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1Inhaltsverzeichnis3

2

Parodie zum Thema Fiktion


von Dart

2.

  Irgendwo in der Ferne schrillte ein Wecker. Komisch. Wecker schrillen immer nur in der Ferne, obwohl sie meistens direkt neben uns stehen. Sehr, sehr merkwürdig. Vielleicht gibt es da auch ein Naturgesetz, dass Newton nicht entdeckt hat. Wer weiß. Auf jeden Fall erwachte Rodney aus seinem Schlaf. Langsam erhob er sich, wobei ein halbes Dutzend Flaschen von seinem Schoß fiel, merkwürdigerweise jedoch ohne das leiseste Geräusch. Die andere Hälfte des Dutzends blieb liegen. Verschlafen blickte Rodney sich um. Was war passiert? Er schaute auf den Kalender am Schrank. Der Kalender hing nicht mehr. Verwirrt glotzte Rod im Raum umher. Seine Schläfen pulsierten dröhnend wie Presslufthämmer. Schließlich erhob sich Rodney vollends und schlurfte in Richtung Badezimmer, wobei er über ein weiteres Dutzend Bierflaschen stolperte. Nach ein paar Schritten blieb er stehen. Irgendwie konnte er nicht richtig sehen. Alles sah ziemlich verschwommen aus. Außerdem lief er irgendwie schwerfällig. Und es war für Kairo ungewöhnlich kühl. Rod konnte wegen seiner Kopfschmerzen aber keinen richtigen Gedanken fassen und ging weiter.
Nach einer Minute war er im Badezimmer angekommen. Drei Zentimeter vor dem Spiegel blieb er stehen.
  Langsam kratzte er sich am Hinterkopf und wartete, bis das verschwommene Bild vor seinen Augen Gestalt annahm. Leider tat es ihm nicht den Gefallen. Er schüttelte den Kopf und stolperte in Richtung Bett zurück. Erneut kratzte Rod sich am Hinterkopf. Wie spät war es eigentlich? Normalerweise klingelte sein Wecker immer um acht Uhr. Schließlich sah er die Uhr. Da auch sie merkwürdig verschwommen war, musste er sehr nahe an das elektronische Display heran: 21:43 Uhr? Auch ein zweites Hinsehen änderte die Uhrzeit nicht.
Rodney schaute aus dem Fenster. Da Sterne am Himmel zu sehen waren, musste die Uhr also recht haben. Aber wo war der große Olivenbaum, der sonst immer vor dem Fenster gestanden hatte? Und seit wann klingelte sein Wecker um 21:43 Uhr? Vielleicht schon wieder so ein Naturgesetz. Noch einmal unternahm Rodney den Versuch, ins Badezimmer zu gelangen. Es wäre ihm auch fast gelungen. Er landete wieder im Bett, da er erneut über eine Flasche stolperte. Plötzlich sah Rodney einen kleinen Zettel auf dem Tisch vor sich liegen. Mit zitternden Händen griff er danach. Die Information? Nein! Die konnte er nicht haben.
  Er las sich den Zettel noch einmal durch. Die Schrift sah völlig verschwommen aus. Rodney sah sich noch einmal um. Langsam rieb er sich die Augen. Irgendwie waren offenbar ein paar Möbel verrutscht. Irgendwie war das überhaupt nicht sein Zimmer. Irgendwie blubberte es überall. Irgendwie stimmte auch etwas nicht mit der Atmosphäre. Irgendwie stimmte überhaupt nichts mehr. Nach einem weiteren Umsehen dämmerte es Rod langsam, wo er sich befand. So wie es aussah und sich anfühlte, war er – unter Wasser.
  UNTER WASSER??? Entsetzt blickte Rod umher. Panik überkam ihn. Wie konnte er atmen? Wie konnte er noch leben? Tatsache war jedoch, dass er sich unter Wasser befand. Nachdem er an sich heruntersah, fand er zumindest eine Lösung für sein Sauerstoffproblem: Irgendjemand hatte ihm eine Atemmaske übergestülpt, die Sauerstoff aus dem Wasser zu filtern schien. Bloß warum war er in einem Zimmer unter Wasser? Er musste bei einem Xylaten sein, wer lebte sonst unter Wasser?
