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Versanbau mit "Morgentau". Und mit gesträubtem Nackenhaar.

Ekloge


von Willibald

Dort drüben am Tisch vom Cafe
ein altes Paar, der Mann
steht auf, kurzatmig und fröhlich
holt er den Mantel.
Ich hab, sagt er,
die Lisbeth,
da bin ich froh.

Der grüne Tee vor mir,
aromatisiert, großblättrige
Sencha und Blüten,
er nennt sich "Morgentau".
So war in der Karte zu lesen.
Ich habe mir
dieses Beispiel
für Lyrik in Prosa bestellt.

Solo sitz ich, melancholisch,
probiere ungelenk Verse,
ich hoffe ein wenig,
es helfe, das lyrische Spiel
ohne Fließtext.

Nicht zu wissen, wie es weitergeht,
ist kein Vorrecht des lyrische Ichs.
Immerhin aber findest Du selten
ein lyrisches Wir oder Ihr. So setz
ich mit Zutraun die Worte, die Zeilen,
die Sätze, den Text.

Und stelle mir vor, beim Lesen,
im Einlass der Verse, beugt mancher
den Kopf, nicht demütig, natürlich nicht.
Aber sorgsam, irgendwie
sogar freundlich, tastet er aus,
was die Zeile so füllt.

Und dort, wo sie anhält,
glimmt vielleicht eine Spur,
vielleicht grade dort,
wo nichts mehr
weiterzugehen
scheint.

Und schau nur - im Verse -
gleitest du unrund zuerst
wie ein Schiff ohne Steuermann
durch das Meer
und streifst ziellos wie ein Vogel
durch die Luft.
Und ja, doch, wie ein Wolf
treibst du durch Unterholz.

Und der Boden ist dir ein Buch,
und du liest die Fährte des Dachses.
Und im Rücken spürst du
den Blick des jagenden Falken.

Kampfeslustig sträubt sich dein Fell,
es zuckt in den Krallen.
Mit weit zurückgebogenem Halse,
so dass die Bilder im Kopfe sich stoßen,
richtest du deine Schnauze zum nächtlichen Himmel.

Dort oben Selene,
die sanfte,
die wilde Göttin,
sie kennt dich
und streichelt von ferne dein Fell.

