Die kleinen Götter rocken.  Wie kommen sie zudem dämlichen Namen? Egal, weiter: Schmutzige Taten und „Sorgenfrei“. Wieder sehr ska-lastig, mit einem tollen Gitarrenthema. Es geht ums Feiern den ganzen Tag, mal frei machen von der Arbeit und Bier trinken. Ich bin Antialkoholiker, also mag ich das Lied nicht. The Plums mit „Wenn ich groß bin“ ist eine Abrechnung mit jemandem, der einen zusammenschlägt usw. „Wenn ich einmal groß bin, viel größer noch als du, dann zahl ich dir alles heim, was du mir heut antust.“ Das Ende mit den Rachephantasien ist mal wieder sehr gewalttätig. Geht es denn nicht ohne, fühlt ihr euch wohl, wenn es Auge um Auge, Zahn um Zahn geht? So Halbzeit: „Sandpunks“ von Räubertöchter wendet sich an Kinder. Also schalte ich weiter. Senga wieder! („Zwischenweg“).Der Sound ist rumpelig und von Chören durchzogen. Deutlichkeit Fehlanzeige. Ich hör nur: „Vergewaltigung im Park, nichtmal vor Kindern macht man Halt“. Thanheiser mit „Die Fliege“ ist ein Song, in dem man grobe Töne für Fernsehmoderatoren findet. Ich finds überflüssig. Es wird gerappt und der Bass macht auf Disco, dennoch klingt es nicht experimentierfreudig, sondern zäh. Wieder die Gelben Säcke. Mal sehen, ob sie die Qualität halten. „Kannst du es sehen“ heißt der Song. Immer noch mag ich die Instrumentenführung. Der Text ist punkuntypisch – die Rede ist von in sich gehen, von Naturerleben und Einsssein mit dem Höheren. Leider kommt es etwas klugscheißerisch rüber, wenn der Sänger meint: „Letzendlich selber schuld daran (…) dass dein Leben nicht in gewohnten Bahnen läuft“. Das muss ich mir nicht sagen lassen. Part Time Punx haben einen Hit gelandet. „Wovon du träumst“ ist ein Eifersuchts-Lied. „Ist dieser Scheißtyp in Vergessenheit, oder ist es das wovon du träumst“. Die Stimme klingt nett. Das ist toll. No „Existance“ haben ihre Chance mit „Gummipärchenterror“. leider ist der Song schleimig und schrecklich. Des Sängers „Ich liebe dich“ will ich nicht ertragen. Dann kommen die Räubertöchter mit „Wilder Westen“, einer Hommage an alte Zeiten in den USA. „Der Wilde Westen ist schon lange lange tot. Ein nichts und Niemand sein,. oberstes Gebot. (…) Kein Feuer mehr.“ Was ist denn das fürn Punker-Schlager? Nochmal kommnen die „Kleinen Götter“ aus ihren Löchern. „Billy“ geht um eine Kuh, die ihren Bauern wegtritt, der ihr Drogen gibt und mit ihr Doktorspiele vollführt. Lustiger Rock´m´Roll! Schmutzige Taten mit „Ich bin ich“: Hier werden alle möglichen Ängste gewälzt darüber wie man mal sein wird. Ich sage dazu, es ist alles nicht so schlimm, liebe Linksradikale, ihr werdet es noch erleben. Zum Schluss kommen nochmal „The Plums“ mit „Talkshows“. ist ein typischer Punksong, wo man sich lustig macht über ein soziales Phänomen, hier fallen eben Talkshows zum Opfer. Das wars erstmals von Millenium Madnass, die restlichen CDs folgen irgendwann. Empfehlen tue ich Gelbe Säcke mit „Unschuldige Kinder“, und Part Time Punx mit „Wovon du träumst“, und Thanheiser "Narbenherz".


Chaos Z –Dunkle Straßen  CD 2

Hier ist die lang erwartete Fortsetzung. Musikalisch gefällt mir die CD 2 besser als CD 1. Die Texte sind zu verstehen, die Instrumente originell gespielt, Athmosphäre wird aufgebaut. „In Gefahr“ geht um eine prekäre Lebenslage. Alles ist brüchig. Wer sich nicht richtig verhält, der muss die Konsequenzen seines Handelns tragen. Textauszug: „Nur eine einzige Schwächen, nur ein kurzes Zaudern zum falschen Moment am falschen Ort (…) und alles stürzt ein.“ Das wird jeder mal so erleben. „Ein Tropfen im Feuer“ ist sehr poetisch – die Message bleibt unklar. Textauszug:“ Ich verliere den Halt und beginne zu fallen, ich höre deine Stimme, sie weist mir den Weg. Doch ich schaue dich nur an, wie es immer ist, mit einer einzigen Träne, wie ein Tropfen im Feuer.“ Ein Keyboard versüßt den Klang.  „Gewalt“ ist eine furiose stürmische Nummer über einen Amokläufer und seine Stimmung vor der Tat. Textauszug: „Ein Amoklauf am Ende, die Zeitung schreibt von Mord, deine ausgebrannte Seele – du musstest einfach fort. Zu viel Deutschland unter grauem Asphalt. Gewalt im schwarzen Einheitsland.“  Es ist also das Umfeld, das den Menschen so krank gemacht hat – ich denke ganz unschuldig wird es nicht gewesen sein. In „Verfolgunsgwahn“ geht es um einen Unfall, um Verfolgungswahn selbst im Tiefschlaf. Der Sänger wartet nur noch auf sein Ende.  Textauszug: „Verfolgungswahn bis zum Ende einer Zeit. (…) Nur noch zehn Schritte bis zum Abgrund, es zieht mich magisch an.“ - „45 Jahre“ geht um die Arbeitstristesse. „Jeder will dich zähmen, dich Zucht und Ordnung lehren. Alle sind wie Lämmer. Junge, auch du bist am verlieren. (…) Arbeit, essen, trinken schlafen, deine Haut wird gelblich-grau. Keine weiche Hand,die dich zärtlich tröstet, warst gestern Abend schon wieder blau“. Das ist super getextet, wie immer. „Ignoranz“ ist die Frage an jüngere Leute, ob sie sich schon mal über ernste Themen Gedanken gemacht haben wie zB Hunger, Umweltverschmutzung, Diktatur, Kriege etc…  Textauszug: „Du bist zu jung um alles zu verstehn und doch zu alt um wegzusehen“. – „Duell der letzten“ ist schön melodiös. Die Message ist: „Euch wird ich niemals dienen.“ Kritisiert wird ein Land, in dem man dienen muss. Schließlich läuft alles über Geld und jeder bietet seine Dienstleistung an. Der Texter deutet die Zeit als „Duell der Letzten“. – Das nächste Lied, „Moderne Krüppel“, ist eine Sicht auf unsere Gesellschaft und ich nehme an, auf die Arbeitswelt. Textauszug: „Seelische Krüppel einer modernen Gesellschaft: Kastriert, amputiert, subtrahiert.“ – Dann kommt „Vergiss es nicht“. Dieser Song  enthält ein Sammelsorium an Feindbildern; alle sind schuld und kommen in einen Topf. Hauptfeind bei all dem, sind Leute, die einem etwas befehlen wollen. Gemahnt wird, das alles nicht zu vergessen und immer seinen Mund aufzumachen, wenn alles Unrecht ist. „Trinkerherz“ – da bin ich die falsche Zielgruppe, also jetzt sofort weiter. „Zerfressen“. Es geht doch tatsächlich darum, dass Hass den Sänger am Leben hält. Ich wage das zu bezweifeln, sind wird doch alle Kinder der Liebe, erfüllt vom heiligen Geist. Was sollen wir mit Hass anfangen? Das führt auf den falschen Weg. Dennoch ein Textauszug: „Ich versuche zu lernen, indem ich es versuche“. Das finde ich ganz interessant. „Mauerwerk“ bezieht sich meiner Deutung nach auf die Mauer der DDR. Es wird ausgesagt, dass in unseren Seelen immer noch Mauern stehen. Ach ja, das kommt wohl auf die Leute an. „Klassenkampf“ sagt etwas über Chaos Z selbst aus: „Gefangene Herzen lieben grausame Sitten. Die Wut der Straßen und auch du bist ein Schwein. Also lest all die verbotenen Verse und genießt die Musik der wirklich bösen Tieres.“ Das trifft doch ungefähr die Stimmung. „Kollaps“ ist eine coole Soundcollage aus Großstadtgeräuschen. Könnte man als Intro benutzen für einen Sampler. „Abgezockt“ hat einen merkwürdigen Text. Der Texter trifft einen anderen Menschen am U-Bahnhof und versucht mit ihm um die Wette zu meckern. Nicht mein Fall. „Krass“ ist ein Lied, in dem endlich mal beschrieben wird, aus welchen Gründen man ein Land ablehnen kann; Lügen, Keine Rente, Diskriminierung von Alten, Soldaten, Umweltverschmutzung, Ausbeutung.  Die Rede ist auch von Verdorbenheit der Menschen, die nur herumschleimen, was aber mit der BRD wenig zu tun hat. Textauszug: „Du hast mich denunziert und mich nicht kapiert. (…)Ich will dich nicht beschützen, denn du willst mich benützen“.  Chaos Z sind musikalisch eine der brilliantesten Bands auf dem Punk-Sektor, eigenständig und atemvoll. Gefallen tun mir am besten folgende Lieder: „In Gefahr“, „Tropfen im Feuer“„45 Jahre“, „Ignoranz“, „Moderne Krüppel“, und „Krass“.


Thanheiser - Bässerwisser

Nach einem langen Intro, wo ein fanatischer Pfarrer gegen die „neue Musik“ wettert, kommt guter flotter Deutschpunk – super abgemischt. Textauszug: „Verkaufe alle Ziele, verkaufe alle Träume. Ist mir auch egal, geht mich auch nichts an, aber eins, das sag ich dir: Diese Feigheit, die rächt sich irgendwann.“ Der Song ist sehr melodiös und hat eine gute Wut in sich. Der Sänger will eigene Ziele verfolgen jenseits von „Familie- und Karrierestreben“, warum nicht? „Narbenherz“ ist ein schöner Lovesong, der einen in seinen Strudel reinzieht. Er ist superromantisch und anhimmelnd. Danach kommt „Arschkriecher“. Der Song hat einen sehr eigenständigen Sound. Der Text handelt von allen unnützen Sachen, die die Leute kaufen, um besser zu sein als andere  Textauszug: „Warum spieln sie im Radio immer das gleiche? Weshalb gibt es Arme, weshalb gibt es Reiche? Weshalb ist es gut, wenn Bayern gewinnt? Weshalb muss ich still sein, wenn die Talkshow beginnt? (…) Für was braucht ein Auto 150 PS? Für was braucht der Jogger einen Sportingdress?“ Ich finde das ganze Abgrenzungsding ein bisschen übertrieben. Was hat der Mann für Sorgen, dass er es schlimm findet, wenn andere ein „Gardenaschlauchsystem benutzen“, oder „Fußballfan“ sind? Wenn er sich dagegen wappnen muss als jemand, der keine Kompromisse kennt etc. Komischer Typ. „Sweet Dreams“ ist ein Cover, ich glaube von den Eurythmics. Es ist ganz gut umgesetzt, unter anderem mit einer Kuhglocke. Gut gelungen. Dann kommt „Die Fliege“ –ein Lied, das mit Effekten spielt, aber leider nicht überzeugt. Textlich steht der Hass im Vordergrund, und das stößt bei mir nicht auf Bedürfnisse. Ich schaue gerne Fernsehen, auch wenn der Texter hier was dagegen zu haben scheint, und gegen alle möglichen Moderatoren wettert.  „Der Bassmann“ – hier singt der Sänger eine Ode an seinen Bass. Man denkt erst, es handelt sich um eine Frau. „Dein Körper ist ästhetisch, und deine Haut schimmert exotisch. Dein weißer Hals ist so erotisch. (…)“ Das Schlimme ist, dass er dem Bass dann Gewalt antut: „Ich bring dich in Stimmung und schlag auf dich ein. (…) Mit Blut besudelt und mit Schweiß beschmiert hab ich dich dann noch fotografiert“ Das ganze klingt nach einem Macho-Witz. „Nur noch amüsant“ enthält ein Keyboard, benutzt Ska-Elemente. Es handelt textlich vom betrogen und verlassen werden. „Ich war nicht mehr interessant, nur noch amüsant“ singt er. Man merkt dem Sänger den Frust und Ärger an, aber das ganze führt zu nichts, wenn er sagt: „Es kommt der Tag, da stehst du vor meiner Tür“. Wird sie das tun? Nicht sicher… In jedem Fall ist sie in diesem Fall ebenso nur noch „amüsant“. „Sonntag“ ist ein Lied über die Katergefühle nach einer durchzechten Nacht. „Das ist halt wieder so´n Sonntag, so´n Sonntag wie ich ihn hass. Den ganzen Tag im Bett verbracht und nur an Montag gedacht.“ - „Mann“ – bei diesem Lied verstellt der Sänger heftig seine Stimme, was komisch klingt. Es handelt von Gewalt eines Mannes gegen eine Frau. Muss man das mit Brüllstimme umsetzen? „Sie wollt es wohl so, also stach er zu“…ich weiß nicht, der Text lässt zu wünschen übrig. Erst werden Frauen gequält, danach werden Männer pauschal verurteilt. Nicht mein Fall. „Lass dich niemals unterkriegen“ – dieser Song geht gut ab. Er handelt von Polizeigewalt und gibt den Opfern dieser Schlagstockattacken Kraft: „Du bist dazu auserwählt- sei dir dessen bewusst, zu sagen was du denkst und zu tun was du tuen musst.“ Nun kommt „Hau ab“ über jemanden, der ausgenutzt wird und nun der anderen Person gänzlich überdrüssig wird – ihn sozusagen sterben lässt. „Begreif es, sieh es endlich ein, du bist der Klotz an meinem Bein. Spring von mir aus aus dem 16 Stock, aber mach mich nicht zum Sündenbock“. Nicht sehr nett . „Danke“ ist ein Lied gegen Überwachung. Das kann ich nur unterstützen. Musikalisch ist es super gelungen. Ein stimmiger Song. Übrig bleiben für mich persönlich „Unsere schönsten Jahre“, „Nerbenherz“, „Lass dich nienmals unterkriegen“ , „Danke“ und der Instrumentalsong „November“, der am Ende noch kommt. Ich bewundere den fettes Sound dieses Albums, die geschickten Arrangements und phantasievollen Kompositionen.


