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Ausstellung

Gedicht


von unangepasste

Worte brannten
in meine Stirn.

Am Waschtag
flattert meine Haut
an der Leine.

Schwarz auf weiß
biegt sich das Ausrufezeichen
im Wind.

Doch vor meinen Lippen
endet die Schrift.

Anmerkung von unangepasste:

2014


 
 

Kommentare zu diesem Text


Dieter Wal
Kommentar von Dieter Wal (14.04.2017)
Sehr schöner intensiver Text.

Gelungene Synästhesien, wenn Wäschewaschen, Innen und Außen, Reinigen und Trocknen zu einem Gedicht über Verarbeitung einer Gesprächssituation wurde, wobei auffällt, dass das lyrische Ich zum Stummsein verdammt scheint. Der Autor äußert sich möglicherweise nicht im direkten "Dialog", sondern schrieb einen Text über Verarbeitung und veröffentlicht ihn nach drei Jahren.

Ausrufezeihen verbiegen sich zu Fragezeichen. Das Ich steht buchstäblich daneben. Weiß nicht, wie die Worte, ein Wort einzuschätzen, fühlt sich mit sich und seiner Umwelt alleingelassen. Wie war etwas gemeint? Was bedeutet es, falls es richtig verstanden worden sein sollte, im Zusammenhang? Welche Zusammenhänge meinte das Gegenüber? Was wollte es, was will es, was kann es, was kann es nicht, was will ich, was will ich nicht? Totale Ambivalenz.
(Kommentar korrigiert am 14.04.2017)
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Dieter Wal meinte dazu am 15.04.2017:
"Doch vor meinen Lippen
endet die Schrift,
und immer wieder
atme ich
die dunkle Farbe."

In meinen Augen eine Verschlimmbesserung, weil durch die Hinzufügung von "dunkle" meine vorherige Lesart mit Farben und bunter Wäsche an einer Leine verhindert wird. Ich bevorzuge eine solche Variante:

Doch vor meinen Lippen
endet die Schrift,
und ich atme Farbe.

Der genannte Wortlaut ist für mich dabei unerheblich. Es geht mir um ein möglichst anschauliches Beispiel.
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unangepasste antwortete darauf am 15.04.2017:
Dunkel oder nicht - es geht eigentlich nicht anders, wenn von "Schwarz" gesprochen wird. Da es sich jedoch aus dem Kontext ergibt, wäre es vermutlich in der Tat entbehrlich.
Vielleicht so?

Doch vor meinen Lippen
endet die Schrift.
Mit jedem meiner Schritte
atme ich die Farbe.
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Dieter Wal schrieb daraufhin am 08.11.2018:
Ausstellung


Worte brannten
in meine Stirn.

Am Waschtag
flattert meine Haut
an der Leine.

Schwarz auf weiß
biegt sich das Ausrufezeichen
im Wind.

Doch vor meinen Lippen
endet die Schrift.


Deine aktuelle Version ist in meinen Augen perfekt.
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W-M
Kommentar von W-M (14.04.2017)
sehr schön, und gut. ich frage mich, ob nicht das ganze gedicht ins präteritum gesetzt werden könnte? der zeitwechsel von der ersten zur zweiten strophe ist mir ohnehin nicht ganz klar, scheinen sie doch weder zeitlich noch kausal oder final eine kette zu bilden? dann frage ich mich weiter, ob die letzte strophe nicht ganz entfallen könnte? die Farbe atmen könnte ich mir dann sehr gut als Titel des gedichtes vorstellen?! dieses ob ich jemals ... am ende lässt das gedicht meines erachtens etwas abflachen. die endende schrift vor den lippen würde mir als schluss genügen.
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Irma äußerte darauf am 14.04.2017:
Also ich hänge mich hier jetzt mal komplett mit bunter Wäscheklammer an Werners gesponnene Leine an: Die letzten beiden Verse sind entbehrlich und das "Farbe athmen" wäre ein intensiver und frischer Titel.

Beim wie eine Leine durchgehenden Präteritum als Zeitform würde die Haut auch durch das zusätzliche "-e" noch deutlich länger an der Leine flattern können: "flattert-e meine Haut". Und ein "o" im "bog sich das Ausrufezeichen" wäre doch , im Gegensatz zum "ie" von "biegt", allein schon graphisch ein halbes Fragezeichen.

