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Kurzgeschichte zum Thema Annäherung


von RainerMScholz

Sie versucht mich in die Ecke zu drängen. Aber eigentlich geht das nicht, weil da riesige Weberknechte lauern. Der Boden ist blanker Zement, die Badewanne steht frei mit zementenen Barten, und der riesige Boiler kocht um heißes Wasser.
„Komm doch, du musst das machen.“
„Was denn?!“, kreische ich, denn was meine Großmutter von  mir will, ist weder ihr noch mir klar.
„Du musst das sauber machen.“
„Es ist doch sauber. Es tut weh. Es ist doch sauber.“
Der Boden ist metallkörnig und kalt, nur der ein Meter achtzig hohe Boiler aus beigegelb lackiertem Leichtmetall, der mit Holz und Briketts gefüttert wird, ist glühend heiß, und da kommt das warme Wasser aus der schnabelförmigen Zutze heraus.
„Deine Mutter hat gesagt, dass du das machen musst.“
„Die kenne ich nicht!“, schreie ich.
Ich weiß nicht, was ich machen soll. Aber ich weiß, dass es weh tut. Es schmerzt, und dagegen habe ich eine Salbe bekommen, und damit reibe ich mich ein. Aber wenn das kleine Köpfchen herauskommt, dann tut es weh. Und Oma weiß nicht. Ich schlafe im Bett neben ihr. Aber sie weiß nicht. Sie weiß auch nicht, was in meinem Kopf passiert, oder in meinem Körper, oder dort unten. Die, die beten, die wissen es nicht.

Und ich wache auf, ganz mählich, bin verstört und weiß nicht, wo ich bin. Im Nordwestkrankenhaus in Frankfurt, in einer fremden Stadt, mit fremden Leuten, fremden Kindern, die lachen, und ich habe knotige Stacheln in mir, in meinem kleinen Ding, das ich nicht benennen darf, das ich nicht nennen kann, und ich weine, denn ich kann mich nicht mehr anfassen, und ich weiß nicht wieso, und es tut weh, und es ist dick und geschwollen, und die Stacheln stechen in meine Handinnenfläche, und alle lachen und turnen um mich herum, nur ich weine und weine.

Die waren alle gut zu mir, ich weiß nicht warum. Mutter, die ich nicht kannte, Mutter, die mir das Etui geschenkt hatte, damit ich nicht Nägel kaute, Fingernägel bis zur Wurzel, als ich weinte, weil sie es mir schenkte, und ich nicht wusste, was das war; Mutter nahm mich mit und zeigte mich vor. Sie lächelten, die Fremden, gaben mir eine Kippa für den Kopf und luden mich einfach ein. Mutter war dann in einem Kibbuz, hieß es, und von meinem Vater war ohnehin keine Rede. Vom katholischen Trier bis hierher, dachte ich, ins atheistische Frankfurt, auch in Anbetracht meines Penis´, war es eine lange Reise gewesen.

Nach den philosemitischen Vorwürfen meiner Mutter gegenüber, die ich nicht nachvollziehen, aber auch nicht widerlegen konnte; nachdem sie etliche Liebhaber aus dem Nahen Osten und darüber hinaus in unserer Zweizimmerwohnung in Eschersheim beherbergt hatte, die sich alle irgendwie als mein Ersatzvater in philosophischer, existentieller, religiöser oder finanzieller Hinsicht ausgegeben hatten, war ich durchaus einverstanden mit Jankels Sicht der Dinge, der mir einfach eine Kippa geschenkt hatte mit den Worten: Steck dir das Ding über und vertraue auf Gott, und wenn es Zwillinge werden, sei froh; oder hau ab.


© Rainer M. Scholz


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Kommentare zu diesem Text


Graeculus
Kommentar von Graeculus (02.03.2021)
Blindarm = blind + arm?
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RainerMScholz meinte dazu am 04.03.2021:
Ist gedanklich noch in Arbeit.
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Hilde
Kommentar von Hilde (03.03.2021)
Was für ein Text!
Verstörend!
Erstklassig!

"Die, die beten, wissen es nicht."

Grüße
Der Engel

Kommentar geändert am 03.03.2021 um 18:19 Uhr
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RainerMScholz antwortete darauf am 04.03.2021:
Meine Kirche ist der Himmel. Klingt schwülstig und als stünde es schon irgendwo, ist mir aber garantiert spontan vor 13 1/2 Stunden eingefallen von ganz alleine durch eine Eingebung des Höchsten, oder umgekehrt.
Grüße,
der andere Engel
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RainerMScholz
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Veröffentlicht am 02.03.2021. Textlänge: 500 Wörter; dieser Text wurde bereits 47 mal aufgerufen; der letzte Besucher war ein Gast am 13.04.2021.
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