Antike Raumfahrt-Kritik

Satire zum Thema Kosmos

von  loslosch

Nil mortalibus ardui est: caelum ipsum petimus stultitia (Horaz, 65 v. Chr. bis 8 v. Chr.; Carmina). Nichts ist den Sterblichen zu schwierig. Sogar zum Himmelsgewölbe streben wir - aus Unverstand.

Über 40 Jahre nach der ersten Mondlandung ("That's one small step for a man, one giant leap for mankind!") belächelt der Mensch der Moderne den naiven Dichter der Antike. Einerseits zu Recht; denn unübersehbare Erkenntnisse (sog. Spin-offs, auch spillover genannt) brachte die Raumfahrt: von der Datenübertragungstechnik via geostationäre Satelliten über die Erdbeobachtung (earth remote sensing) mit dreidimensionaler Erfassung von Wetterdaten, Ausbau der Wettervorhersage, verbesserten Ernteprognosen, Erforschung der Meeresströme, Abrüstungskontrolle usw. bis zu den Schwerelosigkeitsversuchen mit Spin-offs für Medizin, Biologie, Chemie und Metallurgie.

Seit wie vielen Jahren hat eigentlich kein Mensch mehr den Fuß auf Mondboden gesetzt? Seit fast 40 Jahren. Warum? Weil die wesentlichen Erkenntnisse vorliegen.

Und in etlichen Jahren soll es zum Mars gehen. Wernher von Braun (1912 bis 1977) und Jesco von Puttkamer wird es freuen. Dort, auf dem Nachbarplaneten, sollen Erkenntnisse schlummern über die Entstehung des Weltalls. So lasst uns die Robotik und die Raketentechnik weiterentwickeln, und die modernen technischen Pioniere, Freaks und Abenteurer mögen den Traum von der Entstehungsgeschichte ewig weiterträumen. Wer Menschen zum Mars schicken will, dem scheinen die irdischen Probleme egal zu sein. Die Kosten für das Apollo-Raumfahrt-Programm der 1960er und 1970er Jahre sind ein Klacks dagegen.

"Liebe Tante Martha, ich starte gleich von Kourou zu dir. Wir sehen uns hoffentlich bald. Von unterwegs werde ich dir jeden Tag eine Mail schicken. Also 240 - mindestens. Ich werde 15 Monate bei euch bleiben, bis das Zeitfenster zur Rückreise aufgeht. Jede Menge Rätsel und Sudokus sind im Gepäck. Spann schon mal das Sauerstoffzelt auf. Mit eurer Minimalversorgung neulich, ich meine vor fünf Jahren, hatte ich in den ersten Wochen einige Probleme. Beim Einschlafen. Ciao. Dein Jesco"

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Kommentare zu diesem Text

AronManfeld (43)
(05.10.12)
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 Bergmann meinte dazu am 05.10.12:
Arons Kommentar vertieft die Vertiefung des Kommentierten dergestalt, dass der Ausgangstext zur Parabel des Menschseins erhoben wird. Kommentarsatire? (Ist Satire mal Satire = ernste Philosophie?)

 loslosch antwortete darauf am 05.10.12:
nicht nur die quadrierte KANN ernste philosophie sein. zweimal bedankt! lo

 Bergmann (05.10.12)
Gut bebrillt, Lo! Der Schlussabsatz ist höchst humorvoll pointiert. Ich ermutige dich zu weiteren derartigen belletristisch-satirischen Einlagen. ttU

 loslosch schrieb daraufhin am 05.10.12:
ich brauch einen Impuls. auch zu diesem text gabs einen ...

kann ich impulse voraussehen?

danke, uli. t.t. lo
Regentrude (53) äußerte darauf am 05.10.12:
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Regentrude (53) ergänzte dazu am 05.10.12:
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 loslosch meinte dazu am 05.10.12:
schon gut, schon gut. ich mag tränen nicht. du sollst morgen auch ein stück mars abkriegen:

 hauchzart.

versprochen! lolo

 ViktorVanHynthersin (05.10.12)
Sehr geehrter Herr Lothar,
hätten Sie und die Herren von der NASA, ESA, ETC, USW vor Jahren meine Bücher gelesen, wären millionenschwere Investitionen für den bemannten Weltraumflug vermeidbar gewesen. Längst habe ich seinerzeit durch eindeutige Beweise belegt, dass es intelligentes Leben im Weltall gibt. Leider nicht auf unserem Planeten.
Verbindlichst
Ihr Viktor van Däniken

 loslosch meinte dazu am 05.10.12:
der erich ist adlig, lieber her van ...

European Transport Carrier, ein Racksystem für Weltraummissionen. woher hat viktor diese profunde sachkenntnis? aber: USW = usw.

lo gehörte eine zeitlang einem arbeitsteam luft- und raumfahrt an. mensch, wie liecht det weit ... danke. lo

 EkkehartMittelberg (05.10.12)
Lothar, deine geistreiche Kommentierung verdeutlicht, dass das Streben in den Weltenraum heute nicht mehr als „Unverstand“ bezeichnet werden sollte.
Aber wenn man die Kosten in Relation zum Ertrag setzt, kann es aus der Perspektive von Menschen, denen das Notwendigste zum Überleben fehlt, als soziale Hybris erscheinen.

 loslosch meinte dazu am 05.10.12:
ich habe mich beI viktor oben als ehemals kompetent geoutet, ekki. die mondlandungen waren wohl auch technologisch wichtig. nun kann man alles weiter betreiben, wie die wichtige schwerelosigkeitsforschung. statt menschen in die kosmische strahlung zu jagen und zu verheizen, sollte man die irdische robotik perfektionieren ...

ich fand im netz: es wird erwogen, ab 2035 ältere astronauten, so ab 60, zum mars zu schicken, wegen der karzinom-gefahr.

schwedischer witz: der penner säuft glykol-alk, wird auf die gefahr der erblindung hingewiesen. - ich habe genug gesehen ...

ekki, nun feiere tüchtig! t.t. lo
Regentrude (53) meinte dazu am 05.10.12:
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 loslosch meinte dazu am 05.10.12:
sei ned so neichirisch.

jedenfalls nicht seinen eigenen geburtstag ...
Regentrude (53)
(05.10.12)
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 loslosch meinte dazu am 05.10.12:
wie damals nach kolumbus-land, ins vermeintliche paradiso. lolo
Regentrude (53) meinte dazu am 05.10.12:
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 loslosch meinte dazu am 06.10.12:
oder völlig unbekannte edelmetalle?
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