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Ein Hauch von Zwiebeln

Kurzgeschichte zum Thema Allzu Menschliches


von Skala

Das Messer in ihrer Hand fühlte sich angenehm kühl an, und es durchtrennte die helle Knolle auf dem Schneidebrett, als handele es sich um weiche Butter. Ein energischer Querschnitt, dann zerteilte Eloise die erste Hälfte der Zwiebel in Ringe. Fahrig wischte sie sich mit dem Handrücken über die Augen, die den reizenden Substanzen sogleich Tribut zollten. Die Nase hochziehend legte sich Eloise die zweite Hälfte zurecht  und führte das Messer in die Nähe ihrer Finger, ohne zu sehen, wo genau sie den Schnitt setzte.
Sie sah das Blut, bevor sie den Schmerz spürte. Reflexartig steckte sie ihren Finger in den Mund, schmeckte Eisen mit Zwiebeln, oder Zwiebel mit Eisen.
„Eisenartiger Zwiebelgeschmack“, sagte sie laut zu sich selbst und lachte, ein einsames, hysterisches Geräusch in der hellen Küche, die von der Arbeitsfläche, auf der sich sowohl unberührte Zwiebeln, als auch bereits gewürfelte stapelten, abgesehen fast steril wirkte. Ein Tropfen Speichel, mit ihrem eigenen Blut vermischt, lief beim Lachen aus ihrem Mundwinkel und sie beeilte sich, ihn fortzuwischen. Die ersten Gäste mussten bald schon kommen, da durfte sie nicht aussehen, wie einem Vampirfilm entsprungen.
Ein Heftpflaster um den Finger und das Zwiebelschneiden konnte seinen Lauf nehmen. Sie hatte erst die Hälfte der für das Rezept erforderlichen Menge geschält und geschnitten. Schale um Schale landete im Mülleimer, bis Griegs „Morgenstimmung“ durch die Wohnung hallte. Mit dem Messer in der einen und der gerade geschälten Zwiebel in der anderen Hand verließ Eloise die Küche und drückte den Knopf für den Türöffner mit dem Ellbogen ohne nachzufragen, wer Einlass begehrte. Sie wusste es ohnehin.
„Eloise, Kind.“ Ihre Mutter nannte jeden „Kind“, der noch nicht mit Krampfadern kämpfte. Der Fliederduft ihres Parfums erreichte Eloises Nase, bevor ihre Eltern die Küche betreten hatten, und vermischte sich mit dem Hauch von Zwiebeln zu einer olfaktorischen Kuriosität. Einen Augenblick später fand sie sich in einer raschelnden Umarmung aus sorgfältig dauergewellten Löckchen und altrosa Seidenstoff wieder.
„Hallo, Mutter.“
Sie wurde auf Abstand gehalten, eine Armlänge, von oben bis unten aus tränenschimmernden Augen taxiert, die noch genauso gut jeden kleinen Makel erkennen konnten, wie vor dem Tag, an dem Eloise ihr neues Leben begonnen hatte. „Wie geht es dir?“
Eloise nickte, deutete auf ihre geröteten Augen, die nassen Spuren auf ihren Wangen. Aus dem Speisezimmer drang leises Geklapper an ihr Ohr.
„Ich habe deinem Vater gesagt, er soll schon den Tisch decken, das gute Geschirr steht immer noch ganz unten, nicht wahr?“, flüsterte ihre Mutter. Eloise nickte.
„Meinst du, du schaffst das? Es ist nicht gerade üblich, einen Leichenschmaus, Verzeihung, eine Trauerfeier zu Hause auszurichten.“ Ein drittes Mal nickte Eloise, mit tapferer Miene.
„Kind, ich weiß, Herb war dein Ehemann. Aber er hatte doch auch ein gesegnetes Alter…“
Eloise schlug die Augen nieder.
„Übrigens finde ich es eine ganz reizende Idee, die Trauerfeier zu Hause, im kleinen Kreis auszurichten. Nur sag: Wofür die ganzen Zwiebeln?“
„Zwiebelkuchen.“ Eloise sprach leise, fast ein Flüstern. „Er hat ihn geliebt. Wir beide. Er wollte die letzten Wochen nur noch meinen Zwiebelkuchen zu Mittag.“
„Kind, so eine schöne Geste.“ Ihre Mutter beugte sich über ihre Schulter. „Hast du das Rezept da, dann kann ich dir zur Hand gehen. Danke.“ Sie las mit hochgezogenen Augenbrauen. „Hast du dich denn nicht leidgegessen, die letzten Wochen? Nein? Ach, es ist ja die Geste, die zählt. Lass mich dir helfen, die anderen Gäste müssen bald ankommen.“
Eloise nickte ein weiteres Mal. Mit dem Rücken an den Kühlschrank gelehnt beobachtete sie ihre Mutter, wie sie mit ihr und zugleich mit niemand Bestimmten redend die Zutaten zusammen suchte. Irgendwie freute sie sich auf den Zwiebelkuchen, den ersten seit Wochen, den sie wieder selbst zu sich nehmen würde.


