Login für registrierte Nutzer
Benutzer: Passwort:

Noch nicht bei KV registriert?
Jetzt registrieren!
KV ist kostenlos und werbefrei!

Neu bei uns:
VogelohneStimme (12.08.), Eule2018 (12.08.), melmis (11.08.), krähe (11.08.), AlexSassland (03.08.), thealephantasy (02.08.), TheHadouken23 (02.08.), Buchstabenkrieger (01.08.), JGardener (31.07.), Aha (28.07.), RauSamt (25.07.), Nachtvogel87 (24.07.)...
Übersicht aller neuen Autoren und Leser
Wen suchst Du?

(mindestens drei Buchstaben)

Zur Zeit online:
KeinVerlag.de ist die Heimat von 680 Autoren* und 94 Lesern*. Was es sonst noch an Neuem gibt, steht hier.

(*Im Gegensatz zu allen anderen Literaturforen zählen wir nur die aktiven Mitglieder, da wir uns als Community verstehen und nicht als Archiv toter Texte. Würden wir alle Nutzer zählen, die sich seit Gründung hier angemeldet haben, und nur die abziehen, die sich selbst wieder abgemeldet haben oder rausgeworfen wurden, kämen wir auf 14.875 Mitglieder und 428.885 Texte. Musste auch mal gesagt werden.)

Genre des Tages, 22.08.2019:
Glosse
Die Glosse ist ein spöttischer, mitunter satirischer Kommentar, der geistreich-ironisch und witzig (meist)... weiterlesen
... und was wir daraus machen:

Ziemlich neu:  Schock deine Eltern, bleib zu Hause von eiskimo (16.08.19)
Recht lang:  Mopedfahrer von Jean-Claude (1915 Worte)
Wenig kommentiert:  Amos und die rote Kiste von Reliwette (noch gar keine Kommentare)
Selten gelesen:  Angst - Missbrauch von solxxx (nur 15 Aufrufe)
alle Glossen
Lest doch mal ...einen Zufallstext!
Unser Buchtipp:

Spuren vergessener Zweige
von unangepasste
Projekte

keineRezension.de
KV woanders

keinVerlag.de auf Facebook
Eine Meinung: "Ich bin bei keinVerlag.de willkommen, weil die Tür hier allen offen steht" (Maya_Gähler)

Go to hell, Sergeant Snyder! (2) - Resilienzprosa 1981.

Kurzprosa


von Willibald

Damals, als wir in der Kaserne saßen und das Leben war so richtig Mist, auch wegen Feldwebel Schneider, und auf dem Tisch lagen Spielkarten und nicht einmal Mau-Mau ging noch und wir hatten alles so satt, da hielt Benjamin, der Vater war Ire, die Mutter aus Dinkelsbühl,  eine kleine Rede:

„Die  Geschichte“, sagte er, „ist ein langer Strom mit Sandbänken und Ufern.  Der Strom ist manchmal mit Blut von Menschen gefüllt, die töten, stehlen, schreien wie Feldwebel Schneider und Dinge tun, die Historiker normalerweise aufschreiben, während an den Ufern die Menschen fast unbemerkt Häuser bauen, Liebe machen, Kinder großziehen, Lieder singen, Gedichte schreiben oder Jokes erzählen. So ist das.“

Wir sahen uns an. Oh, das leuchtete ein! Wir  reanimierten unsere Erinnerungen und setzten sie  mit geröteten Gesichtern zu kurzen Geschichten zusammen, eigentlich  waren das Szenen einer Komödie, die wir einmal schreiben könnten, und wir kamen uns dabei vor wie Cleese, Chapman, Idle, Palin, Jones, Gilliam  und noch ein Siebter von den Monty Pythons.

A) Feldwebel Schneider betritt zum ersten Mal  die Stube der  glorreichen Sieben,  Stube 26: "He, was? Alles Aburrrienten, was? Telligent wollt ihr sein? In-telligent seid ihr. Mäusemelker."

