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Engel für eine NachtInhaltsverzeichnisMelancholie

Das Ende kommt schnell

Erzählung zum Thema Engel


von Mondsichel

Ein unendliches Beben erfüllte unsere Körper und mir war, als hätte ich niemals verstanden, was wahre Erfüllung und Leidenschaft bedeuteten. Wir gaben uns dem hin, was tief in unserem Innersten nach außen verlangte. Sie hat es gespürt und sie hatte mich erwählt. Denn ich war der einzige Mensch, dem sie vertrauen mochte. Sogar so viel, dass sie ihre empfindlichste Seite an mein Herze legte. Vielleicht hat Daria in dieser Nacht gelernt, dass auch die menschliche Liebe ihre schönen Seiten hat, zumindest erschien sie mir erleuchteter als jemals zuvor. Ihre Küsse waren brennendes Feuer auf meinen Lippen und meiner Haut, so etwas hatte ich noch niemals erlebt. Wir waren wie in einem Rausch aus unendlichem Verlangen. Die Leidenschaft hat uns die Gedanken vernebelt und uns davon gerissen. Keine Frau auf dieser Welt hat mich jemals so weit hinter den Horizont getragen.

Oftmals war mir, als würde sie mich mit ihren Flügeln weit fort, in eine andere Welt entführen. Ein unendliches Schweben, in einer wundervollen Nacht. Sanft umschlungen, spürten wir Haut auf Haut und vergaßen, wie die Zeit verging. Immer höher flogen wir in den Stürmen der Emotionen, immer tiefer drangen wir in den Schmelztrog der Lust. Es gab keinen Morgen und keinen Abend, nur dieses Gefühl, das uns in einem süßen Aufschrei der Sinnlichkeit hemmungslos verführte. Ich war überwältigt von all dem, was ich verspürte, so dass ich am Ende erschöpft in eine Traumwelt flog.

Als ich wieder erwachte, stand sie in der Tür und lächelte mir entgegen. Doch plötzlich war sie fort. War es nur ein Traum? Daria war fort, ohne Zweifel. Es war nur noch das Medaillon von ihr zurück geblieben. Sie war meiner Welt zu schnell wieder entflohen. „Nein, so darf es nicht enden“ sagte ich mir und zog mich rasch an. Das Medaillon hatte ich mir um den Hals gehängt und hielt es mit einer Hand fest umklammert. Wie gerne hätte ich sie noch ein einziges Mal in meine Arme genommen, um zu spüren, dass es kein Traum gewesen war. Ich zog meinen Mantel an und verließ eilig das Haus. Gerade blitzte das erste Morgenrot am Horizonte auf, ich wusste, ich musste mich beeilen. Ich hoffte, dass ich sie nicht verpassen würde. Nur ein einziges Mal noch wollte ich in ihrem Schatten sein, damit ich die Unendlichkeit verstehen könnte. Sie hatte gesagt, dass die Anderen nicht unweit von meinem Hause auf sie warten würden, daher war mir klar, sie konnten nur am Meer sein. Ich lief schneller, immer schneller, auch wenn mein Herz fast zerreißen wollte. Mein Pulsschlag war extrem hoch, doch ich dachte nur noch an sie. An Daria, den Engel, der mir die wahre Liebe gezeigt hatte.

Die Wellen spülten meine geträumten Hoffnungen an die Ufer, der Sand war noch feucht von dem Regen am Tage zuvor. Doch es schien so, als sollte dieser Tag sehr heiß werden. Der Himmel war blau und man sah noch vereinzelt Sterne dort oben funkeln. Die rote Sonne stieg immer höher und ich versuchte mich zu beeilen. Dann sah ich sie alle an den Klippen stehen, sie schienen zum Morgenrot hinunter zu blicken. Etwas Sand rieselte gemächlich von der Klippe und ich hatte schon Angst, sie würden hinunterfallen.

Für einen kurzen Moment, atmete ich durch, als sie ein Stück zurücktraten. Doch dann stellten sie sich so hin, dass schon ihre Füße über die Klippen ragten. Mit einem melancholischen Blick schauten sie auf die Sonne, die immer flammender den Horizont hinauf kam. Daria fasste Chris hilfesuchend an die Hand, der sie beruhigend anzuschauen schien. Nein, die wollten sich doch nicht etwa in den Tod stürzen? War diese Bemerkung von Daria: „Wir werden heute Nacht wieder als Engel hinaufsteigen in unser Reich, das so unendlich weit von dieser Welt ist“ etwa so gemeint, dass sie sich in den Tod stürzen würden? Nein, das musste ich verhindern! Ich rannte so schnell ich konnte, doch es war zu spät.

Auf einmal sprangen sie alle von den Klippen ab und stürzten gleichzeitig die steilen Klippen hinab. Ich brüllte ein lautes: „NEIN!“, in die Ferne, dann hörte ich nur noch wie Knochen auf Steinen zerbrachen.

Mein Herz schlug bis zu Hals. Das konnte doch nicht wahr sein! Mein Körper zitterte. Sollten all diese Dinge, die Daria mir erzählt hatte, etwa unwahr sein? Ich wollte doch das Licht sein, das sie durch die Dunkelheit führt. Ich wollte doch nur noch einmal ihre Lippen auf den Meinen spüren. Ich wollte sie verdammt noch mal nicht verlieren, nicht so! Tränen schossen mir in die Augen, alles was ich mit ihr erlebt hatte, sah ich in fliehenden Bildern vor mir.  Erst wollte ich mich selbst gleich hinterher stürzen, denn ohne sie wollte ich nicht mehr leben. Doch ihre Worte hatten, trotz allem was geschehen war, noch immer einen Platz in meinem Herzen. Ich wollte ihr glauben, auch wenn es mir schwer fiel. Ich wollte stark sein, doch ich konnte nicht. Ich ließ meinen Tränen den Lauf und schrie ihren Namen weit über das Meer. Es zerriss mir das Herz und es schien mir wie damals, als meine Frau mich betrogen und verlassen hatte. Es hatte alles keinen Sinn mehr, es war vorbei, endgültig. Es würde nichts mehr so sein, wie es einst war.

Da begann das Medaillon zu leuchten und aus den Tiefen drang ein lautes Getöse. Grelles Licht schoss hinauf in den Himmel. Ich blickte mit erstaunten Augen in den Lichtstrahl, der die gesamte Umgebung hell erleuchten ließ. Und dann kamen sie. Ihre Körper schienen aus purem Licht zu bestehen und die mächtigen Schwingen loderten wie Feuer, mit denen sie sich hinauf in den Himmel erhoben. Ich wagte nichts zu sagen. Trotzdem bemerkten sie mich. Ein ruhiges Lächeln lag auf ihren Gesichtern und Daria kam noch einmal kurz zu mir herüber. Ich stand auf, trat direkt vor sie hin und umarmte diese Gestalt aus Licht, die sie nun war. Liebevoll streichelte sie über mein Gesicht. Und dann schenkte sie mir den allerletzten Kuss, der wie Feuer auf meinen Lippen brannte.

(c)by Arcana Moon

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