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Braun SK 4InhaltsverzeichnisVilma

Oase

Erzählung zum Thema Krisen


von Quoth

Es begann nun eine andere Zeit. Mit Manfred wollte Herbert nicht zusammenspielen, warf die Blockflöte in die Ecke, wollte nur noch Ravel hören, Karla Janssen und ihr Blüthner verschwanden am Horizont. Aus der Schule kommend, folgte er Klassenkameraden, die ihn zu einer Runde am Flipperautomaten in der Oase aufforderten, begann Zigaretten der Marke Eckstein zu rauchen und Bier zu trinken, und musste sich daran gewöhnen, dass Emil ihm als leuchtendes Vorbild vor Augen gehalten wurde, der all dies nicht tat. Manfred hatte über Herbert in Umlauf gesetzt, er sei ein Stricher, und dadurch sah er sich gezwungen, sich eine Freundin zuzulegen, und obgleich ihm das wie Verrat an Gudrun erschien, fragte er Elsi an, ob sie mit ihm gehen wolle. Sie lächelte breit und verlegen und sagte dann, sie sei doch mit Holger verlobt, ob er das denn nicht wisse. Holger war ein zäher, kleiner Bursche, der die Balken, die er als Zimmermann tragen musste, als Knüppel bezeichnete – Herbert wurde klar, wie wenig er mit seinen Streichholzärmchen zu bieten hatte, überhaupt kam er sich so erbärmlich und wertlos vor, dass er sich eines Abends, mit einem dicken Mädchen namens Isabel in der Oase um die Wette flippernd – sie schlug ihn dauernd – völlig betrank und am nächsten Morgen, in ihrem Bett aufwachend, furchtbar schämte, aber sie tröstete ihn mit den Worten: „Du warst richtig gut!“, nahm ihn in ihre fleischigen Arme, küsste seine Brust, zupfte an einem ersten schwarzen Haar und sagte: „Vielversprechend!“ Obgleich er den Spott darin spürte, fühlte er sich aufgerichtet und fragte Isabel, ob sie mit ihm gehen wolle. „Ich gehe mit niemandem,“ sagte sie, und man merkte, es tat ihr leid, Herbert zu enttäuschen, „ich hatte einmal einen eifersüchtigen Freund und bin froh, ihn los zu sein, nie wieder!“ Sie war Maschinenbedienerin in der Schuhwichsefabrik „Gloria“ aus preußischer Zeit, und Herbert flipperte noch ein paarmal mit ihr und landete noch ein paarmal in ihrem Bett, hörte aber damit auf, als er wegen Schmerzen beim Wasserlassen Dr. Noor aufsuchen musste, den Himmelsteiner Hautarzt. „Wo hast du dir das denn geholt?“, fragte der Doktor, und als er den Namen Isabel hörte, lachte er: „O, dieses verflixte Gonokokkenmutterschiff! Schon seit einem halben Jahr war sie bei mir nicht mehr zur Kontrolle!“ Und zum Abschied schenkte er Herbert ein Gedichtbändchen mit der Bemerkung: „Von meinem Berliner Kollegen! Viel Spaß!“

 
 

Kommentare zu diesem Text


LotharAtzert
Kommentar von LotharAtzert (14.07.2021)
Das ist das beste von dir, was ich je gelesen habe! (und nicht nur wegen des Gonokokkenmutterschiffs, aber hauptsächlich1)
tashi delek
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Quoth meinte dazu am 15.07.2021:
Vielen Dank, Lothar Atzert. Alles andere war dann eben weniger gut - aber damit muss ich leben! Gruß Quoth
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (14.07.2021)
Herrlich!
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Willibald antwortete darauf am 14.07.2021:
Mein bildungsbürgerliches ego3 zwingt mich, aus dem Echoraum von Quoths Text den Namen "Gottfried Benn" zu rufen.
Cordialimente
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Quoth schrieb daraufhin am 15.07.2021:
Danke, Dieter_Rotmund. Ja, Willibald, die "Statischen Gedichte" natürlich, Herberts Bibel für die folgenden Jahre. Gruß Quoth
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (15.07.2021)
Ja,
das gefällt auch mir sehr.
Wie liebevoll das "Mutterschiff" geschildert wird und deren Weckgerufe ...

Hier passt es mal:
Gern gelesen
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Quoth äußerte darauf am 15.07.2021:
Ich wollte Dir schon schreiben, AchterZwerg, lies Dir diesen Text doch mal durch. Du hast es von Dir selbst aus getan, und er hat Dir gefallen ... Freut mich. Gruß Quoth
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