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Kein Thema

Sonntagskolumnen


Die Kolumne des Teams "keinThema.de"



Freitag, 01. Juli 2011, 20:49


Die emanzipierte Beziehung

von tausendschön


In Gesprächen zwischen gebildeten Frauen im mittleren Alter fällt heutzutage mit auffälliger Regelmäßigkeit das Wort "Abgrenzung". Sich abzugrenzen bedeutet gemeinhin, daß man etwas nicht an sich heranläßt. Bei Abgrenzung spielen Erwartungen eine große Rolle. Häufig will die emanzipierte Frau eine Erwartung nicht erfüllen, zum Beispiel im Job oder in sexuellen Beziehungen. Sie spricht dann davon, sie müsse lernen, wie man Nein! sagt. Bei besonders reflektierten Frauen hat Abgrenzung aber auch die Bedeutung, selbst keine Erwartungen an andere aufzubauen, um so den natürlichen zwischenmenschlichen Dynamiken mehr Raum zu geben.

Wenn jemand aber lernen muß, sich abzugrenzen, dann heißt das, daß er oder sie vorher die Grenzen zwischen sich und anderen nicht deutlich gesehen hat. Zusammen mit der Selbstwahrnehmung verschwimmt der Verantwortungsbereich zwischen sich und anderen. Das heißt, eine Grenzziehung erfordert nicht nur, sich selbst neu wahrzunehmen, sondern auch, die anderen neu und als eigenständige Personen anzuerkennen, die für ihre Gefühle selbst die Verantwortung tragen.

Da ich selbst irgendwann eine solche gebildete Frau im mittleren Alter sein werde, übe ich jetzt schon einmal, mich abzugrenzen. Ich habe nämlich festgestellt, daß die Beziehung zwischen meiner Katze und mir einer Abgrenzung dringend bedarf. Im Grunde sind wir nämlich beide unausgeglichen in unserer Coabhängigkeit. Und, ähnlich wie in einer Beziehung mit einem Mann, habe ich den intellektuellen und selbstreflexiven Vorsprung, der nötig ist, um von meiner Seite aus unsere Beziehung zu transformieren.

Im ersten Schritt werde ich mich also abgrenzen. Ich werde beispielsweise klar kommunizieren, daß ich nicht nachts aufstehen werde, um die Haustüre zu öffnen. Wer meinen Schlaf stört, verletzt meine emotionale Integrität und überschreitet meine persönliche Grenze. Das muß die Katze verstehen.
Im zweiten Schritt werde ich die Katze in ihrer Persönlichkeit anerkennen. Mir muß nämlich klar werden, daß diese Katze mehr ist als ein von mir emotional Abhängiger. Ich werde sie zukünftig wie einen Mitbewohner behandeln, wie ein soziales Wesen, mit dem ich freudig und freiwillig in Beziehung trete, wenn uns beiden danach ist. Wir werden miteinander spielen, weil wir beide es wollen. Wir werden kuscheln, wenn wir beide Körperkontakt brauchen. Wenn einer Streß hat, ist das kein Grund, sich egozentrisch zu verhalten und den anderen zu mißachten. Im Gegenteil ist unsere Interaktion eine gute Gelegenheit, um zur Ruhe zu kommen und Streß abzubauen. Sich nämlich punktuell aufeinander zu konzentrieren.
Ich werde mich bereithalten, damit wir gemeinsam Schönes erleben können.
Die Katze hoffentlich auch.


 
 

Kommentare zu diesem Teamkolumnenbeitrag


AlmaMarieSchneider
Kommentar von AlmaMarieSchneider (03.07.2011)
Sehr schön geschrieben...und die Kolumne hinterläßt, zumindest bei mir, ein Lächeln.
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Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (04.07.2011)
Der zweite Teil der Kolumne gefällt mir gut, der erste ist mir zu sehr "um den heißen Brei herumgeredet", ich wäre fast ausgestiegen. Besser fände ich, den ersten Teil stark zu kürzen und schneller auf die Katze zu kommen...
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Bergmann
Kommentar von Bergmann (05.07.2011)
Im Grunde formulierst du selbstverständliche Regeln oder Verhaltensweisen, also eine Moral des liebevollen Zusammenlebens - und offenbar muss jede Generation immer wieder auf ihre Weise in jeweils sich veränderten gesellschaftlichen Verhältnissen ihre Lebensart ableiten, diskutieren, finden und leben.
Die Katze ist zwar eine hübsche Variable, aber nicht ganz ungefährlich wegen vieler Assoziationen, die hier mitschwingen und nicht voll ausgelotet werden.
Herzlichst: Uli
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Kommentar von tausendschön (09.07.2011)
herzlichen dank, daß ihr euch mit meiner kolumne auseinandergesetzt habt.
vielleicht sind die regeln des liebevollen zusammenlebens ja so grundlegend, daß ich gar keine vermenschlichung einer katze betreibe, sondern im gegenteil: daß ich mein neurotisches menschsein etwas zurückschraube, um ein ursprünglicheres verhalten zu ermöglichen, das tatsächlich so grundlegend ist, daß es gebraucht wird für das zusammenleben auch mit artfremden lebewesen.
neurotische grüße,
tausendschön
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Ephemere
Kommentar von Ephemere (08.08.2011)
"Die Katze hoffentlich auch" - eine wunderbare Pointe zum Abschluss und ein Treffer voll ins Schwarze: Beim "Abgrenzen", "Wertschätzen", "Annehmen" und "Beziehungsarbeiten" braucht es schließlich immer beide Seiten - auch der unabhängigste Mensch (oder Kater ;-) ) kann sich von dieser Notwendigkeit nicht emanzipieren und solcherlei im Alleingang lösen.
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