Fianna - Rauhe Wetter

Geboten wird hier rauher Punkrock, aber sehr stimmungsvoll. Gesungen wird in „Augen“ von den schwereren Momenten im Leben. Textauszug: „Die Augen, die mich anstarrn, sie sind kalt ungeliebt und unerfüllt.“ Allerdings ist es so, dass wenn es einem so geht, man so eine Musik nicht verkraftet und wenn es einem besser geht, werden sie überflüssig. Man muss wohl diese Themen einfach gerne haben, ich bin aus diesem Alter wohl raus. Ich schalte weiter, auch wenn der Sänger es gut gemacht hat und sehr emotional rüberbringt. „Rosebuds“ hat einen anderen Sänger. Mir gefällt der Ausdruck dieses Liedes sehr gut. Textauszug: „Like Rosebuds in a stolen yard, a life won´t grow in the heart.“ Klingt das gut?  “Jeannine” ist fröhlich und doch immer noch rauh. Es ist wieder der zweite Sänger am Micro. Textauszug: „Jannine, es wird schon gehn. Jannine, wir werden sehn.“ Der erste Sänger meldet sich wieder. „Über Nacht“ klingt durch das Keyboard sehr wavig. Textauszug: „Lass mich mit den Wolken ziehn, Richtung Nirgendwo, in meine kleine Welt und es wird schon gehn.“ Es ist ein Song über Trennung und erkaltete Liebe. „Scherbenkind“ ist der perfekte Dark-Punk. Es ght um einen Menschen, der sich selber zerschneidet, aber dennoch so viel geliebt wird. Es kommt auch eine Frau zum Einsatz am Micro: „Ich hab mich selbst geschnitten, nur aus der Wunde kam kein Blut, nur klare Tränen flossen, und jetzt ist alles wieder gut“.“König der Fischer“ , Textauszug: „Ich komm nach Haus aus einem langen Krieg (…) Bin verbunden mit der Gefährtin. (…) Wie Wasser fließt das Licht der Liebe, vertreibt die Nacht aus unserm Herz (…) Deine Nähe lässt vom Tode mich gesunden.“  Die Melodie ist sehr schön, der Gesang ausdrucksstark, der Text überzeugt.  „Sehnsucht“ ist ein Instrumentalstück, sehr schön. Mein Fazit zu dieser CD: „König der Fischer“ ist ein sehr schönes Stück, auch „Rosebuds“ und „Sehnsucht“ - am Rest habe ich jeweils etwas zu bemängeln: Zu düster („Augen“, „Scherbenkind“) , zu einfach („Jeannine“) und zu zerstörerisch („Über Nacht“). Und ich weiß wovon ich rede: Dieses Lied hat mich eine Ehe gekostet; wäre ich nur nicht so selbstmitleidig gewesen…


Razzia – Relativ sicher am Strand

Die rockige Poppunkmusik geht ins Ohr. Thematisiert wird der Tourismus in Elends- und Kriegsgebieten. Textauszug: “Unter Geleitschutz ins Clubhotel. Durch ein brennendes land. Und die NATO war auch schon da. Doch wir warn relativ sicher am Strand. (…) Ich möchte nie mehr so ein Elend sehen. Dafür krieg ich kein Geld. Und es gibt wirklich wichtigeres für mich. Doch vorher muss ich zum Strand“. Man kann sich vorstellen, das dieser Urlaub nicht so toll gewesen ist, wenn es nur RELATIV sicher war am Strand und in den Gebieten außenherum wahrscheinlich überhaupt nicht… Im Song „im Laufrad“ sagt der Sänger, dass er sich wie in einem Laufrad fühlt. Er ist negativ motoviert, will etwas vermeiden statt etwas zu erreichen: Er will keinen Stillstand. Ob die Freiheit ihm nützt, ist er sich nicht sicher. Textauszug: Drum laufe und laufe ich weiter und fürchte die Innovation. Gefangen in dem Glauben ich befände mich in bester Tradition“. „Februar 62“ handet über den Fluss Elbe, der auch mal über die Ufer tritt und die Menschen in den Tod reißt.“ Elbe nimmt und Elbe gibt, von vielen unbeachtet, doch von mir geliebt. Elbe ist nicht starr, Elbe ist ungezähmt. Elbe frisst Deiche und lässt keinen Stein mehr stehen.“ – „Sommer“ hat für mich etwas von Psychiatrie mit „zwangsbeschäftigt“ und „isoliert“., und vor allem „ruhig gestellt“. Im Lied „licht am Horizont“ geht es um Krieg. Textauszug: „Licht am Horizont. Du siehst deine Stadt. Wird sie von Friedensengeln bombardiert, oder siehst du nur ein Freudenfeuerwerk?  (…) Eben noch am Leben, nun total zerstört. Mit den Bomben fallen die Schranken. Mit den Truppen kommen die Banken.“ Es ist wohl nicht immer so toll, wenn wir einen Kampf gewinnen, wir sind auch nicht die freie Welt. Der Song gefällt mir schon mal, besser als „Im Laufrad“, „Februar 62“, „Sommer“ und „Relativ sicher am Strand“. Auch „Vorstadt pur“ ist ein guter Song, musikalisch wie textlich. Es geht um das Feiern mit Drogeneinnahme – und die dazugehörige spätere Entgiftungskur.  Textauszug: „Die Sprache ist tot und trotzdem stimmt die Chemie. Die letzte Mische noch mitgenommen auf dem Weg in die Pathologie.“ (Was will man in einer Vorstadt anderes machen als Drogen nehmen, es passiert ja nichts…) „Hilflose Kreaturen“ geht um das Fernsehen und die Bloßstellung von Elend. Ich finde den Text nicht so doll, weil ich da an eklige Talkshows der 90er denken muss, daher direkt weiter: „Am Fluss“ ist ein sinnloses Lied, irgendwas vom Messias wird gefaselt, aber gemeint wird ein Eisschrank, der in einem Fluss liegt. Ich werde mit dem Text nicht warm. Das ganze klingt blasphemisch, nihilistisch, dadaistisch und nercrophil. Daumen nach unten, das ist Razzia von ihrer schlechtesten Seite. Besser wird es mit „keine Lust“ über eine Online-Beziehung mit einer Professionellen. „Du bist nach meinem Wunsch gebaut und wenn ich will, nicht schlecht gelaunt. Du gibst alles und nörgelst nicht, und wenn du mich langweilst, lösch ich dich.“ Naja, das ist nicht originell, funktioniert aber. Man kennt diese Themen, das letzte mal bei den Public Toys, oder Lost Lyrics gehört. „Inter-Mongol“. Das ist total die kranke Lovestory, die sich in einem Warenhaus unter Mitarbeitern abspielt. Textauszug, „In der Tundra im Supermarkt trat sie immer gegen Neujahr auf und tanzte zu Werbezwecken halbnackt auf den Grabbeltischen. Sie lachte ihn an, wie jeden anderen auch, eben professionell. Und er fühlt sich wie in Beverly Hills.“ – Der Song „Can´t help falling in love ist gecovert. „Danke“ handelt von einer Arbeitsbeziehung voller Ausbeutung, Überstunden und  mit geringem Gehalt. Dennoch bedankt sich der Arbeitgeber und arbeitet für drei, solange de Chef nur zu Frieden mit ihm ist. Mir fehlt ein bisschen die Melodie. „Wenn der Vorhang fällt“ ist eine kleine Geschichte über einen Mann mit einem Hund. Der Mann ist nicht mehr gesund. Am Ende endet das Lied mit „Er schleift den toten Köter hinter sich her. Er hat ja sonst niemand mehr. Als der Kadaver abfällt vor unserem Haus, führt er nur noch die Leine aus.“ Das ist widerlich, vielen Dank für diese Scheiße, die wirklich keiner gebrauchen kann. „Ein schönes Land“ ist nicht sehr nationalistisch. Refrain: „Ein schönes Land, ein schönes Land. Denn jeder denkt hier nur an sich. Und sorgt dafür, für sich ganz allein, dass es noch schöner wird als es ohnehin schon ist.“ Nicht so toll gelungen, es ist nicht eingängig und funktioniert nicht. Dass wir vereinzelt sind mag ja stimmen, aber wie sollen wir zusammenkommen, wenn alle auf dem Land rumhacken, das uns verbindet und ausmacht. Jetzt kommt noch „Mc War“ist eine Beschreibung eines Volkes, dass dahin gelangt den Krieg zu wollen. Jeder für sich selbst gerät auf die falsche Spur. Gott scheint der Gegner zu sein von jedermann. Natürlich ist es das nicht, aber die Leute sehen das so. Textauszug: „Wie der Schrei nach einem kurzen Prozess. Juristenhände verkrampfen sich am Hebel der Gaszufuhr“. Echt krank.  Zu guter letzt hören wir noch „Eisbär“ – ein Cover von Grauzone. Was bleibt übrig von dieser CD? “Vorstadt pur“, „Licht am Horizont“, „Keine Lust“, „Intermongul“, „MC War“ – sind doch noch einige, super!


Fliehene Stürme - Priesthill

Die Drums sind vom Computer. Schnell, melodiös und mit stimmungsvollem Text geht es los: „Das Chaos brütet“. Textzeile: Oh atmet dieser Raum. oder ist das nur ein Traum. (…) Ich bin jetzt da, wo das Chaos brütet, an diesem Ort, wo das Chaos wütet“.  Hier kann man emotional i aller Ruhe dekompensieren. Oder man bemitleidet den Sänger einfach für seine schlimmen seelischen Zustände. Das Lied „Die Axt“ kommt mit Keyboard daher. Es ist ein selten gespielter Rhythmus. Es geht um einen Krieg zwischen Freunden, die sich versuchen gegenseitig umzubringen und alles zu zerstören was mit dem anderen zu tun hat. Am Ende heißt es. „Es ist wie Gas das riechend aus der Leitung zischt. Nur Geräusche.“ – „Es muss sein“ ist einfach nur ein Gedicht! Textauszug: „Ich komm herein nach langem Krieg mit dem Gefühl mich kann jetzt nichts mehr schockieren. An diesem Ort hat mich noch niemand besiegt, und ich weiß, das wird auch jetzt nicht passieren. Und ich weiß, es will mich unbedingt regieren, doch ich weiß, ich hab nichts zu verlieren. (…) und ich weiß: Es muss sein!“ Klingt zwanghaft und doch euphorisch, weil mit Anlauf. „Ein Gefühl“ handelt auch von der Freundschaft und die Machtgefühle, die dazwischen stehen. „Du brauchst mehr als mich. Ich will mehr als dich! Gib her – und nimm alles. Gib her –und nimm alles (….) Gib mir ein Gefühl“. Das ist super getextet und umgesetzt. Der Hall ist gut eingesetzt. In „Wenn du mich siehst“ kann der Sänger das Leben wieder mal nicht ertragen. Seine Augen bezeichnet er als „Augen der Hölle“, die sich irgendwann zum Glück „Schließen“ werden. Textauszug: „Analyse der Dinge: Oh alles ist Unheil“. Das Stück ist ruhig und melancholisch. Im Lied „Kampf“ werden krasse Gefühle der (seelischen?) Gefangenschaft geschildert. Auszug: „Will nicht in Gefangenschaft sterben – oder deshalb. (-…) Keine Heimat – keine Hoffnung.“ Der Text hätte noch ein bisschen länger sein müssen, meiner Meinung nach, das kommt noch nicht rüber. Und warum heißt das ganze „Kampf“? Das will sich mir nicht erschließen. „Zerstörung“ geht mir durch Mark und Bein. Worum geht es? „Vergiss diese Worte“ sagt der Texter, „auf der Suche nach dem Gewand eines streitenden Athleten. Rückkehr der unheilbaren Krankheit(…) Woher nur neue Kraft?“ Eben darum geht es. „Später“hört sich nur noch sehr sehr krank an: „Der Spieß dreht sich langsam in mir (…) Ich starre in die Lampe. Es ist tot! Nein- Doch, es ist tot“…Obskur. Eine klare Zeile indem Wust: Nur der Vorteil zählt in diesem Land!“ – „Wetterleuchten“ ist wieder ruhiger nach vorangegangenem Sturm. Ein Mann redet mit seinem Spiegel. Es klingt nach Joy Division. Textauszug: „Sag nicht, es gibt nichts was ich tun oder lassen kann, denn ich will die vorgegebenen Bahnen nicht. Sag nicht, es gibt nichts was ich tun oder sagen kann. Denn du kennst die dunklen Flüsse des Herzens nicht.“ Wetterleuchten heißt der Song, weil der Textschreiber mitunter bunte Punkte beschreibt, die er in seinem Kopf sieht. „Blauer Mond“ ist der vorletzte Titel auf dem Album. Es geht um Liebe, aber vor allem um Bedürftigkeit, die man spürt, wenn es auseinander geht. Paranoide Schizophrenie ist hier in ihren Symptomen beschrieben. „Kaleidoskop“, das letzte Lied,  hat ein lautes Keyboard. Es geht um eine melancholische Stimmung. Auszug: „Oh, ich kann das alles nicht verstehn, zu viele Fragen. Oh, ich kann das alles nicht mehr sehn, Kaleidoskop. (…) Krankheit im ganzen Sein. Städtische Gefangenheit.“ Am Ende heißts:“ Wenn es Besitz ergreift“ und „Besessenheit“. Der Text ist sehr eindringlich. Nun, welche der Songs kommen auf meinen Sampler? Da wären „Es muss sein“, „Ein Gefühl“, „Wetterleuchten“, „Zerstörung“ und „Kaleidoskop“.  Diese Lieder empfehle ich hiermit als Anspieltipp!


