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Angriff auf Deutschland

Erzählung zum Thema Krieg/Krieger


von KayGanahl

1.
Mein Name ist Dellschwado. Es muss von den jüngsten Ereignissen berichtet werden, jetzt ist es an der Zeit. Die militärische Abschreckung durch unsere hochwertigen Waffensysteme hat nicht funktioniert. Kein Mensch in unserem Land hat sich zuvor derartiges vorstellen können: ein Überfall aus dem Nichts, der uns allesamt an den Rand des totalen Zusammenbruchs gebracht hat. Wir wurden völlig überrascht!
Jahrzehntelang waren wir von Freunden umgeben, deren politische Absichten uns bekannt zu sein schienen. Man sah sich, akzeptierte sich und suchte stets nach Gemeinsamkeiten. Einer dieser Freunde hat im Zeitalter der Hochtechnologie in den Bereichen der Waffen- und Kommunikationssysteme tatsächlich zum Angriff auf uns angesetzt – oder war es einer der Feinde, die wir lange genauso gut zu kennen glaubten wie unsere Freunde? Es ist bedauerlich, aber Umdenken ist erforderlich. Das ist ein Umdenken von historischer Dimension.
Jetzt wollen wir uns bestmöglich erinnern:

Es ist mitten in der Nacht. Andauernde schwere Schneefälle in weiten Teilen Deutschlands zwingen seit Stunden die Menschen dazu, den Winter, der seit Monaten ein eher freundliches Gesicht gezeigt hat, sehr ernst zu nehmen. Zwei, drei Auto-Minuten vor der Immer-noch-Hauptstadt Berlin liegt ein eigentlich recht beschauliches Dorf mit rund 200 Einwohnern. Die behördlichen Winterräumdienste grenzen, auch in diesem Dorf, an ihre Belastungsfähigkeit. Der plötzlich doch noch so harte Winter wird am nächsten Morgen die Menschen böse überraschen, so glauben die, die den Winterdienst verantworten!
Es kommt aber viel schlimmer, ganz unmenschlich, seltsamer: Im ganzen Land fallen binnen kürzester Zeit alle Kommunikationssysteme aus, das Dorf macht keine Ausnahme. Natürlich merkt dies die Mehrzahl der Menschen erst viel zu spät,  … aber die Führung des Landes wird noch gerade rechtzeitig aus dem Schlaf alarmiert, um in Sicherheit gebracht zu werden. Der Verteidigungsfall ist gegeben: Ein Feind greift an und ist nach erster Lageeinschätzung dabei, einen blitzschnellen Vernichtungskrieg zu beginnen. Die politische und militärische Führung im hauptstädtischen Kanzlerbunker weiß allerdings auch nicht viele Details über die sich überschlagenden Ereignisse, - die Datenbeschaffung für die Gesamtlage-Beurteilung ist Aufgabe der Militärs und der Nachrichtendienste, die aber der politischen Führung in der unglaublichen Schnelle der Zeit – und weil alle zivilen und die meisten militärischen Kommunikationssysteme ausgefallen sind - keine sicheren Daten zur Durchführung der Analyse der Gesamtlage liefern können.
Sicher ist nur, dass gerade ein vernichtender Angriff erfolgt, der ganz oder fast ganz Deutschland, wahrscheinlich auch weitere NATO-Staaten betrifft. Immerhin hat man sehr schnell die wichtigsten politischen und militärischen Persönlichkeiten in den Bunker gerettet. Das hält man schon für eine Leistung angesichts des großen Entscheidungs- und Handlungsdrucks!
Wer informiert in der Nacht die Bürger? Wie soll das funktionieren angesichts des Zusammenbruchs des Kommunikationssystems? Wer rettet sie wie? Die Vernetzung aller mit allen und von allem mit allem hat nur dazu geführt, dass jetzt Nachrichten nur noch erschwert - erst recht nicht sehr schnell - transportiert werden können. Und das betrifft das ganze Land.
Der einzelne Bürger begreift erst seine extreme Notlage, wenn er unmittelbar von militärischen Handlungen betroffen ist, so ist anzunehmen. Die meisten Menschen werden einfach mitten im Schlaf von den militärischen Maßnahmen brutal aufgeschreckt. Mit Beginn der Angriffshandlungen geht alles in Minutenschnelle vor sich: die zuerst von diesen Handlungen betroffenen Orte sind noch nicht ermittelt. Wie viele Menschen, die von den wahrscheinlich sehr umfassenden Angriffshandlungen unmittelbar betroffen sind, sich bis jetzt haben retten können, ist angesichts der Dramatik der schnellen Ereignisse noch gar nicht  zu ermitteln: Jeder, der nicht sofort angesichts der Konfrontation mit der Notlage die Nerven verloren hat, begreift hoffentlich, dass es sich hier um eine Überlebensfrage aller Menschen im Land und darüber hinaus handeln muss.
Hier im Dorf wie überall ist denen, die bei vollem Bewusstsein die Angriffshandlungen wahrnehmen klar, dass es vorerst kein sicheres Ausweichen und kaum einen effektiven Schutz vor diesen Angriffshandlungen gibt. Wohin aus eigenem Antrieb flüchten? Es gibt keinen Fluchtweg, der sicher ist. Und es gibt keinen Beamten in Deutschland, der binnen Minuten, so er denn überhaupt ansprechbar ist, einen Fluchtweg improvisieren könnte! Ob die Gesamtlage hoffnungslos ist?

