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Kurzgeschichte zum Thema Gewalt


von RainerMScholz

In das neblige Schwarz einer grausamen, messerschwingenden Nacht. Ich gleite auf den Schwingen lüsterner Sensen samenverspritzend dem Inferno entgegen, das mich auslöschen wird in der Möse Allwissenheit. Der blutige Phallus penetriert Eisenadern in ein unbekanntes Schisma, in der Trauer einer sinnlosen Vergangenheit begründet. Der ohne Fleisch, bar einer Existenz der Melancholie entseelter, brackiger Geschöpfe, reist mit der Sonne durch unsere Gesichter, glänzt aus den Augen toter Fische, lacht aus den Hälsen der Gehenkten, singt mit den Stimmen der Erstickten lautlos beinahe und lächelnd durch Rasiermesserspiegel. Wie Geister schleichen geflüsterte Märchen von den Lichtern des Nordens in Hinterhöfe und Keller wüstenleerer Goldstädte, begleiten seine Unkreatur, die kein Gott schuf, kein Engel sah, kein Heer vertrieb, kein Lied besang je; und doch weinen blutende Herzen um die Wiederkunft des Unerdenklichen.

Ich ging doch alleine in den Straßen und wartete auf ein Zeichen, ein Signal, einen Ruf, eine Singularität, die den Beginn taufen könne. Menschenleiber stießen und drängten, wogten wie unheimliche Wolkengebilde am Himmel um mich her, die verschwammen, verglommen wie an heißen Sommertagen im Knistern eines aufziehenden Gewitters. Der Gedanke des Tötens schwoll als schmerzhafte Gravitation in meinem Körper an, Lust erzeugend, das Gefühl einer unmittelbar bevorstehenden eisigen Ejakulation, die  Stacheldraht über die Haut jagt. Es wird Schatten sein, und das ist genug für mich.

Als ich das Geschäft betrete ist es später Nachmittag. Es liegt an einer Hauptzufahrtsstraße und der motorige Lärm des Straßenverkehrs erfüllt die zitternde Luft. Die erstickende Nähe von allem macht meine Lungen bersten. Der Horizont in unerreichbarer Ferne vibriert unter dem dröhnenden Winden der Stadt, die ihre Stahlharken in den Himmel gräbt. Hier werden Banalitäten offeriert. Ich nehme das breite schwere Messer aus einem Regal und schneide die Menschen entzwei, verspritze ihr Blut über Wände und Böden, zertrenne Gliedmaßen, schlitze Gesichter in Fetzen aus Entsetzen und Fleisch. Gesichter, die mich mit offenen Mündern ohne Glauben anstarren. Jeder Tag ist der letzte. Alles ist Plastik. Ich grabe mein Antlitz in ihre Leiber und rieche, schmecke - ich fühle ihre dampfenden Eingeweide. Ich beiße in das herausgerissene Herz der Menschheit und empfinde die Gleichgültigkeit eines aufgeschnittenen Lebens. Die Nacht ist nur schwarz im Innern eines kruden Körpers. Banalitäten.

Das Licht umgibt ihn wie ein Chloroformium der Transzendenz des Unausweichlichen. Die Worte des Tötens wurden gesprochen, als er bereits sehr alt war. Sie waren einfach. Und klar. Traumgespinste dunkler Visionen zerfließen unter seinen Augen zu silbernen Flüssen der Vorsehung. Es war eine Eingestalt.
Und sein Gott ist gestorben in einer zweitklassigen verlausten Absteige als rachsüchtiger, seniler alter Mann.

© Rainer M. Scholz


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Kommentar von cannon_foder (50) (13.06.2019)
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RainerMScholz
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Veröffentlicht am 24.10.2006, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 28.05.2019). Textlänge: 421 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.366 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 05.04.2021.
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