Fiebertraum - Suizidpillen

Geboten wird geschmeidiger Punk mit Keyboard. Das erste Lied – „U-Bahnschacht“ beschreibt den Tod aller Menschen die man kennt. Auf meine alten Tage finde ich es ein bisschen rücksichtslos, da sehr negativ vor Augen geführt. Das nächste Lied „Tod“ dringt etwas tiefer in das Thema Tod von Angehörigen, ohne sich jedoch darüber lustig zu machen. Was gesagt wird ist schonungslos, aber wahr. Im text führt der Selbstmord des Partners zu einem eigenen Suizid.Ach Mensch!  Das muss doch nicht so enden! Musikalisch ist es feinster Dark-Punk. „Folterbank“ ist metallastig. Der Text versucht mir doch glatt weiß zu machen, dass die Welt schlecht sei und es das Beste ist umgebracht zu werden – allemal besser als die Folter, die einen erwartet. Ist das Leben denn wirklich so schlimm? Finden wir nicht Wege aus dem Leid? Vielleicht wäre Buddhismus eine Möglichkeit? In einem eigenen Stil kommt „Seelengefängnis“ daher, auch mit ganz eigenen Gedankengängen: „Der Tod ist mein Gott, denn er bedeutet Frieden“. Es ist ein Lied für die aktive Sterbehilfe aus Prinzip. Die Ansichten sind radikal und nach Meinung des Autors sollte man nicht mal Kinder in diese Welt setzen, um sie vor dem Leben zu schützen. Auch hier wird das Leben als Folter dargestellt - das ist ein Konzeptalbum! „Falsches Glück“ – hier kommen abgefahrene Keyboards zum Einsatz. Textlich geht es gegen die Qual zur Schule zu gehen. Refrain: „Das wahre Leben rauscht an dir vorbei. (…) Sie zwingen dich zu einem falschen Glück.“ Der Autor hätte gerne mehr eigene Zeit, eine durchaus nachvollziehbare Position. Anarchie ist die Alternative zu unserem Schulsystem mit seiner Schulpflicht und seinem Prüfungsdruck, Zulaberung durch Lehrer, unfähige Klassengemeinschaften etc. Nach Gothpunk klingt „Asphalt“mit seinem Keyboard. Es geht um jemanden der sich gegen andere gewehrt hat,  von ihnen daraufhin verprügelt wird  -mit Todesfolge. Das Lied ist ganz gut gelungen. Der Tod wird hier endlich mal nicht als gewünscht dargestellt. „Hoffnungsvoll verloren“ startet mit Chören. Es ist ein geschickt gespieltes Liebeslied, jedoch mit merkwürdigen Gedankensätzen. Der Tod ist die Hoffnung, die Welt liegt in Trümmern, die Gesellschaft schließt einen nur ein, Liebe ist eine Schlacht gegen das Establishment. So krass muss man es auch nicht betrachten. Vor allem, wenn der Tod so fasziniert angepriesen wird als „unbekannte Tiefen“. Dann kommt „Orgie“, ein Lied über eine bisexuelle Praktik unter Nachbarn. Ist das das „wahre Leben“, von dem in „Falsches Glück“ die Rede war und das man sich in „Hoffnugsvoll verloren“ unter Umgehung von Wächtern geklaut hat, bevor man jedoch durch den Druck der Welt kapitulieren muss?  „Einigkeit der Anormalen“ ist ein Lied zwischen Ska und Gothic. Beschrieben wird ein rauschendes Fest mit sexuellem Flair. Zielgruppe sind all jene, die die Gesellschaft als annormal gestempelt hat. Ob es da eine Zusammenkunft geben wird? „Fortpflanzungsstopp“ ist eine harte Nummer gegen die Zeugung von Kindern. Refrain: „Kommt wir gründen eine Armee für den Fortpflanzungsstopp und werfen den Karnickelmenschen Kondome an den Kopp1“.  Der Text ist unmöglich wie ich finde. In Strophe zwei geht es auch noch vehement gegen Jesus Christus. Völlig abgefahren wird es textlich in „Gartengrab“, wo es nur noch darum geht Menschen professionell umzubringen. Was geht nur im Kopf des Texters vor? Musikalisch ist das sehr schön, aber der Text aber nicht. „Leichen übler Leichen, bis ich keine Platz mehr hab, ruhen in Frieden, in meinem Massengrab“ Dann wird es auch noch weltanschaulich: „Töten für den Frieden, für den Frieden auf der Welt. Ruhe in Frieden wann es dir gefällt.“ Vielleicht hat der Autor recht und man sollte Menschen sterben lassen, wenn sie krank sind. Dann aber nicht aus Gefallen an Tod und Mord, sondern zur Verminderung von Leid kranker Menschen. An dieser stelle paltzieren Fiebertraum einen Text von Baudelair, der thematisch einfach passt: „Ein Fröhlicher Toter“. Textauszug: „Ein freier Toter naht euch fröhlich, kommt hervor“.  Die Keyboards sind gut platziert. Ein super Track (ausnahmsweise und nicht so Suizidversessen) ist „Hütte“, wo es eher um seelische Zustände geht. Das kann man vertreten. Der Autor vergleicht sich selbst mit einer leerstehenden Hütte, in der es innen wüst und leer ist. Nach „Asphalt“ und „Orgie“ das dritte gute Lied auf dieser CD. „Fortertrunken“ beschreibt bis ins Detail einen Selbstmord bzw Selbstmordversuch. Die Trauer wird beschrieben alleine zu bleiben und der Selbstmord durch Ertränken plus Gift zelebriert. Das mögen eventuell lebensmüde Menschen, mich Optimisten wird es nicht runterziehen, nein! Höchstens über die Gefühle anderer informieren, denen es so geht. In „Kettentraum“ einer coolen, abgefahrenen Nummer über Alpträume und die Angst vor dem Arbeiten, der hier Ausdruck verliehen wird. „Laudate Mortem“ klingt nach einer Mischung aus der Strafe und Subway To Sally. Der positive Sinn der von mir hier als negativ Bezeichneten Weltsicht wird so dargestellt: „Dass ich mich jederzeit im See ertränken kann, das lässt mich mehr riskieren, spornt mich im Leben an.“ Der Autor nutzt also die Möglichkeit der Beednung seines Lebens dafür im Leben mehr zu wagen. Interessant! Selbst alte revoluitionäre Impulse können durch die Beschäftigung mit seinem Lebensende wieder ausgepackt werden! Dafür setzt er dann wieder sein Leben aufs Spiel, das ihm anscheinend nicht mehr heilig ist, wie auch im Ref: „(…)Laudate Mortem“ zum Ausdruck kommt. Eine Liedermachernummer ist „Im Kampf allein“ über die Marginalisierung von anarchistischen Revolutionären, die dann wiederum in Todeswünschen endet. Man sieht also, das Thema Tod wird hier von allen nur erdenklichen Seiten betrachtet und abgewogen. Gesagt wird dem Sinn gemäß: Ohne Szenezusammenhalt macht das Leben keinen Sinn. Unter „Menschen raus“ wendet sich der Autor extrem vom Leben ab bis hin zur Abwendung vom Biophielen. Da wird ganz klar eine Grenze überschritten – sagen wir mal vom guten Geschmack! Zum Schluss kommt noch eine Elektropunkversion vom Opener „U-Bahnschacht“, ein Track der einen restlos fertig macht. Die Bilanz: Neben viel Auswurf vier gute Lieder: „Asphalt“, „Orgie“, „Hütte“ und „Kettentraum“ – alles Tracks, die sich textlich etwas aus dem Grundtenor „Tod, Selbstmord, Kamikaze“ hervorgehoben haben.


Plastik Bomben Sampler CD1

Projekt Schwarz Rot singen in „Blindes Volk“ über Menschen, die durch das gesellschaftliche Raster gefallen sind. „Das System hat sie vergessen und seinen Abfall darf sie fressen“. Schuld ist das System und die damit einhergehende Bürokratie. Wer sich über die Zustände beschwert, wird dann auch noch von Polizisten verprügelt. Musikalisch ist das einwandfreier Deutschpunk, besser geht es nicht. Knochenfabrik kommen auf Track 2 mit „Ruf mich an“. Emotionslos wird über eine Trennung gesungen mit dem Angebot, dass es doch noch irgendwie weitergeht. Musikalisch ist es eher eine locker-flockige Nummer. Doc Biosa kommen poppig mit „Sommervormittag“ über das Feiern. Grund zur Party ist hier „ich hab doch sowieso verpennt“ und „Ich will kein Held der Arbeit sein“. Das ist nicht sehr vorbildlich. Dann kommen Planlos mit „Grüße aus Ibiza“. Es geht um das Nachholen von Lebensglück. Das gefällt mir schon besser, weil es hier wirklich aus der Lust auf Veränderung geschieht und positiv motiviert ist. Das Ganze ist durchdachter. Wohlstandskinder“ mit „Konservativ“  scheitern beim Versuch ihre Eltern zu kritisieren. „Was du in deinem langen Leben schon erreicht hast ist nicht viel“ klingt nach Zwergenaufstand. Smut mit „Deutsch macht Spaß“ ist ein super Lied für jeden der gerne Deutsch als Fremdsprache lernen will. „Und noch immer großer Hass – ich sag dir Deutsch macht Spaß“- Das ist mal ordentliche Lebensfreude! S.I.K. „Tagträumer“ handelt über Träumereien wie zB die Regierung zu stürzen. Es ist ein super Lied. Anneliese Schmidt mit „Das Boot ist voll“ singen gegen rechte Parteien mit echt guter Musik. Dann wird es blöd: Non Conform singen in „Pogo in der Kirche“ gegen alles Religiöse, weil es in der Nazizeit nicht rebelliert hat. Das sagt doch nichts über die Kriche heute. Heute setzte sie sich ein zB für die Eingliederung von Flüchtlingen. A.C.K. „Falsche Freunde“  ist ein gutes Lied über das Betrogenwerden. Hart und herzlich kommt die Musik rüber, der Text rechnet ordentlich ab mit ein pasr fiesen Gesellen.  Der Sänger macht seinen Job wirklich gut. Die englischen Lieder  -Great Unwashed mit „Murdercity nights“ Nutshell „next stage“, Antotox „too far“ und Dumbell „Basement dweller“ übersprinnge ich mal – nicht weil sie schlecht sind, sondern einfach weil es mir nur um Deutschpunk geht, Ole Ole. Der Dicke Polizist mit „All die Jahre“ ist ein Lied über eine schmerzhafte Trennung. Das kann ich gut nachvollziehen, wenn ich an meine Scheidung denke. Das sind Worte der Wahrheit, vor allem der Schluss: „Ich bin frei!“ – Planlos melden sich wieder, mit „Scheißegal“. Erst sagt er er glaube an Gott, dann sagt er aber auch – gar nicht naiv -, „dass der Mensch sich selbst zerstört, zB Liebesbeziehungen beendet. Das Leben geht nicht geradeaus. Am Ende ändert der Autor flux mal sein ganzes Leben in Anbetracht des Endes der Welt. Die Aussage ist ungefähr: Eigentlich glaube ich ja, aber irgendwie überzeugt mich die Welt dann doch vom Gegenteil… Ich weiß nicht, ich werde nicht grün damit. Sexy Bacterias mit „Pluni istini u oci“ ist halb, ich glaube jugoslawisch“. Es ist fröhlicher Punk ohne an Härte zu verlieren. Dann kommen ein paar deutsche Zeilen: „Spuck der Wahrheit ins Gesicht! Wohin willst du denn noch gehen? Bleibt die Zeit nur für dich stehen?“ –Zappendusta singen in „Aufruf“ gegen den deutschen Staat, der wiedermal faschistisch wird. Einerseits ist das platt, weil Deutschland nicht gleich BRD ist, andererseits etwas verfrüht, da Deutschland noch lange nicht faschistisch agiert. Ungunst „H-95“ hat den Text: „Ja da vorne warn die Bullen (..) Ja wir ham sie gesehn (…) Da vorne warn die Bullen!“ Kravall wird hier als Abenteuer dargestellt. Das ist SEHR unvernünftig. Geile Ossis in „C2H2OH“ singen über das Saufen. Die Musik ist super struppig und gefällt. Der Refrain ist all zu abgedroschen: „Wir sind nie allein, das wisst ihr ganz genau. Denn unser Freund heißt Alkohol, der macht immer schön blau.“ Wieder sind S.I.K. von der Partie mit „Fehler im System“ über einen atomaren Supergau und die Lügen der Presse. Das Lied funktioniert nicht und robbt nur beschwerlich entlang.  Whi Kan mit „Bastard“ ist auf Englisch und wird daher nicht besprochen. Simuninasiowo mit „Ausflug in eine andere Welt“ hat eine Frau am Gesang und hört sich gut an: Textauszug: „Es schien alles so wunderbar. Problem war nur, dass es eben nur im Fernsehen so war…“.Die reale Umgebung hob sich als „andere Welt“ vom Fernsehen ab. Wohlstandskinder mit „Nur eine Lösung“ richten sich gegen eine Hierarchie. Ich kenne da auch eine Hierarchie, die mal weg muss: Die Herrschaft der Lauten über die Leisen, Extravertiert gegen Introvertiert usw. Das letzte Lied von Califlower „Swimming Pool“ lasse ich mal weg. Alles in allem finde ich hier ein paar gute Lieder! Nur mit Non Conform und Ungunst sowie Zappendusta bin ich nicht einverstanden. Wohlstandskinder mit „Konservativ“ ist auch recht überflüssig. Doc Biosa und Geile Ossis fallen auch stark ab.