  Irgendwo sah Rod einen verschwommene Ausgang. Langsam wankte er auf sie zu, sich fragend, wieso er unter Wasser laufen konnte. Ein weiterer Blick nach unten lieferte die Lösung: Ihm hatte jemand Magnetschuhe angezogen.
  Die Tür war offen, also ging er hindurch und befand sich plötzlich an frischer Luft. Offensichtlich war der Raum durch eine Magnetschleuse gesichert, die verhinderte, dass das Wasser einfach wegfließen würde. Während Rod sich die Atemmaske vom Gesicht riss, schaute er sich noch einmal um. Er war in einem kleinen rosa Raum mit lauter kleinen blauen Plüschhasen an der Wand. Ein großer Teppich mit kleinen Rüschen lag auf dem Boden. Schließlich entschied sich Rod, die Magnetschuhe auszuziehen, in der Hoffnung, sie nicht mehr benutzen zu müssen. Wer baut bloß Schuhe, die so starr sind, dass ein Fuß irgendwann die Form eines Balls annehmen muss? Schon mal versucht, auf einem Ball zu laufen? Ist ziemlich schwierig, das kann man mir glauben! Außerdem gibt es die Dinger nie in deiner Größe, von wegen. Das ist bestimmt schon wieder so ein Naturgesetz, dass man seine Magnetschuhe immer nur in zu kleinen Größen bekommt. Aber zurück zu Rod und seinem rosa Plüschhasenraum mit Rüschenteppich.
  Auf jeden Fall konnte es nicht schaden, zu warten, bis jemand kommen würde – um drei viertel zehn abends. Rod dachte noch einmal darüber nach. Vielleicht würde es auch nichts bringen, zu warten. Merkwürdig. Wieso war immer noch dieses Weckerklingeln zu hören? Rod hörte noch einmal genauer hin. Es hörte sich eigentlich überhaupt nicht an wie ein Wecker. Irgendwann hatte Rod schon mal dieses Geräusch gehört. Wo bloß? Eine Schiffssirene? Nein. Na klar! Das war kein Wecker oder eine Schiffssirene, das war eine Alarmsirene! Rod war zufrieden mit sich. Er hatte das Klingeln identifiziert, jetzt musste er nur noch herausfinden, wo er … ALARMSIRENE?
  Mit einem Mal war Rod hellwach. Wieso zur Hölle war hier eine Alarmsirene zu hören? In Panik suchte Rod einen Ausgang. Da, gegenüber der Magnetschleuse, war eine Pneumatiktür. Rod betätigte den Öffnungsauslöser an der Seite und mit einem Zischen öffnete sich die Tür. Dahinter verbarg sich ein langer, mit Metall ausgekleideter, schmaler Gang. Rauch lag in der Luft. Die Alarmsirene schien irgendwie dringlicher zu werden. Rod lief an mehreren Türen vorbei, bis zum Ende des Ganges (Achtung: Bitte nicht mit dem Ganges in Indien verwechseln! Der ist schon längst trockengelegt!). Dort fand er eine weitere Pneumatiktür, die er über den Auslöser öffnete. Jetzt wurde Rod endlich klar, wo er sich befand. Nicht in einem Haus, nicht auf einem Fährschiff. Hunderte Displays blinkten ihm entgegen. Es war ein Raumschiff!