Anmerkung von Willibald:

~~~~~~~~~~~
Bei diesem Text geht es mir so, dass ich beim Lesen den Eindruck habe, man müsste einen anderen Titel suchen.
Immer wieder.
Also bitte nicht sauer sein, wenn beim Aufklappen der Morgentau-Text unter neuer Überschrift auftaucht.

Und:
Das ist so eine Art Reportage, wie Verse einen davontragen, wenn man in sie eintaucht und sich ihrem Flow überlässt. Fern von selbst-bestaunend, bedeutungshuberisch oder drogentoxisch.
Ich befürchte, Toltecs Kommentare deckeln und überschreiben das ein bisschen zu sehr.

Und nein:
Das lyrische Ich hat sich nix in den Tee getan. Ne. Aber Langedichte zu sich genommen und auch diesen Keats da (All lovely tales that we have heard or read/An endless fountain of immortal drink/ Pouring unto us from the heaven's brink).

greetse
ww


 
 

Kommentare zu diesem Text


DanceWith1Life
Kommentar von DanceWith1Life (29.04.2019)
Der Engel von Donauwörth, auch als Erfinder des Umkehrantriebs für fallende Engel bekannt, hätte bestimmt seine Freude an diesen Zeilen.
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Willibald meinte dazu am 29.04.2019:
Nun, ich vermute, da hatte jemand durchaus Freude, als er Dunbar und "Socke" tanzen sah.
Greetse
ww
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DanceWith1Life antwortete darauf am 29.04.2019:
sorry, Dunbar und Socke, sagt mir nichts, googlen bringt nur Unsinn
diese Antwort melden
Willibald schrieb daraufhin am 29.04.2019:
Salute, DanceWith1Life!

In die Richtung dachte ich etwa:


 Der mit dem Wolf tanzt

greetse
ww

Antwort geändert am 29.04.2019 um 19:28 Uhr
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DanceWith1Life äußerte darauf am 29.04.2019:
ah, jetzt, den hatte ich ganz vergessen.
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toltec-head
Kommentar von toltec-head (29.04.2019)
Statt Selene, die von ferne dein Fell streichelt, sollte hier mal dringendst ein IS-Kämpfer reinhauen.

Kommentar geändert am 29.04.2019 um 21:34 Uhr
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Willibald ergänzte dazu am 29.04.2019:
Why?
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toltec-head meinte dazu am 29.04.2019:
Um den Horizont etwas zu erweitern.
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Willibald meinte dazu am 29.04.2019:
Wessen Horizont?
diese Antwort melden
toltec-head meinte dazu am 30.04.2019:
Des IS-Kämpfers natürlich.
diese Antwort melden
Willibald meinte dazu am 30.04.2019:
Toltec flicht knappste Begründungsgirlanden.
ww
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Willibald meinte dazu am 16.05.2019:
Now to something completely different and yet not quite inappropriate:

The I Ching has inspired various writers - writers whom no one today remembers who had to go through a process of translation as well as a time of many many years of study and translation. Many people, however, do know in some detail the I Ching. For example, our old acquaintance of Hans K. Hasebe (Watson, 1994) in his wonderful anthology "Linguistics of the World's Linguistic Communities" in which he wrote extensively about The I Ching, has a collection of papers and books, among which are:

1. a study of the The I Ching in its modern use among the Indo-European languages and also in its historical usage in early Central and South American civilizations with a wide application in South America also among the languages of China and Japan.

2. a study of language use in North America from 1350 - 1730. From the beginning of this period in North America there existed only one language, English, of which there were as many

3. a study of sophisticated misanthropy, e.g. toltec-heads: when she becomes a public prosecutor in her next life, which is certainly more obvious to her than a literacy, she will also learn that it is completely unpunished to say "This is shit" about the texts of others, but that personal accusations of crimes are punishable by law.

4. a study of german humour, here a silly example without interpretation:
Count Bobby tells an artist:
“Paint me a picture of Mary Magdalene!”
“Before or after the sin?”
“During! During!”

Antwort geändert am 16.05.2019 um 22:00 Uhr
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (16.05.2019)
Seitdem
Toltecchen allenthalben so liebevolle Kommentare schreibt, hat mein Leben endlich seine Erklärung gefunden.
Wenn man so klein ist wie ich, wird man ja eher selten rekrutiert. Von wem auch immer. - Umso mehr bewundere ich natürlich das Heldische und "unsere Jungs", die überall für Recht und Ordnung sorgen.
Und mit Sicherheit auch zu verhindern wissen, dass Willibald in seinen Versen ganz verschwindet oder gar im Kampf mit dem Blockade-Drachen unterliegt.
Ich werde deinen Widersachern in die Waden beißen!

Zum späteren Absenken des Bludrucks ist Selen nicht übel, hilft auch gegen wilde Göttinnen, weil man dauernd einschläft.

Bis dahin liebe Grüße
der 8.
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Willibald meinte dazu am 16.05.2019:
{mathrm {H_{2}SeO_{3}+4 HI rightarrow Se+2 I_{2}+3 H_{2}O}}

Salute, AZ,
das nenne ich einen einfühlsamen, wertvollen Komnentar, sei bedankt.

Wir befinden uns übrigens hermeneutisch in einem recht anmutigen Frame, ich sage nur Jöns Jakob Berzelius:

Selen (griech. σελήνη [selḗnē], „Mond“) wurde 1817 von Jöns Jakob Berzelius im Bleikammerschlamm einer Schwefelsäurefabrik entdeckt.

Zuerst hielt Berzelius die Substanz für Tellur (von lateinisch tellus, telluris ‚Erde‘), zu dem Selen einige Ähnlichkeiten aufweist: es entwickelt sich bei der Verbrennung beider Elemente ein ausgeprägter Geruch nach Rettich, der vielleicht -so träumte mir einmal - toltekische Gottheiten fernhält.

1818 schloss Berzelius im Rahmen seiner Experimente aber, dass es sich um ein neues Element handelte; um auf die Ähnlichkeit zum Tellur (Erde) hinzuweisen nannte er es Selen (Mond).

Beste Grüße

ww

Antwort geändert am 16.05.2019 um 18:53 Uhr
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Kommentar von cannon_foder (50) (16.05.2019)
Dieser Kommentar ist nur für eingeloggte Benutzer lesbar.
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Willibald meinte dazu am 16.05.2019:
Danke Dir sehr, cannon-foder, warte auf die Fortsetzung Deines Volksbuches.

Beste Grüße
ww
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Ralf_Renkking
Kommentar von Ralf_Renkking (16.05.2019)
"Und nein: Das lyrische Ich hat sich nix in den Tee getan. Ne."
Wer war es dann?)

Ciao, Ralf
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Willibald meinte dazu am 16.05.2019:
Eklogisches, elegisches Epigramm als Antwort auf die Frage, wer da Einfluss nahm:

Lass in die Verse den Harm, so bleichen die kranken Gedanken:
Klar wie Feuer auf Eis leuchtet Ralf Renkkings Sonett.


Vale, o Ralf
ww


Antwort geändert am 16.05.2019 um 19:33 Uhr
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Ralf_Renkking meinte dazu am 16.05.2019:
War das jetzt ein Kompliment? Ich hoffe doch wohl, mal nicht.

Ciao, Ralf
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Willibald meinte dazu am 16.05.2019:
Ambiguität, Opakheit, Wow, Polysemie, Deutungsarbeit, Ergebnisoffenheit.
Vgl. auch Pompe, Anja (Hrsg.): Kind und Gedicht. Wie wir lesen lernen. Freiburg 2015, S. 7:„Keine andere literarische Ausdrucksform ist so sehr auf das Aussetzen der Verständnisroutine angelegt, mithin auf Verzögerung, wie die Lyrik.“
greetse
ww

Antwort geändert am 16.05.2019 um 22:08 Uhr
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Willibald
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Veröffentlicht am 29.04.2019, 56 mal überarbeitet (letzte Änderung am 09.06.2019). Textlänge: 268 Wörter; dieser Text wurde bereits 488 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 16.10.2021.
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