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Parabelstück zum Thema Wunder


von Ralf_Renkking

Einerseits hatte er es satt, stets der Sinnreiche zu sein, andererseits aber konnte er sich dies auch nicht nehmen lassen, denn diesmal hatte sein Sohn die Cirruswolke des Aberglaubens, die der eilige Geist in einem Anfall von Tatendrang über sich ausgebreitet hatte, zum Anlass genommen, sie in winzig kleine Cumulusflecken aufzuteilen, zur Erheiterung der Engelsschar, die sich wirklich zu nichts zu schade war.
Entnervt vom Spiel seines Jungen saugte der Alte die Wölkchen ausnahmslos aus der Luft, und spie sie ganzheitlich in den Boden, den er anschließend festtrat.
Dennoch ließ die Antwort nicht lange auf sich warten, denn einen Hitzeblick später stieg sie in Form eines Cumulonimbusnebels aus der Erde empor, und rankte selbstreinigend und kreisgewandt am Körper des Schöpfers hoch, um sich als Ringwolke und Heiligenschein über seinem Haupt zu manifestieren. Die Engel erstarrten in Ehrfurcht.
Na super, dachte Gott sich, wenn auch nicht bleifrei, so sollte die Erschaffung des Höllenfürsten doch zu etwas gut gewesen sein, und irgendwie geschah sowieso stets alles nach dem Willen des Triangulums.

 
 

Kommentare zu diesem Text


loslosch
Kommentar von loslosch (08.06.2019)
Engelsschar mit korrektem fugen-s, das signalisiert den begnadeten schreiber.

pünktlich zu pfingsten zwar, aber wie kannst du nur die heilige dreifaltigkeit auseinanderdividieren und gott vater zum erstwesen promovieren!
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Ralf_Renkking meinte dazu am 08.06.2019:
Danke, loschi, und Du hast Du völlig recht. Ich hatte noch keine Entsprechung, es ist nun aber ersetzt.

Ciao, Ralf

P.S.: Die Dreifaltigkeit auseinanderzudividieren und dennoch beizubehalten ist gar nicht so einfach. Wenn Dir noch irgendwelche Brüche auffallen, sofort melden, ich falte mir die drei dann schon irgendwie zurecht.

Antwort geändert am 08.06.2019 um 21:30 Uhr
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Piroschki
Kommentar von Piroschki (12.06.2019)
Ein Märchen, so einfach wird es wohl nicht werden. Draußen hält gerade wieder, zum x-ten Male, der Cumulonimbus, die Haltestelle ist direkt vor dem Haus. Interessante Parabel! LG von P.
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Ralf_Renkking antwortete darauf am 12.06.2019:
Danke, Piroschki, vor allem für das phantastische Gedankenbild.

Ciao, Ralf
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Piroschki schrieb daraufhin am 12.06.2019:
Nur, damit keine Missverständnisse aufkommen, ich las gerade den Kommi unter meinem: Mir erzählt diese kleine, kreative Parabel von dem, was wir Menschen in den letzten hundert Jahren und gerade im Jetzt mit der Erde, mit Mutter Natur machen. Wir zerstören mit allem Konsum, mit heftiger Gier und in Windeseile (eiliger Geist) das, was über Millionen Jahre ganz langsam gewachsen ist. Der Alte spie die Wölkchen in den Boden - dies steht mir für das Methan, was allerorten wieder in die Atmosphäre drängt. Usw. …. das ganze Gedankenbild dieser Parabel, so wie ich sie lese, ist einfallsreich und macht nachdenklich. Und hat überhaupt nichts mit Nimbus zu tun, der Cumulonimbusnebel ist nichts Anderes als die Gewitterwolken, die in der Gegenwart fast ständig am Himmel zu sehen sind … Klimawandel etc. …
Bleibt noch zu sagen, dass ich wieder weiß, warum ich so selten bei KV einkehre - das Misstrauen und seine Ausläufer tun mir irgendwie nicht gut.
Wie auch immer, herzlichen Dank für Deine schönen und intensiven Wortbilder, Ralf!
LG von P.
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Kommentar von Regina (12.06.2019)
Cumulo-Nimbus macht sich auch gerade Gedanken zum Thema Gott und die Welt. Der Artikel hier ist kreativ. Am Ende mit Pointe, weil man die ganze Zeit denkt, das sei ein normales Vater-Sohn-Problem und der Sohn sei einer Sekte auf den Leim gegangen. Der eilige Geist ist witzig, der wohnt wohl in Frankreich wie Gott. Gruß Gina
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Nimbus† äußerte darauf am 12.06.2019:
Verwechsel nur bitte nicht die Wolke mit dem Flugzeug..
Ich sollte mein Profil wohl mal wieder erklären.

Ansonsten lasse ich ja gerne über mich herziehen.
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Ralf_Renkking ergänzte dazu am 12.06.2019:
Danke, Regina, und hi, Nimbus, klar, altes Mädel, Wolken lasse auch ich gerne über mich herziehen.

Ciao, Ralf
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Veröffentlicht am 08.06.2019, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 08.06.2019). Textlänge: 168 Wörter; dieser Text wurde bereits 124 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 08.05.2020.
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