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Ein Drohnenlenker erzählt drauflos

Groteske zum Thema Todesstrafe


von EkkehartMittelberg

Mein Job ist ideal. Kann es etwas Erbaulicheres geben, als die Welt von terroristischen Schurken zu befreien? Konventionelle Waffen verursachen Kollateralschäden. Anders meine saubere Drohne. Ist der Schurke im Visier, dann trifft sie ihn allein. Knopfdruck, und du kannst sicher sein, dass die Bösen um einen mehr dezimiert sind. Ihre Arbeit ist hygienisch, keine Blutbäder, keine Massaker wie bei den Selbstmordattentätern.

Du bist als Lenker das letzte Glied in einer Kette von Verantwortungsträgern. Der beste Geheimdienst der Welt hat die Schurken als Ziel freigegeben, und du kannst sicher sein, dass er sich nie irrt.

Keine Gewissensqualen, dass du einen triffst, den man wider Willen in den Krieg geschickt hat. Ganz im Gegenteil, du eliminierst einen Psychopathen, der der den Weltfrieden, die Weltordnung krankhaft stört.

Ich weiß, dass es ein paar Gutmenschen gibt, die das anders sehen als ich. Sie faseln vom feigen anonymen Abschießen, von ohnmächtiger Wut wegen hinterhältig Eliminierter, vom Morden ohne Gericht, von wachsender Zahl der Terroristen wegen kaltblütigen Abknallens.

Diese Verblendeten wollen nicht begreifen, dass die Landsknechts-Zeit tumber Zweikämpfe wegen genialer Technik vorbei ist. Sollen diese Kretins doch mit gleichen Waffen zurückschlagen, aber dazu sind sie nicht fähig. Sind diese vermummten Selbstmordattentäter etwa nicht hinterhältig? Gerichte sind Zeitverschwendung. Wir haben  haben unsere Objekte durch unendlich geduldige Hightech-Observation zweifelsfrei ausgespäht. Und wenn es kurzfristig mehr Terroristen geben sollte, wird es uns ein Sport sein, sie auszulöschen. Uns geht keiner durchs Netz, wir fischen sie ab, bis kein Spinner mehr da ist.

Sie sehen, ich bin erfolgreich, mich kann nichts erschüttern, ich glaube an meine Berufung.
Ich könnte also total glücklich sein, wenn da nur diese Träume nicht wären, die sich in letzter Zeit wiederholen.

Neulich hat mein Objektiv so einen Bin Laden geladen Ich habe schon drauf gehalten, da läuft mir ein Schatten ins Bild. „Was war das denn?“ rufe ich konsterniert. Mein Chef sieht sich das an und lacht: „ Ein Hund, du Blödmann.“ Der hat Augen wie ein Adler und ich sage natürlich: „Okay, wie konnte ich das nicht sehen.“ Als ich allein war, habe ich mir das noch einmal angeschaut. Das Komische war, dass der Köter nur zwei Beine hatte.
Und davon träume ich jetzt. Im Traum ist es aber kein Hund, sondern ein Kind. Wissen Sie, so abgebrüht bin ich nun auch wieder nicht. Obwohl mir ein Kollege, dem ich mich anvertraut habe, sagt: „Mach dir keine Gedanken. Terroristen zeugen Terroristen. Genetisch zweifelsfrei nachgewiesen.“ Und doch. Es gibt ein Restrisiko und es gibt Restzweifel.
Der Kollege meinte jedoch: „Mir ist auch schon mal was ins Bild gelaufen, von dem ich geträumt habe. Träume sind zwar Schäume. Aber ich habe sicherheitshalber ein Schlafmittel geordert, das schickt dich traumfrei ins Nirwana. Probiere es morgen aus und du bleibst diensttauglich wie ich. Todsicher.“

© Ekkehart Mittelberg, August 2014

Dieser Text wurde inspiriert durch den Spiegel-Artikel „Die Allmacht der Drohnen“ In: Der Spiegel, Nr. 29/14.7.2014, S. 114 ff.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von Graeculus (69) (08.08.2014)
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Regina meinte dazu am 08.08.2014:
Erfahrungsweise meldet sich das Gewissen erst nach dem Krieg.
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EkkehartMittelberg antwortete darauf am 08.08.2014:
@ Graeculus: Der Krieg wird nicht weniger entsetzlich, nur kälter. Das trifft es, Graeculus. Danke.
@Regina: Es scheint so zu sein.
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Kommentar von LancealostDream (49) (08.08.2014)
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Jorge schrieb daraufhin am 08.08.2014:
Vielen Dank Lance, für diesen aufschlussreichen Link !
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EkkehartMittelberg äußerte darauf am 08.08.2014:
Merci, Lance, ich finde den Link wie Jorge sehr aufschlussreich.

