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Mitten in Istanbul.

Anekdote


von Willibald

Istanbul.
Der Platz vor dem großen Basar wimmelt von Menschen. Edeltraud  trägt ihre Sonnenbrille,  ich den gemeinsamen Rucksack. Ein Junge von vielleicht 10 Jahren kommt auf uns zu.  Wuselig, eifrig und irgendwie würdig. An seiner Hüfte baumelt ein kleiner Schemel aus Holz. Vor dem Bauch eine Kiste mit Schuhputzzeug. Er lächelt uns an,  mustert die Sandalen der Frau, dann meine braunen Halbschuhe. Er zückt eine Bürste und ruft mit heller Stimme, die letzte Silbe des Wortes zieht er nach oben:
„Schuhwichs? Schuhwichs?“
Ich schüttle den Kopf.
„Schuhwichs. Schuhwichs?"
Ich probier es mit Schweigen.
Er setzt  wieder an.
Diesmal dehnt  er die  Wichs-Silbe.
"Schuhwichs? Schuhwichs?“
„Nein“,  sage ich, „brauche ich nicht.“
„Schuhwichs? Schuhwichs?“

„Kruzitürken“, entfährt es mir,  „ lass das. Nein.“
Der Kleine hält die Bürste vor sein Herz.
„Gebich  Garantie: Sieben Jahr.“
Das wirkt.
"Hey, okay" , sage ich und nochmal  "okay" und nochmal "Kruzitürken".
Dann  hebe ich den rechten Fuß hoch und er nimmt auf  dem Schemel Platz.

Als die Schuhe glänzen und geradezu blitzen, lächeln wir alle. Der Junge lächelt noch mehr bei der Bezahlung. Er hebt zum Gruß stolz die rechte Hand und verschwindet in den Menschenmassen.
Jemand tippt mir von hinten auf die Schulter. Ein älterer, bärtiger Mann:
"Du kein Türk", sagt er.
Ich weiß nicht so recht, wie  antworten, entschließe mich zu einem gedehnten "Waruum?".
"Bei uns", meint er und kneift ein Auge zu, "trägt Frau Rucksack."
Edeltraut  und ich  lächeln etwas unsicher. Er lacht.
"War ich in Duisburg. Dort Arbeit. Habe Kinderwage geschobe. Wann Tochter auf Arbeit. 
Doch! Ist das wahr. Macht kein Türk. Glaube mir."


So war das damals in Istanbul.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Regina (16.09.2021)
Mit Aufdringlichkeit und ein bisschen Sprachkenntnissen hat er das geschafft. Nette Anekdote über Istanbuls Schuhputzer.
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Willibald meinte dazu am 16.09.2021:
Danke für die Empfehlung, Regina. Die Stimme des Jungen habe ich noch im Ohr.
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Quoth
Kommentar von Quoth (16.09.2021)
Kannst Du nicht noch mehr über den Kleinen erzählen?
Im zweiten Wort fehlt ein l.
Gruß Quoth
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Willibald antwortete darauf am 16.09.2021:
Danke für Hinweus und Anregung.
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Quoth schrieb daraufhin am 16.09.2021:
Ja, die Bezahlung! Und hat der Erzähler dem Jungen genau das gegeben, was er verlangte - etwas mehr - oder hat er ihn herunterzuhandeln versucht?

Und hat er den alten Mann gefragt, wo in Deutschland er Deutsch gelernt hat?

Aber allmählich sprengt es das Anekdotenformat ...
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Willibald äußerte darauf am 16.09.2021:
Danke für Anregungen, carissime. Format noch nicht gesprengt jetzt. Siehst du mal drüber?
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Quoth ergänzte dazu am 16.09.2021:
Ja, rundes Stimmungsbild jetzt!
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Moja
Kommentar von Moja (16.09.2021)
Charmanter Bengel, ein echtes Verkaufstalent! Sieben Jahre Garantie, das merke ich mir, lieber Willibald. Schöne Anekdote, grüße ohne Garantie vergnügt zurück, Moja
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Willibald meinte dazu am 16.09.2021:
Freue mich über deine Freude am Text, liebe Moja.

Antwort geändert am 16.09.2021 um 18:58 Uhr
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Fridolin
Kommentar von Fridolin (18.09.2021)
... kann mich den Vorrednern voll anschließen. Sehr gelungenes Urlaubsbild, den Jungen muss man mögen. Völlig fasziniert bin ich aber noch mehr von dem Alten; er macht sprachlos, mit einem Minimum an Worten. Wenn er nicht erfunden ist, ist er ein Künstler.
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Willibald meinte dazu am 18.09.2021:
Mir geht es auch so, die Formulierungen des alten Mannes haben es in sich. Ein Deutungsspiel, wenn man will.
Danke für die Empfehlung.
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Willibald
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Veröffentlicht am 16.09.2021, 25 mal überarbeitet (letzte Änderung am 19.09.2021). Textlänge: 263 Wörter; dieser Text wurde bereits 63 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 21.10.2021.
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