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zum Steckbrief von Willibald zur Galerie von Willibald verifizierter Nutzer Willibald


Status Autor, angemeldet seit 29.08.2018. Willibald ist zur Zeit offline offline; zuletzt online am 25.11.2020, 16:07. Letzte Veröffentlichung am 17.11.2020. Kontaktmöglichkeiten Kontaktmöglichkeiten: Kontaktformular Gästebuch - Mehr über Willibald erfährst Du in seinem Steckbrief. Willibald ist Mitglied folgender Gruppen: Kolumnen-Team Film & Fußball
Diese Seite: www.keinVerlag.de/willibald.kv
Film & Fußball Willibald schreibt auch für die Team-Kolumne
Film & Fußball Eine cineastische Mannschafts-Kolumne
Willibald ist von Beruf interessiert an Sprache und Bewusstsein. Er kommt aus Deutschland. Willibalds Muttersprache ist Deutsch.

    Über sich selbst schreibt er:
THE SPIRIT ON PLACE.

Das ist ein eher unbekannter Fluss,
aber immerhin stolze 524 Kilometer lang.




Abb.1: Mainviereck: W

In Oberfranken entspringt er gleich zweimal als Weißer und als Roter Main, durchbricht den fränkischen Jura, umschlingt die Buntsandsteingebirge von Spessart und Odenwald: Der Main, der mittels Rhein-Main-Donau-Kanal das Schwarze Meer mit der Nordsee verbindet, präsentiert sich auf der Karte wie eine Fieberkurve: horizontale Grundlinie, energisches Auf und Ab. Hier ein Viereck, da ein Dreieck, Schlangenlinien, Schlaufen, Schwünge, als tanze der Main durch Deutschlands Mitte.

Am unteren Rande des Mainvierecks in einer Fachwerkstadt namens Miltenberg lebten die Eltern und Willibald mit seinen zwei jüngeren Brüdern Otto und Franz im ersten Stock einer großen Sandsteinvilla zu Miete. In der Villa Gaggell. Die Eltern hatten studiert, die Mutter Sophie Malerei an der Kunstakademie, der Vater Franz Alt- und Neuphilologie in Prag. Sie durften 1947 ausreisen, mit ihren Möbeln. Nach Unterfranken. In die Kleinstadt. Fachwerkhäuser noch und noch. Die Balken angeblich mit dunkelrotem Ochsenblut gestrichen. Wir aber lebten hinter rotem Sandstein.

Im Wohnzimmer des neuen Heims standen ringsum Shannon-Schränke: Hinter ihren Glasklappen warteten Bücher. Es galt die Maxime: "Man begegne jeglichem Buche hier mit Ehrfurcht, Sorgfalt, Andacht." Aber Willibald durfte ohne weiteres die Klappen öffnen; da er noch nicht lesen konnte, suchte und betrachtete er die Bilder in den Büchern. Manchmal stundenlang. Ab und zu zeichnete er auch ein Strichmännchen mit lächelndem Gesicht auf textarme Seiten. Staunenswert war ihm Meyers Konversationslexikon, mattgraues Seidenpapier über farbigen Abbildungen, knisternd, wenn man das darunterliegenden Bild aufdeckte. 20 Bände mit Goldschnitt, die Supplementbände auch.

Außerdem mochten Vater und Mutter das Kino und konnten begeistert von Filmen erzählen, die vom katholischen Filmdienst als "sehenswert" eingestuft wurden, Den "Pastor Angelicus" ("zu empfehlen") fanden sie peinlich, manchmal erzählten sie auch von den "bedenklichen" oder "abzulehnenden" Filmen. Der Vater nannte dann sinnend den Namen "Friedrich Muckermann", das war der maßgebliche Filmpublizist des katholischen Filmdienstes. Deutliche Worte fand er zur Positionierung des katholischen Christen und der anderen:

„Im Raume des einen erhebt sich, alles überragend, die Kirche,
im Raum des anderen der Kinopalast.
Unsere Helden sind die Heiligen,
dort triumphiert der Hochstapler.
Wir verherrlichen die Jungfräulichkeit und die christliche Familie,
dort aber herrscht die Halbwelt und die moralische Ungebundenheit.“

Der Vater schmunzelte. Rings um die Villa - the spirit of place - kreiste ein verwilderter Park. Die Mauern efeuüberwuchert.



