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Stadtspaziergang, verregnet

Sonett zum Thema Nihilismus


von Walther

Sonntagsspaziergang, verregnet

Der Himmel weint sich aus; er braucht ein Taschentuch:
Das Leid der Welt ist schließlich immer tränenreich.
Ein Wunsch wird nicht erfüllt – auch das bleibt immer gleich.
Doch Wünsche machen Mut. Warum nicht ein Versuch,

Das Schicksal auszutricksen? Wer wär nicht gern reich,
Wenn er hart zuschlägt, jener Monatsendefluch,
Dass Tage übrig sind? Wer kennt nicht den Geruch
Von Armut? Welches Unglück fällt schon wirklich weich?

Es schlängeln sich die vielen Parapluie-Paraden
Am Straßenrand durch eine große Stadt hindurch –
Die Regenspritzer reichen hoch bis an die Waden –

Auf manchen Platz und auch vor manchen schönen Laden:
Die Sonne häutet sie wie Larve oder Lurch,
Und sie zerlegen sich zur Nacht zu Menschmonaden.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Isaban
Kommentar von Isaban (19.03.2019)
Hallo Walther,

sechs Hebungen pro Vers, perfekt für ein Alexandriner.
Bei jenem müsste es vor jeder vierten Hebung eine Zäsur geben. Bei vielen Versen hast du das schon so gemacht. Bei manch anderen könnte man den kleinen Einschnitt problemlos noch einbauen, z.B. in S1, V1:


Der Himmel weint sich aus. Er braucht ein Taschentuch:


Eine klassische Versform. Durch diese Zäsur lassen sich die überlangen Verse leichter und strukturierter lesen. Ein gelungen gewähltes Stilmittel zur Bebilderung eines langen, tristen Regentages.

Besonders gut gefallen mir die Parapluie-Paraden, die dem Ganzen eine etwas angestaubte Würde verpassen, was dann durch die angespritzten Waden wieder aufgehoben wird.

Einzig der letzte Vers erscheint mir ein wenig zusammenhanglos, er ist einfach ein wenig zu weit von den Regenschirmparaden entfernt, um den Satzzusammenhang noch problemlos erkennen zu lassen, da die Regenspritzer ebenfalls dem "sie" zugeordnet werden können.

Man könnte S4, V1 in Klammern setzen, um die Satzzusammenhänge klarzustellen, oder - was ich bevorzugen würde - ganz ans Ende setzen, wo er einen humorvollen Abschluss bilden kann, ohne die Satzzusammenhänge zu verwischen.

Freundliche Grüße
Isaban
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Walther meinte dazu am 19.03.2019:
Hallo Isaban,
danke für deine ausführliche besprechung. dein erster vorschlag wird umgesetzt. du hast recht, das sollte man besser so machen (wenn man es auch nicht muß, da das "und" als gelenk beim vortrag die gleiche wirkung hat). aber es ist für das nichtsprechende lesen die besserer lösung.
deine anmerkung zu den terzetten kann man so sehen. ich sehe das problem deshalb nicht, da der sinnzusammenhang zu den parapluie-paraden bereits im vers davor gezogen wird. die waden "häuten" sich nicht, aber eben jene.
lg W.
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Isaban antwortete darauf am 19.03.2019:
Wen je die Sonn von hinten stach, weiß wohl ums Wadenhäuten. ;)

Lieber Walther,

jeder Autor weiß selbst am besten, was für seinen Text gut ist und was nicht und Anregungen sollten definitiv immer nur angenommen werden, wenn sie wirklich überzeugen können.

Nur noch einmal zur Erklärung meiner Anregung:

Hier geht es um den Satzzusammenhang. Dadurch, dass in der letzten Strophe mehrere "sie" auftauchen, werden die Satzzusammenhänge unklar.

Man bezieht den Satzzusammenhang automatisch auf das letztmögliche "sie" (die Regenspritzer, die Waden, Larve und Lurch), da die Parapluie-Paraden optisch und akustisch zu weit entfernt sind. Dem entsprechend würde man hier annehmen, dass die Sonne die Waden häutet und dass sich Waden oder Larve und Lurch gemeinsam zur Nacht zu Menschnomaden zerlegen.

Der Leser muss sich die Satzzusammenhänge über mehrere Verse hinweg zusammensuchen, was - unter anderem auch durch die Majuskeln zu Versbeginn erschwert - beim ersten Lesen sowie beim reinen Hören nicht zwingend funktioniert.

Das könnte natürlich Stilmittel und beabsichtigt sein. Falls dem so ist, erschließt sich mir das Stilmittel an dieser Stelle nicht, was natürlich an mir liegen könnte. Dann kann selbstverständlich meine Anregung auch nicht überzeugen.

Allerdings ließen sich die Satzbezüge, falls dies gewünscht ist, leicht klären. Sofern dieses Verwischen der Satzbezüge keine Absicht ist, könnte man das Problem z.B. so (oder natürlich auch anders) lösen:

Es schlängeln sich die vielen Parapluie-Paraden
Am Straßenrand durch eine große Stadt hindurch
Auf manchem Platz und auch vor manchem schönen Laden;

Die Sonne häutet sie wie Larve oder Lurch
Und sie zerlegen sich zur Nacht zu Menschmonaden.
Die Regenspritzer reichen hoch bis an die Waden.


Freundliche Grüße
Isaban
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Walther schrieb daraufhin am 19.03.2019:
Liebe Isaban,

nicht daß wir uns falsch verstehen: ich schätze deine qualifizierten vorschläge gerne, gehöre aber zu den autoren, die sich ihre texte ziemlich gut überlegen.

zur veränderung von akkusativ und dativ in v3s3: deine version ist dann korrekt, wenn die paraden sich auf dem platz schlängeln. das tun sie aber nicht. sie schlängeln sich auf der straße zu platz und läden. daher ist meine version die richtige und deine in diesem falle die falsche. ich empfehle den platz neben mir auf der kirchtumrspitze und wenig zeit, dann verstehst du, was ich gesagt habe.

zweitens: warum soll ich das klare reimschema durchbrechen, wenn es nur um letzte klarheiten im bezug geht, die jedem, der ein wenig nachdenkt, klarwerden? darf ich dem leser nicht mehr zutrauen, einen schritt zurückzugehen beim lesen? sind die regenspritzer den damen unter den spaziergängern nicht schon früher aufgefallen, bevor sie sich wieder entgruppiert und vereinsamt haben?

du verstehst, warum das so da steht und warum ich diesen deinen vorschlägen nicht folgen mag. ich folge vorschlägen immer gerne, wenn sie mich überzeugen.

danke für dein verständnis, und bleibe mir dennoch gewogen!

lg W.

ps: habe oben eine variante eingestellt, die die mitte trifft - das sollte die probleme lösen ...

Antwort geändert am 19.03.2019 um 17:45 Uhr
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