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Sonett zum Thema Ziele


von Ralf_Renkking

Wer lebt, der lebt den Unterschied aus Wechsel und Kontrasten,
der hat den wahren Wert der Welt im Groben längst erfasst,
er schreitet fort schon beim Genuss, er kennt nicht Halt doch Hast,
schaut Video, hat stets Empfang, auch ohne einzurasten
nutzt er beim Senden längst das Flair der Selbstbedienungstasten,
und wenn er sägt, dann sägt er lieber erst an seinem Ast,
es sei denn, der wird vorn herum der Neuzeit angepasst.

Wer strebt, erstrebt den Übergang vom Durchschnitt zum Piasten,
und wurde einst geboren nicht zu teilen noch zu fasten,
er steht über dem wahren Wert, weil dieser schnell verblasst,
sein Weltbild ist aus Seide schon, aus Samt sowie Damast,
er zehrt vom zarten Gegenbild, und dem unangepassten
entledigt er sich regelrecht, er filtert den Kontrast,
und lehnt sich aus der Wirklichkeit an alte Sendemasten.

Wer webt, verwebt die Ewigkeit zu endlos weiser Rast,
erfahren schlägt er Töne an, er wählt die stark verblassten,
die überdies das Firmament auf lange Sicht entlasten,
sein Lebenswerk ist fast perfekt, er gibt kaum noch den Gast,
er selbst prägt nun das Angebot, zu rosten wie zu hasten
wird nunmehr sinnlos ohne Not, er legt ab alle Last,
und jeden, der noch überlegt, den hat er längst im Kasten.

Anmerkung von Ralf_Renkking:

Eineinhalbfaches Sonett.


 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von fey (51) (07.12.2019)
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Ralf_Renkking meinte dazu am 07.12.2019:
Guten Morgen fey,

danke, das ist eine wirklich freundliche Begrüßung, ich bin jetzt fast wach.
Wenn der Inhalt die Ironie von Titel und Thema nicht so recht zum Ausdruck bringt, habe ich irgendetwas nicht ganz richtig gemacht, mir schwebten eigentlich drei Meganervköpfe vor, die nur um des lieben Friedens willen ihre Ziele erreichen, das wiederum pantomimisch umzusetzen stelle ich mir allerdings wirklich witzig vor.

Ciao, Frank

P.S.: Super Kommentar und danke auch für die Empfehlung, vielleicht hast Du ja auch noch Verbesserungsvorschläge für mich.
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fey (51) antwortete darauf am 09.12.2019:
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Teichhüpfer schrieb daraufhin am 10.12.2019:
Gut, daß Du das gesagt hast, sonst hätte ich dir das nicht geglaubt.
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Kommentar von Hannah (72) (07.12.2019)
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Ralf_Renkking äußerte darauf am 07.12.2019:
Hi Babette,

dann ist mir bis auf den dritten Teil das negative Typenbild also einigermaßen geglückt. ich bin etwas enttäuscht von mir, da ich die Charaktere offensichtlich nicht optimal verbildlichen konnte, und fey hatte dazu einen wirklich guten Vorschlag parat.

Ciao, Frank

P.S.: Danke Dir sowohl für Deinen Kommentar als auch die Empfehlung.
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Hannah (72) ergänzte dazu am 07.12.2019:
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Ralf_Renkking meinte dazu am 07.12.2019:
Hi Babette,

sicher lassen sich drei ähnliche Schablonen nicht zu einer machen. In diesem Fall handelt es sich sowohl um eine Entwicklung, also von leben, zu streben und weben, als auch einer Darstellung zwar ähnlicher Typen, allerdings auf verschiedenen Ebenen. Die "Piasten" im zweiten Teil sind nicht ohne Hintergedanken gewählt.
Klar, etwas ist immer dem Reim geschuldet, aber ich denke, dass ich das feudale System schon recht gut wieder gegeben habe.

Ciao, Frank
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Hannah (72) meinte dazu am 07.12.2019:
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Ralf_Renkking meinte dazu am 08.12.2019:
Hallo Babette,

eigentlich geht es in obigem Beispiel um nur einen Typus, allerdings auf drei Ebenen. Das Vorbild dazu ist das feudalistische System, denn dieser Typus war sowohl im Bauernstand, der Kaufmanns,- und Beamtenschicht, als auch im Klerus,- und Adelstand vertreten. Wie gesagt, kleine Unsauberkeiten bzgl. der eindeutigen Zuordnung sind dem Aufbau und der Reimung dieser "Trisonettate" geschuldet.

