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Ein Gedicht ist eine lyrische Form, die mit bildhafter Sprache (Metaphern) in formell gebundener Sprache in mündlicher oder... weiterlesen
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Kill. Babe. Now, Neufassung

Erzählung zum Thema Alltag


von KayGanahl

Ihr freundliches Lächeln war rar geworden. Man vermisste es sehr! Das ihr selten zum Lächeln zumute war, hatte seinen Grund. Diesen Grund wollte sie aber nicht ganz wahrhaben, denn er war sehr unangenehm. Ihr war er sehr unangenehm! Die Menschen hatten Augen und Ohren, sie bekamen manchmal mit, was sie heimsuchte. Im Alltag dominierte eine bestimmte unangenehme Erscheinung das Leben Babes zunehmend. Sie versuchte … sie versucht sich wieder einmal gut zu erinnern.
„Gestern. Oder war es etwa doch vorgestern?“ fragt sie sich. Sie sitzt auf einem schwarzen Stuhl inmitten eines großen Saals, der sich vor Minuten geleert hat. Nur sie, Babe, ist noch anwesend. Und sie sitzt hier, weil sie sich über etwas besser bewusst werden will, um sich damit ihrem Problem konfrontativ zu stellen.
„Vergessen. Oder … ?“ Babe weiß es nicht mehr genau, was bedenklich ist. Ja. Keine Frage, ihr Gedächtnis funktioniert nicht mehr so gut denn zuvor. Seit Monaten bereitet ihr dieses vermaledeite Gedächtnis Probleme, die zu lösen sich Babe bemühen will. Bislang fühlt sie sich total überfordert! -
Im Saal ist es stickig. Durch schmale Fensteröffnungen fällt auch kaum Licht. Babe verzweifelt? Sie verzweifelt!

GEFÜHLE UND DAS PROBLEM. Babe begann zu verzweifeln, denn das Problem mit ihrem Gedächtnis war etwas Bedeutendes, das manchmal, aber eben eigentlich damit schon viel zu oft, brannte. Ihr normales Leben wurde dadurch stark beeinträchtigt! Gedächtnislücken durften nicht sein, eigentlich durfte es keine einzige Gedächtnislücke geben. Sie litt unter diesem Problem, mit der Zeit drohte ihr Selbstwertgefühl Schaden zu nehmen.
„Ich brauche Hilfe!“ sagt sie, als sie vom Stuhl aufgestanden ist, mal in eine Ecke, mal auf eine Seite des Saales blickend. Dann entwindet sich ihr krampfhaft ein Fluch. Bald wird es ihr zu viel sein! Alles, wirklich alles!
„Gestern? Oder war es - heute!?“ Sie grübelt. Wenn das so weiter geht, dann könnte Babe einmal ausrasten, vielleicht sogar jetzt, hier, heute, im Saal. Sie könnte alles zerstören, was sie umgibt. Behält sie die Nerven?

ANDERWEITIG. Sie war in ihrem  mit 70 Quadratmeter Wohnfläche ausgestatteten, architektonisch fröhlichen Einfamilienhaus ganz allein. Morgens hatte sie bis in die Puppen geschlafen, mit einer warmen süßen Milch in der Hand richtete sie sich vom ganz in Weiß gehaltenen Bett auf, um dann ganz langsam, fast schon im Schwebezustand, das blaue Nierentischchen in der mit warmen Farb-Tapeten versehenen Diele zu erreichen, so dass sie schließlich – immer noch mit der Milch in der Hand, diesmal in der linken Hand – vor der geöffneten Wohnungstür anhielt, wo sie ihr Freund mit einem Lächeln zur Begrüßung erwartete, ohne jedoch ein Wort zu sagen. Babe erschien ihm ganz in einem strahlenden Milchweiß und lächelte, was er für ein Gottesgeschenk hielt.
„Oh!“ rief sie lang aus, mit einem sirenenhaft-hellen Unterton. Sie setzte sich vor das kleine Dielenfenster; lächelte von dort aus mit leichtem Bemühen in die Ferne der gepflasterten Welt, die sie hier in Gestalt von Hausdächern und weißen Berggipfeln wahrnahm.
Ihr Freund war noch da.
„Und jetzt, Babe?“
Schweigen.
„Und was ist denn jetzt, soll ich mir hier die Beine abschrauben?“
Schweigen!

Freund Schreck fühlte sich unwohl in ihrer Nähe, ihre nunmehrige, erstmals von ihm registrierte geisthafte Absenz verunsicherte ihn zutiefst, denn derartiges wusste er sich auf die Schnelle nicht zu erklären, wenngleich ihm ihr Gedächtnisproblem bekannt war, was er sich aber auch nur mehr schlecht als recht erklären konnte, denn die Menschen, die sonst um ihn herum waren, verstand er in jeder Hinsicht bestens; sie repräsentierten die Welt in ihrer Gewöhnlichkeit perfekt, nämlich in aller Klarheit widerspruchsfrei.
„Babe?“
Schweigen?