Im Zeichen des Pleitegeiers V/A

Bushdoctor macht das Intro. Danach gibt’s die Deutschpunk-Combo Vorsicht Glas mit „Stay Punk“. Der Inhalt kommt etwas kindisch rüber. „Wir werden das System abschalten“ singen sie, gegen Spießer und die „deutsche Norm“, „Deutschland“ und „jegliche Zensur“. Es folgen B.S.H.G. mit „Badder Meinhof“ gegen das System, das sich „korrumpiert“ hat. Rattengift singen das „Lied gegen den Krieg“. Ohne Textheft verstehe ich gar nichts. Aha, es geht um den Krieg gegen den Krieg: „Wir drehen die Gewehre rum, und machen einen anderen Krieg“. Ostblock ist musikalisch gigantisch, aber den Text check ich nicht. Wer ist „Sczematka“, dessen Scheiben er einwerfen will? Surfin´Birds mit „Utopie“. singen von einem leben „Ohne Hass und ohne Gewalt“. Von der gewalttätigen Stimmung lässt mans ich aber mitreißen. Politikern will man nicht glauben, sondern lieber auf sich selbst vertrauen. Atomtot singen mit „Ted“ über einen plötzlichen Tod nach langem Leid. The Craps singen in „Deutschland brennt“ über Nazis, die ganz Deutschland anzünden und Terror verbreiten. Hessen Bastard rappen widerborstige Texte auf Punkrock-Musik: „Ich bin der Nagel zu eurem Sarg“. Das Lied ist ein Hit! Ich freue mich das erste mal auf dieser CD. Es folgen die Turbo Lemmons. Ihr Lied heißt „Kein Traum mehr da“. Einer schönen Nacht folgt eine ohne Traum. Tja. Pogopunk. Hasch Oder Alk singen den Soilent Grün-Song „Erwin“ gegen (!) einen Mann im Rollstuhl. Man fragt sich was die Scheiße soll. Das ist dann auf einmal nicht mehr links. Was eine Kinderkacke. Käptn Olga singen „Alter“ über dumme Proleten, die den ganzen Tag buckeln und dann irgendwann anfangen den rechten Arm zu heben. Es klingt poppig wie die Terrorgruppe. A.C.K. spielen ein gewaltverherrlichendes Lied gegen Politiker. Muss das sein, was ein SCHEISS! Erstnal diese ganzen platten Sachen, dann auch noch voller Selbstüberzeugung durch jede Wand. Atomtot treten wieder auf und erklären uns wie man Nazis zu Tode prügelt. Ja Leute wir sehen uns vor Gericht wieder. Ostblock kommen wieder aus ihren Löchern gekrochen und machen sich in „Bulle“ lustig über den niedrigen IQ von Polizisten.  „Der Bulle hat ne Mütze, darunter hat er Grütze“… Es schließen sich Getränke Unfall“ an mit einem kritischen Text über die Chaostage und die dort herrschende Gewalt. Interessant, dass es auch mal so geht. Nur Musik ist das leider nicht. Käpt´n Olga singen in „Molke“ über das Gras der Vergangenheit- auf die Melodie von „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ Dann kommen Rattengift mit „käufliche Liebe“ über Prostitution. Es klingt schön poppig und doch sehr traurig, denn er ist in die Hure verliebt. ich werte das mal als pubertäre Phantasie. Es kommen Bushdoctor“ mit einem schrecklich aufgenommenen Trash, Soundmüll, kratzigen Wellen. Ich klicke weiter. Ungunst mit „Eingekesselt“ schildert plastisch wie es ist von Bullen mal so richtig in die Mangel genommen zu werden. Die Musik funktioniert gut, das kann man sich anhören. Moderner Polizei-Grusel-Stoff nenn ich das mal. The Cramps wiederholen sich mit dem Lied „New Benjamin“ – eine Umdeutung der Benjamin Blümchen-Titelmeloie. Das Original fand ich besser, das ist einem auch das gewollte Pennertum erspart geblieben, von wegen er ist besoffen und bekifft und liegt im Dreck etc…  Zum Schluss kommen nochmal B.S.H.G., das ist langweilig und nervig, so dass ich keinen Bock mehr habe. Schlussstrich: Es gibt nur zwei gute Lieder:Von Ungunst und von Hessen Bastard. Vorsicht Glas muten ganz gut an, doch es geht mir zu sehr gegen eine „Norm“, von der nicht gesagt wird, was genau sie repräsentiert, eventuell die völkische Norm gegen Ausländer, obwohl ich kaum glaube, dass es das war, was ihnen vorschwebt. Eine Norm – ist das nicht  eigentlich etwas Gesundes? Und Punk, reimt sich das nicht auf krank?


Schmutzige Taten - Prankenschlag

Auf dem Backcover ist ein Klo abgebildet… Das macht jetzt schon Mal den ersten Eindruck zu Nichte. Das erste Lied ist dann auch ziemlich schlecht. Der Sänger will kein Spießer sein und schiebt Angst vor allen Dingen, die damit zu tun haben: Rasenmähen, zur Kirche gehen,  früh aufstehen, Geld anlegen, zeitig schlafen gehen. Ich sage mal so, diese Dinge sind alle ganz normal und man muss sich dafür nicht schämen. Womit ich einverstanden bin: Wieder wird die „Deutsche Norm“ erwähnt, wie in anderen Punksongs - sie verhindert , dass man sagen kann: „Ich bin ich!“ Das ist sozusagen eine Norm, sich künstlich zu benehmen, sich eher zu kontrollieren, als sich gehen zu lassen. Und wenn die Spießer sagen: Seid lauter, nicht so still, dann meinen sie, dass man eine Performance hinlegen soll, nicht aber meinen sie: Zeigt mehr Gefühle. Wir sind der Löwe, den sie durch einen Feuerring springen lassen. Sie dressieren uns, da ist echt voll krank! So, Track 2: „Gerechtigkeit“. Der Sänger kommt nicht zurecht mit der Oben-Unten-Gesellschaft, in der man nicht von Erfahrenen lernt, sondern von Grobianen untergebuttert wird, die ihre Machtposition auch noch ausnutzen. Das Lied rockt gut, aber die Drohung die Villen de Reichen anzuzünden ist etwas daneben. Poppig wird’s mit dem Lied „Mit verbundenen Augen“ wieder gegen die Norm, die nicht gut ist für uns, die alles nur verdreht.  Doch wir sollten keine Angst vor ihr haben, sie stellt doch für uns eh nicht die Weichen. Uns kriegen sie nicht! Und so singt auch der Sänger: „Ich hab genug!“-  In „Zwölftonmusik“ geht es um Verfolgung durch den Staat, wie es in unserer Zeit mehr und mehr zum Problem wird. man muss ja die Islamisten überwachen, dann überwacht man die guten Leute gleich mit – und manipuliert sie, damit sie nicht mehr mündig sind und in ihrem Leben auf verlorenen Posten. Textauszug: „Merkst du nicht deine Ketten um dich, er hat Einfluss auf dich. Lebst du für den Staat oder für dich“. Der Staat als Gleichmachungsmaschine, der Bürger als Einheitsbrei. „Hasse mich“ ist ein ruhiger Song, in dem es um Gewalt geht. Der Sänger ist der Bösewicht, der Nachts jemanden auflauert und ihn umbringt. Kleine Gewaltphantasie am Rande. Lasst euch davon nicht verwirren. Dont´t try this at home kids. In „Jehova“ wird dem Sänger wegen einer Party die Wohnung gekündigt, aber er weiß: Gott gibt ihm nicht auf. Ist das nun ironisch, oder meint der Sänger /Texter es ernst? „Dein Leben“ ist ein kindisches Lied mit zwei Fronten: Der Pflicht und der Wahrheit. In Wirklichkeit haben wir keinen Bock auf gar nichts und es wird uns schlecht, wenn wir an die Arbeit denken, oder was sich so nennt. Deswegen aber sich gehen zu lassen, auf alle Menschen zu scheißen, zu stehlen und auch sonst so ziemlich zum Monster zu mutieren ist doch keine Option. Daraufhin kommt der Song „Sprühfertige Schlagsahne“, mit einem Text tatsächlich über ein Schlagsahneprodukt. Dazu soll man dann hüpfen. Für Leute ohne Gehirn ist es bestimmt super. „Ignorant“ geht um den Neid gegen die Winnertypen dieser Gesellschaft. „Du hattest Geld und all die Fraun, die mich im Leben nicht anschaun.“ Da kommen Hassgefühle hervor. Das bedeutet, dass das die falsche Sicht ist, Leute - man vergleicht sich prinzipiell nicht mit anderen und sollte die Leute auch darin stoppen, dass sie einen mit anderen vergleichen. „Sorgenfrei“ ist ein chilliges melodiöses Ska-Stück über das Feiern. „Es ist ein wunderschöner Morgen, lasst uns feiern den ganzen Tag.“ Leider ist auch der Drogenkonsum wieder inbegriffen, weshalb das Lied für mich ausfällt. Als nächstes kommt „Ich will frei sein“. mit einer erneuten Absage an ein Spießerleben für Reichere, für die Ordnung, für Resignation zu leben. Man möchte dem Sänger sagen, dass er sich mal einen Ruck geben soll, das er das alles schon schaffen wird und den Kopf nicht hängen lassen soll. In „Rentnerliebe“ beweist der Sänger was für ein Arsch er ist, der nur an das Geld denkt. Anfangs tarnte er sich als Linker, der das ganze Geld verbrennen will, jetzt schickt er ne alte Frau in Richtung Tod, nu um dann ihr Vermögen abzusaugen, eifach nur eine Ekelei. Dann kommt doch tatsächlich ein Lied mit dem Titel „Ich muss scheißen“. Der Sänger beschwert sich, dass das Klo zu weit weg ist – soll das sozialkritisch sein? Klos sind tatsächlich immer weit weg, oder kosten 50 Cent. Aber dafür ein Lied zu schreiben? Ich weiß nicht, das macht doch die Stimmung kaputt. „Tierkäfig“ zeigt, wie es dem Sänger geht, er fühlt sich „wie ein Tier im Käfig“. Das erklärt auch das Lied „Hasse mich“ mit der Gewaltphantasie.  Aufgefallen sit mir die dumme Textzeile: „Ich habe Hoffnung, doch ich scheiße drauf“. -  Nächstes und letztes Lied: „Primäre Schwächeltendezen“ ist über das Einschlafen auf Parties. Auch auf der Arbeit schläft er gerne mal ein. Joa, das ist ganz lustig, aber auch kein Hit für meinen Sampler. Da kommen nur die besten Lieder drauf und die heißen: „Mit verbundenen Augen“ und „Zwölftonmusik“.


