Tage des Herrn

Gedicht zum Thema Schicksal

von  RainerMScholz

...und ganz ohne Not

war ich dann tot.


Das Feuer in der Esse war heiß.

Ich aß eine magere Schüssel Reis.

Und dann war ich tot.


Gebirge, Gefährten, Gefahren,

nach all diesen Jahren

war ich dann tot.


Der Zug rollte über die Meilen so schnell,

am Ende des Tunnels wurde es hell.

Dann war ich tot.


Die Sorgen, der Kummer, der Schmerz,

ich fasste an`s Herz,

und dann war ich tot.


Die Liebe verging und die Sonne schien weiter;

das Leben war schwer, es war arg und auch heiter.

Dann war ich tot.


Die Tage vergingen,

die Lieder verklangen.

Ich war tot.


Da kommen die Himmel

in bitt`rer Not nie,

es scheint die Sonn´ nur auf Erden hie

und nimmer in uns`re Seele;

am Ende steht eine Stele

für uns,

dann ist Schluss.

Der Tod daselbst

gibt den letzten Kuss,

alles and`re ist Schall

und Wahn,

wieviele haben wir

dafür schon umgetan;

die liegen im Grab,

in den Lüften

und hängen im Baum,

das Feuer verzehrte

ihre Leiber kaum,

sie rußen, sind schwarz

und ganz tot.


Das taten wir,

um Himmels Willen,

zu uns`rer Not.



© Rainer M. Scholz



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