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Froh, einen Job zu haben

Protokoll zum Thema Menschenverachtung


von eiskimo

Sie ist 50, geschieden, hat keine Kinder... dafür aber wieder einen Job: Wärterin eines Zwei-Sterne-Campingplatzes. Klar, nur im Sommer, nur als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, befristet und jwd, in der Provinz, wo von einem Dorf ein paar Wanderwege abgehen, ein kleiner Badesee angelegt wurde und, ja, halt der bescheidene Campingplatz.
Außerhalb der Saison kommen abends die wenigen Jugendlichen, die es überhaupt noch in diesem Dorf gibt. Sie gehen an den See, dahin, wo er an den Campingplatz angrenzt. Und weil ihnen nichts Anständiges einfällt, lassen sie regelmäßig die Sau raus. Dann werden ein, zwei Ghetto-Bluster heran geholt, ein Grill, ein paar Kisten Bier, was zu rauchen. Und wenn sie schön zugedröhnt sind, dann fahren sie mit aufgemotzten Mopeds ihre Rodeo-Nummern um das Haus der Wärterin – sie wollen ja Spaß.
Die Bande weiß natürlich, dass die Frau nichts sagt. Dass diese Frau  am nächsten Morgen brav die von ihnen versaute Wiese reinigt: Die herum liegenden Würstchen, der breit getretene Salat, das halb im Wasser schwimmende Brot, die zerbrochenen Glasflaschen.
Diese Frau sagt nichts, weil bei diesen nächtlichen Gelagen auch die Kids ihrer Arbeitgeber beteiligt sind. Bürgermeister,  Gutsbesitzer, örtlicher Kleinhandel. Und die Kids wissen es, und diese Frau weiß es sowieso: Sie soll froh sein, dass sie diesen Job noch hat.

 
 

Kommentare zu diesem Text


Dieter_Rotmund
Kommentar von Dieter_Rotmund (04.07.2019)
Aber sicher, die Jugendlichen bringen sich Salat mit!
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niemand meinte dazu am 04.07.2019:
Dieter, das ist ja vielleicht nicht grade ein Salat im üblichen Sinne, aber wenn man bei Mac Horrorburger sein Essen holt, dann hat manches dieser schwammigen Brötchen nicht nur Rindergehacktes drauf, sondern wird oft noch mit ein, zwei Salatblättern & Co. vergesundheitlicht. Und da die lieben Jugendlichen nichts vom Grünzeug halten, schmeißen sie es gleich auf die besagte Wiese. Es ist natürlich sicher nicht der Salat der gehobenen Klasse, mit allen vegetarischen Raffinessen, aber doch sowas wie Salat. LG niemand
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Ralf_Renkking antwortete darauf am 04.07.2019:
... und wenn man den Salat als Kopfsalat, sprich Erbrochenes, definiert, passt es auch.

Ciao, Ralf
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Dieter_Rotmund schrieb daraufhin am 05.07.2019:
Eiskimo, ich verstehe. Das muss dann aber in den Text rein, diese Info.
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Isaban
Kommentar von Isaban (04.07.2019)
Lieber Eiskimo,
ja, den Salat halte ich auch für unglaubwürdig, der Rest aber ist so realitätsnah, dass es einem bitter aufstößt - so war unsere Welt schon immer und so wird sie wohl bleiben - und es ist und bleibt trotzdem immer bitter, ganz besonders für den, der aus einem Abhängigkeitsverhältnis heraus solcher Willkür ausgesetzt ist..

LG Isaban
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eiskimo äußerte darauf am 05.07.2019:
Danke für die Gewichtung! Der Salat war einfach da - ich sauge mir den ja nicht aus dem Knie... Als regelmäßiger Schwimmer war ich früh am Morgen Zeuge des Schauspiels.
Wie auch immer,
lG
Eiskimo
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AZU20
Kommentar von AZU20 (04.07.2019)
Den Salat vergessen wir mal, aber der Rest ist leider sehr realitätsnah. LGe
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Kreuzberch
Kommentar von Kreuzberch (04.07.2019)
Ich würde Pappteller und -becher statt Salat vorschlagen – oder den Salat weglassen. Ansonsten gut beschrieben. Macht nachdenklich und wütend.
LG Stefan
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Kommentar von niemand (04.07.2019)
Solchen Früchtchen würde eins übers Knie legen gewiss nicht
schaden. Die betteln ja gradezu nach Grenzen, doch von Grenzen will unsere "no limit Gesellschaft ja nix hören, aber jammern
dann können wir alle prima. LG niemand
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princess
Kommentar von princess (05.07.2019)
Mal abgesehen davon, dass die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme bereits 2012 abgeschafft wurde, greift dieser Text so ziemlich alle Klischees auf, die man braucht, um ein einseitig zugespitztes Bild entstehen zu lassen. Ich empfinde es als viel zu dick aufgetragen. Die arme fleißige sprachlose Frau. Die reichen nutzlosen saufenden Jugendlichen. Nicht zuletzt frage ich mich: Wie viele Arbeitgeber hat denn die Frau? Ich lese
Bürgermeister, Gutsbesitzer, örtlicher Kleinhandel
Mhh, ganz schön viele Leute! Und die haben alle den Arbeitsvertrag unterschrieben? Also den, der einen Sommer lang gilt? Mhh. Und wovon lebt die Frau die restlichen 9 Monate? Mhh. Ich meine ja nur.

Liebe Grüße
p.
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eiskimo ergänzte dazu am 05.07.2019:
Hallo, Princess
Dass da viele Klischees bedient werden, sehe ich auch. Ich habe aber auch den "Saustall" gesehen und kenne die betroffene Dame. Schauplatz ist Frankreich, wo ich mich oft aufhalte. Und dort gibt es diese Art Arbeitsverhältnisse en masse. In "meinem" Dorf, so habe ich mir sagen lassen, entscheidet die "équipe" des Bürgermeisters (bei uns so etrwas wie der Gemeinderat) über die Nebenjobs, die da so anfallen....
Danke für Deine kritische Lektüre.
lG
Eiskimo
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princess meinte dazu am 05.07.2019:
Vielen Dank für deine Erläuterung, Eiskimo. Es ist erhellend für mich zu sehen, wie sehr ich doch immer wieder mal in meinem eigenen Horizont gefangen bin.

LG p.
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