Vor den Lippen sollte schließlich enden, was enden will. LG Irma :-)
(Antwort korrigiert am 14.04.2017)
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unangepasste ergänzte dazu am 14.04.2017:
Danke für eure Kommentare. Ja, das mit dem "jemals" finde ich auch noch nicht ideal. Entweder ich streiche zumindest dieses Wort oder die ganze Strophe.
Das Präteritum macht es für mich allerdings weniger lebendig. In meinen Augen ist es durchaus möglich, in der ersten Strophe eine Vorzeitigkeit herzustellen (=sind jetzt in meine Stirn gebrannt), beim Rest aber dann ein unmittelbareres Erleben durch das Präsens herzustellen.
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Irma meinte dazu am 14.04.2017:
O. k., also kein Präsens.

Doch vor meinen Lippen
endet die Schrift,
und immer wieder
atme ich
die Farbe.

Was hältst du, jetzt nach der Titeländerung von:

Vor meinen Lippen
endet die Schrift,
doch ich werde weiter

(*zum Titel zurückkehrend*) LG Irma :-)
(Antwort korrigiert am 14.04.2017)
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unangepasste meinte dazu am 14.04.2017:
Im Grunde eine gute Idee, aber ich glaube, für mich fühlt es sich dann doch eher wie ein abruptes Ende denn wie ein Kreislauf an.
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Irma meinte dazu am 14.04.2017:
Und einfach den letzten Vers ("die Farbe") weglassen und mit "und immer wieder / atme ich" enden?
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unangepasste meinte dazu am 14.04.2017:
Gefällt mir besser. Ich muss mal noch überlegen. Um die Wiederholung zwischen Titel und Text zu vermeiden, vielleicht doch eher ausformuliert, aber umschrieben, z. B.

Doch vor meinen Lippen
endet die Schrift,
und immer wieder
atme ich das Dunkle
aus den Zeilen.
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MarieT (58) meinte dazu am 14.04.2017:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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unangepasste meinte dazu am 14.04.2017:
Danke für deine Anregungen. Ich muss es mir noch mal durch den Kopf gehen lassen, auch die unten vorgeschlagene Umstellung (die das Ausrufezeichen / Fragezeichen dann etws aus dem Nichts kommen lässt) ...
Davor war der Titel "Ausstellung".
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MarieT (58) meinte dazu am 14.04.2017:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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unangepasste meinte dazu am 15.04.2017:
Ich fand den ursprünglichen Titel auch passend. Aber ich kann verstehen, dass "Farbe atmen" mehr Leserblicke auf sich zieht. "Ausstellung" ist eher ein schlichter Titel, der untergeht. Hat beides seine Vor- und Nachteile - ich muss den Text noch mal weglegen, um mich endgültig zu entscheiden.
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W-M meinte dazu am 15.04.2017:
ja, lass Dir noch einmal alles durch den kopf gehen
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MarieT (58) meinte dazu am 16.04.2017:
Diese Kommentarantwort ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Augustus
Kommentar von Augustus (14.04.2017)
Es wird von Erlebnissen oder höheren und schöne Sinnzusammenhängen gedacht, die scih deswegen eingebrannt hatten. Der Waschttag bedeutet aber auch ein Abbrennen dieser intensiven Erlebenisse. Der Waschtag ist ein psychicher Zustand, der besagt, dass jedes intensive Erlebnis, ob durch Worte ausgelöst oder Taten, sich früher oder später in einen neutralen Urzustand zurückversetzt. Der Waschtag ist hier dafür sehr gut gewählt.
Darüber hinaus wird der Wert auf die Bedeutung von schwarz und weiß und die Wandlung vom Ausrufezeichen zum Fragezeichen, gelegt. Es wird impliziert, dass ab einem bestimmten Punkt eine gewisse Monotonie im Leben eintritt, bzw. ein Wechsel von einer zur anderen Monotonie statfindet; die letztlich in Frage gestellt wird. Die Verse sind dafür auch gut gedacht.
Weiterhin spricht das Gedicht von der Unmöglichkeit die Schrift nach Außen zu transportieren. Das Erlebte des Einzelnen, das auch im Grunde dem Kollektiv zugute kommen könnte, bleibt ungesagt, verschlossen für andere, wie eine Schatzkiste, für die niemand den Schlüssel hat, wie das Ich selbst? Wobei genau das Gedicht hier als ein anderes Mittel zu verstehen ist, das diese Barriere umgeht. Um den Begriff Farbe besser zu verstehen, müsste man hier von den Farben schwarz und weiß ausgehen, die für zwei unterschiedlichen Monotonien stehen. Interessant ist, dass in der Farbpalette, schwarz und weiß, die äußeren Extremen bilden, während "die Farben" dazwischen sind. Ob hier vorstellbar ist, dass die zwei Monotonien als extreme Gegensätze erlebt werden, während tatsächlich ein Gleichgewicht gesucht wird? Daraus entsteht eine These, die besagt, die Monotonien im Leben sind extreme, während Abwechslungen notwendige Erlebnisse sind, die das seelische Gleichgewicht erhalten - siehe Farbpallete - während gewöhnlich die Mehrheit die Monotonien als ihr Gleichgewicht empfinden und Farben als extreme ansehen.

