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Status Autor, angemeldet seit 29.08.2018. Willibald ist zur Zeit offline offline; zuletzt online am 16.05.2021, 19:51. Letzte Veröffentlichung am 12.05.2021. Kontaktmöglichkeiten Kontaktmöglichkeiten: Kontaktformular Gästebuch - Mehr über Willibald erfährst Du in seinem Steckbrief. Willibald ist Mitglied folgender Gruppen: Kolumnen-Team Film & Fußball, Arbeitsgruppe KV 2022
Diese Seite: www.keinVerlag.de/willibald.kv
Film & Fußball Willibald schreibt auch für die Team-Kolumne
Film & Fußball Eine cineastische Mannschafts-Kolumne
Willibald ist von Beruf interessiert an Sprache und Bewusstsein. Er kommt aus Deutschland. Willibalds Muttersprache ist Deutsch.

    Über sich selbst schreibt er:
THE SPIRIT ON PLACE.

Das große, blaue W .....?
Ist ein eher unbekannter Fluss,
aber immerhin stolze 524 Kilometer lang.
Und rechts vom Bild fließt er in V-Form.




Abb.1: Mainviereck: W

In Oberfranken entspringt er gleich zweimal als Weißer und als Roter Main, durchbricht den fränkischen Jura, umschlingt die Buntsandsteingebirge von Spessart und Odenwald: Der Main, der mittels Rhein-Main-Donau-Kanal das Schwarze Meer mit der Nordsee verbindet, präsentiert sich auf der Karte wie eine Fieberkurve: horizontale Grundlinie, energisches Auf und Ab. Hier ein Viereck, da ein Dreieck, Schlangenlinien, Schlaufen, Schwünge, als tanze der Main durch Deutschlands Mitte.

Am unteren Rande des Mainvierecks links - in einer Fachwerkstadt namens Miltenberg - lebten die Eltern des Verfassers, zusammen mit ihren drei Kindern Willibald , Otto und Franz.. Drei Brüder des Vaters waren im Zeiten Weltkrieg gefallen. Er wurde als letzter männliche Nachkomme eines Bauern vom Wehrdienst freigestellt. Sein erster Sohn bekam den Namen des ältesten der drei Brüder. Man hatte den ersten Stock einer großen Sandsteinvilla gemietet. Das war die Villa Gaggell. Die Eltern sind Studierte, die Mutter Sophie Malerin, der Vater Franz Alt- und Neuphilologe. Sie durften 1947 aus Prag mit ihren Möbeln wegziehen. Nach Unterfranken. In die Kleinstadt. Fachwerkhäuser noch und noch. Die Balken angeblich mit dunkelrotem Ochsenblut gestrichen. Wir aber lebten in einem richtigen Haus , kein Fachwerk, aber auch rot.
Sandstein.
"Dieses Rot hier überall macht mich noch verrückt", sagte meine Mutter.

Das Haus war stattlich: Freistehender zweigeschossiger Walmdachbau mit Drempel, rückwärtiger Mittelrisalit und zweigeschossiger Wintergartenanbau, Sandsteinquaderfassade im Stil toskanischer Frührenaissancevillen, zweite Hälfte 19. Jahrhundert, zugehöriger verwilderter Park.
Unfassbar schön.

Im Wohnzimmer standen ringsum Shannon-Schränke: Hinter ihren Glasklappen wunderbare Bücher, Rücken neben Rücken. Es galt zwar die väterliche Maxime: "Man begegne jeglichem Buche hier mit Ehrfurcht, Sorgfalt, Andacht." Aber Willibald durfte lockerer mit den Schätzen des Vaters umgehen. Der Fünfjährige öffnete voll Freude die Klappen. Da er noch nicht lesen konnte, suchte und betrachtete er die Bilder in den Büchern. Oft stundenlang. Ab und zu zeichnete er auch ein Strichmännchen oder lächelnde Gesichter auf textarme Seiten. Staunenswert war Meyers Konversationslexikon, mattgraues Seidenpapier schützte farbige Abbildungen, knisterte gelblich, wenn man es anhob. Das darunterliegende Bild ließ seine Farben leuchten. 20 Bände mit Goldschnitt, die sechs Supplementbände auch. Richtiges Gold, ein Schatz.

