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Sprachgerechtigkeit/Seifenschneiden

Erzählung zum Thema Unverständnis


von toltec-head

- You cannot play Peter Pan all your life.

Frühpensionierter Manager eines Mobilfunkunternehmens aus London, wo er die andere Hälfte des Jahres verbringt, in der Hotelanlage über Fredrik.  Wir liegen nebeneinander nackt am Pool. Horror verschrumpelter Männerpenisse ab 60. Langsam anlaufender, schon zuvor aber nicht zu leugnender Prozess. Ach egal, immerhin  jahrelang mein Ideal verwirklicht und mich abwechselnd in die Männerschlachten der Ilias und die schönsten Jungenärsche vertieft. Sich in den Atlantik oder der Augen Schule Blau auflösen - jetzt!

Von Fredrik in jeglicher Hinsicht getoppt. Während ich zur Arbeit muss, bleibt er die ganze Zeit mit seinem Sexprofil online. Strenges Verbot sich Zuhause mit jemandem zu treffen. Ich komme zurück und er liegt immer noch ungeduscht mit seinem Laptop im Bett. Zeigt mir auf Youtube Soap Cutting Videos. Zeige ihm das Video, in dem Beuys Wurst vorm Fernseher pellt.

- Oh, so he invented these!!!

***
Der Mann von funfzig Jahren. Wie ist heut mir doch zu Mute!/So vergnüglich und so klar!/ Da bei frühem Knabenblute/Mir so wild, so düster war. Gefühl, in allem bis auf Sex versagt zu haben, dass aber all der Sex doch nur eine Illusion war. Unfickbarkeit schöner Gesichter. Man probiert es und probiert es. Und immer stürzt man ab. Maulfick. Eben. Am Ende landet man immer nur bei einem Haufen wild übereinander krabbelnden Filzläuse. Absolut 0 Verständnis für Leute, egal ob jung oder alt, die irgendetwas - und sei dies sehr real, außerhalb ihrer bloßen Vorstellung - erreicht haben.

***
Mein Bruder gibt mir das Buch seines akademischen Lehrers (lol) "Sprachgerechtigkeit" zu lesen. Breche nach 2 Kapiteln ab. Dass das "gute Leben" (Aristoteles) Sklaven voraussetzt, welche die Drecksarbeit machen, find ich nur ehrlich, angestellte Professorenexistenzen, welche dem ungespültem Arsch einfach nicht ins Auge schauen wollen, nicht. Die ewig gleiche Frankfurter rot/grüne Soße wie schon vor 100 Jahren. Gesellschaft in einem emphatischen Sinne, welche diesen Namen auch wahrhaft verdient, weil jeder einzelne in einem deliberativ kollektiven Prozess in ihr seine höchstpersönlichen Potentiale entfalten kann blablabla. Die normalen Ausschlussprinzipien des Rechts- und Nationalstaats im Kern schon faschistisch und kapitalistischer Überbau. Will man nicht bei Mao oder (zugegebener Maßen weniger schlimm) Merkel-Deutschland im September 2015 landen, tut hier soziologische Abklärung oder zur Strafe einmal in einem LitForum schreiben höchste Not. Was soll nur diese Fixierung ausgerechnet deutscher Intellektueller auf Sprache, diesem Virus from outer Space? Von wegen Haus des Seins. Das Recht, Recht zu haben, liebes Krokodil, beginnt mit deiner Sprachfähigkeit. Und jetzt wollen wir doch mal schauen ob du nicht zumindest steakfähig bist! Es mag weiterhin unbewiesen sein, dass die Konversation von sexy Delfinen so viel mehr Esprit hat, aber dass das Deutsche gerade mal dazu gut ist, seine Pferde anzubrüllen, ja wohl von höchster Stelle hinlänglich attestiert.


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toltec-head
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Wie weiter schreiben?.
Veröffentlicht am 01.01.2019, 11 mal überarbeitet (letzte Änderung am 01.01.2019). Textlänge: 449 Wörter; dieser Text wurde bereits 161 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 20.10.2019.
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