  Rodney hatte das Cockpit gefunden. An der Kanzel flogen Sternenlinien vorbei – offensichtlich waren sie in der Lichtgeschwindigkeit. Auch wenn Rod noch nie auf einem Raumschiff innerhalb der Lichtgeschwindigkeit gewesen war, wusste er, dass das Schiff sich in dieser befand. Ehrlich gesagt war er aber noch nie in einem Raumschiff gewesen. Rod starrte weiter vor sich hin, überwältigt von dem Anblick. Rod sah kein anderes Lebewesen an den Monitoren. Wo war die Besatzung oder der Kapitän? Er erblickte ein rotes Lämpchen, das im Takt des Alarms blinkte. Die Schriftzeichen darüber konnte Rod allerdings nicht lesen. Sorgsam darauf bedacht, nichts anzufassen, schaute sich Rod noch einmal in dem Cockpit um. Wohin flog das Schiff bloß? Bisher waren erst vier Planeten bekannt. Wenn sie also von der Erde wegflogen, blieben nur noch drei zu Auswahl.
  Plötzlich hörte das Lämpchen auf zu blinken und der Alarm verstummte. Es gab demnach nur noch zwei Möglichkeiten: Entweder war der Fehler behoben und damit alles in Ordnung, was gut war. Die zweite Möglichkeit war allerdings, dass die Elektroleitung zur Alarmsirene und zum Alarmlämpchen durchgeschmort war, was schlecht war. Komisch. In jedem Actionfilm hört mal ein Alarmlämpchen auf zu blinken, aber keiner kommt auf die Idee, dass eine Elektroleitung durchgebrannt sein könnte. Das ist bestimmt schon wieder ein Naturgesetz. Von wegen Newton und so. Könnte auch zur Aufrechterhaltung der Spannung dienen, wer weiß das schon?
  Rod dachte jedenfalls nicht an durchgebrannte Leitungen oder Naturgesetze, geschweige denn an die Spannung eines Actionfilmes. Höchstwahrscheinlich würde bald die Crew kommen. Er musste mit dem Kapitän des Schiffes reden. Wie war er bloß auf dieses Schiff gekommen? Seine Gedanken wurden plötzlich durch das Zischen der Pneumatiktür unterbrochen. Rod wirbelte herum. Durch die Tür kam ein Xylat, ein anderer als gestern. Er hatte irgendein blaues Fellknäuel auf seinem beschuppten Arm, das ständig zu zittern schien. Der Xylat hatte dicke Augengläser auf seinem Nasenansatz, damit er überhaupt irgendwas sehen konnte. Als er Rod erblickte, schrie er in der für seine Spezies typisch blubbernden Art herum, ließ das Fellbüschel fallen und fing an, unkontrolliert durch den Raum zu rennen, wobei er ständig über irgendwelche herumliegenden Gegenstände fiel. Völlig verwirrt blickte Rod dem Xylaten hinterher, keine Ahnung von dem, was gerade passierte. Allerdings wurde er sehr schnell in seinen Gedanken unterbrochen. Das komische blaue Fellknäuel hatte sich zu einem 30 Zentimeter großen Wesen entwickelt, das mit einem Schraubenschlüssel bewaffnet war. Damit vertrieb er sich die Zeit, in dem er vergnügt gegen Rod's Schienbein drosch. Glücklicherweise schien das kleine Vieh nicht genug Kraft zu haben und schaffte es deshalb gerade mal, den Schraubenschlüssel anzuheben. Von Schmerz konnte Rod also nicht in seinem Bein reden. Er packte das Tier, in der Hoffnung, dass er auch den Nacken erwischte. In Panik ließ es sein Schlaginstrument fallen. Langsam hob Rod es an und hielt es vor sein Gesicht, den Xylaten ignorierend. Der hatte mittlerweise Bekanntschaft mit einer Wand gemacht, die ihm bei seiner Herumrennerei im Weg gestanden hatte und ihn auch gleichzeitig außer Gefecht gesetzt hatte. Vermutlich waren seine Augengläser doch nicht so hervorragend. Der Xylat war immer noch stockblind.