Außer den Büchern mochten Vater und Mutter das Kino, das "Schlosstheater" und die "Linde", Begeistert erzählten sie von Filmen. Der katholische Filmdienst (Was ist "sehenswert"?) wurde von Ihnen aufmerksam gelesen. Den "Pastor Angelicus" (ein Film mit Papst Pius fanden sie peinlich, obwohl er - aus katholischer Perspektive natürlich - als "sehr sehenswert" galt. Manchmal besuchten sie auch Exemplare von "bedenklichen" oder "abzulehnenden" Filmen. Der Vater nannte dann den Namen "Friedrich Muckermann", die maßgebliche Kraft des katholischen Filmdienstes. Vater konnte Muckermanns Worte zitieren, zum wünschenswerten Standort des katholischen Christen:

„Im Raume des einen (sc. des katholischen Christen) erhebt sich, alles überragend, die Kirche,
im Raum des anderen der Kinopalast.
Unsere Helden sind die Heiligen,
dort triumphiert der Hochstapler.
Wir verherrlichen die Jungfräulichkeit und die christliche Familie,
dort aber herrscht die Halbwelt und die moralische Ungebundenheit.“

Rings um die Villa - the spirit of place - kreiste verwildert der Park. Die Mauern efeuüberwuchert.



Abb.2: Park

Der Schüler Willibald schloss sich einer katholischen Jugendgruppe an, der bewundernswerte, kluge Priester und Studienrat Albert S. organisierte unaufdringlich effektiv die Jugendarbeit: Man wanderte und zeltete rings um die Stadt und auch weiter weg in den wilden Wäldern des Mainvierecks, in Odenwald und Spessart. In Frankreich und Italien arbeiteten wir eine Woche in der Kriegsgräberfürsorge, zwei Wochen genossen wir dann das Land.

Der Sechzehnjährige "schaffte" in den Ferien, erstand eine gebrauchte Leica und fertigte ein frühes Selfie in schimmerndem Halbdunkel an (s. Foto im Avatar), die alterstypischen Selbstzweifel über sein Aussehen verstummten nicht.



Abb.3: Villa Gaggell, Balkon des Wohnzimmers

Der einundzwanzigjährige Willibald scheute Exaltiertes, fand Bodenhaftung im Linguistikstudium und lernte so im Gespräch mit Freunden das Vergnügen kennen, sich achtsam in Texturen umzusehen und sie zu genießen - ohne dabei auf Analyse zu verzichten.

Er hatte mittelmäßige Lehrer, sie erzählten. Gute, sie erklärten und bewiesen. Bei den sehr guten sah er, wie man schlüssig argumentieren kann. Dann gab es auch großartige Lehrer. Sie begeisterten und setzten Kräfte frei. Es mutet Willibald heute manchmal fast allzu eigen oder gar esoterisch an, wenn er - in Büchern, in Filmen, in Serien, in Bildern - kleine Energien von damals zu spüren glaubt, "ästhetische Kräftefelder" sagt Simone Hoch.

Ab und zu – so meint er – verfügen sich die Eltern aus dem Jenseits in sein Arbeitszimmer. Flügelfächelnd lächeln sie skeptisch, wenn er sich gerade über eigene oder fremde Texte beugt. Auf dem Schreibtisch zwei Lampen, eine mit schwerem Messingfuß.


.
Willibald hat bei uns bereits 80 Texte veröffentlicht. In seinen Texten aus 25 verschiedenen Genres (u.a. Essays (9), Erzählungen (7), Kurzprosatexte (5), Anekdoten (4) und Glossen (3)) beschäftigt er sich mit den Themen Liebeszauber (1), Mensch und Tier (1), Kinder/ Kindheit (1), Spaß (1) und Werbung (1) (um nur die häufigsten zu nennen) sowie vielen weiteren Themen.

Möchtest Du wissen, was Willibald gerne liest? Dann schau doch mal in seine Favoriten oder in die Liste seiner Lieblingsbücher! Oder wirf mal einen Blick in die Liste der von Willibald abgegebenen Kommentare oder seine Beiträge zu bzw. Antworten auf Kommentare anderer! Übrigens: Zuletzt (also am 11.05.2021) hat Willibald Wie ich zur Wahrheit kam – Versuch 1 im neuen Schweizer Blauvöglistyl von LotharAtzert gelesen und kommentiert...
Meinungen anderer Autoren zu Willibald und seinen Texten:
  • FeribaldZuGotthüthausen schrieb am 03.09.2018: " Angenehm." - Antwort von Willibald am 24.01.2019: "Freut mich."
  • Dieter_Rotmund schrieb am 31.08.2018: " Kriegt man überhaupt noch Filme für die Leica?" - Antwort von Willibald am 31.08.2018: "Damals sowieso, heute z.B. Tri-X 400. greetse qn Dieter ww"
  • OliverManfred schrieb am 30.08.2018: " Urgestein aus der virtuellen Forenwelt, das Schreibfreude, konstruktive Kritik und punktgenaue Beobachtung in sich gekonnt vereint." - Antwort von Willibald am 03.05.2019: "Danke an Oliver."
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