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Kein Thema

Sonntagskolumnen


Die Kolumne des Teams "keinThema.de"



Montag, 13. Mai 2013, 10:58


Warum der Muttertag der bessere Frauentag ist

von Fremdkoerper


Der Muttertag, dessen Anfänge in Deutschland auf eine Initiative des Floristikgewerbes in den 20er Jahren zurückgehen, hat keine besonders gute Geschichte, klar, aber schon um des Familienfriedens willen bin ich dazu verdammt, einen extra an diesem Sonntag geöffneten Blumenladen aufzusuchen und Dank und Glückwünsche der Frau auszusprechen, die sich während meiner Kindheit überwiegend allein um mich gekümmert hatte. Pflichtdanktage sind immer mit einem Beigeschmack von Fadheit und Verlogenheit verbunden, da ändert auch das Gefühl, meiner Mutter für all die Scheißzeiten, die sie mit Kindern, Familie und Arbeit durchmachte, Anerkennung und Mitleid gleichermaßen zu zollen, nichts. Mit Dank ist es schon ein wenig schwieriger - für die Geburt und mein Dasein kann ich nichts und ich betrachte es als elterliche Pflicht, die selbst verschuldeten Nachkommen bis zu deren Selbstständigkeit liebevoll zu umsorgen. Gilt für mich genauso. Und wäre ich nie geboren worden, könnte es mich schlecht stören. Aber bei allen Abwägungen ist doch für mich klar, dass ich meiner Mutter auch dankbar bin, da zwischen Pflicht und Liebe doch noch große Unterschiede bestehen und gute Eltern nun mal keine Selbstverständlichkeit sind.

Wenn man sie denn braucht, die festgelegten Dank- und Geschenktage, dann ist, und jetzt stelle ich eine steile These auf, der Muttertag der bessere Frauentag. Letzterer wurde ohnehin als politischer Kampftag gegründet und hatte mit der heutigen Form, wonach Männer (möglichst hübschen) Frauen Blumen- und Pralinenpräsente machen, um zu zeigen, wie gern sie die Frauen haben, gar nichts gemein. Diese widerliche Unterstreichung des Geschlechterverhältnisses mit weiblich konnotierten Geschenken ist natürlich nur eines von unzähligen Beispielen banaler kapitalistischer Vereinnahmung die aber neben bloßer Vermarktung auch auf die gesellschaftliche Entsprechung eines solchen Umgangs verweist.

Der Körper ist, queerfeministischen Behauptungen zum Trotz, naturgegebene Tatsache. Die Natur ist nicht die große Befreiung und egalitäre Glückseligkeit, als die sie gewissen bürgerlichen Milieus der industrialisierten Gesellschaft erscheint, sondern kann durchaus ein hartnäckiger Gegner individueller Emanzipation sein. Die Geschichte der Zivilisation ist auch eine der Emanzipierung des Menschen von der Natur und letztendlich eine von vielen Voraussetzungen für individuelle Freiheit. Was im Kontext reiner Natürlichkeit, die individuelles Glück nicht kennt, vielleicht irgendwelche Vorteile bei der Arterhaltung bringt, wurde bei der kultürlichen Entwicklung des Menschen zur Voraussetzung eines massiven Ungleichgewichts. Ungefähr die Hälfte aller Menschen trägt die körperlichen Voraussetzungen zur Reproduktion, wobei ich den sexuellen Akt hier mal vernachlässige und die Geistesgeschichte von Weiblichkeit (körperlich-sinnlich) und Männlichkeit (geistig-rational) auch nicht weiter ausführe. Sie, die körperliche Reproduktionsfähigkeit, garantierte zwar die Schaffung von Warenträgern und Arbeitskraftbehältnissen, spielte aber für die kapitalistische Wertschöpfung selbst keine Rolle. Indem aber in den industrialisierten Gesellschaften sowohl aus wirtschaftlichen als auch (das wahrscheinlich eher) individuellen Gründen die Zahl der Nachkommen durch aktive Gegenwirkung zurückging und durch höhere Lebenserwartung, gute medizinische Versorgung und geringe Kindersterblichkeitsraten auch bedeutend weniger Kinder zur Reproduktion nötig waren, wurden Frauen auch immer mehr für den Prozess der direkten Wertschöpfung frei, sprengt also theoretisch der Kapitalismus das Patriarchat. Die Wirkmächtigkeit von Ideologien ist aber dem kapitalistischen Rationalismus zum Trotz (im Rahmen einer zum Mittel unhinterfragter Verselbständigung erniedrigten Vernunft wäre das vielleicht eher in Anführungszeichen zu setzen) gerade angesichts der zyklischen Krisenhaftigkeit kaum verringert und in jeder Krise werden neben Schuldigen auch die vermeintlich Unproduktiven gesucht, um einer bestimmten Gruppe (und die sind immer auch historisch-ideologisch gewachsen) bessere Chancen im Kampf aller gegen aller, der eben dann um eine erkleckliche Zahl von GegnerInnen verringert werden soll, zu ermöglichen.

Selbst unter den utopischen Maßgaben einer befreiten Gesellschaft bliebe wahrscheinlich, und ich möchte hier auch nicht über die Vor- und Nachteile mutmaßen, die körperliche Grundlage der menschlichen Reproduktion bestehen. Vor allem Schwangerschaft und Geburt und eine eventuelle Stillzeit werden auch weiterhin Frauen vorbehalten bleiben, die eben genau wegen ihrer potentiellen Fähigkeit zum Muttersein als Frauen bezeichnet werden. Begreift man den Frauentag nicht als politischen Tag gegen bestehende Geschlechterverhältnisse, sondern als Tag des Dankes und der Ehre für etwas, das nur Frauen besitzen oder können, so würde der Frauentag damit zum Mutterkulttag werden, da er jede Frau auf ihre Gebärfähigkeit reduziert, denn das ist ist der entscheidende Faktor geschlechtsspezifischer Unterscheidung. Der Dank für die tatsächliche Mutterschaft einer Frau, die damit eben eine entscheidende Belastung, die sie von anderen Menschen unterscheidet, erfahren hat, wäre, aller ideologischen Vorgeschichten ungeachtet, viel angebrachter. Ein Tag, zur Ehre der (eigenen!) Mutter wäre demzufolge der bessere Frauentag, weil er wirklich eine nicht zu beseitigende Mehrbelastung, die derzeit meistens noch um eine beseitigbare vermehrt wird, deutlich macht, die ohne Zweifel Anerkennung verdient. Ein Grund für ein institutionalisiertes Datum ist das aber noch lange nicht, ein individueller Umgang schützt vor ideologischer Vereinnahmung.


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


wupperzeit
Kommentar von wupperzeit (13.05.2013)
Gibt es ein größeres Kompliment für einen Kolumnenautoren, als ihm, als Kritik, zu schreiben: Du hast Recht, und: Dem ist nichts hinzuzufügen …

Dem hier Geschriebenem ist nichts hinzuzufügen, - Du hast Recht.
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