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Die_Svenja (Sven Baum)

Erzählung zum Thema Selbstverwirklichung


von toltec-head

Alles Nazis außer Mutti

Madam
Läßt Sie sich informieren
Gar Schreckliches wird ihr passieren
Man möchte Sie vor Menschenreihen
Alsbald von Ihrem Kopf befreien
Ist so Geschichte
wird passieren
Darf ich hernach Sie penetrieren
Ins Wortloch über Ihrem Kinn
Auch halte ich Sie gut im Sinn


Dieses Gedicht stammt aus seiner letzten Phase, als er nicht mehr einzuordnen war. Seine Metamorphosen begannen allerdings als missratener Sohn von Petra M. Baum und als Nazi. Seine Mutter verschluckte sich am Fencheltee als er 14jährig mit Glatze und Springerstiefeln auf einmal vor ihr im Wohnzimmer stand.

Holde Maid
Darf ich wagen
So ihr Ränzelein zu tragen
Ihre Unschuld scheint zu trüben
So bitt ich recht mich zu entbüben


Petra war damals gerade mit der Kompilation ihres bekannten Gedichtbands  "Binde mein Herz an den Tautropfen einer Rose" beschäftigt, aus dem auch das Gedicht "Augen der Stille" stammt. 20 Jahre später lesen wir aus der Feder ihres Sohnes:

Deine Augen
Ich würde sie gerne in den Mund nehmen
Ständig lutschen daran lecken
Sie unbedingt an meine Eier hängen
Unter meine Vorhaut stecken


Als er sein Kinderzimmer mit Hakenkreuzen und Postern von Michael Kühnen vollzutapezieren begann, wusste sich Petra nicht mehr anders zu helfen und wandte sich an das Jugendamt, wo sich eine Phalanx an Sozialhelfern an Sven abzuarbeiten begann. Ihr Erfolg: nationaler Untergrund mit 19. Mit 20 dann der aufsehenerregende sogenannte Dönermord von Nienburg. Seine Mutter erleidet einen Nervenzusammenbruch, schreibt aber während dieser Zeit (nach Meinung mancher) ihre besten Gedichte, so zum Beispiel die bekannte Ode auf eine Geranie. Sven wird verurteilt, kommt ins Gefängnis und wird dort innerhalb einer Woche Opfer einer brutalen Gruppenvergewaltigung, bei der ihm ein Besenstiel derart bestialisch in den Anus geschoben wird, dass er die nächsten Wochen zunächst einmal auf Krankenstation zubringt. Danach tritt eine totale Wesensänderung bei ihm ein. Ein Gefängnispsychiater überzeugt ihn davon, seine weibliche Anima bislang vollständig vernachlässigt zu haben, was frei nach Rüdiger Dahlke nicht nur zu Feigwarzen und Hämorrhoiden sondern auch zu einem fatalen Ungleichgewicht zwischen linker und rechter Gehirnhälfte geführt habe. Sven dringt tiefer und tiefer in seine Anima ein und stößt zu der Auffassung vor Frau zu sein. Es kommt zu einer krankenkassenärztlich abgesegneten Geschlechtsumwandlung im Gefängnis, die jedenfalls insoweit von Erfolg gekrönt ist, als seine Mitinsassen von nun an die Finger von ihm lassen. Dafür beginnt Svenja jetzt zu malen, schließlich kommt es auch zu ersten Schreibversuchen. Petra, die insoweit durchaus hart im Nehmen ist, findet die Gedichte, die ihre Tochter ihr in einer Besuchsstunde unter 4 Augen zeigt, (O-Ton) "puren Kitsch". Durch Petra wird Svenja aber schließlich auf die Möglichkeit aufmerksam auf LitForen zu veröffentlichen, wovon sie im nächsten Jahrzehnt reichlich Gebrauch macht, so dass sie schließlich noch vor ihrer Mutter als "Königin der Menstruationslyriker im Internet" gehandelt wird. Die Konkurrenzsituation zu ihrer Mutter eskaliert, die beiden reden kein Wort mehr miteinander, machen sich gegenseitig mittels Sockenpuppen die Texte schlecht, werden aus allen Foren geworfen bis auf die führerlos dahindämmernde "Goldene Feder", die nach kurzer Zeit nur noch von ihnen beiden bestückt wird. Zum Entsetzen ihrer Mutter erscheint im selben Verlag wie  "Binde mein Herz an den Tautropfen einer Rose" Svenjas Gedichtband "Rot" und kurze Zeit später die Bände "Grün", "Blau" und "Gelb".

Mit 40 wird Svenja wegen guter Führung entlassen. Penis- und mutterlos, Petra ist inzwischen gestorben, besinnt er sich auf sein Mannsein und macht seine dritte Metamorphose zu einer Mischung zwischen Buddha und Charles Bukowski durch.

In stillen Nächten weint ein Mann
weil er sich erinnern kann


Seine Gedichte machen nun, wie Georg Diez im SPON meint, ratlos:

Wenn irgendwer mich reiten will?
die Leute streiten aus der Still
weilt ein wenig und doch schon
meldet sich des Nachbars Sohn
du alte Schlampe mußt auch kaun
für den kaputtgetretenen Zaun


Er säuft, trauert seinem Penis und seiner Mutter hinterher, heiratet seine Sozialhelferin, die er mittels einer ganzen Kohorte ausgefallenster Dildos koitiert und die darob sehr zufrieden ist, da es das erste Mal ist, dass sie überhaupt jemand koitiert.

Geh ich vor der Nacht zur Ruh
Deck ich mich mit Schwermut zu
Die helle Welt will mir nicht glücken
Muß mich mit Finsternis verzücken


Schließlich jagt er sich eine Kugel durchs Hirn. Die Sozialhelferin gibt sämtliche Gedichte Sven Baums aus allen seinen Schaffensperioden unter dem Titel "Tanz den Ernst Jünger" heraus, wofür er nachträglich mit dem Eichendorff-Preis geehrt wird. Im Rückblick erscheint auch sein größter Kitsch als ultimativer Pulp. Seine Fangemeinde im Internet wird von Jahr zu Jahr größer. Naturbegräbnis in Nienburg.

Anmerkung von toltec-head:

Alle Zitate aus:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kolumne-von-georg-diez-ueber-die-gedichte-von-till-lindemann-a-926106.html


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (10.08.2016)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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toltec-head meinte dazu am 12.08.2016:
Ich bin nicht Kishon oder Sätzer.
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Graeculus (69) antwortete darauf am 12.08.2016:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Ansätze zu einem ersten SpaziergangInhaltsverzeichnisMit dem Zahnfleisch schreiben
toltec-head
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Foren-Träumereien eines einsamen Literatur-Touristen.
Veröffentlicht am 10.08.2016, 8 mal überarbeitet (letzte Änderung am 06.12.2016). Textlänge: 744 Wörter; dieser Text wurde bereits 554 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.11.2019.
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