Ave
Augustus
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unangepasste meinte dazu am 14.04.2017:
Vielen Dank für Einlassen und Einfühlen in den Text und diesen schönen Kommentar, der mir zeigt, was beim Leser doch alles ankommt.
Ja, die Farbe ist die Schriftfarbe, also eigentlich eine Nichtfarbe, wenn man so will.
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wa Bash
Kommentar von wa Bash (14.04.2017)
schöne Bilder, wie ich finde. schönes Gedicht. ich habe in einem Kommentar die Anmerkung mit der Zeitform gelesen und hätte dafür eine simple Lösung. Ich pers. würde das Gedicht mit "Am Waschtag beginnen" und die Zeile "Worte brannten.." zwischen "im Wind" und "doch vor meinen Lippen" entweder kursiv oder in Klammern gesetzt, als so eine Art Rückblick einfügen. ich meine es ist so wie es ist auch gut, aber es fängt so mit der Steigerung oder der Conclusio eigentlich an, mein empfinden...gerne mit beschäftigt und gelesen
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W-M meinte dazu am 14.04.2017:
der vorschlag hat was, das passt gut

.

Am Waschtag
flattert meine Haut
an der Leine.

Schwarz auf weiß
biegt sich das Ausrufezeichen
im Wind.

Worte brannten
in meine Stirn.

Doch vor meinen Lippen
endet die Schrift,
und immer wieder
atme ich Farbe.


.
(Antwort korrigiert am 14.04.2017)
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unangepasste meinte dazu am 15.04.2017:
Ich finde einerseits, die Umstellung hat was für die beiden Strophen, die jetzt zum Schluss kommen und nebeneinander angeordnet sind. Auf der anderen Seite verliert dadurch die jetzt zweite Strophe, da das Ausrufezeichen wie aus dem Nichts kommt und man erst später den Zusammenhang zur Schrift herstellen kann. Wahrscheinlich müsste man bei dieser Anordnung mindestens "das Ausrufezeichen" durch "ein Ausrufezeichen" ersetzen.
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GastIltis
Kommentar von GastIltis (15.04.2017)
Liebe Sigune, ich würde gern die endgültige Fassung kommentieren. Wann kann ich damit rechnen? Liebe Grüße von Giltis.
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unangepasste meinte dazu am 17.04.2017:
Der Begriff "fertig" ist etwas schwierig bei meiner Art zu schreiben. Die jetzige Fassung stellt die in meinen Augen momentan bestmögliche Version dar - was aber nicht ausschließt, dass mir noch Optimierungsmöglichkeiten einfallen.
Dennoch freue ich mich, wenn du trotzdem kommentierst!
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GastIltis
Kommentar von GastIltis (17.04.2017)
Liebe Sigune, den Begriff Waschtag begreifen viele nicht mehr. Wer dabei an singende Mädchen am Fluss denkt, kennt die familiären Realitäten früherer Jahre nicht ansatzweise. Man kann vieles ausstellen, Pein und Farb(losigkeit) kaum. Herzlich grüßt dich Giltis.
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unangepasste meinte dazu am 21.04.2017:
Danke für deinen Kommentar und dass dich meine vielen Textänderungen am Ende nicht abgeschreckt haben.
Dieser Widerspruch, dass etwas ausgestellt wird, was eigentlich gar nicht ausgestellt gehört, hat mich wieder zur ursprünglichen Überschrift zurückkehren lassen. Mit der anderen Überschrift ginge dieser Aspekt unter.
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unangepasste
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Veröffentlicht am 14.04.2017, 10 mal überarbeitet (letzte Änderung am 23.10.2018). Dieser Text wurde bereits 396 mal aufgerufen; der letzte Besucher war GastIltis am 13.11.2018.
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