Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
C.A.Baer (19.10.), Swiftie (15.10.), georgtruk (12.10.), Amadeus (11.10.), Rege-Linde (07.10.), Markus_Scholl-Latour (02.10.), MYDOKUART (24.09.), gerda15 (22.09.), Paul207 (22.09.), Simian (18.09.), norbertt (14.09.), Fischteig (13.09.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 678 Autoren* und 86 Lesern*. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.

(*Im Gegensatz zu allen anderen Literaturforen zählen wir nur die aktiven Mitglieder, da wir uns als Community verstehen und nicht als Archiv toter Texte. Würden wir alle Nutzer zählen, die sich seit Gründung hier angemeldet haben, und nur die abziehen, die sich selbst wieder abgemeldet haben oder rausgeworfen wurden, kämen wir auf 14.900 Mitglieder und 430.232 Texte. Musste auch mal gesagt werden.)

Genre des Tages, 22.10.2019:
Sage
Sagen sind Erzählungen über für wahr gehaltene oder auf einem wahrem Kern beruhender Begebenheiten, die im... weiterlesen
... und was wir daraus machen:

Ziemlich neu:  Frauen und Mädchen in der Geschichte von Jack (30.09.19)
Recht lang:  Maria & Joshua von wa Bash (3152 Worte)
Wenig kommentiert:  Quaksundrem von leorenita (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Ätznatron verliert den Verstand und gewinnt das ewige Leben von LotharAtzert (nur 193 Aufrufe)
alle Sagen
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:

Dritte Rate Poesie, Des Zimtes Blau, in den Wässern der Fantasie
von Tannenquirlzwilling
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook
Eine Meinung: "Ich bin bei keinVerlag.de willkommen, weil ich gerne schreibe." (isina)

Rezension "Henrys Wendejahre. Roman eines Werdegangs" (2019) von Kay Ganahl

Rezension zum Thema Identität


von KayGanahl


Henrys Wendejahre. Roman eines Werdegangs
(von Buch: Kay Ganahl. Cover-Des.: Frauke Ganahl)
Kay Ganahl:      Henrys Wendejahre

                              Roman eines Werdegangs

                              Grille Verlag


Rezension

Der Autor Kay Ganahl begleitet in seinem Roman Henrys Wendejahre seinen Protagonisten Henry Schlock mit tiefem Einfühlungsvermögen bei Henrys Versuchen, nach der Wende 1989 in einem für Henry völlig veränderten Alltag sein neues Leben zu begreifen.
Vor der Wende hat Henry als Agent beim Staatssicherheitsdienst der DDR gearbeitet. Als die DDR aufhörte zu existieren, findet Henry im Westen eine Stelle als Angestellter bei der Organisation Stempel.

„Jemand wie Henry kann sich nicht so einfach als Bürger des Gegenwartsdeutschland fügen“, beschreibt der Autor Henrys berufliche und private Bemühungen, in einem einzigen Deutschland wieder so eine bedeutende Rolle zu spielen, wie er sie in der DDR ausfüllte.
Der Autor steht Henry nahe, aber er kann seinem Protagonisten nicht helfen. Kay Ganahl muss innerhalb dieser Nähe eine gewisse Distanz wahren, nur so kann er dem Leser die existenzielle Zerrissenheit des Henry nahe bringen.
Henry sucht das Äußerste: sie, seine neue Identität, die das harmonische Bild des Henry Schlock zeigt, das andere Menschen und er selbst von ihm bewundernd ansehen sollen.
Auferlegt hat der Staat DDR Henry seine alte Identität: sicher war ihm dort sein Ansehen als Agent der Staatssicherheit, ebenso seine Ehre im privaten Auftreten. Keinen Zweifel erlaubte seine Sprache an ihm selbst und an seinem damaligen Staat, dem er dienen durfte, er war ein ganzer Henry.
Die Macht des Staates machte Henrys Wertschätzung aus, die andere Menschen ihm gaben und die er sich selbst schenkte. Henrys Porträt seiner Person unterlag also einer Kontrolle, er liebte diesen Zustand.
Die DDR löste sich auf, damit kippte Henrys Leben.