2.
„Ich weiß ja, worum es geht. Die Menschen bekriegen sich, und wenn sie das nicht nur mit Worten tun, so tun sie es eventuell mit tödlichen Waffen … und es scheint ihnen dann nicht viel auszumachen, manche … ja manche scheint es auch noch zu erfreuen“, so spricht Enterant mit momentan ganz unpassender philosophischer Attitüde auf einer Dorfstraße stehend und blickt in die Ferne - und kratzt sich an seinem linken Ohrläppchen. Von weit hinten, Blickrichtung Südosten, hört man Geschützdonner des Feindes oder  der eigenen Armee. Die eigene Armee? Aber das kann kaum sein, denn seit den ersten feindlichen Angriffshandlungen ist noch nicht einmal eine Stunde Echtzeit verstrichen, zumal das Kommunikationssystem immer noch zahlreiche Störungen aufweist, wie Enterant als Fernmelde-Offizier d. R. bekannt ist. So schnell können die Geschütze der eigenen Armee noch nicht in Stellung gebracht worden sein! Vielleicht aber doch!? Hoffnung beginnt bei Enterant leise aufzukeimen. Er ist Leutnant der Reserve und hat im Dorf Hals über Kopf die leitende Funktion in der Gruppe übernommen, die, falls notwendig, des Verteidigens immerhin fähig wäre. Er muss den Job machen, da hier sonst keiner militärische Kompetenzen hat, die weiterhelfen können.  Tatsächlich jetzt schon eine Art Verteidigung  oder/und einen eventuell erforderlichen Widerstand gegen Okkupanten zu organisieren und zu befehligen erweist sich angesichts der momentan offensichtlich chaotischen Lage vor Ort schon beim ersten Gedanken daran als Unsinn, denn es befindet sich der Feind immer noch in weiter Entfernung. Und es ist besonders zu bedenken, dass der ganz sicher sehr hohe technische Stand seiner Angriffstechnik hier im Dorf alle Verteidiger völlig überfordern würde.  Im Dorf leben nur ganz wenige Ex-Militärangehörige.
Auch was in aller Eile zur Rettung der Mehrzahl der Dorfbewohner getan werden kann, ist wenig. Viele sind zurzeit völlig verängstigt und verwirrt. Ein paar von ihnen befinden sich auf den Dorfstraßen und kauern am Boden. In den Kellern ihrer Wohnhäuser verbunkern sich einige.

„Wir können einfach nichts …“, so spricht Enterant, der in blitzblanken Kampfstiefeln steckt, aber einen Zivilmantel trägt und seine dunkle Stimmung gerade so beherrschen kann, zu einem der Honoratioren des Dorfes, der, neben ihm stehend, sein Jagdgewehr geschultert hat. Der Mann von gut 50 Lebensjahren, in Jeans und mit zu leichter Bekleidung angesichts des strengen Winters, nickt. Aber er ist auch nicht angstfrei, wie Enterant erkannt hat. Wahrscheinlich ist mit keinem der Dorfbewohner in militärischer Hinsicht viel anzufangen, denkt er. Enterant schweigt mürrisch, dauernd am horchen in die Nacht hinein, in der Geschützdonner und Überflüge von Militärflugzeugen alles dominieren. Er trägt seine Pistole bei sich. Sie steckt im Holster. In dieser Nacht wird er sie hoffentlich nicht benutzen müssen. Seit er vom Auslandseinsatz zurück gekehrt ist, will er sie nicht mehr benutzen müssen …
Dichter Schnee bedeckt die Kopfbedeckungen der beiden. Ängstlich blickt nun der Dorfbewohner Enterant an, fragt: „Wie steht es um das Netz für unsere Handys?“ Enterant schüttelt den Kopf, antwortet dann zögernd: „Das wird wohl nichts heute Nacht. Die leisten ganze Arbeit, alles kann gestört und zerstört werden, denn die moderne Technik ist hochfähig und auch das Gegenteil! Das Dorf ist isoliert. Viele Dörfer sind isoliert! Und die Städte erst …! Wir können vorerst nur versuchen, möglichst viele Menschen in Sicherheit zu bringen und zu warten …“ Die Ziffern von Enterants Armbanduhr stehen auf 4 Uhr morgens.

