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Om in F-Dur: Schöner Altern mit Old-Rogue-Celibidache

Erzählung zum Thema Schein und Sein


von toltec-head

Der schönste Moment der Reise nach Artern war, als ich meinen barfüßigen Astralleib auf aller perverseste Weise verkehrt  durch das geschlossene Drehkreuz zum Kyffhäuser zwängte und ein ungläubiges Menschenkind mit offenem Mund daneben stand, nach Luft schnappte und mir zusah. Der Arme. Blieb ihm nichts anderes übrig, als sinnlos mit den Hufen zu scharren und sich schon einmal an das versteinerte Heteropaar mit Bart neben ihm, das sich schlafend gegenseitig in der Nase popelte, zu gewöhnen. Das Nacktbaden in der Ilm fiel demgegenüber doch stark ab. Weil es also gar nichts besonderes war. Und überhaupt eben doch auch so eine LitForen-Idee: Aus Goethes Gartenhaus zu stürmen, sich, weil man dort davon gelesen hat, die Kleider vom Leib zu reißen und an den Brennnesseln die glitschige Böschung herab, beinahe strauchelnd, ostentativ nackt wie weiland der Geheimrat, um die Weimarianer zu verschrecken, in den kalten Fluss zu gleiten - wo einen dann doch keiner sieht. Dafür dann eine Schlangenbiegung weiter: lauschiges Plätzchen voller nackte Ossis, die ganz bequem, ohne Nesseln baden gehen, hieran überhaupt nichts besonderes finden und nach ihren Kindern schreien. Ein netter, junger Mann geht herum und bietet auch mir ein Stück Melone an. Ich schäme mich, weil die Ilm so kalt und mein Schwanz nun so klein ist.

So, jetzt habe ich alles gesehen, was ich sehen wollte und kann endlich alt werden. Das ganze Unglück der Menschheit rührt immer von Männern unter 40 her. White Male Suicide Adolf, der für den Tag danach schon mal anordnet, dass im Radio für alle immer wieder das Adagio aus Bruckners 7. gespielt werden soll. In etwa so blödsinnig wie Isensees Idee, mit dem Cabrio zum Dichtertreffen in der Schrebergartenanlage  vorzufahren und mit voller Dröhnung Antons Te Deum ertönen zu lassen, während sie mit ihren Kitschseelen und  Sektgläsern in der Hand herumstehen und in spontanen Applaus verfallen. Das ganze freilich erst nachdem wir im Hotel waren und er sich frisch machen und ein weißes Hemd anziehen konnte. Hallo, hier sind wir: eine bloße Kultur- und eine, zudem auch noch chinesisch aussehende richtige Schwuchtel. Nee, nee, nee, ich will jetzt lieber alt und fett werden. Nicht so seriös und gar nicht halbseiden wie Graeculus aussehen, sondern viel lieber wie  ein bulgarischer Zuhälter mit nach Hinten gegeeltem Silberhaar und Goldkettchen unterm Frack. Statt zu schreiben, mache ich von nun an nur noch Gesten. Ich kratze mich zum Beispiel am Sack oder an meiner extremst fleischhaltigen Nase und gebe dies erfolgreich als Dirigat aus. Berufsjugendliches Herumgeturne überlasse ich CocaCola-Kapellmeistern wie Herbert von Karajan. Man stelle mir einen Stuhl hin, ich wünsche zu sitzen, gerne auch schon mal in einem gelben Regenmantel. Es ist mir vollkommen egal, wenn ich für Bruckners 7. dreiundzwanzig Minuten länger brauche als andere und unmusikalische Menschen meinen, ich sei gar kein Schamane sondern bloß ein musikalischer Quacksalber. An zwei Stellen, wo man es gar nicht vermuten würde, drehe ich den Zeigefinger um,  weise frenetisch auf mein Herzchakra und gebe Grunzlaute von mir. Die Old-Rogue-Theory besagt, dass ein Mann in diesem Leben nur die Wahl hat, als alte Lesbe oder als alter Schuft zu enden. William zeigt mir, als ich Nachhause komme, seinen GRINDR-Verlauf mit einem anderen Mann, der ihn an einer Stelle als Negerfotze bezeichnet. Ich frage ihn, ob er das nicht doch als ein wenig rassistisch empfindet. Er lacht laut auf und kullert mit den Augen:
- Ich liebe es!


 
 

Kommentare zu diesem Text


Isensee
Kommentar von Isensee (13.09.2017)
Sehr öde.
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toltec-head
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Dies ist ein Text des mehrteiligen Textes Foren-Träumereien eines einsamen Literatur-Touristen.
Veröffentlicht am 13.09.2017, 14 mal überarbeitet (letzte Änderung am 13.09.2017). Textlänge: 563 Wörter; dieser Text wurde bereits 327 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 17.09.2019.
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