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Kommentare zu diesem Text


Kommentar von fragilfluegelig (49) (29.09.2012)
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Skala meinte dazu am 29.09.2012:
Hach, ohne die Zwischenstücke liest sich das jetzt seeehr maka-bärig, danke dafür. Fluffig-leicht gefällt mir auch. Hach. Und der ganze Kommentar und das Lob. Dankööö! LG, Ranküüü.
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princess
Kommentar von princess (29.09.2012)
Hallo Ranky,

also, wenn du schon mal eine Protagonistin mit dem holden Namen Eloise erschaffst, dann wette ich bereits im zweiten Satz, dass der Verlauf der Geschichte mit mindestens einer Überraschung aufwarten wird! Meine so geartete quasi zwiebulöse Vermutung wird durch einen Lachanfall an dieser Stelle
Ihre Mutter nannte jeden „Kind“, der noch nicht mit Krampfadern kämpfte
kurzfristig ins Abseits gedrängt. Und gerade in dem Moment, da ich schon fast nicht mehr mit einer fiesen Wende rechne ...! Pah!

Und nun haue ich flott ab hier. Wer weiß, was du sonst noch so vor hast!

Tolle Geschichte!

Liebe Grüße, Ira
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Skala antwortete darauf am 29.09.2012:
Verehrteste Prinzessin, der Name "Eloise" entsprang meinem kleinbürgerlichen Kopfe nur aufgrund eines - eigentlich recht lahmen - Papa-ja-Papa-nein-Filmes mit Ken Duken und Cosma Shiva Hagen sowie einigen weiteren schillernden Gestalten der deutschen Film- und Musikszene, den ich mir einen Abend vor Verfassen angesehen hatte. In diesem Film gab es das Dreamteam "E und E, Eddy und Eloise", und ich war fast versucht, dem abgelebten Herb den Namen Eddy zu verpassen. Selbiges erschien mir dann doch etwas zu profan (Wobei Herb... lassen wir das. Ich sag mal so. Two and a Half Men.)
Ansonsten danke ich ehrerbietigst für Ihr Lob und versichere, keine irrsinnigen Pläne auszuhecken - momentan zumindest nicht.
Grinsend, Ranky.
Oh, Pe-Ess, zu den Krampfadern: Eigentlich wollte ich erst "Orangenhaut" schreiben, aber dann schlichen sich sowohl meine eigenen als auch die Schenkel diverser Altersgenossinnen in meine Gedanken...
(Antwort korrigiert am 29.09.2012)
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Kommentar von Scrag (24) (01.10.2012)
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Kommentar von Festil (59) (22.11.2012)
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Skala schrieb daraufhin am 23.11.2012:
Herrlich ist das Gegenstück zu Dämlich, oder...?
Danke!
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Kommentar von ues (34) (11.02.2013)
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Skala äußerte darauf am 23.03.2013:
Ich brauche eindeutig ein buntblinkendes Kommentarfrühundspätwarnsystem, sonst entgehen die mir noch. Aber trotz leichter Verspätung jetzt noch ein liebes Dankeschön für Lob und Kommentar an sich.

Zwiebelige Grüße, Skala.
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Dies ist ein Erzählung des mehrteiligen Textes gesammelte Prosa.
Veröffentlicht am 29.09.2012, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 01.10.2012). Textlänge: 605 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.368 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.05.2021.
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