3.
Kaum vier Stunden später: Bei Morgengrauen ist der Feind ins Dorf einmarschiert, einige verwirrte schreiende Kinder stürzen in Schnee und Kälte durch das Dorf, über dem eine wie eine weiße Schüssel aussehende technische Apparatur oder ein Gefährt platziert ist. Der in seinem Wohnhaus müde am Fenster stehende Enterant traut seinen Augen nicht. Allein der höchst erstaunliche Anblick dieses Objekts versetzt ihn in äußerste Unruhe. Bislang hat er sich ja bestens kontrollieren können, aber jetzt ist es aus damit. Ihm fehlen die Worte, - seine kleinwüchsige, braunhaarige und doch so gesprächige Frau Gertrud kommt von hinten zu ihm und legt ihre rechte Hand auf seine Schulter. Im Vergleich zu ihm ist sie ruhig. Er reagiert auf ihr Erscheinen hinter sich gar nicht, ist er doch mit sich selbst beschäftigt: Enterant hat Probleme mit dem Denken, denn seine logische Denkfähigkeit ist ausgeschaltet. Er ist daher auch unfähig, einen logischen Satz in seiner Muttersprache zu bilden und von sich zu geben. Das kann keine psychischen Gründe haben! Irgendjemand nimmt von außen destruktiv Einfluss auf seine Gehirntätigkeit, was nur, wie ihm trotz dieser misslichen Situation noch zu denken möglich ist, über elektromagnetische Strahlung technisch realisiert werden kann.  Schon in den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es dafür einen Apparat. Heute kann aus größter räumlicher Distanz die Strahlung gezielt auf einzelne Personen gerichtet werden.
Enterant wirkt also nicht mehr gefasst und entschlossen, und neben Erstaunen und Angst spricht eine große Müdigkeit aus seinen Augen. Gertrud blickt nun auf die menschenleere Straße, danach blickt sie in die Höhe und erfasst ebenfalls, dass dort ein Unbekanntes Flugobjekt ist, dem hier offensichtlich niemand passend zu begegnen imstande ist. Ihr Mund steht weit offen. Sie beginnt an Armen und Beinen zu zittern.
Dann findet Enterant zu seiner Stimme zurück:  „Heute ist nichts mehr zu machen, besiegt ist besiegt!“ Gertrud zittert am ganzen Leib, kein Wort!
„Wir könnten die Kinder einsammeln und mit ihnen flüchten!“ so schlägt er – ziemlich gedankenlos - vor, aber sein Vorschlag bleibt unerwidert. Gertrud ist erstarrt.
„Ich werde von Strahlen …! Das spüre ich genau! … ich kenne mich doch damit aus!“ kommt es dann, Gertruds Erstarrung hat sich auf einmal wieder gelöst, sie weicht nunmehr von ihm und geht fort.
„Kapierst du nicht??“ fragt er sie, aber sie hat sich in das erste Obergeschoss des Hauses verzogen. Leutnant der Reserve Enterant gerät in ein Grübeln, obwohl ihm von künstlich erzeugten elektromagnetischen Stimmen, in deren elektromagnetischem Feld er sich befindet (vermutlich ist ganz Deutschland ein solches Feld!), jedes Denken und Reden untersagt worden ist.
„Nein, das geht nicht, Ihr … ! Ich muss reden. Wer wird uns schnappen und missbrauchen … umbringen … ? Ihr etwa?“ Er starrt mal hier hin, mal dort hin. Seine Nervosität steigt stark an. „Dieses komische Ding über uns hält uns gefangen, …  du etwa? Du etwa??“ Ganz gebannt starrt er nun aus dem Fenster in die Höhe auf das UFO, doch es bewegt sich nicht.
„… mir ist übel! Ich muss mich gleich übergeben!“ ruft Enterant aus. Er will weg, kann aber nicht, denn seine Muskeln spielen nicht mehr mit. „Ich weiß nach wie vor nicht, was oder wer die sind. Wir haben es mit einem unbekannten Feind zu tun! Wer seid Ihr? … was will das UFO?“
„Enterant!? Du solltest … Du solltest … irgendetwas Besseres versuchen, bevor der Feind mit Euch gemacht hat, was er will!“ hört zu seinem Entsetzen Enterant und setzt sich auf den Boden.
Enterant darauf: „Versuchen? Ich kann nicht mehr!“ Wer hat das zu ihm gesagt? Plötzlich ringt er mit einer starken Kälte in seinem Körper, die in ihm entstanden ist, obwohl er sich in seiner Wohnung befindet.

