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Erzählung zum Thema Traum/ Träume


von Feuervogel

Ich fahre durch die Nacht in einem alten roten Käfer Richtung Berlin.
Zu der Blonden  sagte ich, sie könne mitfahren.
Warum wollte sie denn auch mit dem Zug fahren, wenn ich sowieso mit dem Auto nach Berlin fahre.Zwar frage ich mich, wie ich da hinkommen soll mit nur 20 € in der Tasche. Die hatte mir der Alte zugesteckt. Eigentlich hatte ich mit mehr gerechnet. Ich habe Angst, dass ich es nicht schaffe. Deshalb empfinde ich ihre Begleitung ganz angenehm. Ich weiß gar nicht woher wir uns kennen. Sie stand einfach so neben dem Auto, als ich einstieg. Berlin ist nicht weit, es fühlt sich an, als wäre es um die Ecke. Wie geht denn das? Ich sagte ihr, es ist nicht weit. Sie nickt, lächelt und sagt mir, dass es nie weit nach Berlin sei. Eigentlich nur um die Ecke. Ja, ich lächle zurück, so fühlt sich das gerade in meinem Innern auch an. Komisch, woher weiß sie das? Ich fahre schweigend weiter. Warum fahre ich eigentlich? Ich könnte doch auch gehen, wenn Berlin nur um die Ecke liegt. Irgendwie fühle ich mich plötzlich noch angespannter, als zu Beginn der Fahrt. Ich bremse. Die Blonde schaut mich fragend an. Ich steige aus dem Auto und sage, dass ich nun gehe. Es ist ja nicht weit. Ist gut sagt sie und rutscht vom Beifahrersitz vors Steuer. Du hast doch nichts dagegen, oder? Sie dreht den Schlüssel um, knallt die Tür zu und fährt weiter. Da stehe ich nun, mitten in der Nacht am Rande der Autobahn. Also dann geh ich mal einfach Richtung Berlin. Komisch auf der Autobahn ist gar nichts los. Kein Verkehr. Ich fürchte mich noch immer. Ich suche die Ecke, um die ich gehen kann. Denn Berlin liegt doch um die Ecke! Plötzlich endet die Straße. Komische Autobahn die mitten auf der Wiese endet. Ich gehe weiter. Es scheint doch weiter zu sein, als ich dachte. Das macht mich etwas mutlos. Soll ich weitergehen? Ich werde müde und denke an die 20 € in meiner Tasche. Damit komme ich nicht weit. Vor mir sehe ich eine Straße und beschließe ihr zu folgen. In der Ferne sehe ich den roten Käfer. Die Blonde steht rauchend an das Blech gelehnt und wartet. Ich gehe schnelleren Schrittes zum Auto. Es ist wohl doch weiter als ich dachte. Die Blonde schüttelt den Kopf. Sie lächelt und sagt, komm steig ein, ich fahre dich nach Hause. Wieso nach Hause? Na, weil Berlin bei dir ums Eck liegt. Da ich müde bin, widerspreche ich nicht. Wir fahren über die Wiese zurück ....

Es klingelt an meiner Tür, erschreckt fahre ich hoch und finde mich auf meinem Sofa wieder. Merkwürdig, ich habe wohl geträumt. Langsam erhebe ich mich und gehe zur Tür. Ich öffne. Da steht er vor mir, groß, dunkle Haare, lächelnd. Hey, sage ich, was gibts? Hey, sagt er, ich bin ihr neuer Nachbar. Ich schaue ihn verdutzt an und lächel. Hätten sie Lust mit mir was zu trinken? Oh, sage ich, hab ganz vergessen auf die Bank zu gehen. Nun, kein Problem, sagt er. Hab gerade noch 20 € in der Tasche und würde sie gerne einladen. Ich heiße übrigens Joe, Joe Berlin und wohne direkt um die Ecke....

Michaela Möller

Anmerkung von Feuervogel:

...hab ich tatsächlich heute Nacht geträumt, dass ich mit ner Blondine nach Berlin fahre..da ich dort nicht angekommen bin, dachte ich, hole ich mir Berlin direkt ins Haus...grins..

für R.,Berlin


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von chichi† (80) (18.07.2009)
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