B) In der Mittagspause geht  Feldwebel Schneider an unserer Gruppe - wir sitzen rauchend im Gras hinter der Kaserne - vorbei. Dabei entweicht ihm leise, aber gut hörbar ein dumpfer, kurzer Furz.  Er wendet den Kopf zu uns, sagt: „Na, ihr Aburrrienten?“

C) Im Hof vor dem grauen Kasernenblock hat sich Feldwebel Schneider aufgebaut: "Kompanie, stillgestanden!" Stimme aus dem Hintergrund: "Und sie bewegt sich doch." Feldwebel Schneider mit hochrotem Kopf: "Wer hat das gesagt?" Stimme aus dem Hintergrund: "Galileo Galilei." Feldwebel Schneider: "Galileo Galilei, vortreten!"


Als so zwei Stunden kreativen Werkelns mit komischer Fallhöhe und Gag verstrichen waren, gerieten wir  gegen Mitternacht in eine besinnliche, friedliche, grollfreie, ja versöhnliche Stimmung und hatten eine Vision:  Feldwebel Schneider wird als Zen-Buddhist wiedergeboren, ist ruhig, friedfertig und sehr intelligent,  die Trennung von Subjekt und Objekt hat er hinter sich gelassen, er beharrt nicht mehr auf einem "Ich", ruht in sich und so ist er  mit "Allem" eins. - "Hoho", riefen wir, als  sich seine Lebenswelt vor unserem inneren Auge entfaltete und Schneider mitten darin....

D) Ruhig und entspannt sitzt er,  die Beine gefaltet, im Lotossitz dem  Zen-Meister gegenüber (Schneidersitz!). Der lächelt  und spricht dann  einen Koan (mindblowing sudden enlightenment) in Frageform: "Du weißt, dass es dich nicht gibt?" Bescheiden  antwortet Schneider mit einem leichten Nicken des Kopfes: "Wem sagst du das?"

Benjamin, der manchmal von zu Hause, aus dem Geschäft seiner Eltern, eine Kruke Tullamore in die Kaserne  mitbringen konnte und später Biologie und Linguistik studieren sollte, fand eine wunderbare Fortsetzung. Sie funktioniert nur auf Englisch und sei hier radiant with joy/freudestrahlend weitergegeben:

E1) Our Monk Snyder walks up to a Döner-Vendor (Döner-Verkäufer) and says: „Make me one with all.“
Kaum hatten wir  den Gag verstanden, schloss Ben die Szene ab:
E2) When the Döner-Vendor hands him the Döner, the Buddhist pays and asks for his change. The vendor smiles and replies:
„Change comes from within."


Auf meinem Schreibtisch bei der Lampe mit dem Marmorfuß gibt es zwei Ehrenplätze für Träger und Bringer von Resilienz, auf dem einen  Snoopy und nicht weit davon ein Foto von Ben (siehe oben).

 
 

Kommentare zu diesem Text


Kommentar von niemand (11.02.2019)
Alles was in Grün hier steht, ist einfach nur herrlich komisch,
besonders das mit Galileo Galilei
nur das in Englisch verstehe ich nicht, da kann ich auch nix zu sagen, aber für den Lacher meinen herzlichen Dank!

LG niemand
diesen Kommentar melden
Willibald meinte dazu am 11.02.2019:
Danke Dir, niemand, für die Rückmeldung.


Das mit dem Deutschen ist wirklich schwierig, aber ich stöpsele halt mal das so hin:

Our Monk Snyder walks up to a Döner-Vendor (Verkäufer) and says:
„Make me one with all.“
"Mach mir einen mit allem/Mach mich eins mit Allem/dem All/dem Ganzen." ("me" kann im Englischen Akkusativ oder Dativ sein.)

Change: Wechselgeld/Veränderung kommt aus dem Inneren.


Antwort geändert am 11.02.2019 um 19:07 Uhr
diese Antwort melden
niemand antwortete darauf am 11.02.2019:
Danke! es hellt sich ein wenig in mir
Das ist mit Sprachübersetzungen nicht so einfach.
Wenn man z.B. etwas in Russisch liest und danach eine Übersetzung ins Deutsche, wird einem klar, dass manches humpelt. Eine Übersetzung ist immer nur so in etwa ....

