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Risse

Gedanke zum Thema Egoismus


von Xenia

Ich war im Knast.


Seitdem weiß ich, dass es keine guten Menschen gibt, aber schlechte Menschen auch nur sehr selten existieren.


Es scheint mir manchmal, als hielten Menschen sich für gut und verhielten sich auch den meisten Teil ihres Lebens gut, aber dann kommt dieser Zeitpunkt, in dem etwas passiert, das sie aus der Bahn wirft. Ich glaube nicht, dass sie nicht nachdenken diesem Moment, dass sie nicht begreifen, was sie tun.
Viel eher kommt es mir so vor, als sähen sich selbst zu, schritten aber nicht ein. Sei es aus Faulheit, Feigheit, reinem Egoismus oder sonst einem Grund.

Das, was geschieht, geschieht. Die Welt dreht sich weiter, doch sie ist ein bißchen gebrochen. Da ist ein kleiner Riss in der Welt, den die meisten Umstehenden gar nicht bemerken. Aber es gibt Menschen, die ihn sehen.


Du weißt, es wird nie wieder, wie es vorher war.



Es macht keinen Sinn, diese Risse zu überdecken.

Sie sind da.


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Kommentare zu diesem Text


Augustus
Kommentar von Augustus (13.05.2019)
„Ich war im Knast.“
Knast, ein eher abfälliges Wort für Gefängnis, welches verdeutlicht, dass das lyr. Ich den Besuch (als Insasse oder Besucher, das bleibt offen)
unangenehm empfunden hatte.
Der nennenswerte Riss nach einer solchen Erfahrung bleibt, wie hier gesagt wird und könnte gleichzeitig eine übergreifende Frage aufstellen: ob den insgesamt Tiere und Säugetiere, die in Gefangenschaft gehalten werden, eine Kolonie von Rissen sind, deren Schicksal in der Unmündigkeit besteht, in der verschlossenen Kammer des Schweigens mit zwei Fenstern auf keine Art und Weise nach Außen das entzweite, entwurzelte, zerrissene, zerronnene, zerriebene, zerdrückte, zerschlissene Selbst zum Ausdruck bringen zu können?

Ave

Kommentar geändert am 13.05.2019 um 23:49 Uhr
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stromo40
Kommentar von stromo40 (14.05.2019)
Ich denke, auch solche kleinen Risse können verheilen, wie Wunden (-> "Narbenherz" von Xenia). Und die Menschen, die sie sehen, können dafür viel oder zumindest einiges tun. Aber es bleiben Narben. Und sie darf man auf keinen Fall überdecken wollen, als hätte es die Risse nie gegeben.
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Xenia meinte dazu am 16.05.2019:
Ja, das denke ich auch.
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AvaLiam
Kommentar von AvaLiam (16.05.2019)
Hallo Xenia (schön, immer mal wieder über Menschen zu stolpern, die wie meine Tochter heißen ) ...

Du hast es SO geschrieben... und das ist ok... würde ich auch SO stehen lassen.... ich selbst mag immer nur sehr ungern an meinen Worten feilen die so gefallen sind wie sie fallen... Daher möchte ich auch gar nicht ausdrücken, dass du irgendwas an DIESEM Text ändern solltest/könntest....

Doch bitte - für dich selbst - überprüfe immer wieder mal diesen Blickwinkel... denn du schreibst es als Feststellung, dass Menschen SO sind... als Fragestellung hätte es mir besser gefallen weil es offen lassen würde, dass es ein Irrtum sein kann... oder auch untermalen, dass man es gar nicht glauben kann, WILL....

Es gibt die Menschen die du durch deine Worte ausschließt bzw. übersiehst durchaus... und ich hoffe, du kannst deinen Blick für diese zukünftig wieder schärfen und lässt dich nicht entmutigen von den Bekanntschaften die dich deine diese Worte haben schreiben lassen....

fühl dich umarmt

liebe Grüße - Ava

Kommentar geändert am 16.05.2019 um 14:42 Uhr
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Xenia antwortete darauf am 16.05.2019:
Das Gute an Lyrik ist, dass ich nicht mit allem überein stimmen muss, was mein LI denkt, sagt oder tut.
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Xenia
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Dies ist ein Absatz des mehrteiligen Textes Seelenkompass (Es ist nur X.).
Veröffentlicht am 13.05.2019, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 16.05.2019). Textlänge: 150 Wörter; dieser Text wurde bereits 60 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 22.05.2019.
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