LG
Ekki
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susidie
Kommentar von susidie (08.08.2014)
Wenn ich nur mal den ersten und den letzten Satz nehme: mein Job ist ideal - todsicher.
Der Irrsinn in Gestalt. Die Quadratur des Kreises in ihrer ganzen Grausamkeit. Der "saubere" Krieg, der das good guy/bad guy Spiel vorgaukelt. Wie ein Video-Spiel. Und wenn nicht, naja, paar Pillen helfen schon. Mir fehlen die Worte zum Inhalt deiner Groteske, die ein Tatsachenbericht sein könnte. Vom Handwerklichen muss ich nicht reden, perfekt - wie immer -.
Ekki, es ist toll, dass du dieses Thema angreifst, auf diese Art und Weise. Mit dem Titel - erschütternd.
Gruß in deine Nacht von Su
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EkkehartMittelberg ergänzte dazu am 08.08.2014:
Grazie, Susi. Wenn der Text erschütternd wirkt, entspricht er meiner Seelenlage.
Beste Grüße
Ekki
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TrekanBelluvitsh
Kommentar von TrekanBelluvitsh (08.08.2014)
Eine taktische Einzelheit, die du ansprichst, die jedoch - meiner Beobachtung nach - zu wenig konkretisiert wird, ist die Aufklärung der Ziele. Das die bei unbemannten Drohnen zu kurz kommt, ist jedoch systemimmanent, denn dazu müsste man im Zweifelsfall ja nah an die Ziele heran. Und wenn man schon mal da ist...? Wozu bräuchte man dann Drohnen? Also wird eine einwandfreie Feinderkennung - wie immer man den auch definieren mag - durch den Gebrauch von Drohnen eingeschränkt. Oder anders ausgedrückt: Erst mal ballern, gucken was man getroffen hat, kann man später noch. Aber da das Zeitalter des 'Bodycount' wieder zurück ist - erst neulich hat ein israelischer Minister verkündet, der 47% der palästinensischen Opfer Terroristen sein - kann das nicht überraschen.

P.S.: Nach der maßgeblichen Meinung der User 'IHM' und des christlich-fundamentalistischen 'JACK' ( hier nachzulesen)ist der Hinweis auf den auf den israelischen Minister ganz klar antisemitisch!
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 08.08.2014:
Vielen Dank, Trekan. Die Drohnenkonstrukteure behaupten natürlich, dass durch supergenaue Kameras die Feinderkennung so exakt sei, als stünde man ihm gegenüber. Die Botschaft höre ich wohl,.......
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bbx (68) meinte dazu am 18.03.2017:
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 18.03.2017:
Merci. Ich kann dir die Frage leider nicht beantworten, halte die Äußerung des Ministers aber aufgrund der verblendenden Feindseligrkeit für wahrscheinlich.
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Kommentar von BellisParennis (49) (08.08.2014)
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 08.08.2014:
Danke Carsten, ich hoffe, dass auch Frau van der Leyen noch einmal nachdenkt, bevor sie Drohnen für die Bundeswehr beschafft.
LG
Ekki
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Kommentar von chichi† (80) (08.08.2014)
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 08.08.2014:
Merci, Gerda, in diesem Falle musste ich mich nicht anstrengen.

LG
Ekki
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Didi.Costaire
Kommentar von Didi.Costaire (08.08.2014)
Auch klare Standpunkte in Sachen Technik und Ideologie können kaum verhindern, dass sich das eigene Denken nicht vollständig lenken lässt und sich das Gewissen meldet. Krieg ist halt kein Computerspiel.
Liebe Grüße, Dirk
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 08.08.2014:
Gracias, Didi, auch wenn das eigenständige Denken erst durch Träume ausgelöst wird, ist nicht alles verloren, solange es sich noch meldet.

Liebe Grüße
Ekki
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Kommentar von Pocahontas (54) (08.08.2014)
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 08.08.2014:
Grazie, Sigi, ich kann nachempfinden, dass es dir die Sprache verschlägt.

Liebe Grüße
Ekki
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Jorge
Kommentar von Jorge (08.08.2014)
Man kann nicht genug über diesen kriegerischen Wahnsinn unserer Tage schreiben. Diese Groteske reiht sich würdig ein, in vielfältige Bemühungen, die es glücklicherweise weltweit gibt.
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 08.08.2014:
Gracias, Jorge. Vielleicht werden die weltweiten vielfältigen Bemühungen doch zu Sand in den Motoren von Drohnen.
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Kommentar von Fabi (50) (08.08.2014)
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 08.08.2014:
Merci, Fabi. Gäbe es doch mehr Delphine unteer den Menschen.

Liebe Grüße
Ekki
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Kommentar von harzgebirgler (30.11.2017)
durch ferngelenkte töterei
kommt man dem terror kaum ganz bei
doch zu spüren kriegt er schon
daß für mordlust tod der lohn.

herzliche abendgrüße
henning
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EkkehartMittelberg meinte dazu am 01.12.2017:
Merci, Henning. Man muss hoffen, dass die Drohnen die Richtigen treffen.
Herzliche Grüße zurück
Ekki
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Der NeidgeierInhaltsverzeichnisDialog zwischen dem Tod und einem Sterbenden
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Dies ist ein Erzählung des mehrteiligen Textes Kleine Formen.
Veröffentlicht am 08.08.2014, 6 mal überarbeitet (letzte Änderung am 17.02.2015). Textlänge: 483 Wörter; dieser Text wurde bereits 1.051 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 27.02.2021.
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