Abb.2: Park

Der Schüler Willibald schloss sich einer katholischen Jugendgruppe an, der bewundernswerte, kluge Priester und Studienrat Albert S. organisierte unaufdringlich effektiv die Jugendarbeit: Man wanderte und zeltete rings um die Stadt und auch weiter weg in den wilden Wäldern des Mainvierecks, im Odenwald und im Spessart. In Frankreich und Italien arbeiteten wir eine Woche in der Kriegsgräberfürsorge, zwei Wochen genossen wir dann das Land.

Der Sechzehnjährige "schaffte" in den Ferien, erstand eine gebrauchte Leica und fertigte ein frühes Selfie in schimmerndem Halbdunkel an (s. Foto im Avatar), was aber die alterstypischen Selbstzweifel über sein Aussehen nicht zum Verstummen brachte.



Abb.3: Villa Gaggell, Balkon des Wohnzimmers

Der einundzwanzigjährige Willibald scheute Exaltiertes, fand Bodenhaftung im Linguistikstudium und lernte so im Gespräch mit Freunden das Vergnügen kennen, sich achtsam in Texturen umzusehen und sie zu genießen - ohne dabei auf Analyse zu verzichten.

Er hatte mittelmäßige Lehrer, sie erzählten. Gute, sie erklärten und bewiesen. Bei den sehr guten sah er, wie man schlüssig argumentieren kann. Dann gab es auch großartige Lehrer. Sie begeistern und setzen immer noch Kräfte frei. Es mutet Willibald heute manchmal fast allzu eigen oder gar esoterisch an, wenn er - in Büchern, in Filmen, in Serien, in Bildern - kleine Energien von damals zu spüren glaubt, "ästhetische Kräftefelder" sagt Simone Hoch.

Ab und zu – so meint er – verfügen sich die Eltern aus dem Jenseits in sein Arbeitszimmer. Flügelfächelnd lächeln sie skeptisch, wenn er sich gerade über eigene oder fremde Texte beugt. Auf dem Schreibtisch zwei Lampen, eine mit schwerem Messingfuß.


.
Willibald hat bei uns bereits 71 Texte veröffentlicht. In seinen Texten aus 25 verschiedenen Genres (u.a. Essays (9), Erzählungen (7), Kurzprosatexte (5), Anekdoten (4) und Skizzen (3)) beschäftigt er sich mit den Themen Liebeszauber (1), Mensch und Tier (1), Kinder/ Kindheit (1), Kultur (1) und Spaß (1) (um nur die häufigsten zu nennen) sowie vielen weiteren Themen.

Möchtest Du wissen, was Willibald gerne liest? Dann schau doch mal in seine Favoriten oder in die Liste seiner Lieblingsbücher! Oder wirf mal einen Blick in die Liste der von Willibald abgegebenen Kommentare oder seine Beiträge zu bzw. Antworten auf Kommentare anderer! Übrigens: Zuletzt (also am 25.11.2020) hat Willibald Himmelsstürmer von Quoth gelesen und kommentiert...
Meinungen anderer Autoren zu Willibald und seinen Texten:
  • FeribaldZuGotthüthausen schrieb am 03.09.2018: " Angenehm." - Antwort von Willibald am 24.01.2019: "Freut mich."
  • Dieter_Rotmund schrieb am 31.08.2018: " Kriegt man überhaupt noch Filme für die Leica?" - Antwort von Willibald am 31.08.2018: "Damals sowieso, heute z.B. Tri-X 400. greetse qn Dieter ww"
  • OliverManfred schrieb am 30.08.2018: " Urgestein aus der virtuellen Forenwelt, das Schreibfreude, konstruktive Kritik und punktgenaue Beobachtung in sich gekonnt vereint." - Antwort von Willibald am 03.05.2019: "Danke an Oliver."
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Lesetipps:
Himmelsstürmer von Quoth, Fabelhafte Fabeln von EkkehartMittelberg, Spalierobst von Quoth.
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