  Rod betrachtete das Fellknäuel genauer. Mittlerweile hatte es ihm ein Maul mit mehreren Reihen rasiermesserscharfer Zähne präsentiert. Komisch. Diese Spezies war ihm überhaupt nicht bekannt. War eine neue Rasse entdeckt? Rod schüttelte den Kopf und blickte zum Xylaten herüber, der urplötzlich wieder aufgestanden war. Allerdings hatte der jetzt einen Rp-09-Reptierblaster in der Hand, mit dem er in die ungefähre Richtung von Rod zielte. Der ließ das Fellvieh fallen und hob die Arme. Blitzschnell huschte das Fellröllchen in Richtung des Xylaten. Mit relativer Leichtigkeit sprang es auf die Schulter des Xylaten und fauchte in Richtung von Rod. Der Xylat blubberte irgendwas in seiner rudimentären Sprache und blickte Rod vielsagend an.
    „Hää?“ brachte dieser nur hervor.
    „Blubblubbbblubblbblbulbbliu? Blubb!“
    „Ich kann deine Sprache nicht!“
    „Blubblubblbbl?“
  Der Xylat fing an, in seiner Weste herumzufingern, offenbar auf der Suche nach etwas. Nach einer Weile hatte er ein kleines technisches Gerät herausgefingert, das er an seinem Hals befestigte.
    „Wor baischt dur?“
    „…?“
  Der Xylat befingerte noch einmal das Gerät. Endlich kamen verständnisvollere Laute aus dem Translator:
    „Wer bist du und wie kommst du auf mein Schiff?“
    „Woher soll ich das wissen?“
    „Du weißt nicht, wie du heißt?“
    „Das ja, aber ich habe keine Ahnung bezüglich deines Schiffes.“
    „Und wie heißt du nun?“
    „Rodney. Rodney McCoy. Manche nennen mich aber auch die Brille.“
    „Die Brille?“ Der Xylat sah ziemlich verwirrt aus.
  Man muss dazu sagen, dass Rodney keine Brille trägt und hier eher seine Sonnenbrille gemeint ist, die er sehr häufig trug. Obwohl man vielleicht auch seine Augenringe als Brille zählen könnte. Oder die vielen blauen Augen, die er schon in so vielen Kneipenschlägereien (7) erhalten hatte. Oder es war einfach nur ein Jux von seinen Freunden, die ihn bloß verarschen wollten – oder ein Naturgesetz. Die meisten Leute tendierten zu der Möglichkeit mit den Freunden.
    „Lassen wir das mit meinem Namen. Wo bin ich?“
    „Du bist an Bord meines Raumschiffes, der Century-Butterfly. Und ich bin Kapitän Han Bar!“
    „Han?“
    „Mein voller Name ist Hansi Bar! Was kann ich denn dafür, dass meine Mutter unter Drogen stand, als sie mir meinen Namen gab? Denkst du, ich bin zufrieden damit? Hä?"
    „Ich hab doch gar nicht an ihrem Namen herumgenörgelt.“
    „Aber du hast es gedacht!“
    „Nein!“
    „Doch!“
    „Nein!“
    „Doch!“
  Rod wurde das Gefühl nicht los, dass das Gespräch anfing, sich im Kreis zu drehen. Vielleicht … Okay, ich wollte schon wieder mit Naturgesetzen anfangen, aber ich sollte das wohl langsam lassen. Das ist Arbeit. Ständig das Gleiche zu schreiben. So was ist außerdem total langweilig.
  Mittlerweile hatte der Xylat den Blaster etwas gesenkt, obwohl er immer noch ziemlich grimmig dreinblickte. Auch das komische Fellknäuel hörte langsam auf, Rod ständig anzuknurren. Vielleicht hatte es auch keine Luft mehr dazu. Wer weiß.
    „Darf ich mal fragen, wo dieses Schiff hinfliegt?“ fragte Rod.
