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Hildegard zahlt

Text zum Thema Widerstand


von Rudolf

Sonntag, 8.9.13

Ich überlege noch, ob das letzte Schreiben aus Köln ein Widerspruchsbescheid ist, gegen den ich klagen kann, da flattert der nächste „Beitrags- / Zahlungsbescheid“ ins Haus. Es wurden weitere 8,00 € aufgeschlagen, d.h. die vom öffentlich-rechtlichen System geforderte Summe setzt sich mittlerweile aus dem Rundfunkbeitrag und zweimal 8,00 € zusammen, da wir bisher nicht gezahlt haben: 177,82 €. So einfach ist das, wenn man sich öffentlich-rechtlich nennt.

Für etwas, was ich nicht nutze, wird mir Geld abverlangt, und weil ich nicht zahle, werden weitere willkürliche Beträge aufgeschlagen. Das Ganze vor der Drohkulisse eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens mit bis zu 1.000 € Strafe.

Ich koche innerlich und plane die Abmeldung der Wohnung und meine Auswanderung. Zahlen kann ich nicht, will ich nicht und werde ich nicht.

„Das bringt doch nichts. Ich verstehe Deine Wut und unterstütze den Widerstand, aber jetzt zahlen wir erst einmal, um weitere unnötige Kosten zu vermeiden“, redet Hildegard mir ins Gewissen.

„Ich kann nicht und werde nicht zahlen. Niemals. Es kann nicht sein, dass wir gezwungen werden Rundfunkbeitrag zu zahlen, ohne dass wir einen einzigen Fernseher besitzen. Eine Wohnung ohne Fernseher ist keine Ordnungswidrigkeit!“, halte ich trotzig dagegen.

„Gib mir den Bescheid, dann zahle ich eben“, redet sie mir besänftigend zu.

Es brodelt in mir, aber ganz hinten im Kopf gibt ihr eine leise Stimme recht. Ich beschließe auf dem Boden der demokratischen Grundordnung alle Rechtsmittel auszuschöpfen, aber ich werde mich nicht von Hildegard abspalten lassen. Unsere Beziehung ist heilig, kein Staat der Welt darf sich da rein drängen.

Ich gebe Hildegard den Bescheid. Sie leitet die Überweisung ein.



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Kommentare zu diesem Text


EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (16.12.2013)
Die Inkonsequenz ist gut nachvollziehbar.
LG
Ekki
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loslosch
Kommentar von loslosch (16.12.2013)
ich denke, das problem liegt beim internet. jetzt zahlt man ja voll, ob mit oder ohne fernseher. hättest du kein internetfähiges gerät, könntest du gewinnen. aber so ...?

selbst ohne mikro und lautsprecher kannst du quasi teletext lesen. und jetzt die GROKO!
(Kommentar korrigiert am 16.12.2013)
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Kommentar von MarieM (55) (16.12.2013)
Es ist schon eine seltsam makrabe Welt, in der Menschen Schulden bekommen können, ohne etwas bestellt/gekauft/genutzt zu haben, und mit erheblichen Repressalien zu rechnen haben, wenn sie sich dieser "Schuld" erwehren.

Hildegards Worte

„Das bringt doch nichts. Ich verstehe Deine Wut und unterstütze den Widerstand, aber jetzt zahlen wir erst einmal, um weitere unnötige Kosten zu vermeiden“, redet Hildegard mir ins Gewissen.


bedeuten natürlich nicht die Unterstützung des Widerstandes, sondern dessen Unterwanderung.
Vermutlich berechnen die Institute Reaktionen wie Hildegards
und ihres Widerständlers mit ein. Manipulation, Suggestion - Angst machen, das wirkt.

Schad!

LG
Marie

PS: Gut geschrieben ists, nicht zu viel, nicht zu wenig!
(Kommentar korrigiert am 16.12.2013)
(Kommentar korrigiert am 16.12.2013)
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Rudolf
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Veröffentlicht am 16.12.2013, 2 mal überarbeitet (letzte Änderung am 29.12.2013). Dieser Text wurde bereits 728 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 23.11.2017.
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