Punkrock - The next Generation

Betontod starten den Sampler mit ihrer Deutschpunk-Hymne  “Der letzte Weg”.Es geht darum, seine Träume zu leben und darum sie zu verraten. Textauszug: „Hast du gedacht, dass es einfach wird, einen neuen Weg zu gehen?“ Auffallen tut mir die Zeile („Du wolltest (…) einen Traum ohne Fesseln träumen – es geht also um Repression durch – wer weiß -, die Spießer, die einem Steine in den Weg legen. Triple J - „Klopap“ geht darum, dass der Sänger dringend auf Klo muss und nirgendwo ein stilles Örtchen findet. Typisch Pseudopunk. Die Musik ist zudem mies. Bad Reinigers – „Schade drum“.-, machen stürmische HC-Musik über das Thema Selbstmordgedanken. The Annoyed .-„Verbrechen lohnt sich“ handelt über die unlauteren Machenschaften der internationalen Konzerne. „Und die die dir im Wege stehn, der darf nicht länger über leben.  Die Zeche zahlt der kleine Mann, weil es sich ja nicht wehren kann. (..) Verbrechen lohnt sich am Mensch und der Natur.“ Man hört ja von solchen Dingen… Krieg, Ausbeutung, Verwüstungen. Warum nicht einen Song drüber schreiben? Wishmopper „Generation Nix“ ist grooviger Punkrock mit Rap und Toasting-Charakter, auch eine Prise Metal ist dabei. Ich mag den Song.Die Gitarre ist crazy. Textauszug: „(…) Ihre starre Ignoranz, die find ich so brutal. Es geht alles kaputt, und das ist ihnen scheißegal“. Das ist gelungene Sozialkritik an seiner Generation. Yoghurt Ohne Gräten erzeugen Wohlklänge in ihrem wundervolllen Lied „Die Lösung allen Übels“. Es geht um Depression – man muss allerdings aufpassen, dasss man nicht hinuntergerissen wird. Textauszug: „Ich fühl mich richtig klein und dumm, ich sauf mich zu, ich hau mich um.“ Für Betroffene mag es der Megahit sein, ich allerdings tue es lieber beiseite. Dafür steigen Non Conform in den Ring…und ernüchtern mich gleich wieder. Das ist mit Ansatz der schlechteste Track, den ich je gehört habe. der wird direkt ausgepunched. Der Sänger äußert, dass er bei Frauen Bremsspuren im Slip gerne hat. Ja, das habe ich eben geschrieben. Soll Funpunk sein, regt aber eher zum Kotzen an. S.I.K. singen darüber, dass sie im Auftrag der Herren ihre Band gegründet haben. Am Ende kritisieren sie sich dann – Punks ei dank -, selber dafür, was dann endlich wieder peinlich daherkommt, oder wie soll ich sagen? Dukes Of The Mist singen durch ein Megaphon gegen Popmusik bzw in Konkurrenz dazu, um den Punk zu legitimieren und dagegen durchzusetzen: „Das ist Rock and Roll, das find ich gut, da fühl ich mich wohl!“ Bei mir landen sie aber nicht, denn ich mag auch Popmusik sehr gerne. Der Dicke Polizist - „Mal ganz vulgär gesagt“  singen dafür, Dinge mal auszusprechen wie sie sind. Mir ist es dann aber doch zu vulgär: „Lügen und heucheln, das ist es was du machst. Du bist ein mieses kleines Arschloch, mal ganz vulgär gesagt.“ So ein Text  ist stillos und sowas  brauch ich nicht. Wieder kommen Betontod und landen einen wuchtigen Hit – „Vergangene Träume.“ Der Text hat es in sich und ist für mich ein Sprachrohr der damaligen Generationen: „In einem anderen Land, in einer anderen Zeit wird man dich verstehen und man ist dann so weit. Ist man dann soweit?“ Dann kommen Triple J wieder mit einem neuen Assitext „Alles durch den Schlauch“. Er säuft Bier und wird impotent davon, toll. Sehr interessant. Bad Reinigers treten erneut in Erscheinung mit „Träumer“, einem stimmigeren Lied als „Schade drum“. Es geht um das Grübeln und Alleinsein, Enttäuschung und Gefühle der Verlorenheit. Textauszug: „Mach die Augen nie mehr auf, hey Träumer! (…) Er wollte nur die Welt verstehn, glaubte nicht, dass Geld vor Leben steht. Wollte Lieben ohne Hass zu spürn, doch wie so oft: Die Illusion zerplatzt.“ Gut getextet, und auch stimmungsvoll und heftig rübergebracht. Wieder singen The Annoyed, diesmal ihr Lied „Wer nicht kämpft“, dies  pusht die Leute aus der linken Szene, doch ruft sie gleichzeitig leider auch zur Gewalt auf. Kämpfen ist hier wortwörtlich gemeint. Wieder treten Wishmopper auf den Plan mit „Nicht zu definieren“, einem schwierigen Text gegen alle Leute, die der Sänger nicht leiden kann und sie – aus mir unerfindlichen Gründen zB überall dabei gewesen zu sein - auch noch schlagen will. Eine neue Chance für Yoghurt ohne Grenzen mit dem Lied „Ist mir egal“ kommt danach. Das Lied ist ein guter Ansatz, hat aber noch keinen Hitcharakter. Das war beim erste Lied anders. Non Conform versuchen es noch einmal mit einem ernsteren Song – diesmal über das Thema Kindesmissbrauch: „Wehrlos“. Das Ergebnis ist eine total kranke Nahsicht auf die Kinderpornost dem leiden der Opfer. Gelungen ist das nicht.Dann kommen wieder S.I.K. mit „Keine Frage“.mit einem paranoiden Song über das Erwachsenwerden. Die Angst ist unberechtigt wie ich als erwachsener Mensch nur sagen kann. Man bleibt doch eh immer der der man ist, und wenn man es mal irgendwo nicht ist, dann beginnt es an der Stelle wehzutun und man kann sich drehen und wenden, so dass es einem wieder bequemer wird und man wieder sich selbst ist. So, jetzt nähern wir uns dem Ende des Samplers.  „Dukes Of The Mist“ singen „Saufen“. Es ist erst ein bayrischer Volksmusiksong, dann schließt sich einfacher Punk an. Der Sänger ist superuntalentiert. Das letzte Lied ist von Der Dicke Polizist und heißt „Warum“. Textauszug: „Warum, warum lässt du mich allein, warum warum bist du so gemein.“ Nunja, das ist auch sehr schlicht. Dank der bombastischen Melodie gewinnt das Lied dennoch. Was bleibt nun insgesamt übrig? Betontod mit „vergangene Träume“ war gut, Bad Renigers mit „Träumer“. Wer hätte das gedacht, die Ausbeute ist gering…Na, legen wir noch Der Dicke Polizist dazu mit „Warum“.


Schleim-Keim – „Abfallprodukte der Gesellschaft“

Ich suche auch hier nach den Liedern, die ich für einen Sampler verwenden kann. Schleim-Keim machen es mir aber nicht leicht. Der Gesang ist übertrieben, die Texte schwarz-weiß-malerisch. Entweder du bist Assi oder du bist Bulle, so jedenfalls im ersten Lied „Mit dem Knüppel in der Hand“. –  Bei „nein nein nein“ lassen die Interpreten ihrer Männlichkeit freien Lauf. Ich kann mich in diesen Song schwer reinfühlen, auch wenn er auf Mitleid spekuliert. Die Story: Der Sänger hat den Fahrschein vergessen und wird erwischt vom Konti. Das hätte man auch anders aufnehmen können, ist kein Hit geworden.Das Lied „Bundesrepublik“ ist schwer daneben. ZB der Satz: Ich wär so gern im Bayernlande als Führer einer Nazibande.“ Was soll das? Ist das jetzt ne linke Band, oder ne rechte??? Kann man das noch Ironie nennen, Provokation, geht das noch als dumm durch die Wäsche? Bei „Wohnzimmer-Revolutionär“ passt der Gesang wieder nicht auf die Musik, weil zu langsam. Der Text ist einfach nur saudämlich. Er schaut Fernsehen und es laufen brutale Szenen, was ihm aber alles egal ist, wie er betont. Toll, was soll ich mit so einem Text anfangen? Meint er das ernst, oder ist es aus dem Mund von anderen gesprochen - ich weiß es nicht und es ist mir egal. Es ist so oder so verpfuscht. „Schläger bedrohen unser Leben“ hat wenigstens einen guten Refrain (siehe Titel). Das ist durchaus ein guter „Popsong“ geworden. „Werkzeug der Macht“ ist wieder typische Punk-Paranoia. „Du bist und bleibst ein Werkzeug der Macht“ – es kann sein, dass das mal so wird, wenn es in dem Stil so weitergeht, Facebook anzapfende Geheimdienste etc. Weshalb deswegen unsere Flagge falsch sein sollte weiß ich nicht. „Sigrun“ ist eine Art Liebeslied. Textauszug: „Sigrun Sigrun ich habs nicht so gemeint, Sigrun Sigrun, ich hab Tag und Nacht geweint. (…) Wenn ich wieder wegfahr, trink ich auch kein Alkohol…“ „Mein Garten“ gefällt mir abwechslungsweise mal ganz gut. Die Musik passt zum Text. Es geht um einen Garten in dem alles wild wuchert, vor allem die Disteln. die „So hoch wie in Mann“ sind. Das „Betreten“ ist „auf eigene Gefahr“.- „Haben haben haben“ ist ein einfaches Lied gegen (oder für?) die Orientierung am Haben. „Trink mit mir noch ein Bier“ ist wie unschwer zu erahnen ein Sauflied. Originell ist es nicht und will es auch nicht sein. Jetzt zeigt sich das wahre Gesicht von Schleim-Keim: Im Lied „Satan“, ein klares Bekenntnis zum Bösen und zur Sünde jeden Tag. Textauszug. „Satan, kannst du mir nochmal verzeihn, weil ich heute keine Sünde beging. Habs versucht, doch konnt mich nicht befrein. (…)“ In „Nichts aber auch nichts“ zeigt sich die Band gefühllos bis hartnäckig. Textauszug: „Nichts aber auch nichts, nichts auf dieser Welt, gibt es außer mir, was für mich zählt. Keine Luxus, nicht den Wagen voller Geld.“ – „Mach dich selbst kaputt“ ist ein Lied zwischen „Trink mit mir noch ein Bier“ und „Satan“. – „Prügelknaben“  ist eine Absage an die gewalttätige Gesellschaft. Refrain: „Wir wolln nicht länger eure Prügelknaben sein“. Die Strophen sind schwer zu verstehen. – „Abfallprdodukte der Gesellschaft“ – das sind, nach der Definition der Band – Menschen wie sie, die von anderen verurteilt, und dem Gefühl nach verfolgt gehetzt, verachtet und gehasst werden - von den anderen bzw sogar der Macht im Lande, die sich sagen wir mal verschworen hat, und von der man „gelenkt“ wird. Ob das so der Wahrheit entspricht…? Das sollte man mal zumindest hinterfragen. Jetzt kommt der schlechteste Song: „Daddy nach dem Pornofilm“. Es wird als wäre es witzig und gut, völlig schamlos von einem Kindesmissbrauch gesungen. Da wächst in mir der Wunsch die Band abzuschießen und ich hasse sie so wie sie im Lied „Abfallprodukte der Gesellschaft“ schon vermutet haben. Dennoch schlachte ich die CD weiter aus, auf der Suche nach zufällig gelungenem Material. „Keine Wut mehr“ ist zum Beispiel ein ganz guter Song. Die Frage nach der Zufriedenheit mit einer niedrigen Lebensqualität wird gestellt. „Schwarz-Rot-Gold“ ist völlig ausgeflippt. Ein Song gegen Nazis, aber völlig im Wahn und Delirium vorgetragen. „- +“ beginnt mit Raucherhusten. Dann kommt der Text: „Du warst Minus, ich war Plus, der Strom fiel aus und dann war Schluss.“ Ist eines der harmloseren Lieder, weil der Humor durchsickert. „ATA, Fit, Spee“ ist Lied über das Warenangebot der DDR. „Sieh dort“ ist akustisch nicht zu verstehen. „Scheißnorm“ ist ganz gut über die Norm der Leistung. „Schaffst du keine Norm, bist du hier verlorn“. „Untergrund und Anarchie“ – im kreativen Chaos des Punk besinnt sich das Recht auf eine anarchistische Haltung auf sich selbst.  „Spione im Cafe´“ ist ein Lied über die Observation im Alltag zb durch die Amerikaner. In „Ende“ heißt: „Ich schäme mich schon lang nicht mehr für meine Heimat die DDR.“ Der Gesang klingt sinnlos brutal und übergriffig. In „Karnickel“ heißt es: „Ich wär froh, wenn ich ein Karnickel wär. (…) Ich säß den ganzen Tag in meinem Stall“. Tja, das klingt nach übler Faulheit. Am Ende will der, der dieses Lied machte, noch ein Staubsauger sein. In „Faustrecht“ bezeichnet er das Recht im Lande als eine Form von Faustrecht. „Sie machen mit dir , was sie wollen“. Das kann ich gut nachvollziehen. Nur weil einer das Gewalt-Monopol hat heißt es nicht, dass wir hier sicherer Leben. Von der Scheiß-CD, die hier in meiner Anlage steckt bleiben drei gute Lieder: „Mein Garten“, „Schläger bedrohen unser Leben“ und „Keine Wut mehr“. Das sind dafür dann aber auch echte Perlen.


Die Schnitter – „Saat und Ernte“

„Wut“ geht gegen Politiker, die einem einreden wollen, dass man schuldig sei. Gemeint ist wohl das „Fördern und Fordern“ der Regierung. Der Gesang ist mit einem Megaphon verzerrt. Nach diesem Track wird es folkig: „Traumgeburt“ ist ein Lied darüber wie es ist Kinder zu kriegen. Eine Geige kommt zum Einsatz. „Der Narr“ ist ein schnellerer punkig-wilder Folksong über alle, die sich narren lassen. Bilder rasen „ohne Sinn dahin“ für ihn (den Narren)und „Er stirbt sein Leben lang“. „Ich fliege über das Meer dahin“ handelt von Träumereien. Das Lied ist gut arrangiert mit ruhigen und lauten Passagen. „Zeit und Raum“ ist ein schöner treibender Song über die Kluft zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Alles geht in Richtung Zukunft, die Anforderungen stellt. Textauszug: „So schließen sich Räume hinter mir, durch die ich ging, egal wofür: Wo sind die Menschen, die darinnen lebten, mit mir nach Zuklunft strebten?“ – „Folgt nicht der Trommel Ton“ ist ein originell klingendes Folkpunk-Stück über die Folgen des Krieges. Im Refrain gibt es eine Warnung „der Trommel Ton“ in den Krieg zu folgen. Der Lohn ist die Invalidität“. - „Nichtsdestotrotz“ ist ein Lied, das einem Mut machen will. Ich finde aber einen Trost wie „Noch liegst du nicht im Grab“ etwas daneben. Also im Grab könnte ich auch noch liegen, machtes das jetzt besser? Viel mehr kommt noch die Lebensgefahr zu meiner Trauer dazu. Der Refrain ist auch nicht klar zu verstehen und ein Fall für die Missheard Songlyrics auf Youtube. „November“ handelt vom Verrat durch Leute, die man liebte. „Gefühle leben, die schon längst gestorben sind“ singt der Sänger, und das kommt bei mir gut an, denn was mache ich nach meiner Trennung anderes? Ein seltsames wir bleibt und lässt mich nicht los. Deshalb soll man auch „Wut rauslassen, Angst zu lassen.“ – „Dunkle Wolke“ handelt vom Regen. Das klingt schön und lyrisch. „Es lebe hoch die Polizei“ ist ein Karnevalssong über Pappnasen, die von der Polizei eingesperrt wurden, weil sie in ihnen eine Gefahr der Rebellion gesehen haben. „Minnepunk“ ist nicht ganz ausgegoren.Es geht um die Liebe, die immer da bleibt. Das glaubt sich der Sänger dann selbst nicht und sagt: „Ich bin immer für dich da – jaja.“ (jaja heißt leck mich hinten unten) irgendwie ist mir der Sound zu fröhlich, dann wird auch noch gepfiffen. Irgendwie gibt mir das nichts. „Verarscht“ ist ein Lied für die Emanzipation von Frauen. Textauszug: „Von wegen euer Beiwerk, das könnte euch so passen.“ Das überlasse ich mal den Frauen. Das letzte Lied ist ein Cover vom Song „Moorsoldaten“. Musikalisch ist es Ska-artig. Ich find es gelungen als Cover, mag aber das Original schon so wenig, dass ich das Lied nicht hervorheben will. Alles in allem sind da aber ganz schön viele Songs positiv bewertet worden, seht es selbst. Der beste dieser guten Songs ist „Dunkle Wolke“, der gut Stimmung macht.


