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Kopfgeflüster

Kurzgeschichte zum Thema Psyche


von agmokti

Ich würde gerne lachen. Aber es ist nicht zum Lachen.

Er sieht mich an und hört nicht auf damit. Liegt quer über dem Bett, mit den Fußsohlen auf dem Boden und Kopf gegen die Wand gelehnt. So liegt er da und starrt mich an.

„Du, Mela?"
„Hm?"

Ich rauch den Joint den er mir gebaut hat langsam weiter.

„Du willst mich umbringen, ge? Sobald ich dann einpenne, stehst du auf und wirst mich umbringen!"
„Bitte, was?"
„Ja, du schaust mich so komisch an."

Das hat mit meinen Gedanken zu tun, nicht mit ihm.

"Ich weiß auch nicht, wahrscheinlich hab ich das von der Mama. Im Mittelalter hätten sie die fix verbrannt."

Ich mach einen Zug und rede während dem Ausatmen mit etwas gepresster Stimme weiter:
"Warum will ich dich umbringen? Weil ich dich so anschau?"

Er wartet kurz. Man sieht ihm an, dass er sich unsicher ist. Nicht weiß, ob er mir die Wahrheit sagen kann. Als ob er Angst hätte, ich würde mich dann doch irgendwann bewegen. Er nimmt mir den Joint aus der Hand.

„Ja, was ist wenn du irgendwann, als ich noch nicht auf der Welt war, auf den Kopf gefallen bist oder nein, jemand hat dich einfach fallen lassen, und es war halt bis jetzt noch nichts, aber plötzlich, heute auf einmal, weil du den Ofen gerade rauchst, geht’s Zack und du bist eine Psychopathin und willst mich umbringen!"

Ich würde gerne lachen. Aber es ist nicht zum Lachen. Er ist gerade erst wieder aus der Psychiatrie raus. Er sollte sowieso nichts rauchen. Und ich als die Ältere nicht mit ihm gemeinsam. Aber irgendwann hört man auf mit dem Grenzen ziehen, die weichen sich immer mehr auf und er macht ja auch was er will.
Substanzen-initiierte Paranoia haben die das genannt. Nur dass es bei ihm im Laufe der Jahre die sechste Psychose ist. Und er wirklich mit der Russenmafia zu tun hatte. Wenn er ein Geräusch auf dem Gang in unserem Wohnhaus hört, glaubt er, die stehen vor der Tür. Oder die Rechten. Oder die Linken, je nachdem.

Ich sehe ihn an. Versuche die Panik, die in mir aufkommt, jedes Mal, wenn er so redet, hinunter zu drücken.
"Glaubst du echt, ich würde das machen? Glaubst du nicht, dass ich das schon längst erledigt hätte? Da hätte ichs mir vor ein paar Jahren wesentlich leichter machen können."

Das Lachen was ich hinterherschiebe bleibt mir so halb im Hals stecken. Bin mir nicht sicher ob das gerade die richtige Entscheidung war. Das Ganze mit Humor entschärfen zu wollen, aber ich weiß eh nie was ich in diesen Momenten sagen soll. Er starrt auf seine Hände.

"Nein, hast eh Recht. Wollte nur sicher gehen."

Aber den Blick behält er bei. Die Antidepressiva und Benzos wirken zwar normalerweise, nur hat er die vor Kurzem abgesetzt. Zu viel Eitelkeit, zu viel von den Medikamenten aufgedunsen sein. Gier nach Zucker. Ewige Lethargie.

Ich wünsche ihm eine gute Nacht. Gehe in die Küche, Bier holen. Schritte hinter mir. Blick geradeaus -
"Brauchst du irgendwas aus dem Kühlschrank?"

Dumpfes Kopfgeräusch, gleichzeitiger Schmerzblitz.


Er war gerade erst wieder aus der Psychiatrie raus.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (02.09.2019)
Fast schon zu authentisch, diese sinnlose Geplapper von Marihuana-Konsumenten. Gerne gelesen.
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LotharAtzert meinte dazu am 02.09.2019:
Peace Dieter, peace agmokti.
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agmokti antwortete darauf am 03.09.2019:
Vielen Dank Dieter!

peace lothar!
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Teichhüpfer
Kommentar von Teichhüpfer (02.09.2019)
Falschen Freunden auf zu laufen ist echt gefährlich, aber darum geht es, weil nur Freunde aus dieser Krise heraus helfen können.
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Veröffentlicht am 01.09.2019, 1 mal überarbeitet (letzte Änderung am 01.09.2019). Textlänge: 517 Wörter; dieser Text wurde bereits 49 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 11.12.2019.
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