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LitForen-Autoren als eine neue Form der Aristokratie

Erzählung zum Thema Luxus


von toltec-head


Weg mit der akademischen Muse!
Mit dieser Zierpuppe habe ich nichts zu tun.
Ich rufe die aus dem alltäglichen Leben,
die städtische, die lebendige Muse an,
damit sie mir helfe,
die braven Hunde, die armen Hunde,
die kotbespritzten Hunde zu besingen, jene,
die jeder verscheucht, weil sie verpestet und verlaust seien,
jeder, außer den Pennern, Romas und Flüchtlingen,
deren Genossen sie sind,
und dem guten keinVerlag-Autoren,
der sie mit einem brüderlichen Auge betrachtet.


Die schreibenden, total verpeilten Rentner, Hausfrauen und HartzIVler sind mein Zerrbild, aber ich bin an ihnen näher dran als an den richtigen Schriftstellern. Teil der funktionalen Differenzierung sein und gleichzeitig auf Abstand zu ihr gehen, wer das will, muss sich unter den Abfall und die Krüppel der funktionalen Differenzierung begeben, die in der Hackordnung noch unter den Flüchtlingen stehen, weil ihr utopisches Potenzial = 0 ist, mit denen deshalb niemand etwas anzufangen weiß, die nicht einmal Mitleid erregen, die selbst untereinander Geselligkeit nur zu parodieren vermögen und für die seitens der Gesellschaft eigentlich nur noch Prozac bereitgehalten wird - nicht aus Böswilligkeit, sondern weil, was sie wohl selbst einsehen müssen, für sie nur noch Prozac bereitgehalten werden kann.

Wenn es möglich wäre, einen gut gemachten Text richtiger Schriftstellerei zu nehmen, sei es eines lebenden oder eines toten Autoren, und ihm durch die Auswechselung ein oder zweier Wörter, die Hinzufügung eines Satzes oder besser noch nur durch Streichungen das Odium der Schriftstellerei zu nehmen, dann wäre ich gern ein Schriftsteller. Dass dies offenbar nicht möglich ist, liegt nicht an mir, sondern daran dass der Literaturgestank einfach zu groß ist.

Nicht nur Religion, sondern auch Literatur war in der Vergangenheit eine Angelegenheit für Arme und Bekloppte, für materiell oder sexuell in irgendeiner Art Zukurzgekommene. So wie Osho das für Religion tat, muss man aus ihr endlich eine Angelegenheit für Reiche machen, für Leute, die es sich erlauben können, kein Glücksersatz, sondern etwas, das zum Glück noch hinzukommt.

Nicht nicht arbeiten wollen, weil man zur Arbeit zu dumm, weil man ausgemustert oder weil man durch Arbeit ausgebrannt und  freigestellt ist, sondern: Wer sich erfolgreich durch die Arbeitswelt zu schummeln versteht, wünscht sich eine Literatur des Weiterschummelns, des Schummelns im ganz großen Stil und nicht der Erholung für Angestelltenexistenzen - also exakt das Gegenteil wofür unsere preisgekrönten Verlagsautoren stehen, diese Püppchen.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von toltten_plag (42) (27.07.2017)
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toltec-head
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Foren-Träumereien eines einsamen Literatur-Touristen.
Veröffentlicht am 27.07.2017, 8 mal überarbeitet (letzte Änderung am 27.07.2017). Dieser Text wurde bereits 206 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 24.04.2018.
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