4.
Leutnant der Reserve Enterant schlägt sich den Neuschnee von der dunkelroten Uniform. Ich, der ich doch nur irgendeiner der überlebenden Dorfbewohner bin, habe mich mit einem fragenden Gesichtsausdruck vor ihm aufgestellt. Wir müssen unser Überleben sichern – aber wie? Da hilft kein Nachdenken mehr. Auch mich haben die gestrahlten Stimmen erwischt. Vermutlich kann ihnen niemand entkommen, der sich im Dorf aufhält. Ich habe Probleme, mich zu konzentrieren. Meine Merkfähigkeit hat nachgelassen. Außerdem habe ich Probleme mit meiner Gedächtnisleistung. Das stresst ungemein! Allerdings bin ich hartnäckig, will Antworten von einem Offizier, der zu den paar Personen im Dorf gehört, der Antworten finden könnte, aber er ist anscheinend unfähig, mir in die Augen zu blicken. Ihm sehe ich jetzt deutlich an, dass er gar keine Chance mehr für das Dorf und seine Bewohner erkennen kann, seine Körpersprache ist der schlagende Beweis für den Zustand seines Geistes, seiner Physis!
Das UFO, das über uns immer noch in der Schwebe ist, bewegt sich nach wie vor nicht. Es ist neben den Stimmen das große Rätsel, mit dem wir hier konfrontiert werden. Das Dorf wirkt wie ausgestorben auf mich, weiß nicht, was die Menschen so tun, was sie beabsichtigen, wohin sie eventuell flüchten wollen. Und wir können auch jetzt, am Vormittag des Folgetages, keine Verbindung zum Stab unseres Bataillons aufnehmen. Wahrscheinlich wurde er vernichtet. Was ist mit Deutschland in diesen wenigen Stunden geschehen?
Das UFO, das meine Sinne mit seiner Anwesenheit total überfordert, da es etwas total Unfassbares ist, wirkt auf mich dabei doch auch künstlerisch, wie eine künstlerische Konstruktion, die vom Himmel abzunehmen möglich sein könnte. Das UFO und/oder die Strahlen, die sich als Stimmen klar bemerkbar machen, haben das ganze Dorf und wer weiß was noch unter sich unsichtbar begraben, so dass alles menschliche Leben wohl nicht ausgelöscht, so doch anscheinend total manipuliert ist. Die Folge ist die mentale Erstarrung, deren Ende unabsehbar ist, während kriegerische Ereignisse Deutschland heimsuchen, die ganz sicher teilweise waffentechnisch konventioneller Art sind.

„Herbert, hören Sie noch irgend etwas?“ fragt mich Enterant, und schmerzerfüllt biegt er sich auf dem Boden liegend.
„Ich weiß nichts! Ich weiß nichts!!“ schreie ich ihn an. Die Stille, die uns seit einigen Minuten umfasst, verstört mich zunehmend. Es ist kein Geräusch mehr zu hören, auch diese Stimmen sind still. Ich beäuge Enterant kritisch und lächele ein wenig, vielleicht ein wenig zu milde, so dass er es auffasst, als wollte ich ihn persönlich verletzen.
„Sie machen mich verrückt!“ schreit er mich an.
„Ich Sie, das ich nicht lache!“ entgegne ich ihm, während er sich sehr mühselig aufrichtet und einige Schritte umher geht. Ich sehe ihm nach.
Heute ist heute. Und gestern haben wir trotz der beängstigenden Situation angesichts der feindlichen Angriffshandlungen noch mit Gelassenheit inmitten des Schneefalls  kommuniziert. Ich mag ihn. Er mag mich vermutlich auch, aber im Grunde ist das egal, - über uns immer noch das UFO, in uns die Angst angesichts der Bedrohung. Deutschland droht unterzugehen, und doch sind wir hier und kommunizieren miteinander.  Dominiert werden wir alle hier von verschiedensten Techniken, von denen aber die, die unser Staat und unsere Wirtschaft betreiben, fast ganz außer Funktion sind. Und über uns und in uns? Da gibt es immer noch ein UFO und eine rätselhafte Hochtechnologie, die auf Niedrigfrequenzebene Stimmen durch den Äther pulst.


Ende


Kay Ganahl

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