Shut up and pogo! A Nasty Punk Rock Compilation

Ich konzentriere mich auf die deutschsprachigen Tracks - die englischen gebe ich nur mit Bandnamen an. Als erste kommen Fucking Faces mit „neue Wege“. Die sehen Punk positiv und veränderungsfähig für neue Zeiten. Ich denke zumindest, dass es auch im Punk gute Lieder gibt. Nach denen bin ich auf der Suche. N.O.E. singen in „Störsaft“ gegen Rechtsrockbands an, die für ihr Land kämpfen, aber dabei Nazis sind. Textauszug: „Gefällt Euch diese Heldenrolle wirklich so gut? Wenn Menschen sterben, fühlt Ihr Euch wohl? Was hat das noch zu tun mit „Treue, Stolz und Mut“? Seid Ihr Arschlöcher wirklich so hohl? (…) “ Dann kommen die Blanks 77. Danach Schleimkeim mit „Frage der Zeit“, eine stürmische Nummer mit volksnahem Prologesang. Der Systemsturz ist längst abgemachte Sache, wie man hier zu spüren beginnt. „Es ist alles eine Frage der Zeit. Schnallt euch zusammen, seid bereit.“ Danach kommt La Cry. Dann No Exit mit „Egal“, die das Ende der Welt feiern im Luxus, der ihnen noch geblieben ist. Dabei gibt man sich auch unbekümmert gegen weltzerstörerischen unverantwortlichen Besitztümern und Vorlieben. Punk ist eben ein Zeichen von Dekadenz. Es folgen Abfallsozialprodukt mit „Supermarkt“. Die Stimme klingt positiv radikal. Der Text behandelt das Ausrasten in der bunten Warenwelt, das doch jedem Mal passieren kann. Ich finde es genug unterhaltsam, um es für meinen Sampler zu bewahren. Danach kommen Lost Lyrics, gefolgt von Combat Shock. „Früher hätts mich nicht gegeben“ folgt der Logik: Wenn die Nazizeit ausbrechen würde, dann würde ich mein Leben im Widerstandskampf lassen wollen. Dementsprechend wird man auch von alten Nazi-Opas angemacht,dass es einen früher nicht gegeben hätte. Na klar, da wäre man geköpft worden.  Weiter geht’s es mit den Kellox und ihrem Ska-Lied „Gans oder gar nix“. Ein Weihnachtslied, au wacka. „Schönen Gruß vom Weihnachtsmann“ ohne Pointe. Es wird eine Gans zubereitet und alles restliche getan, das zu einem gelungenen Fest beiträgt. Nur an die Vegetarier hat keiner gedacht.  Nach den Blanks 77 und Betoncombo kommen Möped Lads mit „Punkrocker“, einem flotten Lied über die Orientierung zu einer Subkultur Namens Punk. Gründe oder Definitionen findet man hier nicht, man muss einfach fühlen. Danach folgen Müllstation mit „Frage der Zeit“. Es geht um Trends, die sich immer mit neuen Trends ablösen werden. Man kann sich auf nichts verlassen, daher ist alles falsch. So war Punk in den Neunzigern gut, in den Nuller und Zehnern ist er grässlich. Weiter machen wir mit Ich-Funktion und „Faschist“. Einer spielt sich als Held auf, ohne dabei Gutes zu tun – dann wird er zum Führer, der Dreckskerl. Das lässt sich nachempfinden, und doch sit dieses Lied nicht toll, also rein musikalisch. Lustig bis tragisch ist das Lied „Heimkind“ von Cretins. So schlimm ist jedoch die Tatsache, dass es Heimkinder gibt, auch wieder nicht, wie in dem Song dargestellt. Als Sozialpädagoge würde ich an dieser Stelle nicht gesellschaftskritisch werden, sonden versuchen zu helfen, da wo jetzt Sachen schiefgehen zu beginnen. Tatooed Corpse lasse ich mal aus, genau wie die Harries. Combat Shock spielen ihr dummes Lied „Auf die Knie“ aus der Sicht und damit mit der Meinung eines Sozialdarwinisten. Muss man denn immer alle Rollen durchspielen? Egal, weiter geht’s mit Kuschelweich und ihrem Cover von „Azuroh“. Das Urlaubsidyll wird durch die unangenehmen Sachen getrübt, die man so auflisten kann von Italien. Es kommen die Kellox, danach die Möped Lads. Sie singen „Stark unter Starkstrom“. Die wissen nicht wie es ist, mit Strom gefoltert zu werden, sonst würden sie so etwas auch nicht singen und auch noch genießen. N.O.E. kommen mit „Kotze zu Gold“ – ich verstehe den Text nicht. Danach kommt nix, nur drei undeutsche Lieder von Schüssler Dü, K.U.K. und Ampersand. Insgesamt?  Am besten finde ich hier Schleimkeim, Abfallsiozialprodukt und Combat Shock mit „Früher hätts mich nicht gegeben“. Drei Lieder, ach kommt, das lohnt sich doch!


Plastik Bomben V/A CD 2

Mit Melodypunk beginnen D-Sailors („The most expensive Belly in the world“) und hinterlassen keinen schlechten Eindruck. Dann kommen „In bed with Ernie“ mit „II“, auch sehr melodiös und energiegeladen. Ich gehe nicht weiter auf die englischsprachigen Lieder ein. Es kommt noch „Skate Punks“ von Nutshell, mit Skapunk. Was deutschsprachiges: Toxic Walls mit „Weg der Zeit“. Der Text gefällt mir gut,erörtert er doch ein wichtiges Thema – die Verbindungslinie von der Vergangenheit zu heute. Es ist sehr desillusioniert: „Wer hier eben noch dein Freund war, will dich plötzlich nicht mehr sehn.“ Naja, das entspricht der Wahrheit. Sinuinasiwo spielen „Individuum“ mit einem Brainstorming über das Thema „Individuum“. Textauszug: „Individuell sein heißt alles zu verachten, für alle andern Menschen Schubladen zu haben, nicht zu verstehn was andere sagen, die eigene Meinung nicht zu hinterfragen (…) Alles alles alles (…) stimmt so nicht, oder?“ Überfliegen tue ich die Band Whi Kann mit „5 am“.Dumbell spielen einen halb deutschen Song mit dem Namen „Alles scheiße“ in dem kräftig geschimpft wird. Es ist nicht der Rede wert. Dann kommen Zappendusta mit einem ausschweifendem Liebeslied mit schöner Melodiearbeit. Verliebt ist der Sänger in eine Punk-Frau. Sie verprügelt ihn und dann kommen „Autonome, Skins und Punks“ und entfesseln eine Schlacht. Das ist ganz lustig, finde ich. Danach kommen Ungunst mit „Gaffer“ mit einem Ska-Punk-Lied gegen Leute, die Gaffen bei Verkehrsumfällen. Auszug aus dem Text: „Statt zu gucken und zu helfen machst du fröhlich ein paar Fotos. ist ja fast wie im Fernsehen, endlich ist hier mal was los“. Ja, das ist nicht schön! Es folgen Der Dicke Polizist mit „Wir haben´s satt“, ein Lied das zeigt, dass Punk nicht hilft, aber cool ist. Danach spielen Novotny TV mit „Golf GtI“ zum Tanze auf, und das wird ein heftiger Pogotanz. Aber was soll mir dieser Text sagen? „Ich fahr Golf Genisis, bis mir kalt am Penis ist. (…) Ich glaub so schnell wie heut war ich noch niemals.“ Am Ende nimmt der Sänger noch LSD… Nun kommen Mars Moles mit „Großstadt“. Das Lied ist nicht schlecht mit seinen Chören,aber irgendwie fehlt was. Vielleicht ist das Schlagzeug zu laut, die Stimmung zu schlecht (jaja, die böse Großstadt), der Text zu sperrig für die Musik. Also erstmals weiter. Der nächste Track ist ganz nett. Die Brotenlosen mit „Gib niemals auf“. Es geht um Schlägereien vor Discos. Die Melodie ist gut, der Text erzählt detailliert eine Geschichte: Der Angreifer wird mit einem Messer umgebracht. Am nächsten Tag bereut der Messerstecher seine Tat und versteht, dass seine Kumpels, die ihm das Messer gaben, ihn voll reinfallen lassen haben. Anneliese Schmidt singen mit „unvollständig“ ein Lied über den Schmerz, den man hat, wenn man gemobbt und ausgestoßen wird.Aber wer über sich selbst sagt: „Ich hab nicht alle Tassen im Schrank“, der hat doch gleich verloren. Vielleicht liegt es daran, dass er „ohne Glauben“, wie er singt. A.C.K. („Data“) kommt mit gutem rumpelnden Pogo-Punk über die Nachteile der computerisierten Gesellschaft. Das ist heut zu Tage schon brisant! Textauszug: „Leben als Computer, wird sind alle registriert. Wir sind alle Puppen in nem großen Videospiel“. Weiter geht’s mit Scattergun und „Gotta get out“. Danach kommt wieder was Deutschsprachiges: Non Conform mit „Non conform 2“. Wie die Onklez singen sie nur über sich selbst. Das ist etwas langweilig. Antitox mit „Pills“ überspringe ich. Danach kommt „Zwanzig und weg“ von Dic Biosa. Der Text ist stellenweise super: „Samstags vor der Kneipe stehn find ich nicht mehr so toll. Die selben Fressen saufen seh, davon hab ich die Schnauze voll. (…) Die Feten werdne langweilig. Man sitzt nur noch herum. Nur einzeln gute Gespräche drehn sich um die Frustration (…)“ Dann ergreift der Sänger die Flucht und singt, dass er weg will aus seiner Stadt. Naja, vielleicht geht es ihm dann besser. Englischsprachig und ausgemustert sind Great Unwashed mit „stupid dogs“ und Califlower mit „In my dreams“.  Es kommen nochmal die Broten Losen an die Reihe mit „Marlene“. Er singt, dass er Marlene geküsst hat, aber sie nicht liebt. Auch Geile Ossis sind auf dem Sampler vertreten mit „Agent Orange“, einem Liebeslied mit Megaphon. Soderle, gibt es in dieser Auswahl irgendetwas, dass ich mir kopieren kann? Der Dicke Polizist und Toxic Walls sind gut, Zappendusta, A.C.K.. Und Doc Biosa nehm ich auch noch mit dazu.


Die Ärzte – die Ärzte

Mit „Wie am ersten Tag“ starten die Ärzte direkt mit einem ihrer größten Hits. Ein Mann spricht einen anderen Mann auf eine Frau an, die mal ihm gehörte und nun mit dem anderen liiert ist. Er lässt ihr ausrichten, dass er sie immer noch mag, eben „wie am ersten Tag“. Danach kommt „Mysteryland“ über einen Mann, der eine Frau lockt und dann gefangen hält. Versprechen tut er ihr ein eigenes Land. Was es damit auf sich hat bleibt mysteriös. Gesagt wird nur: Es gelten Widersprüche statt Logik. Der Laserstrahl springt auf „Sweet sweet Gwendoline“, einem Song über Sadomaso-Praktiken. Textauszug: „Sie hatte ein Kabel und damit schnürte sie mich ein. Sweet Sweet Gwendoline“. Am Ende nimmt der Sänger Rache an Gwendoline und schnürt sie seinerseits ein. „Ist das alles“ geht um einen Menschen, der nie genug bekommen kann von all dem Leid in seinem Leben. Er stellt sich dem Elend und versucht es zu bezwingen, stat zu jammern, dass er zu viel bekommen hat. Nun folgt ein Lied, das zensiert wurde: „Geschwisterliebe“. Die Psyche eines Jugendlichen, der seine Schwester missbraucht wird unter das Vergrößerungsglas genommen. Das ganze nimmt keine Distanz zur schlimmen Tat und versucht sogar Faszination auszudrücken, zB durch die Gelegenheit sexuelle Wörter zu benutzen wie „flachlegen“. Das ist übel. Ein echter Scheißsong, zu Recht verboten. „Alleine in der Nacht“, handelt über jemanden, der sich in einer Kneipe in eine Frau verliebt.Leider gibt es da einen Kontrahenten und der Sänger fühlt sich alleine in der Nacht. Die Frau entscheidet sich für den Sänger. Sie wird allerdings in eine Gefängnis gesperrt wegen eines Bankraubes. Jetzt ist der Sänger wieder „alleine in der Nacht“. Er liest nur noch ihre Liebesbriefe. Wie kommt man auf solche Ideen? Das nächste Lied „Jenseits von Eden“ ist ein Cover von Nino Del Angelo. Es geht um darum wie wir uns durch selbstverschuldetes Verhalten in eine schlechtere Welt manövrieren. Und dabei wäre es so einfach: Ein bisschen mehr Ehrlichkeit, Fürsorge und Wahrheit! Ich kann aber die Textzeile: „Dann haben wir umsonst gelebt“ nicht so stehen lassen, denn keiner lebt umsonst, keiner! Das ist was ich glaube. Der nächste Song heißt; „Wir werden schön“ und handelt von Werwölfen und Vampiren. Im Prinzip geht es nur über das Partyleben. Ich mag diese Affinität zur Nacht nicht all zu gerne. Textauszug: Das Dunkel hat uns fasziniert; es ist so dicht, dass man es spürt. Nie sprichst du davon am Tag, was in der Nacht dein Blick allein nur sagt.“ Den nächste Song, der mit Synthies daherkommt und Samples mag ich sehr gerne. „Für immer“ hat eine guten Rthymus, eine stimmungsvolle Melodie, einen super Bass und schönen Liebestext. Auszug:“Ich habe dich geküsst, dabei kenne ich dich kaum. Weil du unerreichbar bist, küss ich dich in meinem Traum“. Als vorletztes kommt „Ich bin reich“. Der Sänger stellt seinen Reichtum zur Schau und zählt auf, was er sich alles leisten kann. „Von morgens Sex bis Nachts um vier stehn die Mädels vor meiner Tür“. „Zum letzten Mal“ ist ein trauriges Liebeslied,wieder mit einem Racheakt, diesmal etwas heftiger. Ein Mann, der nach einem Kuss ausgelacht wurde, stielt eine Kettensäge und zersägt damit die Frau. Dass das Lied schön komponiert ist, hilft auch nicht darüber hinweg, dass der Text einfach nur grausam ist bzw das, was dur die Einspielung der Motorsägengeräusche am Schluss angedeutet wird… Lieder von Beständigkeit sind „Wie am ersten Tag“ und „Für immer“, nur zwei, na sowas.