LG niemand
diese Antwort melden
LotharAtzert
Kommentar von LotharAtzert (11.02.2019)
Köstlich, ja. Zen-buddhistisch geschliffen erzählt, dafür meinen Respekt. Hat mich sofort an eine Begebenheit aus der eigenen Dienstzeit erinnert.

Formalausbildung, Ausbilder: "Ein Lied. O du schöner Westerwald.
Und sollte einer es wagen "Eukalyptusbonbon" zu rufen, jage ich euch übers Geländer, bis ihr umfallt!"
Fast überflüssig zu erwähnen: die ärmste Sau schmetterte mit toderstem Gesichtsausdruck während des Marschierens "Eukalyptusbonbon" in die Stille zwischen den Schritten. Danach mussten wir rennen, stillstehen, rennen …

Gruß
L.

Kommentar geändert am 11.02.2019 um 20:48 Uhr
diesen Kommentar melden
Willibald schrieb daraufhin am 11.02.2019:
Danke für die Rückmeldung, Lothar.
Und wir hören den irischen Vater, der seinerzeit sagte:

"Diese Jahre werden zeigen, dass du Benjamin W. bist, ein wahrer Ire mit dem Trinkvermögen deines Vaters und der Resilienz deiner Mutter. Nimm also getrost deinen Posten ein. Schüttele, wenn es sein muss, das Faultier ab und überfordere nicht deine Milz. Sei voll Gottvertrauen und meide, soweit es geht, das Laster. Fahr nicht am Wochende nach Amsterdam."

Beste Grüße

ww

Antwort geändert am 11.02.2019 um 21:09 Uhr
diese Antwort melden
LottaManguetti
Kommentar von LottaManguetti (12.02.2019)
„Die Geschichte ... ist ein langer Strom mit Sandbänken und Ufern. Der Strom ist manchmal mit Blut von Menschen gefüllt, die töten, stehlen, schreien wie Feldwebel Schneider und Dinge tun, die Historiker normalerweise aufschreiben, während an den Ufern die Menschen fast unbemerkt Häuser bauen, Liebe machen, Kinder großziehen, Lieder singen, Gedichte schreiben oder Jokes erzählen ...“


Das würde ich gern als Zitat in eine meiner Geschichten mitnehmen!
Als Urheber würde ich dich in einer Anmerkung nennen: den Großen Willibald von kV

Darf ich - darf ich - darf ich?

Du darfst auch nein sagen ohne Angabe von Gründen. Ich bin dir nicht böse!

Darf ich - darf ich - darf ich?

diesen Kommentar melden
Willibald äußerte darauf am 12.02.2019:
Sehr gerne, danke.
Aber bitte keine Attribute bei Willibald.

Beste Grüße
ww
diese Antwort melden

Willibald
Zur Autorenseite
Zum Steckbrief
Zur Fotogalerie
Zum Aktivitäts-Index
Veröffentlicht am 11.02.2019, 45 mal überarbeitet (letzte Änderung am 04.03.2019). Textlänge: 541 Wörter; dieser Text wurde bereits 134 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 23.07.2019.
Lieblingstext von:
LottaManguetti.
Was meinst Du?
Diesen Text kommentieren
Schlagworte
Resilienz Widerstandskraft Strange Komik Joke Zen Buddhismus Koan
Mehr über Willibald
Mehr von Willibald
Mail an Willibald
Blättern:
voriger Text
nächster Text
zufällig...
Weitere 4 neue Kurzprosatexte von Willibald:
Auchenbligge Fall. Schirm. Turm. Stelzvogels Seminar "Kreatives Schreiben". Apophtegma. Antiquarisch. Anekdote.
Dieser Text ist höchstwahrscheinlich urheberrechtlich geschützt. mehr Infos dazu
diesen Text melden
© 2002-2019 keinVerlag.de   Impressum   Nutzungsbedingungen 
KV ist kein Verlag. Kapiert?
© 2002-2019 keinVerlag.de