„… ich … ich bin der Geist, der die Welt mit seinem Gut-Sein erfüllt und …“
„Bitte?“ fragte Schreck. Er lag inzwischen mitten in Babes Küche und vollführte damit eine leicht theatralische Einlage, die Babe nicht mochte. Sie stand am Herd und köchelte Griesbrei. Ihre Stimmung sank in diesem Augenblick rasant nach unten.
„Ich weiß, dass ich neuerdings vom Geist erfüllt bin, von einem Geist, der die Welt zu erfüllen vermag, und dies ist meine Absicht – für immer!“ sagte sie griesgrämig. Der Topf drohte überzukochen. Babe lächelte verkniffen in den Löffel, mit dem sie gerührt hatte.
Schreck verstummte vorerst, seine Liebe zu Babe dauerte aber fort. Das war keine Frage. Er musste einfach anwesend sein, bei ihr, ganz nah bei ihr; am liebsten hätte er sie jetzt geküsst, aber er lag noch am Boden und klatschte nun in die Hände. Hier in der Küche stand der nicht schlecht gefüllte Kühlschrank offen. Und das Mini-TV –Gerät über dem Kochbereich tyrannisierte beide mit den neuesten Trash-News.
… heute Schule? Bestimmt nicht, dazu war Babe heute fest entschlossen. Babe war längst volljährig, aber die Schule war ein notwendiges Übel, um durch das weitere Leben zu kommen. Nur zu gern hätte sie auf jeden Schulbesuch verzichtet, hingegen brauchte sie Bildung und brauchte sie ferner Beweise für Intelligenz und Begabung, weil die Arbeitgeber derartiges von Stellenbewerbern forderten. Babe hasste das alles. Aber Babe fügte sich den Verhältnissen.

Es war 9 Uhr morgens. Einen ganz kurzen Moment dachte sie ernsthaft daran, sich anzukleiden, für die ständig fordernde Schule würde sie das heute bestimmt nicht tun. Die Sonne schien sich vor ihr zusammen zu falten, als sie zum Küchenfenster heraus blickte, mit einem Gähnen die Sonne begrüßte!
„Babe?“ fragte Schreck. Er wandte sich ihr zu, stand dann sogar auf, gesellte sich neben ihr an den Herd.
„Gib mir doch den Löffel - - !“ bat er sie, doch Babe reagierte nicht darauf.

Es gruselte ihr jetzt auch wieder selbst beim flüchtigen Gedanken an die Welt des Normalen und der normalen Menschen, die sie beherrschen sollte, - „Das nicht!“ dachte sie immer, wenn sie an diese spezielle, sehr stark überhöhte Forderung dachte, die an sie von irgendwoher gerichtet wurde, was sie nicht begreifen konnte. Es war ihr dies ein ganz Unbegreifliches. Und seitdem für sie das Gedächtnis ein Problem war, war dies im Grunde noch ein Stück unverständlicher! Ja, doch!
Die Ausübung von Herrschaft, selbst wenn das in der Praxis irgendwann in vielen Jahren erwartet wurde, galt ihr als etwas, wozu sie sich als ungeeignet ansah. Das blieb sicher bis auf Weiteres so. Sie wollte das auch unbedingt. Denn sie lebte in der Überzeugung, ein unwichtiger, wenn auch geistvoller und gebildeter Mensch sein zu dürfen, den man übersieht. Die sie umgebende Welt war ihr viel zu kalt zum "mitmachen".
Allerdings: der Hass auf viele, wenn nicht alle Menschen, der sie zu ihrem Bedauern beherrschte, war für sie wichtig, denn er konnte sie zum rationalen, konstruktiven Denken und Handeln bringen. 
Auf lange Sicht war die Schule weitgehend gegessen! Aber nicht für ihren Freund. Er hatte andere Ansichten, solche, die sich von denen Babes durchaus extrem unterschieden, und wenn er sie ihr gegenüber äußerte, dann kam es vor, dass sie sich über ihn lustig machte, jedenfalls in einen rauen Ton abglitt, weshalb Schreck es manchmal sogar mit der Angst zu tun bekam. Babe wurde für ihn wahrhaftig ein Problemfall, den zu lösen er sich als junger Mann nicht zutrauen durfte. Ja, Freund Schreck laberte jetzt in der Küche irgendetwas, das sie nicht richtig hören konnte. Sie schaute ihn kurz an. Er schaute genauso kurz zurück.
Ah, da gab es ja eine Geschichte, die zu erzählen wäre: nämlich als ihn sein Lehrer aus der Schulklasse warf, war Schreck ganz verschreckt.  Die ganze Klasse johlte, als er das Gebäude verließ, die Straße überquerte, … alles hinter sich ließ, jedoch nur für den folgenden Nachmittag, Abend, für die Nacht, denn morgens betrat er wieder seinen Klassenraum, als wäre nichts geschehen.
Babe lächelte. Sie stand in strahlendem Weiß vor dem Herd und rührte. Und sie rührte emotional ungerührt weiter. Die von Schreck selbst erzählte Geschichte war nicht sonderlich interessant für sie, zumal sie sie schon viele Male über sich ergehen lassen musste, obwohl sie Schreck mitgeteilt hatte, dass sie sie verabscheue. Babe hatte vorhin eine dieser aufmunternden Kapseln zu sich genommen. Jetzt sprach sie Schreck freundlich an.



Kay Ganahl
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