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Genre des Tages, 02.06.2020:
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Geber und Nehmer

Innerer Monolog zum Thema Menschen


von BerndtB

Wir wandern gemeinsam mit anderen. Sind schon etwas älter, aber noch gut drauf. Sie erzählen stets dasselbe. Wie es früher war. Von Vater und Mutter. Den früheren Berufen und dem Krieg  (bei dem sie noch Säuglinge, Kleinkinder oder Jugendliche waren). Sie erzählen, weil sie denken, dass sie wichtig sind.
Andere hören zu.
Sie reden von Krankheiten, Kochrezepten, Urlaubszielen, Ärzten, Kindern, Enkeln, Tieren.
Und andere hören zu.
Ihre Sätze beginnen mit „Ich…“.
Jetzt versuchen auch die anderen, zu reden.
Aber sofort kommen wieder die Besseren mit „Ich…“.
So ergeben sich die Lager.
Die einen geben, die anderen nehmen.
Beide verlieren.
Es kommt dabei nichts Neues heraus.
Wir trinken Bier oder Wein.
In der kommenden Woche kommt dasselbe.
Hilfe.
Wo sind diejenigen, die denken? Die HEUTE leben?
Wo finden wir sie?
Wo sind die Geber und wo die Nehmer?
Wir könnten eigentlich beides.
Das Internet ist voll – die Menschen scheinen leer zu sein.
Wir suchen.
Ist das wirklich das Schicksal nach 50, 60, 70,…?
In Asien, Südeuropa, Südamerika oder Afrika scheint es noch neugierige, wissensdurstige Menschen zu geben.
Vielleicht auch bei uns?

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