  Der Xylat und der Flokativersuch schauten sich zweifelnd in die Augen. Han antwortete schließlich zögernd:
    „Nun ja … ich weiß es nicht. Keine Ahnung. Vor einer Stunde ist der Hyperraumantrieb durchgeknallt und seit dem rast das Schiff irgendwohin. Mit 100facher Leistung und ich kriege den Fehler nicht behoben. Und in ungefähr sieben Stunden werden die Warpenergiemotivatoren durchbrennen. Kein Wunder, bei der Leistung. Es ist schon ein Wunder, dass das Schiff noch nicht in die Luft geflogen ist.“
Rod nickte zu den Worten mit einer Mine, die eindeutig besagte, dass er überhaupt nichts verstanden hatte:
    „Cool. Wann landen wir?“
    „Hast du nicht zugehört? Ich sagte, dass wir unkontrolliert durch den Raum rasen!“
    „Ohh.“
    „Da fällt mir ein … Wieso bist du auf meinem Schiff?“
  Han riss wieder seinen Blaster hoch und zielte erneut auf Rod, der erschrocken zurücksprang.
    „Keine Ahnung,“ erwiderte er vorsichtig:
    „Ich bin vorhin aufgewacht in irgendeinem, mit Wasser überfluteten, Raum und bin irgendwie hierher gekommen. Erst gestern war ich noch mitten in Kairo, in der Hoffnung 100.000 §§ zu bekommen und damit meine Schulden bei der Bank zu bezahlen. Aber irgendwo dazwischen ist was schief gelaufen und ich bin hier bei euch gelandet.“
  Wieder einmal schauten sich der Xylat und das Haarbüschel in die Augen:
    „Kairo? Wir sind vom Tokiospaceport aus losgeflogen. Wie kommst du da in dieses Schiff?“
    „Tokio?“
    „Ja!“
    „…“
    „Na?“
    „Keine Ahnung. Wie bin ich nach Tokio gekommen? Stand ich unter Drogen? War es Alkohol? Der Hass auf meine Mutter? Ein totaler Black-out? Der Wunsch nach einem Neuanfang? War es vielleicht sogar Schicksal?“
  Han schrieb den Menschen mittlerweile völlig ab und wandte sich den Displays zu. Die Betriebstemperatur der Motivatoren lag jetzt im gelben Bereich. Lange würden sie nicht mehr halten. Er überlegte fieberhaft nach einer Möglichkeit, den Hyperantrieb abzuschalten. Wenn die Temperatur noch weiter anstieg, würde er wohl oder übel den Strom kappen müssen. Doch das hieß, das sie ohne Schildenergie durch das All fliegen würden. Bei ihrer derzeitigen Geschwindigkeit könnte selbst ein Staubkrümel ein tödliches Geschoss werden. Er seufzte und blickte wieder zu Rod, der immer noch vor sich hin brabbelte.
    „Sag mal … kennst du dich vielleicht mit defekten Hyperantrieben aus? Wärst eine echte Hilfe,“ fragte Han.
    „Was ist ein Hyperantrieb?“
    „Vergiss es!“
  Plötzlich gab es ein gewaltiges Erzittern des Schiffes, das Han, das Fellknäuel und Rod auf den Boden des Cockpits warf. Das Licht ging aus und die Sternenlinien schrumpften zu kleinen Punkten zusammen. Überflüssigerweise bemerkte Han, dass sie den Hyperraum verlassen hatten:
    „Wir haben den Hyperraum verlassen und nebenbei auch ziemlich stark abgebremst.“
    „Sag bloß! Bist du sicher?“
    „Nein, ich tu nur so!“ blaffte Han Rod an.
    „Kein Grund zur Aufregung! Und wo im Normalraum sind wir?“
    „Keine Ahnung.“
    „Super. Ich sitze in irgendeinem Raumschiff aus irgendeinem unbekannten Grund fest und zwar mit irgendeinem laufenden Perserteppich und irgendeinem stinkenden Xylaten …“
    „Ich habe einen Ortungscomputer, der Positionen im Raum ermitteln kann."
    „… die natürlich meine besten Freunde sind!"

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Dies ist ein Kapitel des mehrteiligen Textes War Stars - Rein zufällig im Weltraum.
Veröffentlicht am 30.06.2006, 3 mal überarbeitet (letzte Änderung am 30.06.2006). Textlänge: 2.401 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.607 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 01.07.2020.
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