Sehr einfühlsam und differenziert bringt Kay Ganahl dies dem Leser nahe.
„Ich weiß genau, warum ich lebe, die Gerissenheit meines Handelns gepaart mit der Zerrissenheit meiner Seele tragen zu einem lang andauernden wilden Erfolg bei“, sagt Henry zu sich selbst. Ein einsamer Henry klammert sich an seine Illusionen im einst geteilten Deutschland. Er meint, er müsse die kapitalistische Gesellschaftsstruktur bekämpfen, die Realität im neuen Deutschland versteht er nicht. Alte Ideale, vergangene Bilder toben in ihm, er ist nicht in der Lage, sich an etwas oder an Menschen zu binden und eine neue Identität zu wagen. Eine neue brauchbare Perspektive findet er nicht.
Henry leistet seinen Dienst bei der Bundeswehr ab, auch hier lassen ihn die Bilder der DDR nicht los. Henry sieht sich in der Bundeswehr als Agent, er sucht heimlich nach Fehlern, Mängeln, hofft auf Anerkennung.
Henry will Menschen beherrschen, in diesem Deutschland kann er sich nicht einordnen und ein Zuhause finden.
Beherrschen will er Menschen, aber niemand hat ihm dazu einen Auftrag gegeben, also gibt er auch den Menschen, denen er begegnet, nichts.

Er weiß nicht, wie sich Freundschaft anfühlt, was Vertrauen ist. Zu Freiheit und Lockerheit kann er keine Beziehung aufbauen. Der Autor vertraut dem Leser, diese Verhaltensweisen von Henry aus seinem Roman zu entschlüsseln. Mit Gertrude-Hilde vermag Henry sich nicht liebevoll zu verbinden, er zweifelt.
Der Autor führt den Leser zu der Erkenntnis: wann wird Henry erkennen, dass er sich selbst lieben darf?
Als wohltuend empfinde ich das Mitgefühl, das Kay Ganahl seinem Henry entgegen bringt.

Henry hat über seine alten inneren Bilder eine große Macht, sie haben auch über ihn Macht, weil er sie nicht los lässt, er verehrt sie. Eine fatale Abhängigkeit zwischen Henry und seinem selbst entworfenen Spiegelbild, das kein wirklicher Spiegel zeigt, ist entstanden.

Henry spiegelt sich auch in der literarischen Figur des Theo Gantenbein aus dem Roman ‚Mein Name sei Gantenbein’ von Max Frisch wider.
Henry gleicht auch dem literarischen Anatol Ludwig Stiller ais dem Roman ‚Stiller’ von Max Frisch. Anatol, Theo und Henry wissen nicht genau, wer sie sind, wo sie sich suchen sollen.

Kay Ganahl hat einen menschlich bewegenden Roman geschrieben.

Auch der Leser sucht oft nach seinem eigenen Ebenmaß.


DAGMAR WECK, BOCHUM

 
 

Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (15.09.2019)
Interessant, aber stellenweise sehr hölzern-holprig formuliert und dann noch der seltsame Zeilenumbruch ...
diesen Kommentar melden
Ralf_Renkking meinte dazu am 15.09.2019:
Mensch, Dieter, Kay hat diese Rezension nicht zur Beurteilung hier eingestellt, sondern als Anreiz, seinen Roman zu lesen.
diese Antwort melden
Dieter_Rotmund antwortete darauf am 16.09.2019:
Nein, ich halte das für ein literarisches Experiment. Ich vermute, eine Person namens "DAGMAR WECK, BOCHUM" gibt es nicht, zumal die Angabe fehlt, wo diese Rezension erschienen ist. Wer würde sich denn nach so einer sehr hölzern-holprig formulierten Buchbesprechung sich motiviert fühlen, das Buch zu lesen?
Ich mag solche Experimente!

rofl, rofl, lol, lol.
diese Antwort melden
Dieter_Rotmund schrieb daraufhin am 16.09.2019:
Außerdem auf der Seite des Grille-Verlags gefunden:

"Der Leser erhält surreale Endrücke in Henry Schlocks Gedanken- und Gefühlswelt"

"Endrücke"? Was soll denn das sein?
diese Antwort melden

KayGanahl
Zur Autorenseite
Zum Steckbrief
Zum Aktivitäts-Index
Veröffentlicht am 15.09.2019, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 15.09.2019). Textlänge: 610 Wörter; dieser Text wurde bereits 41 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.10.2019.
Was meinst Du?
Diesen Text kommentieren
Mehr über KayGanahl
Mehr von KayGanahl
Mail an KayGanahl
Blättern:
voriger Text
zufällig...
Mehr zum Thema "Identität" von KayGanahl:
Heute sphärisch durchgeistigt Ich: Güller McAngst I
Was schreiben andere zum Thema "Identität"?
Der Krieg der Welten ist nur Chor (DanceWith1Life) Amour fou (eiskimo) Mentalitätsfrage (Agneta) Gehackter Kopfsalat I. (Ralf_Renkking) Benütze alles was du hast (elvis1951) Leben (Xenia) Wie neu geboren (eiskimo) Selber (DanceWith1Life) Wenn es sich auflöst (GastIltis) Geteilte Meinung (GastIltis) und 123 weitere Texte.
Dieser Text ist höchstwahrscheinlich urheberrechtlich geschützt. mehr Infos dazu
diesen Text melden
© 2002-2019 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2019 keinVerlag.de