Fliehende Stürme - Warten auf Raketen

„Sterne“ ist sehr stimmungsvoll und teifgründig. Der Texter beschriebt psychische Zustände, die irgendwoher kenne: „Eine Hypernova, wenn der Plan kollabiert“. „Führerlos“ beginnt mit einem dämpfenden Effekt auf der Stimme. Der Text ist etwas durcheinander. Einmal meint der Sänger, dass die mächtigen Krieg führen, dann bezeichnet er das Leben als „führerlos“. Also was denn nun? Will er die Politik nicht, oder doch? Oder hat er von Führung einen anderen Begriff? Ich meine auch, dass es keine Führung ist, in einen Krieg kommandiert zu werden, aber stilistisch sollte der Texter sich doch mal festlegen ob pro oder contra- die Kunst spendet immerhin eine eigene Wahrheit. Aufstoßen tut mir die Zeile „Verlogene Gebete “. Was bitte ist an Gebeten verlogen? Man tut sowas freiwillig… Und wo bitte gibt es „Verbote gegen Lebenslust?“ In „Teilzeit“ gibt es wieder diesen seltsamen Widerspruch von anarchistischen und dann doch hierarchischen Ansichten. Verstehe es der es verstehen mag. Musikalisch ist es ganz schön. Ab und zu bricht leider der Sound weg. Ob das an einer Fehlpressung liegt? Vielleicht ist es auch scheiße aufgenommen. „Horizont“ klingt, als hätten sie es in ein paar Sekunden im Studio getextet, komponiert und aufgenommen. Es geht darum, an einer Beziehung festzuhalten. Textzeile, „Könne wir nicht mehr bleiben? Lass nicht los…“  Sehr simpel. Auch „Stahl“ ist leider nicht besonders gut. In den Texten geht es für die Stürme ungewohnt platt zur Sache: Es ist kalt“, und „Angst verbrennt die Seele in der Dunkelheit“. Nicht gefallen hat mir die Zeile: „Das Paradies beruht auf Lügen“. Was soll der Terz? „Schatten“ kann ich ganz gut nachvollziehen, so läuft das Leben: „Vergessen was wir wollten, vergessen wer wir sind. (…) Wir denken nur noch in Teilen.“ Das ist was die Gesellschaft aus einem macht. „Werk III“ drückt für mich einfach nur Unsicherheit aus. ZB hier: „Wir fallen durch Zeit und Raum, wenn Alltagswahnsinn uns zerfrisst“. Der Sänger fragt sich, wer die andere Person ist. Er will dann „schweigend stehn vorm Ozean, auch wenn das Licht schon versunken ist“. Sind diese Lieder jetzt gut oder schlecht? Sie schleppen sich so dahin, aber vielleicht muss ich sie öfter hören, liebgewinnen, wenn das Verstehen nicht so schnell kommt? „Netze“ ist ein weiterer negativer Track mit ein paar platten Aussagen: „Du hängst fest in diesem Netz“. Ein paar gute Zeilen sind dabei und vielleicht machht das ganze ja irgendeinen Sinn. Guter Textauszug: „Jetzt willst du nicht mal mehr träumen, im Schaf lauert die Angst“. Grundaussage des Textes: „Es hat sich nichts verändert“. Schön, weil durch Elektronik unterstützt, klingt der Song „Tiefe“.  Grundaussage: „Treiben unter Wasser“. Hier hat sich der Sänger längst in die Fluten gestützt, so scheint es. Etwas Hitcharakter bringt der Song „Still“ mit sich.Text: „Wer sind wir jetzt? Wo könnten wir stehen? Wir haben die Herzen von Städten erforscht. Doch wir haben es niemals so betrachtet. Wir haben uns niemals so gesehn. Die anderen sind schon lange verschwunden. Und draußen tobt immer noch ein Sturm. Bleib ganz still. Wir müssen jetzt nicht mehr weiter. Es ist noch Zeit für einen letzten Moment. Wir sind wir jetzt, wo könnten wir sein? Sei ganz still, du musst jetzt nicht mehr weiter. Es ist noch Zeit für einen letzten Moment. Bleib. (…) Nach all den Jahren – bleib. Sie haben es nicht einmal versucht“… Das gibt mir Stoff zum Nachdenken. Ist Punk noch von Wert? Da die Frage offen bleibt, wähle ich diesen Track nicht für meinen Sampler.Ich wähle „Sterne“, „Schatten“ und „Werk III“ und „Netze“.


Baffdecks – Zerreißprobe

„Blut an der Hand“ ist ein ziemlich nerviger Politsong mit dem Manko, dass es Menschen diskriminiert, die stiller sind als andere. Nein die haben kein Blut an ihrer Hand! „Kein Schritt zurück“ tritt ins gleiche Fettnäpfchen. Diesmal sind es die Unsicheren, die als nicht politisch genug gebrandmarkt werden. Leute die beten, kriegen auch gleich noch einen mit. „Wrack“ ist ein Song über das Leben als Junky – die stimme klingt etwas dümmlich. Das Lied transportiert einen innere Unruhe, zB bei: „Will nur noch eins: Nicht mehr so leben wie bisher“.  Interessant ist, dass ein Unterschied gemacht wird zwischen Mitleid und Hilfe. Nur die Hilfe zieht einen wieder hoch. An der Musik finde ich gut, dass sie einleitende Passagen nutzt, die vor schnelleren Passagen geschaltet sind. „Wasserleichen“ ist auch kein Hit. Es werden ein paar Sachen wahllos aneinandergereiht, gegen die der Sänger was hat: Seine Träume verkaufen, nur noch in der Medienwelt leben, seine Helden verraten, religiösen Reden glauben. Tja, ich kann damit nichts anfangen, da ich nicht so eine große Angst habe wie der Texter.Ich finde Medien, Entwicklung, Glauben und das alles gut.  Den Text von „Fama“ verstehe ich nicht ganz.  Theaterfiguren“ ist ein Hasslied gegen alle anderen Leute. die die Gesellschaft bildet. Ihnen wird vorgeworfen: Illusionen aufzutischen, Resignation zu vertreten. Am Ende heißt es: Von mir aus verreckt und bleibt wo ihr seid. „Verlust“ ist durch ein Megaphon gesungen, und kommt total hasserfüllt rüber. Die Rede ist von einer Person, die dem Texter geschadet und und von der er sich nun total lossagt. „Zerstreutheit, Unrecht und Isolation“ ist ein Text, möglicher Weise über die Mutter des Sängers. Textauszug: „Es tut mir leid, dass ich in dir geboren bin, doch warum lässt du mich nicht leben?“ Vielleicht ist auch das Vaterland gemeint. Im Textheft ist ein zerbröckelter Bundesadler zu sehen. „…Und Gott für uns alle“ ist eine Beschreibung einer Politik, die Grenzen aufzieht, alles verregelt, die sich brutal durchsetzt und Befehlen folgt, die Menschen in ihrem Recht verletzen. Die Nummer ist ganz gut gelungen.“Reise ins Nichts“ ist mir wieder nicht so verständlich, genau wie „Von Leidenschaft“. Das sind irgendwelche inneren Prozesse. gepaart mit Sozialkritik. Ich schätze es geht gegen Psychiater, da von einer „Zwangsjacke“ die Rede ist und von Gedanken ordnen. Das letzte Lied heißt „The.T.T. Twister“ und ist einfach nur grauenhaft in der Intention eine Art von Perversion und Verachtung auszudrücken. Alle sin allem ist das das schlechteste Album in meiner ganzen Rezension von verschiedenen Bands. „…Und Gott für uns alle“ ist der einzige Track, der es schafft.


Teenage Rebel… …der Sampler Vol.2

Lokalmatadore klingen frei und beschwingt. Das Lied „Wat will der Sack da?“ richtet sich gegen Nazis beim Partymachen und Leute die den Arm zum Hitlergruß erheben. Als zweites kommen ZZZ Hacker
singen in „Kein Bier kein Ton“ von ihren Erfahrungen als Band. Terrorgruppe machen hier simplen Deutschpunk, frei vom Körper weg. Der Text ist leider eher für Pubertierende. Textauszug: „Ich will nicht mit dir gehen. Ich kann dich nicht mehr sehn, es war nur ein Versehn. Ich kann dich nicht ausstehn.“ Public Toys „Ohne zu fragen“ ist ein guter Song über die Freundschaft. Der Refrain ist mit Chören gesungen, das klingt sehr schön. Ruhrpottkanaken singen in „Billi Billi Bill“ von „Billigbier“.Der Song ist zu zerfahren irgendwie, das bringst nicht. Lokalmatadore spielt mit dem Klischee der hysterischen und gewalttätigen Frau. Die Band schafft es, das ganz nett und humorig zu verpacken es so dass Frauen nicht herabgewürdigt werden und das Saufen dennoch zelebriert werden kann. Nun kommen Male: „Wie Bonnie und Klyde.“ Wer hoch klettert, der fällt oft ins Bodenlose, aber gegen so ein Lied über Treue und Liebe habe ich nichts dagegen. Wenn es auch nur Erinnerungen wach ruft. So war es damals, das waren wir! …Es folgen Stunde X mit „Keiner springt über seinen Schatten“.Das ist ein ziemliches Rumgeheule stiller Typen, die durch ihr fehlendes Selbstvertrauen noch mehr an Selbstvertrauen verlieren. Die Lösung ist es heute für alle weiteren male zu machen, hab ich mir als selbst Betroffener angelesen. „Punk 80“ von Artless folgt darauf. Das ist mir zu viel Gesabbel über die Punkbewegung, deren Musik ja angeblich so liebevoll hergestellt wird, oder auch nicht. „Ignoranz“ ist der Hit von Vexation. Ansonsten haben die ja nicht so tolle Lieder. Rezi siehe die Vexation-CD weiter oben. Goyko Schmidt „Einer von uns“ . Textauszug: „Er ist nur einer von vielen, mit denen wenige spielen.“  Es geht um Leute, die arbeiten gehen und sich irgendwie damit arrangieren. Leider wird er dann eiskalt entlassen und muss zum Arbeitsamt gehen. Er versäuft sein Geld in der Kneipe und am Ende fährt ihn ein Cabrio tot. Tragisch. Die Strikes mit „Schatten der Vergangenheit“ ist mir zu sehr „Vom Teufel besessen“, oder in Punk verfangen, wie man es nimmt. Gute Textzeile: Die Qualen meines Hirns zahl ich meinem Körper heim. Bis zur völligen Erschöpfung. Erst danach kehrt Ruhe ein.“ – „Steh auf“, von den Becks Pistols mit der Aufforderung: „(…) versuch allein zu gehen!“. Die Alternative ist der Untergang. Danach kommt OHL mit „Der falsche Weg“. Superharte Punkmusik über religiös motivierte Selbstmordattentäter bzw Terroristen. Das Lied sollte man sich mindestens einmal am Tag anhören. Textauszug: „Sie sind die neue große Gefahr. Unterschätzt, aber ganz ganz nah“. Nun kommen Hammerhead mit „Ich sauf allein“, krachiger Punker-Rock. Der Texter ist sich selbst seine Gesellschaft und macht das Ding mit sich aus.  Die nächste vier Lieder sind nicht auf deutsch, werden also kommentarlos übersprungen. Als nächstes sind dann Taktlos dran mit „Vom Leben gezeichnet“. Das ist ein kleines Meisterwerk in Sachen Trübsal blasen und dennoch den Mut bewahren. Dann kommen nochmal die Kassierer, diesmal mit einem ihrer intelligenteren Songs. „Meine Freiheit, deine Freiheit“ beschreibt die Freiheit in diesem Land, die nur die Reichen (und daher Mächtigen) gehört. Textauszug: „Meine Freiheit wird von der Verfassung garantiert. Deine hat bis jetzt nicht existiert.“ So hat das bis jetzt noch keine Punkband gesungen, die Frage ist nur wer hat das getextet, doch nicht die Kassierer selbst! Ist das nicht von Georg Kreisler? Nun wieder die Strikes mit „Angst“. Textauszug. „Du hast Angst vorm Leben, du hast Angst vorm Tod. Dazwischen nur Leere, die dich bedroht. Diese Leere zu füllen ist der einzige Weg, die Angst zu bezwingen. Ich weiß wie es geht.“ Das ist interessant, doch da ich nicht an Ängsten leide, kommt es nicht auf meinen Sampler. Die nächsten drei Lieder werden aufgrund sprachlicher Differenzen übersprungen. Dann kommt Stromberg Polka mit „Keine Ideologien“, wohl mal wieder sowohl gegen recht als auch gegen links, wobei gegen links nur gegen Kommunismus heißt. Das übernächste Lied, unter Aussparung der Vageenas ist „Hasstirade“ - ein Lied von Bluttat. Ich meine das Thema „Krieg“ rauszuhören, aber die Sängerin ist zu leise gedreht, mindestens zwei mal so leise wie der Bass. Den letzten Track lasse ich weg. Alles in allem gab es hier fünf gute Lieder. Neu in unserer Runde sind dabei Male, Lokalmatadore, und OHL.