Ciao, Frank
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EkkehartMittelberg
Kommentar von EkkehartMittelberg (07.12.2019)
Hallo Frank, die Charakteristiken gefallen mir, der schwungvolle Rhythmus und die Reime ebenfalls.
Aber das ist kein Sonett, auch kein eineinhalbfaches, weil das Wesen des Sonetts in der Conclusio im letzten Terzett liegt., auf das alles zuläuft. Was hindert dich daran, für diese Strophenform einen neuen Namen zu erfinden?
LG
Ekki
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Ralf_Renkking meinte dazu am 07.12.2019:
Hi Ekki,

ich denke, ich beginne am besten mit einem kleinen Exkurs.
Wie Du weißt, sind für mich die Basis eines Sonetts vierzehn Verse, alles andere ist Beiwerk, klassisch, oder um es einfach mal im Sinn der Aufklärung auszudrücken: Schwulst.
Die Geschichte des Sonetts ist selbst schon im Barock heftigen Diskursen ausgesetzt, und keinesfalls haben sich alle Sonettisten strikt an die Vorgaben von Martin Opitz gehalten, es gibt auch im 17. Jahrhundert Sonette, die dem Reimschema und der Versanordnung widersprechen, Christian Gryphius war einer der ersten, die ein ungereimtes Sonett präsentierten. Auch Dichter wie Voß oder Rilke halten sich nicht mehr unbedingt an die klassische Form, allerdings ist auch das Grundprinzip der Kompositionsfigur durchaus flexibel handhabbar. Hierzu ein Zitat aus dem Arbeitsbuch "Wort und Sinn" zu Struktur und Geschichte der Literatur:
"[...]Natürlich kann die Kompositionsfigur auch ohne Rücksicht auf die Grenzen der Strophen und Versgruppen realisiert worden sein oder ihnen gar zuwiderlaufen[...]."
Ich gestehe natürlich, die Formen Halbsonett, 1 1/2 faches Sonett, 2 1/2 faches Sonett, usw., selbst entwickelt zu haben, aber ich denke, dass ihr Prinzip völlig logisch ist, ebenso wie die halbsonettäre obige Strophenform, die die konventionelle Kompositionsfigur "Conclusio" zwar zugelassen hätte, aber weniger offensichtlich gewesen wäre.. Ich habe mich in diesem Fall für die der Steigerung (Klimax) entschieden, weil die Verben "leben, streben und weben" es schon suggerierten.
Obige Strophenform ist übrigens keineswegs neu, sondern wird bspw. von Goethe in seinem Gedicht "Der Totentanz" verwendet. Witzig ist dabei, dass es aus einem Halbsonettenkranz besteht, also sieben Strophen à sieben Verse, nach meiner Definition würde es sich also um ein 3 1/2 faches Sonett handeln.
Wenn Du Dir Goethes "Der Zauberlehrling" einmal näher anschaust, dürfte Dir die Anordnung der ersten beiden Strophen sofort ins Auge fallen, Goethe eröffnet den Reigen mit einem Oktett, gefolgt von einem Sextett, und ich denke, Du weißt, worauf ich hinaus will, diese Anordnung setzt sich nämlich fort. Goethes "Zauberlehrling" besteht somit aus sieben Sonetten, und das Gedicht ist durchaus als Hommage an die Klassik zu sehen, geht aber nach Anleitung eigene Wege, es handelt sich hierbei also um ein Lehrgedicht, dass sich auf die Dichtkunst übertragen lässt.
Allerdings hat auch Schiller so ein Ding in petto, und zwar "Die Bürgschaft". Dieses Gedicht besteht aus zwanzig Halbsonetten, oder um es auf einen Nenner zu bringen, aus 140 Versen. Auch das kommt nicht von ungefähr, denn es ist ja bekannt, dass Goethe und Schiller sich "Poetry Slams" lieferten, die an gewisse Bedingungen geknüpft waren.

Nun komme ich endlich zur Beantwortung Deiner Frage. Im Grunde brauche ich keine neue Strophenform zu erfinden, weil es diese ja schon gibt, allerdings noch keine Bezeichnung, und das könnte entweder Halbsonettstrophe oder Septime sein. Ich hoffe, dass ich Dich nicht zu sehr missverstanden habe, und natürlich, Dich nicht verwirrt zu haben, deshalb versuche ich noch einmal einen Abschlusssatz zu formulieren:

Es geht mir wahrlich nicht darum, alte Prinzipien zu verwerfen, sondern sie weiter zu entwickeln, zumindest, was das sonettäre System anbelangt, allerdings scheue ich natürlich auch vor neuen Erfindungen, z. B. dem "Zehnchen" oder Essays zur allgemeinen Begriffsbestimmung, bspw. über das Prosagedicht, nicht zurück.

Ciao, Frank

P.S.: Danke auch für Deine Empfehlung.

Antwort geändert am 07.12.2019 um 19:26 Uhr


Antwort geändert am 07.12.2019 um 22:40 Uhr
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AchterZwerg
Kommentar von AchterZwerg (08.12.2019)
Hallo Ralf,
für mich liest sich das wie der Text eines Selbstsuchers, der verschiedene Seiten seines Charakters auffächert.
Eine Spiegelung hat natürlich den Nachteil, das sie an der glatten Oberfläche verharren muss ("sein Lebenswerk ist nun perfekt, er gibt kaum noch den Gast") ... denn die Vollkommenheit ist bei näherer Betrachtung eben doch nicht vollkommen.

Wer weiß das besser als der
8.Mäkelzwerg
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Ralf_Renkking meinte dazu am 08.12.2019:
Hi A-Z,

so kannst Du das durchaus sehen, mir geht es hier allerdings um einen Typus, der sowohl in Unter,- Mittel,- als auch Oberschicht zu Hause ist, so dass der Unterschied nur in der Position besteht, vollkommen übergewichtig ist er in jedem Fall.

Ciao, Frank

P.S.: Danke auch für Deine Empfehlung.
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