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Kein Thema

Sonntagskolumnen


Die Kolumne des Teams "keinThema.de"



Sonntag, 17. Juni 2012, 03:00


Fahnenflecken

von wupperzeit


Wie ich die Leser unserer kleinen Kolumne kenne, haben auch Sie sicher weder Kosten noch Mühen gescheut, Ihre Wohnung, Ihr Haus, Ihr Schloss, Ihr Auto und sonstiges anlässlich der Fußball EM mit einer Deutschlandfahne aus hochwertigem Stoff zu beflaggen, - aber haben Sie auch gewusst, dass einer der größten Hersteller dieser Fahnen für die eher anspruchsvolle Kundschaft die Firma FahnenFleck in Pinneberg ist? Fünf Prozent ihres Jahresumsatzes erhofft dieses Unternehmen durch den Verkauf ihrer hochwertigen Siebdruckware während der EM 2012 zu erwirtschaften.

Nomen est Omen könnte man sagen, wolle man denn boshaft sein, zumal sich diese Gemeinheit geradezu aufzwingt, schaut man sich unsere Bundesfahne einmal kritisch an, wie sie, beispielsweise im Original, auf dem Dienstgebäude des Deutschen Bundestages, Berlin, Unter den Linden 50 (oder auch 71), in der Größe 2m x 4m zu bewundern ist. Die deutsche Bundesfahne sieht fleckig aus, was daran liegt, dass man den Goldton, wie er in der Bundesverfassung von 1949 vorgeschrieben ist, in Artikel 22, durch die Farbe Gelb zu imitieren versucht, was unter anderem daran liegt, dass es die Farbe Gold nicht gibt, sie so gesehen nicht druckbar ist, und eine Verwendung echten Goldes in der Praxis selbst für die fanatischsten Nationallisten zu teuer ist mit der Zeit. So verwendet man üblicherweise die Farbe mit der Nummer 1028 des RAL-Farbfächers, eben gelb, um auch in dieser Frage die Ansprüche und Vorschriften des Grundgesetzes möglichst originalgetreu zu imitieren.Wobei die Glaubwürdigkeit dieser heraldischen Improvisation mit abnehmender Druckqualität natürlich zunehmend leidet, Produkte, wie sie die Discounter anbieten, sind fast schon als Parodie zu bezeichnen, und das ist, siehe oben, vielleicht sogar ein auch politisch bewusster Anschlag auf das ästhetische Empfinden gesunder Menschen.

Das Problem des Plagiats hätte sich übrigens nicht gestellt, wären die Deutschen bereit gewesen, den von den Siegermächten 1946 zur Identifikation deutscher Schiffe vorgeschriebenen „C-Doppelstander“ als Bundesflagge zu übernehmen, wobei das „C“ als Abkürzung für „Capitulation“ stand. Eine Fahne in den sehr schönen Farben Blau und Rot, mir hätte auch die symbolische Aussage dieser Standarte gefallen.

Nicht nur politisch, als Bekenntnis zum Pazifismus eines Volkes, das innerhalb von fünfzig Jahren mit Massenmorden so genannte Weltkriege geführt hat, und daraus gelernt hat, - auch bei eher banalen Ereignissen wie einer EM gefiele mir die dann eher sportliche Botschaft dieser Farben. Fußballspieler kommen in ein Land, nicht um aggressiv eine Wirtschafts-und Militärmacht zu vertreten, sondern um sich im politisch bedeutungslosen Wettstreit in diesem schönen Sport zu messen. Noch mehr hätte es mir gefallen, hätte man sich im Zeitalter eines entstehenden Vereinten Europas für eine gemeinsame Flagge entschieden. Aber für eine solche Entscheidung ist es wohl noch oder immer zu früh, die eher schlichteren Geister und Gemüter unter uns brauchen ihren Nationalstolz offensichtlich noch existenziell, zumal die, die sonst nichts haben, auf das sie stolz sein können.

Dann also FahnenFleck und Kollegen mit ihren gelben Fahnenflecken überall… Der Eigentümer, Andreas Fleck, behauptet übrigens in einem Interview, man könne heute als Großvater seinem Enkel eine Nationalflagge schenken, ohne als Nationalist zu gelten. Mag sogar sein, dass diese Behauptung stimmt, zumindest in gewissen Kreisen, die auch nichts daran auszusetzen haben, dass Soldaten mit dem Abzeichen der gelben Fahne am Arm andere Menschen in, beispielsweise, Entwicklungsländern ermorden, mit dem besonderen Segen eines Bundespräsidentenpriesters neuerdings wieder. Die bewundernd die Hacken zusammenknallen, wenn ein sozialdemokratischer Senator und Bankenvorstand im Ruhestand über die zunehmende Verblödung eines Volkes durch Zuwanderung hetzt. Die begeistert in die teutschen Händchen patschen, wenn ein ehemaliges Mitglied der Waffen SS die Opfer der Shoa und deren Nachkommen in schlechten Gedichten verhöhnt. Oder die es nicht bedenklich und befremdlich finden, dass ein NPD-Vorsitzender die Behauptung feiert, die Meinungen seiner Gesinnungsgenossen seien mittlerweile „in der Mitte der Gesellschaft“ angekommen. Denen mag der beschriebene Lappen, als Symbol,…

Die Deutschen sind so doof zu glauben, dass Hitler Deutscher war und Beethoven Österreicher, sagte mir eine österreichische Freundin einmal. Hoffen wir gemeinsam, dass es so bleibt, und dass sich immer, wie nach einer EM, mehr Bierflecken auf dem gelben Fetzen finden, als noch mehr Spuren von Blut, wie in jüngster Geschichte geschehen. Ich wünsche Ihnen in diesem Sinne viel Vergnügen und mehr bei der Teilnahme an der diesjährigen EM, und für heute:

Einen guten Tag.


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


Melodia
Kommentar von Melodia (18.06.2012)
dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen! guter text!

lg
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wupperzeit
Kommentar von wupperzeit (18.06.2012)
Kann man auch ganz anders sehen, das mit dem  Patriotismus...

Ich halte es da eher mit Marie Luise Kaschnitz:

"National

Einige machen sich Gedanken über ihren Nationalismus. Sie
lieben ihr Land, aber nicht, wenn es vor Tüchtigkeit birst, sondern wenn es an sich zweifelt und weint. Da das sehr selten der Fall lieben sie es selten. Bei sportlichen Wettkämpfen, so genannten Weltmeisterschaften, zittern sie bei dem Gedanken,
ihr Land könne siegen und sie müßten am nächsten Tag lauter
geschwellten Hemdbrüsten begegnen. Sie lieben ihr Land, seinen kalten Frühling, seinen leuchtenden Herbst, seine Kinder,
seine Sprache und einiges aus seiner Literatur. Sie möchten
nicht dazu verurteilt werden, ganz in einem Lande zu leben, in
dem man ihre Sprache nicht spricht. Trotzdem haben sie ihrem
Land beständig am Zeuge zu flicken. Das zeigt, daß sie Nationalisten sind." -

vielen Dank für Deinen Kommentar.
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