Teenage Rebel… …der Sampler Vol.3

Für uns geht es los auf der 3, wo der erste deutschsprachige Text ist, nach denen es mich so giert: Male mit „Die ewigen Verlierer“ spielen zum Pogo auf. Die Rede ist hier von „Verlierern“, „Schwachen“, „Arme“  -die Frage ist, ob man sich selber so definieren sollte. Die Pointe des Liedes ist, dass wir zusammen stark sind und (vielleicht durch eine Revolution) den Stab rumreißen können. Die Frage ist nur: Werden wir das erleben? Vielleicht sind es auch nur stille Veränderungen, die im Geiste stattfinden. Es folgen Terrorgruppe mit „Ultimatives Liebeslied“, das mich von Anfang an gleich begeistert hat, weil es einfach nur super gut gelaunt ist, obgleich der Text sehr ernst ist. Die Power verlässt uns deshalb noch lange nicht! Krachig geht es weiter mit den Lokalmatadoren und „Lustig Sein“, ein super Song voller Frohmut bis hin zum Exzess. Textauszug: „Ihr sollt lustig sein, wer nicht lustig ist, der ist ein dummes Schwein“. Jetzt bin ich endlich mal dabei bei eurer Party. Es kommen die Kassierer mit „Thomas Wenner“ – den Bochumer Polizeipräsidenten. Es ist eine Ode an ihn, natürlich ironisch. Sich selbst bezeichnen die Kassierer als „Gesocks und Pöbel“ – und die müssen unter dem neuen Polizeipräsidenten aufpassen. Babelsberg Pöbelz spielen „Plenum“, einer Sozialkritik an politischen Organisationen, die in Bürokratie versinken. Das Lied nervt genauso ab wie bei den politischen Bands, die hier einen wegkriegen. Nun rocken ZZZ Hacker ab mit einem Spottlied über einen Jugendlichen, der einen Unfall auf der Fahrt in die Disco hinlegt mit seinem „Scheiß GTI“. Ganz schön sarkastisch! Ne, das ist nicht meins! Nächste deutschsprachige Band sind Eisenpimmel. „(Mama) jetzt sind wir alle verrückt.“  Das ist so eine Prollnummer, in die ich mich hier nicht reinbegeben will, bevor ich mich noch fremdschämen muss. Nun wieder die Strikes. Ihr Lied „Wohin“ beginnt mit Wohlklängen inclusive einer Geige. „Der Tod steht mir näher als das Leben“ ist nicht so mein Text,denn ich glaube an ein ewiges Leben. Wieder kommt „Ignoranz“ von Vexation, wird man mit dem Lied nicht einmal in Ruhe gelassen, das hatten wir schon, siehe Vol2. Schnell weiter zu OHL mit „Wirklich lange her?“ einem Lied gegen Rechtsextremisten. Das ist sehr gut dargestellt und ich kann das „Schlagt die Nazis windelweich“ unter dem Punkt akzeptieren, in dem sie sich auf die Machtposition schwingen. Dann wird es höchste Zeit für Backpfeifen, denn nochmal soll das alles nicht passieren. Hammerhead mit „Ballonseide“wuchten los. Der Text ist nicht zu verstehen. Ich weiß auch nicht was Ballonseide ist, wenn ich mal ehrlich sein soll. Es folgen die Herbärds mit „Wir sind zurück“. Der Text ist peinlich: „Wir ficken mit dem Teufel“, dann fahrt doch zur Hölle, wenn es euch da so gefällt. Wieder die Kassierer mit „Dr. Martens“ – ein Lied über Schuhe, mit gecoverter Musik. Nicht so spannend, wir sind doch keine zwanzig mehr…  Mit einem frauenfeindlichen Text  -„Mach deinen Mund zu einem Arschloch“ -, kommen die Lokalmatadore daher. Ich bin enttäuscht von dieser Band, wo mir „Schneckenalarm“ und „Lustig sein“so gut gefallen haben. Die Ruhrpottkanaken mit „Dat heitere Würfelsaufen“ machen alles nur noch schlimmer. Man versteht nix vom Text und das ist schlecht. Nun was haben wir noch - FFF mit „Dummer Junge“, irgend so einem Gemecker, das viel zu leise abgemischt ist, um was zu verstehen, außer „Du bist ein dummer Junge, daraus wird ein dummer Mann.“ So redet man doch nicht mit Kindern. Es folgen Corny Various mit „Verfolgt“, irgend so einem Soundmatsch, der annervt. Wie ein quakender Frosch singen Bluttat in „ich will nicht mehr dazugehören“. Wie kann man die Verletzung seiner Rechte nur so vehement einfordern, da muss was schief gelaufen sein. Public Toys („Antialkoholiker“) ist eine Horrorvision neben „Lady Horror“ aufzuwachen. Nun nimmt sich der Texter vor, Antialkoholiker zu werden. Wieder die dummen Eisenpimmel, diesmal mit „China haut Joe Cocker“ - frei nach „Gena is an punkrocker“von den Ramones. Klingt nach Dadaismus. Nun nerven der Fluch mit „Halb Mensch halb Tier“ herum. Textauszug: „Keiner versteht das, töten macht Spaß“. Dass das nicht auf dem Index gelandet ist!!! Ein Lied aus der Perspektive eines Werwolfes… Goyko Schmidt singen „Nobodys Darling“, ihrem Hit. „Ich nobodys darling – keiner will mich haben.“ Die Musik hat Trieb. „Die Kassierer“ spielen „Staatsbeamter“, zwischen lustig und eklig bzw bescheuert, weil sie beschreiben wem sie alles in den Arsch kriechen.  Lassen wir das. Die sind einfach sehr analfixiert. Die Lokalmatadore nerven rum mit „Fisch auf Finnland“, einem Sauflied mit den Vorbildern aus Finnland. Die coolen Blitzkrieg Boys lasse ich weg, weil kein Bock auf englischen Kram. Auch Sickchild und Les Partisanes spare ich aus. Bleibt nur noch ein Fazit: Ich zähle fünf gute Lieder, der Rest ist meist übelste Prollmusik.


Fliehende Stürme – Hinter Masken
Der erste Song hat eine alptraumhafte Athmosphäre. Die Rede ist von einem komischen Turm, in dem man sich befindet. „Nach unten wird man innen statt nach oben geführt“. Das erinnert an Arbeitsagentur oder Bürgerbüro und andere Institutionen. Es werden ein paar negative Bilder aneinandergereiht z.B. „Das Wissen ums Geschehen jagt Torpedos ins Gehirn. Das Gemüt hängt an der Kippe, die du rauchst. “ Der Refrain ist jedoch  schön: „Halte mich warm, an diesen verhangenen Tagen. Hoffen und glauben, oder alle Träume rauben.“ - Die Musik ist großartig-sehr stimmungsvoll. Er berührt mich, aber da es ums Rauchen geht, ist das nicht mein Lied. „Sternenleichen“ ist über die Hilflosigkeit im Alltag.(“Das hier du jetzt ist zu laut“). Ein Bekenntnis zur Anarchie versteckt sich in diesem poetischen Text („Es ist ganz egal wohin, kein König keine Königin“). Das Lied ist sehr naturverbunden, auch wenn die Sterne als Leichen bezeichnet werden. Er vermisst „Land und Meer und Haus“. Die Musik ist ein bisschen eintönig. „Eigenwelt“ ist ganz gut, eher punkig .- einfach und schnell, dafür energiegeladen und froh. Textauszug: „Ich höre nicht mehr zu, wichtig ist nur, dass es mir gefällt.“ Ich assoziiere das mit den Leuten, die auf der Straße Spenden sammeln und einen dumm anquatschen, und damit sie los zu werden „Systemstörung“ hätte ein paar Synthies gebrauchen können. Es klingt etwas trocken. Vielleicht aufgrund der monotonen Melodie. Man kann zudem auch mal etwas höher gehen mit der Stimme, um die Möglichkeiten der Melodie ein bisschen auszuschöpfen. Textauszug. „Am ganzen Tag und an der ganzen Nacht vorbeigelebt und nur an dich gedacht.“ Ein Lied zwischen Liebe und Schmerz.  Das nächste Stück ist sehr stimmig und interessant konzipiert. Der Text ist aber zu qualerfüllt. Der Sänger singt: „Schleppend wie sich Stunden drehn“ und beschriebt auch nahezu körperliche Leiden. Die Persönlichkeit ist bedroht: „Fiebriger Glanz in den Augen. Nicht als der selbe zurückgekehrt“. Das Lied gefällt mir trotzdem, weil es sich aufbaut in Richtug Problem: „Ich wünschte ich hätte nur geträumt. Ich wäre wachgeworden und es wär weg gewesen. Keine Richtung in der Dunkelheit.“ Es ist also etwas passiert, und darum geht es hier, das man nicht mehr ungeschehen machen kann. Gothdiscotauglich ist „Maschinentrauma“. Der Text ist gegen die Maschinerie, in der wir leben. Textauszug: „Alles liebe overkilled. Im Wind stehn, Gewalt holt mich ein.“ Die Gesellschaft ist zu ruppig. „zuweit“ ist ein optimistischer Track. Textauszug: „Wir werden uns nehmen was wir brauchen. Beschissne Gruppenzwänge meiden. Wir werden einfach gehen und schweigen.“ Die Rede ist auch viel von der Natur: Meer, Wolken – in einem neuen Leben. Ich mag den Song. Der nächste Titel ist etwas zu krachig und bitterer Stimmung. Für mich geht es hier um Shizophrenie und die will ich mir nicht antun, auch wenn der Song schon was für sich hat. „Schlafwandel“  sagt, dass Glauben nutzlos sei. Das sehe ich nicht so. Das Lied handelt von den Leiden, die man durchmacht, wenn man sich entwickelt, ohne Ressourcen dazu zu haben. Die Musik ist schön melancholisch, wie immer bei den Fliehenden Stürmen. „Kleines Herz ist ein super gutes Lied“ über innere Schmerzen. Textauszug: „Es könnte immer etwas sterben. Denn wir sind ständig in Gefahr. Ein kleines Herz in Scherben und nichts ist wie es vorher war.“ Das ist super gelungen.


Abfallbeseitigung

Das erste Lied ist nur für Jugendliche geschrieben, damit beschäftige ich mich nicht. „Geschichten aus Beirut“ singt über Terrorismus, was heutzutage erst richtig brisant ist, wegen des IS. „Komm zurück zu mir“ ist keine originelle Nummer, wie man am Titel schon merkt. Die Stimme ist jämmerlich. Wie jung war der Sänger bei der Aufnahme? Interessant ist das nächste Lied – „Amerika“, mit wirbelndem Keyboard. Das Lied hat eine schöne Stimmung, und ist doch kritisch, ohne die Stimmung wieder zu versauen. Nun kommt die „Stacheldrahtsymphonie“ . Textauszug: „Ich hab Angst, du hast Angst – wir haben alle Angst. Du hast keine Rechte in diesem komischen Staat. Du musst dich wehren, komm mit mir, wir sähen die Saat. Mit der Waffe in der Hand und mit dem Rücken and er Wand. Stacheldrahtsymphonie“. Immer diese Gewalttexte und Jammerei , die diesen Textpassagen vorausgeht, um die Gewalt zu legitimieren. Weiter geht’s mit „El Räuber“, das langsam beginnt und dann zum selben Punkrock wechselt. Der Text ist akustisch nicht zu verstehen. Es geht wohl um einen Räuber. Er wird von einer seiner Mädchen erschossen. Der Refrain ist besser als die Strophen, bei den Strophen hätten sie sich mehr Mühe geben sollen. „Meine Geschichte“ ist ein Lied gegen Resignation. Das Leben brachte ein paar unerwartete Dinge mit sich, und dennoch ist es gut. Ich finde es ist leider etwa zu matschig im Sound. „Du hast mich betrogen“ ist wieder so eine megaeinfache Nummer, siehe Titel. „Geschichten aus Beirut“, „Amerika“ und „Meine Geschichte“ nehme ich für meinen Sampler. Die Gruftrosen-Songs habe ich weggelassen, da sie einfach scheiße sind.

Anmerkung von HarryStraight:

Ich hatte einfach Lust meine ganzen CD´s nochmal zu hören und mir ein paar Gedanken darüber zu machen. Dabei wollte ich herausfinden, was ich wirklich von den Musikstücken und deren Liedertexten halte, worum es bei den Songs wirklich geht, wie ich sie einschätzen kann.

Schaut auch mal bei meinen eigenen Liedertexten vorbei auf meiner Autorenseite!


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von dettel (80) (25.05.2016)
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HarryStraight meinte dazu am 25.05.2016:
ich mags wenns abgeht. Der emotionale Rausch...
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HarryStraight antwortete darauf am 11.07.2016:
Elvis-Cover:
https://www.youtube.com/watch?v=OiSHaFawYDU
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Mimi2 schrieb daraufhin am 25.10.2016:
Ich hab nicht alles gelesen, weil es nicht mein Musikgeschmack ist, finde aber, dass du sehr gut analysierst und gut in Worte zu kleiden vermagst, was du denkst. So müssen Rezensionen sein, da können sich einige eine Scheibe von anschneiden.
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Kommentar von matwildast (37) (12.04.2018)
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Dieter_Rotmund äußerte darauf am 24.05.2020:
Was ist denn Kinderpunk? Käptän Blaubär im Blutrausch?
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RainerMScholz
Kommentar von RainerMScholz (06.03.2020)
Tja, Deutschpunk ist so eine Sache.
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HarryStraight
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Veröffentlicht am 25.05.2016, 68 mal überarbeitet (letzte Änderung am 27.08.2016). Textlänge: 63.395 Wörter; dieser Text wurde bereits 3.967 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 03.06.2020.
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